Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Audio-Peakmeter mit Kaltkathodenröhre


von Alexander H. (alexander_h732)


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Hallo,

In Anlehnung an die russischen Bargraph-Glimmröhren kam mir die Idee, 
das Prinzip abgewandelt mit einer Neon-Kaltkathodenröhre zu testen. Mit 
einer Lochblechummantelung funktioniert es erstaunlich gut. Ein Ende des 
Inverters (HV) liegt auf einer Elektrode, das andere Ende (GND) liegt 
auf der anderen Elektrode+dem Lochblech. Das Verhältnis 
Plasmalänge/Brennspannung und Länge/Spannung am Eingang des Inverters 
ist nahezu linear. Die Röhre benötigt so maximal 60mA bei 7V.
Damit könnte man eine schöne Audio-Aussteuerungsanzeige bauen.
Jetzt fehlt mir noch eine Treiberschaltung, die das Audiosignal 
umwandelt und mit 3-7V Gleichspannung versorgt. Am besten wäre wohl ein 
Vollwellen-(Spitzen?)-Gleichrichter - möglichst einfach - mit 
nachfolgendem Logarithmierer (Diode reicht). Die Integrationszeit und 
Rücklaufzeit sollte einstellbar sein (per Kondensator?). Als Quelle 
möchte ich zB. PC/CD-Player nutzen.

Ich hab mich schonmal nach single supply Gleichrichterschaltungen (da 
12V Versorgungsspannung) umgeschaut und mir etwas ausgedacht, was aber 
noch nicht richtig funktioniert. Als Koppelelko hab ich 1uF gewählt. Es 
funktioniert, wenn ich den Eingangs R (10k) brücke, ist aber leider viel 
zu nervös (keine Rücklaufzeit) und funktioniert nur bis 5KHz.

Die Schaltung die ich nutze ist im Prinzip die Intersil Gleichrichter 
Schaltung (Fig. 8)
https://sound-au.com/appnotes/an001.htm
Die zusätzliche Diode von 2IN- nach OUT2 soll die Logarithmierung 
übernehmen.
Einen LM358 hatte ich nicht da, stattdessen hab ich einen NE5532 
genommen.

Vielleicht hat ja hier jemand so etwas ähnliches schonmal gemacht und 
kann mal kurz drüberschauen?


Viele Grüße
Alexander

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Alexander H. schrieb:
> Einen LM358 hatte ich nicht da, stattdessen hab ich einen NE5532
> genommen.

Der LM358 ist wirklich nichts besonderes, kann aber im Gegensatz zum 
NE5532 verknusen, das ein Eingang bis auf GND geht.
Tipp: Im LM324 sind 4 Stück LM358 integriert, da kannste mal gucken, ob 
du sowas noch in der Kiste hast.

: Bearbeitet durch User
von Mark S. (voltwide)


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Matthias S. schrieb:
> 4 Stück LM358

2 Stück LM358

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> In Anlehnung an die russischen Bargraph-Glimmröhren kam mir die Idee,
> das Prinzip abgewandelt mit einer Neon-Kaltkathodenröhre zu testen.

Geile Idee. Gibt es die Teile denn noch irgendwo?

> Jetzt fehlt mir noch eine Treiberschaltung, die das Audiosignal
> umwandelt und mit 3-7V Gleichspannung versorgt. Am besten wäre wohl ein
> Vollwellen-(Spitzen?)-Gleichrichter - möglichst einfach - mit
> nachfolgendem Logarithmierer (Diode reicht).

Ich mache sowas fuer eine 64Segment LCD-Anzeige sehr aehnlich. Also 
Gleichrichtung mit etwas logarythmierung damit es in den Arbeitsbereich 
des ADC passt, danach in Software nochmal Komprimierung um alles perfekt 
einzustellen. Aber klar, in deinem Falle mag es auch nur analog gehen. 
Allerdings kann ich auch noch Peakhold. :-p  Mikrocontroller hat aber 
den Vorteil das man schnell an kleinen Parametern drehen kann bis es 
huebsch aussieht und ist vermutlich auch billiger. Das Problem ist halt 
das man vorher schwer sagen kann was am Ende wirklich gut aussieht und 
man eine Weile rumspielen muss bis es wirkt. Ich hab bei mir noch einen 
STM32F030 pro Anzeige genommen, aber CH32V003 kann das sicher auch.

