Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Zentrale Ansteuerung von 13 bistabilen 9V-Ventilen Gardena G1251


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von Sebastian W. (wangnick)


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Liebe Leute,

wie in Beitrag "Stromquelle 300mA/-50mA" und 
Beitrag "Ventilsteuerung wasserdicht bekommen" beschrieben bekomme ich 
meine Ventilsteuerung in den Ventilkästen schwer wasserdicht. Ich plane 
daher nun eine zentrale Steuerung für meine insgesamt 13 Gardena 
G1251-Ventile in 6 Ventilkästen.

Ich hätte gerne wieder ein Choppersteuerung, am besten in Hardware, mit 
der ich einen definierten Strom fürs Öffnen und einen anderen 
definierten (kleineren) umgepolten Strom fürs Schliessen fliessen lassen 
kann. Ich würde gerne den in der Magnetspule fliessenden Strom messen 
können, im Notfall tut es aber auch die Messung des in die H-Brücke 
fliessenden Stroms.

Ich könnte natürlich für jedes Ventil einen halben DRV8833 vorsehen. 
Dann bräuchte ich aber 7 DRV8833, und dazu je zwei Schaltleitungen zu 
jedem Ventil. Es ginge, mir würden aber die Leitungen sehr knapp. Ich 
werde zudem nie zwei Ventile gleichzeitig schalten müssen.

Daher jetzt meine Fragen:

1. Gibt es fertige ICs die ähnlich einer H-Brücke Motoren oder Ventile 
kontrolliert mit Strom versorgen können (i.e. mit Strommesswiderständen 
und Chopperbetrieb), bei denen jedoch der eine Pol immer GND bleibt und 
der andere Pol entweder positiv oder negativ wird? Dann könnte ich eine 
gemeinsame GND-Leitung für alle Ventile (und alles andere) benutzen und 
nur den anderen Pol über je eine Schaltleitung pro Ventil führen.

2. Alternativ könnte ich doch den einen Pol aller Ventile trotzdem auf 
einer Leitung zusammenfassen (also z.B. alle AOUT1 und BOUT1 aller 
DRV8833 verbinden) und nur die AOUT2/BOUT2 einzeln zu je einem Ventil 
führen, wenn ich garantiere, dass bis auf einen all anderen 
OUT1-Ausgänge hochohmig bleiben? Diese Leitung wäre dann natürlich den 
Ventilen vorbehalten und könnte nicht noch als GND-Leitung für andere 
Zwecke benutzt werden.

3. Benötige ich wirklich 13 H-Brücken? Kann ich irgendwie mit einer 
H-Brücke auskommen und dann den OUT2-Ausgang jeweils auf eines der 13 
Ventile aufschalten? Dabei kann dieser Ausgang ja Stromquelle oder auch 
Stromsenke sein, je nachdem ob ich das Ventil öffne oder schliesse. Ein 
eventueller zusätzlicher Widerstand sollte dabei unterhalb von 1 Ohm 
bleiben. Ausserdem möchte ich weiterhin zu einer 
Präsenz/Kurzschlussüberwachung durch einen sehr kurzen Öffnungsimpuls in 
der Lage sein, bei der ich den Stromanstieg in der Induktivität 
beobachte.

LG, Sebastian

: Verschoben durch Moderator
von Clemens S. (zoggl)


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Bau in den Anschlussstecker über jedem Ventil einen Kondensator ein.

Dann schließt das Ventil auch bei Stromausfall

Beitrag "Ansteuern von Magnetventil Gardena 1251 zur Gartenbewässerung"

Sg

von Sebastian (Gast)


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Clemens S. schrieb:
> Bau in den Anschlussstecker über jedem Ventil einen Kondensator ein.

Mmh, je nun. Das beantwortet zwar eine Frage, aber irgendwie keine von 
meinen. Zumindest sehe ich den Zusammenhang nicht.

LG, Sebastian

von zoggl (Gast)


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doch es beantwortet alle deine Fragen:

Sebastian W. schrieb:
> Ich hätte gerne wieder ein Choppersteuerung, am besten in Hardware, mit
> der ich einen definierten Strom fürs Öffnen und einen anderen
> definierten (kleineren) umgepolten Strom fürs Schliessen fliessen lassen
> kann.

der Strom wird durch den C definiert und kann dementsprechend auch 
einfach gemessen werden.

Sebastian W. schrieb:
> 1. Gibt es fertige ICs die ähnlich einer H-Brücke Motoren oder Ventile
> kontrolliert mit Strom versorgen können (i.e. mit Strommesswiderständen
> und Chopperbetrieb), bei denen jedoch der eine Pol immer GND bleibt und
> der andere Pol entweder positiv oder negativ wird? Dann könnte ich eine
> gemeinsame GND-Leitung für alle Ventile (und alles andere) benutzen und
> nur den anderen Pol über je eine Schaltleitung pro Ventil führen.

Deine Frage impliziert eine Lösung die nicht durchdacht ist.
Nimm zb einen L293D Dann brauchst du nur die Spannung zu messen. C und L 
kennst du. daraus kannst du dir ohne Aufwand den Strom berechnen.

Sebastian W. schrieb:
> 2. Alternativ könnte ich doch den einen Pol aller Ventile trotzdem auf
> einer Leitung zusammenfassen (also z.B. alle AOUT1 und BOUT1 aller
> DRV8833 verbinden) und nur die AOUT2/BOUT2 einzeln zu je einem Ventil
> führen, wenn ich garantiere, dass bis auf einen all anderen
> OUT1-Ausgänge hochohmig bleiben? Diese Leitung wäre dann natürlich den
> Ventilen vorbehalten und könnte nicht noch als GND-Leitung für andere
> Zwecke benutzt werden.

Mit der Kondensator Lösung hast du das bereits dabei. ein Pol ist dann 
sogar GND und kann weiter verwendet werden.

Sebastian W. schrieb:
> 3. Benötige ich wirklich 13 H-Brücken?

nein 4 stück zb L293D oder eben etwas mit Stromsensor aus der Übersicht:

https://www.mikrocontroller.net/articles/H-Br%C3%BCcken_%C3%9Cbersicht

Sebastian W. schrieb:
> Ausserdem möchte ich weiterhin zu einer
> Präsenz/Kurzschlussüberwachung durch einen sehr kurzen Öffnungsimpuls in
> der Lage sein, bei der ich den Stromanstieg in der Induktivität
> beobachte.

siehe Antwort 1

sg

von MaWin (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> bei denen jedoch der eine Pol immer GND bleibt und der andere Pol
> entweder positiv oder negativ wird

Dazu brauchst du eine doppelte Stromversorgung, also Quatsch

Sebastian W. schrieb:
> Alternativ könnte ich doch den einen Pol aller Ventile trotzdem auf
> einer Leitung zusammenfassen

Ja.

Sebastian W. schrieb:
> Benötige ich wirklich 13 H-Brücken

Wenn du nicht umpolen müsstest: nein.

Wenn du eine doppelte Stromversorgung hast (positive und negative 
Spannung) nein.

Wenn Ventile bei drittel Spannung sicher nicht reagieren: nein.

Denn in den Fällen könnte man gar eine 4x4 Matrix nutzen, sind aber auch 
8 H-Brücken.

Daher ist es wurscht, nimm 13 H-Brücken, also 7 x L293D, und 14 
Leitungen im Kabel, das vereinfacht auch die Struktur.

Sebastian W. schrieb:
> und einen anderen definierten (kleineren) umgepolten Strom fürs
> Schliessen

Macht keinen Sinn. Die Ventile halten auch vollen Strom aus, du hast 
keinen Batteriebetrieb, und der Strom ist bei bistabilen Ventilen eh nur 
kurz eingeschaltet, lege 12V über L293D an, davon kommen ca  9V am 
Ventil an.

Man kann zusätzlich den Strom messen mit einem shunt in der 
Masseleitung, dann weisst du, ob dein Ventil noch dran ist.

von Helge (Gast)


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Das dumme ist, daß die lokale Choppersteuerung und die Pufferung deine 
dünnen Leitungen erlaubt hatte. 110m x 2 sind bis zu 4Ω bei 1mm², die 
deine Messung verfälschen (zusätzlich zur dynamischen Leiterimpedanz, 
die bei solchen Längen meßbar ist). Die Last ist also reell schon 
33...37Ω. Zum einschalten sind max. 11V notwendig, zum ausschalten max. 
-2V.