Lerne vom Meister himself:

https://www.electronicdesign.com/technologies/analog/article/21765254/whats-all-this-logarithmic-stuff-anyhow

Mir werden hier leider nicht die Bilder angezeigt die da eigentlich rein 
gehoeren, keine Ahnung warum. Damit als Basis hab ich das gemacht.

Vanye

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Mark S. schrieb:
> 2 Stück LM358

Ja, natürlich (Kopfklatsch)

von Rainer D. (rainer4x4)


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Alexander H. schrieb:
> Jetzt fehlt mir noch eine Treiberschaltung, die das Audiosignal
> umwandelt und mit 3-7V Gleichspannung versorgt. Am besten wäre wohl ein
> Vollwellen-(Spitzen?)-Gleichrichter - möglichst einfach - mit
> nachfolgendem Logarithmierer (Diode reicht). Die Integrationszeit und
> Rücklaufzeit sollte einstellbar sein (per Kondensator?).

Hab früher sowas mit dem AD536 realisiert. Da war der Gleichrichter und 
Logarithmierer gleich drin.

von Harald K. (kirnbichler)


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Alexander H. schrieb:
> In Anlehnung an die russischen Bargraph-Glimmröhren kam mir die Idee,
> das Prinzip abgewandelt mit einer Neon-Kaltkathodenröhre zu testen.

Ich hab' hier ein paar von den Dingern rumliegen, wollte sie demnächst 
zum Entsorger geben.

Mist. Wird wohl nix mit dem Entsorger, kann man ja noch "Lichtspiele" 
mit veranstalten ...

Schönen Dank aber auch!

Vanye R. schrieb:
> Geile Idee. Gibt es die Teile denn noch irgendwo?

Sowas ist in jedem älteren TFT-Display verbaut. Richtig lang, und 
richtig dünn (30cm Länge, 2mm Durchmesser ist durchaus gängig). Bei 
Desktopmonitoren sind wegen der größeren Helligkeit gleich mehrere 
verbaut, in Notebooks i.d.R. nur eine.

: Bearbeitet durch User
von Enrico E. (pussy_brauser)


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Alexander H. schrieb:
> Vielleicht hat ja hier jemand so etwas ähnliches schonmal gemacht und
> kann mal kurz drüberschauen?

Statt eines Logarithmierers habe ich einen Audio Level Limiter aus 
einzelnen Transistoren eingebaut, so dass bei jeder Lautstärke die 
Balkenanzeige möglichst konstant angesteuert wird, um den vollen Effekt 
zu genießen (außer wenn die Lautstärke natürlich zu niedrig ist):


Beitrag "Re: Leuchtbalken IC gesucht"

von Peter N. (alv)


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Was ist denn der Unterschied zwischen Kaltkathodenröhre und 
"Warmkathodenröhre" (Leuchtstofflampen)?

Mit genügend Hochspannung bekommt man Leuchtstofflampen auch ohne 
Heizung zum Leuchten.

Kann man die dann auch für so ein VU-Meter verwenden?

von Harald K. (kirnbichler)


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Peter N. schrieb:
> Was ist denn der Unterschied zwischen Kaltkathodenröhre und
> "Warmkathodenröhre" (Leuchtstofflampen)?

Erstere haben keine Heizung, und können viel, viel dünner hergestellt 
werden. 30..40 cm Länge und 2 mm Durchmesser sind nichts besonderes.

(Wobei ich zugeben muss, nicht recherchiert zu haben, ob es jemals 
herkömmliche Leuchtstofflampen mit derartigen Dimensionen gab; das 
dünnste, was mir in Erinnerung ist, liegt bei um einen Zentimeter)

von H. H. (hhinz)


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Peter N. schrieb:
> Mit genügend Hochspannung bekommt man Leuchtstofflampen auch ohne
> Heizung zum Leuchten.

Mit genügend Hochspannung bekommt man Luft zum Leuchten, ganz ohne 
Lampe.

von Alexander H. (alexander_h732)


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So, ich hab jetzt zumindest optisch schon annähernd den gewünschten 
Effekt erreicht. Mit einem 47uF Kondensator von 2IN+ auf Vcc ergibt sich 
eine schöne Rücklaufzeit.
Bei einem Aussteuerungsmesser (Spitzenpegelmessung, nicht RMS) nach DIN 
45406 beträgt die Rücklaufzeit 1,5 s für einen Abfall von 0 auf −20 dB, 
die Integrationszeit 10ms. Das wollte ich in etwa erreichen.