Ventil-Einzelsteuerung mit gemeinsamem Rückleiter ist einfach möglich. 
Voraussetzung ist, daß ungefähr 12V zur Verfügung stehen. Chopper 
entfällt, diskret aufbauen:

Ich würde..
(1) Jeden Ventilkreis mittels passendem kleinem Vorwiderstand auf 37Ω 
konfigurieren, also alle Kreiswiderstände gleich.
(2) die gemeinsame Rückleitung über 3,3Ω auf GND schaltbar machen und 
über 27Ω auf +3,3V. Das sind die Meßwiderstände.

Ventil-ein: gemeinsamer über 3,3Ω an GND, Spulenende hart auf +12V.
Kontrolle-EIN: 0...1V an den 3,3Ω.
Ventil-aus: gemeinsamer über 27Ω an 3,3V, Spulenende hart auf GND.
Kontrolle-AUS: 3,3...2V an den 27Ω.

von Clemens S. (zoggl)


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Helge schrieb:
> Ich würde..
> (1) Jeden Ventilkreis mittels passendem kleinem Vorwiderstand auf 37Ω
> konfigurieren, also alle Kreiswiderstände gleich.
> (2) die gemeinsame Rückleitung über 3,3Ω auf GND schaltbar machen und
> über 27Ω auf +3,3V. Das sind die Meßwiderstände.
> Ventil-ein: gemeinsamer über 3,3Ω an GND, Spulenende hart auf +12V.
> Kontrolle-EIN: 0...1V an den 3,3Ω.
> Ventil-aus: gemeinsamer über 27Ω an 3,3V, Spulenende hart auf GND.
> Kontrolle-AUS: 3,3...2V an den 27Ω.

Zu kompliziert. Die Dinger kannst du auch mit 24V und 200ms schalten. 
Das sind Magnetspulen und kein frickeliger Kleinscheiß, bei dem es auf 
jedes Millivolt ankommt.

Natürlich kannst du jeden Kreis ausmessen, abgleichen und Voodoo 
betreiben. Besser wird es dadurch aber nicht.

Sg

von Helge (Gast)


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Clemens S. schrieb:
> Natürlich kannst du jeden Kreis ausmessen
Das war ja der ausdrückliche Wunsch.

von Sebastian W. (wangnick)


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Clemens S. schrieb:
> Bau in den Anschlussstecker über jedem Ventil einen Kondensator ein.
> Dann schließt das Ventil auch bei Stromausfall
> Beitrag "Ansteuern von Magnetventil Gardena 1251 zur Gartenbewässerung"

Ich denke gerade die Alternativen durch.

Clemens, bei der "automatischen" Lösung reicht ja eine halbe H-Brücke 
(also eine Push-Pull-Stufe) pro Ventil. Zum Öffnen brauche ich 
allerdings laut Gardena-Spec 300mA*250ms also 75mC, zum Schliessen 
60mA*50ms also 3mC. 24V*100uF sind 2.4mC, also be weitem nicht genug zum 
Öffnen. Wie soll das allein mit dem im verlinkten Artikel genannten 
100uF-Kondensator in Serie gehen? Ausserdem funktioniert das 
automatische Schliessen nicht bei Kabelbruch, also könnte man den 
Kondensator wohl genauso gut in der Zentrale unterbringen ...

LG, Sebastian

: Bearbeitet durch User
von Vorn N. (eprofi)


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Du brauchst 14 halbe Brücken, also 7 Vollbrücken:
eine, die entscheide, ob geöffnet oder geschlossen wird. Von der geht 
eine Common-Leitung an alle Ventile.
und 13 für die Auswahl des Ventils.
L29x sind über 30 Jahre alt, es gibt Moderneres.

Bei so langen Leitungswegen stellt sich die Frage nach einem Bus-System:
Z.B. 4-poliges Telefonkabel und die Energie für das Schalten kommt aus 
einem lokalen Puffer-Elko. Ein kleiner Controller für jedes Ventil...

von temp (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> Ausserdem funktioniert das
> automatische Schliessen nicht bei Kabelbruch, also könnte man den
> Kondensator wohl genauso gut in der Zentrale unterbringen

Für irgendwas musst du dich schon entscheiden. Wenn du in deinen 
Ventilkästen keinerlei Elektronik haben willst, musst du andere Ventile 
nehmen wenn du bei Kabelbruch ein automatisches Schließen haben willst.
Oder du machst pro Ventil eine Simpelelekronik rein die vergossen wird. 
Sowas wie oben im Beispiel. Wie schon von anderen gesagt, die Zeit der 
Ansteuerung spielt keine Rolle solange sie wenigsten so lang ist wie von 
Gardena angegeben.

von Sebastian W. (wangnick)


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Helge schrieb:
> 110m x 2 sind bis zu 4Ω bei 1mm²

Meine Kabel sind 10x2x0.8 bzw. 6x2x0.8, also nur 0.5mm² pro Leiter bzw. 
8Ω Schleifenwiderstand für die weitesten Ventilkästen. Ich könnte aber 
z.B. für die gemeinsame Rückleitung zwei Leiter nehmen und so auf 6Ω 
reduzieren.

Clemens S. schrieb:
> Helge schrieb:
>> Ich würde..
> Zu kompliziert.

Anbei eine mögliche Lösung mit einer Halbbrücke, einem Kondensator und 
zwei Dioden pro Ventil. Hat aber den Nachteil dass die 
Präsenz/Kurzschlussmessung verkompliziert wird, und scheint auch nicht 
viel weniger komplex als eine Vollbrücke pro Ventil.

Vorn N. schrieb:
> Du brauchst 14 halbe Brücken, also 7 Vollbrücken:
> eine, die entscheide, ob geöffnet oder geschlossen wird. Von der geht
> eine Common-Leitung an alle Ventile.
> und 13 für die Auswahl des Ventils.

Klingt gut, muss ich mal aufmalen.

Helge schrieb:
> Ventil-Einzelsteuerung mit gemeinsamem Rückleiter ist einfach möglich.
> Voraussetzung ist, daß ungefähr 12V zur Verfügung stehen. Chopper
> entfällt, diskret aufbauen [...]

Klingt auch gut!

temp schrieb:
> Wenn du in deinen
> Ventilkästen keinerlei Elektronik haben willst, musst du andere Ventile
> nehmen wenn du bei Kabelbruch ein automatisches Schließen haben willst.
> Oder du machst pro Ventil eine Simpelelekronik rein die vergossen wird.

Nach der Überflutung tendiere ich zu keiner Elektronik im Ventilkasten. 
Korrosion der Elektronik bis zur Zerstörung kann ein Schliessen des 
Ventils ja genauso verhindern wie Kabelbruch. Ich hab im Frühjahr nach 
ersten Erfahrungen schon zusätzlich ein monostabiles Hauptventil 
eingebaut (dessen Steuerung ist im Haus, zum Ventil geht nur ein 
zweiadriges Kabel). Zusammen mit den Impulsen des Wasserzählers kann ich 
damit auf solche Situationen (hoffentlich korrekt) reagieren.

LG, Sebastian

: Bearbeitet durch User
von temp (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> Ausserdem funktioniert das
> automatische Schliessen nicht bei Kabelbruch

Sebastian W. schrieb:
> Nach der Überflutung tendiere ich zu keiner Elektronik im Ventilkasten.
> Korrosion der Elektronik bis zur Zerstörung kann ein Schliessen des
> Ventils ja genauso verhindern wie Kabelbruch.

Du solltest dich mal entscheiden was du willst. Deine Aussagen 
widersprechen sich gegenseitig. Und dein Schaltungsvorschlag im letzten 
Post ist auch Mist, da er die Ventile nicht schließt wenn die 
Versorgungsspannung ausfällt. Das ist aber das mindeste was man von 
einer Elektronik erwarten muss, auch wenn sie nicht direkt am Ventil 
verbaut ist.

Wenn du meinen Vorschlag rumdrehst und die Ventile alle mit dem 
gemeinsamen + anschließt, vereinfacht sich die Ansteuerung vom µC 
deutlich. Und die Ventile schalten auch aus wenn die Versorgung 
wegbricht.

von temp (Gast)


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Nachtrag: ich hatte noch einen Fehler in der Schaltung oben.

von Georg (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> bei denen jedoch der eine Pol immer GND bleibt und
> der andere Pol entweder positiv oder negativ wird?

Ich verstehe nicht wo ein Problem sein soll - die Ausgangsspannung 
umzupolen ist doch der Lebenszweck einer H-Brücke, ganz ohne bipolare 
Versorgung. Damit laufen DC-Motoren problemlos vorwärts und rückwärts.

Georg

von Sebastian W. (wangnick)


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temp schrieb:
> Du solltest dich mal entscheiden was du willst. Deine Aussagen
> widersprechen sich gegenseitig. Und dein Schaltungsvorschlag im letzten
> Post ist auch Mist, da er die Ventile nicht schließt wenn die
> Versorgungsspannung ausfällt. Das ist aber das mindeste was man von
> einer Elektronik erwarten muss, auch wenn sie nicht direkt am Ventil
> verbaut ist.

Mmh. Ich hatte Kabelbruch eigentlich nur erwähnt um zu argumentieren 
dass man bei der "einfachen Lösung" den Ausschaltkondensator dann 
genausogut in die Zentrale holen könnte. Dann müssen natürlich sowohl 
Kabelbruch als auch Stromausfall noch anders abgefangen werden (zum 
Beispiel in meinem Fall durch das Schliessen des Hauptventils), wobei 
eine doppelte Sicherung natürlich besser wäre.

Daher vielen Dank für deinen Vorschlag. Die automatische Abschaltung der 
Ventile bei Störungen inklusive Kabelbruch und ohne zusätzlichen 
Softwareaufwand wäre in der Tat sehr beruhigend. Man könnte den 
Kondensator eventuell noch wie oben mit einer Zener- und einer normalen 
Diode brücken, dann würde ein kleinerer Kondensator vielleicht für das 
Ausschalten reichen. Aber ich bin gerade gebranntes Kind was die 
Haltbarkeit von Komponenten in den Ventilkästen angeht, und zudem habe 
ich bisher weder mit 3D-Druck noch mit Verguss von Elektronik 
irgendwelche Erfahrung.

Anbei die Simulation des Vorschlags von Helge. Funktioniert, braucht 
aber 28 uC-Ausgänge ...

LG, Sebastian

: Bearbeitet durch User
von Helge (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> 8Ω Schleifenwiderstand für die weitesten Ventilkästen
Für eine zentrale Messung denk ich ist ein annähernd gleicher 
Schleifenwiderstand sinnvoll. Ob der jetzt 33+4=37Ω oder 33+8=41Ω ist, 
macht nicht viel aus. Einer deiner früheren Versuche ergab doch, daß die 
Ventile auch mit etwas weniger Strom einschalten.

Wenn vorneweg eh ein monostabiles ventil sitzt, ist auch genug 
Sicherheit da.

Dann wäre..

Ventil-ein: gemeinsamer über 3,3Ω an GND, Spulenende hart auf +12V.
Kontrolle-EIN: 0...0,9V an den 3,3Ω.
Ventil-aus: gemeinsamer über 22Ω an 3,3V, Spulenende hart auf GND.
Kontrolle-AUS: 3,3...2,4V an den 22Ω.

von Clemens S. (zoggl)


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Denk auch daran, dass die 24V Ventile die Hälfte kosten und besser 
verfügbar sind. Wäre gut, wenn deine Steuerung auch damit umgehen kann. 
Wäre blöd, wenn du so viel Energie da rein steckst und keine Teile mehr 
bekommst.

Die 9V teile lassen sich auch auf 24V umrüsten.
https://www.roboter-forum.com/index.php?thread/37083-umbau-gardena-bew%C3%A4sserung/

https://www.gardena.com/at/produkte/sparepartscategory/012780061000/

Sg

von temp (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> Anbei die Simulation des Vorschlags von Helge. Funktioniert, braucht
> aber 28 uC-Ausgänge ...

Und noch einen Sack voll zusätzlicher Bauteile um mit den 3.3V Pegeln 
die Highside anzusteuern.
Bei deiner Simulation solltest du mal die angedachte Stromquelle mit M5 
und R13 zu überprüfen. Wenn deine 300mA über R1,R3 und R6 fließen fallen 
da 6Ohm * 0,3A=1,8V ab. Die restlichen 10.2V müssten demzufolge am Drain 
von M5 stehen. Wenn da nicht die Bodydiode von M6 und R14 wäre. Darüber 
fließt dann der Strom rückwärts in die 3.3V. Was in deiner Simulation 
geht, wird dir die 3.3V Versorgung nach oben reißen, womit du dann neben 
einem Wasserschaden auch Controller entsorgen kannst.

Und was ganz wichtig ist, ohne gezielte Ansteuerung gibt es kein 
Ausschalten. Bei meiner Lösung reicht es die Spannung abzuschalten.

Georg schrieb:
> Ich verstehe nicht wo ein Problem sein soll - die Ausgangsspannung
> umzupolen ist doch der Lebenszweck einer H-Brücke, ganz ohne bipolare
> Versorgung. Damit laufen DC-Motoren problemlos vorwärts und rückwärts.

Eine H-Brücke ist hie so nötig wie ein Kropf.

von Helge (Gast)


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> 28 uC-Ausgänge ...
> Und noch einen Sack voll zusätzlicher Bauteile
Der gemeinsame wird zwischen 0V und 3,3V geschaltet, incl. 1 Satz 
Fühlerwiderstände. Den Rest können integrierte Halbbrücken machen.

von temp (Gast)


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Helge schrieb:
> Der gemeinsame wird zwischen 0V und 3,3V geschaltet, incl. 1 Satz
> Fühlerwiderstände. Den Rest können integrierte Halbbrücken machen.

Dann mach mal einen kompletten Plan und vergleich den Aufwand. Mit 
könnten kann keiner was anfangen. Wozu hier überhaupt was gemessen 
werden soll ist mir auch unklar. Ein defektes Ventil kann man damit 
nicht feststellen. Die ändern ihren Widerstand nicht egal ob Wasser 
fließt oder nicht.

von Sebastian W. (wangnick)


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temp schrieb:
> Ein defektes Ventil kann man damit
> nicht feststellen. Die ändern ihren Widerstand nicht egal ob Wasser
> fließt oder nicht.

Die Bewegung des Stößels verringert den Stromanstieg in der Induktivität 
leicht, das könnte man erkennen. Macht meine jetzige Schaltung aber 
bisher nicht -- die prüft und unterscheidet nur einmal pro Sekunde 
zwischen Kurzschluss, Kabelbruch und Präsenz eines Ventils.

LG, Sebastian

: Bearbeitet durch User
von temp (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> Die Bewegung des Stößels verringert den Stromanstieg in der Induktivität
> leicht, das könnte man erkennen.

Kann man, dazu braucht man aber wenigstens eine Handvoll fehlerhafte 
Ventile um zu wissen auf was man triggern soll. Mann kann es aber auch 
ganz einfach übertreiben. Einen realistischen Nutzen bringt der ganze 
Firlefanz jedenfalls nicht. Und wenn du so viele Wühlratten und 
Maulwürfe in deinem Rasen hast dann kannst du dir das Bewässern dieser 
Mondlandschaft auch ganz sparen. In meinen Augen gehört ein Kabelbruch 
oder Kurzschluss in der Verkabelung zu den Ereignissen die Auftreten 
wenn man bei der Verlegung pfuscht und sonst nicht zu den erwartbaren 
Fehlern. Jedenfalls sollte so was nicht so häufig auftreten wie sonstige 
Fehler in der Elektronik oder Ausfall der Wasser/Energieversorgung. Ich 
denke du kämpfst gegen Windmühlen.

von Sebastian W. (wangnick)


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temp schrieb:
> Bei deiner Simulation solltest du mal die angedachte Stromquelle mit M5
> und R13 zu überprüfen. Wenn deine 300mA über R1,R3 und R6 fließen fallen
> da 6Ohm * 0,3A=1,8V ab. Die restlichen 10.2V müssten demzufolge am Drain
> von M5 stehen. Wenn da nicht die Bodydiode von M6 und R14 wäre. Darüber
> fließt dann der Strom rückwärts in die 3.3V. Was in deiner Simulation
> geht, wird dir die 3.3V Versorgung nach oben reißen, womit du dann neben
> einem Wasserschaden auch Controller entsorgen kannst.

Die Ventilspule hat 33Ω Innenwiderstand. Aber bei Ventilkurzschluss 
flössen beim Einschalten über M2, R1, L1 Kurzschluss, R2, R5, M5 und R13 
ca. 1,3A, und dan ständen 4.3V am Drain von M5/M6 an, die die 3.3V am 
Source von M6 dann wohl auf ~3.7V anheben könnten. Mmh.

LG, Sebastian

von Sebastian W. (wangnick)


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temp schrieb:
> Ich denke du kämpfst gegen Windmühlen.

Ja, die Message kommt gut rüber :)

LG, Sebastian

von Helge (Gast)


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Och. Ratte, Gartenhacke usw. sind schon realistische Angreifer für das 
System.

Sollte sich die ventilstellung über verschiedene Induktion messen 
lassen, finde ich das elegant, weil ansteuern bis gewünschte Stellung 
reicht. Ist halt die Frage, ob das mit langem Kabel geht.

von Sebastian W. (wangnick)


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SO, ich werde jetzt bei den "alten" Steuerungen die Pfostenleisten 
tauschen, auf ein EPDM-Dichtband wechseln und provisorisch mal wieder in 
Betrieb nehmen. Parallel dazu werde ich einen Prototyp zur 
Ventilsteuerung über 110m Kabel bauen um verschiedene der genannten 
Varianten auszuprobieren. Und ich werde meinen Schwager bitten mir 
wasserdichte "Hutstecker" zu drucken.

LG, Sebastian

von Helge (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> wasserdichte "Hutstecker"
Solche Steckverbinder sind in autos häufiger. Ob das gedruckt 
wasserdicht wird, hab ich Zweifel.
Übelich ist dort, daß Stecker- und Buchsenkontakte im Gehäuse sitzen und 
pro ader abgedichtet sind.

Plan B für die Ventile wären bei mir gewöhnliche M8-Stecker und 
-Kupplungen aus der Industrieautomation. Gibts von vielen Herstellern 
und sind einfach zu verarbeiten.Bei 4-polig oder größer als M12. Damit 
läßt sich IP66 erreichen.

von Sebastian W. (wangnick)


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Helge schrieb:
> Sebastian W. schrieb:
>> wasserdichte "Hutstecker"
> Solche Steckverbinder sind in autos häufiger. Ob das gedruckt
> wasserdicht wird, hab ich Zweifel.

Mit "Hutstecker" meine ich eine komplette Ventilabdeckung mit 60mm 
Durchmesser und komplett umlaufendem O-Ring, darin integrierter 
Cinch-Buche und wasserdichter Kabeleinführung auch mit O-Ring. Dann ist 
auch der ins Ventil integrierte Cinch-Stecker geschützt. Von der 
Geometrie ähnlich dem Gardena Steuerteil 1250-20. Die Nuten für die 
O-Ringe müsste man wohl fräsen, der 3D-Druck wird wohl zu rauh um trotz 
Fett dicht zu werden. Oder man druckt die ganze Abdeckung gleich in TPU.

LG, Sebastian

: Bearbeitet durch User
von Helge (Gast)


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Fräsen ist eine gute Idee! Wird 3D-Druck an sich wasserdicht?

Plan B: Cinchstecker incl. der Gardenabuchse mit Schrunpfschlauch mit 
Heißkleber überziehen. So ähnlich wie man es bei Kabelmuffen in der Erde 
macht. Wäre halt nicht lösbar.

von Sebastian W. (wangnick)


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Ich habe jetzt mal einen Prototypen mit SN754410 aufgebaut, siehe anbei.

Dabei stelle ich ein seltsames Phänomen fest. Das Ventil schaltet sehr 
zügig (der Stößel fängt nach ~4ms as sich für <1ms zu bewegen), aber 
nach zwei weiteren  ms Stromanstieg fängt die Chose an heftig zu 
schwingen!

Wieso?

LG, Sebastian

: Bearbeitet durch User
von temp (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> Dabei stelle ich ein seltsames Phänomen fest.

Warum seltsam? Du hast das doch so eingebaut! 3.3Ohm im GND des SN754410 
und das bei TTL-Eingängen, wer macht denn sowas? Was macht der Chip wenn 
Eingänge mehr als 0,7V negativ gegen GND werden? Du willst ja wenigstens 
300mA haben, das sind bei 3,3Ohm 1V GND Verschiebung!
Nimms mir nicht übel, irgendwie wird's immer schlimmer statt besser oder 
einfacher.

von Sebastian (Gast)


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Sebastian W. schrieb:
> Wieso?

Ich glaub ich weiss jetzt was passiert. Sobald die Spannung am Shunt auf 
0.6V gestiegen ist bricht die Logik der H-Brücke zusammen, weil VCC1 
gegenüber H-GND nur noch 4,4V sind.

LG, Sebastian

von Sebastian (Gast)


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temp schrieb:
> Nimms mir nicht übel, irgendwie wird's immer schlimmer statt besser oder
> einfacher.

Gemach. Mit diesem Aufbau möchte ich nur bei höheren Spannungen als sie 
der DRV8833 verträgt die Reaktion auf die Absetzung des Ventils über die 
110m Erdkabel testen ...

Motto: Manchmal muss es schlimmer werden bevor es besser werden kann.

LG, Sebastian

von temp (Gast)


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Sebastian schrieb:
> Manchmal muss es schlimmer werden bevor es besser werden kann

Sebastian schrieb:
>> Wieso?

Weil die H-Brückern an dieser Stelle für diese Popelventile mit Kanonen 
nach Spatzen geschossen ist und deine Mimik mehr statt weniger wird? Und 
das Abschalten bei Versorgungsunterbrechung ist auch nicht gegeben.

von Rainer V. (a_zip)


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Leute, nichts für Ungut, aber dieses Gehampel wegen ein paar 
Wasserventilen ...ich muß doch sehr bitten. Entweder bleibt der TO bei 
seinen Ventilen (das Ganze scheint es ja bei dieser Gadena sowieso zu 
geben) und setzt einen der Vorschläge aus dem Forum um oder er macht 
sich das Leben noch einfacher und holt sich "vernünftige" Ventile!
Gruß Rainer

Beitrag #6768735 wurde vom Autor gelöscht.
von Sebastian W. (wangnick)


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Liebe Forenten,

ich habe jetzt einen Testaufbau für zwei Ventile am laufen. Anbei die
Schaltung. Weitere Infos unter
https://wangnick.com/wiki/doku.php?id=zentrale_ventilsteuerung.

Die Abschaltung bei Stromausfall werde ich wieder mit Überwachung der 
Stromversorgung per uC und einem Pufferkondensator für alle 
abzuschaltenden Ventile (es sind gleichzeitig nie mehr als drei offen) 
lösen.

Clemens S. schrieb:
> Denk auch daran, dass die 24V Ventile die Hälfte kosten und besser
> verfügbar sind. Wäre gut, wenn deine Steuerung auch damit umgehen kann.
> Wäre blöd, wenn du so viel Energie da rein steckst und keine Teile mehr
> bekommst. Die 9V teile lassen sich auch auf 24V umrüsten.

Denk ich drüber nach. Die Idee bei den 9V-Ventilen war schnell eine 
funktionierende Bewässerungssteuerung zu haben um dann bei der 
Fertigstellung der Verkabelung und bei Bau bzw. Auswahl der Zentrale 
keinen Zeitdruck zu haben. Jetzt wo alle Kabel auch im Haus geführt sind 
machen die 9V-Ventile natürlich weniger Sinn. Andererseits, wenn ich 
jetzt eine zentrale Steuerung selbst baue, dann kann ein späterer Käufer 
der Immobilie immer noch wieder auf die dezentralen Gardena-Steuerungen 
mit Batterie zurückfallen ...

LG, Sebastian

: Bearbeitet durch User

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