Dazu müsste man aber wissen, was mein Aufbau überhaupt anzeigt. Kann man 
das simulieren? Welche Software eignet sich dazu am besten?

: Bearbeitet durch User
von Wulf D. (holler)


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Harald K. schrieb:
> (Wobei ich zugeben muss, nicht recherchiert zu haben, ob es jemals
> herkömmliche Leuchtstofflampen mit derartigen Dimensionen gab; das
> dünnste, was mir in Erinnerung ist, liegt bei um einen Zentimeter)

Die Osram T5 HF ist gut 5mm, eine Leuchtstofflampe mit Heizung. Gab's in 
verschiedenen Längen von 7W bis 13W.
Letztere hab ich seit Jahrzehnten in Betrieb. Hatten schon damals mit 
über 140 Lumen/Watt eine ziemlich hohe Lichtausbeute. Hab noch einen 
ganzen Karton davon, fallen einfach nicht aus.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Ich würde das direkt mit einer PWM auf einen Hochspannungstrafo 
versuchen, also die PWM direkt mit dem Audiosignal modulieren oder 
leicht geglättet, wie 'ne Spitzenwertgleichrichtung und deren 
Ausgangssignal für die PWM verwenden.

Nachteil, jede Röhre braucht ihren eigenen Trafo. Mit Gleichspannung 
funktionierts aber wahrscheinlich nicht, da man den Strom vom 
Metallschirm kapazitiv durch das Glas auf das Gas im Inneren der Röhre 
einkoppeln muss. Das geht nur mit Wechselspannung und möglichst vielen 
kHz...

Evtl. geht auch den Wandler für diese Röhren mit einer variablen 
Betriebsspanung betreiben. Meistens sind diese CCFL-Wandler nichts 
anderes als Royer Converter... muss man probieren, wie schnell die auf 
Änderung ihrer Betriebsspannung reagieren und wie stabil sie dabei 
schwingen.

von Alexander H. (alexander_h732)


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Genau, das mache ich ja bereits. Ich betreibe die Röhre mit einer 
variablen Gleichspannung (3-7V) und dem originalen Inverter (Royer 
Converter).
Das funktioniert sehr gut.
Mir fehlt nur eine ordentlich funktionierende 
Spitzengleichrichtung+Logarithmierer.
Und eine Möglichkeit, die Startspannung einzustellen, damit die Röhre 
schon minimal gezündet hat wäre auch gut. Im Video sieht man, dass die 
Röhre manchmal ganz aus geht, das könnte man damit verhindern.

Die jetzige Lösung (siehe oben) zeigt erst ab 500Hz an und steigt bei 
2Khz wieder aus.

: Bearbeitet durch User
von Michael S. (smtschmidt)


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Hallo Alexander,
kannst Du mal die ganze Schaltung aufmalen. Ich blick das nicht.

Was ist das für eine Röhre und Inverter? Ausgeschlachtet aus einem 
Monitor?

von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Peter N. schrieb:
> Was ist denn der Unterschied zwischen Kaltkathodenröhre und
> "Warmkathodenröhre" (Leuchtstofflampen)?
>
> Mit genügend Hochspannung bekommt man Leuchtstofflampen auch ohne
> Heizung zum Leuchten.
>
> Kann man die dann auch für so ein VU-Meter verwenden?

Ja. Ein derartiges Projekt gab es irgenwann Ende der 70er oder Anfang 
der 80er Jahre mal im "Funkamateur".

Die Sache arbeitete allerdings mit einer Modifikation (wie auch die hier 
gezeigte Lösung). Statt des Gitters rund um die Röhre wurde damals aber 
nur ein Streifen Alu-Folie außen auf die Leuchtstoffröhre geklebt 
(natürlich auf der vom Betrachter abgewandten Seite).

Das Schicke an der Sache war: auch "verbrauchte" Leuchstoffröhren, die 
für den normalen Betrieb untauglich geworden sind, konnten dafür noch 
benutzt werden.

von Enrico E. (pussy_brauser)


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Michael S. schrieb:
> Hallo Alexander,
> kannst Du mal die ganze Schaltung aufmalen. Ich blick das nicht.
> Was ist das für eine Röhre und Inverter? Ausgeschlachtet aus einem
> Monitor?

Jetzt wird das Ganze plötzlich auch für mich interessant. Woher weiß der 
Elektronenstrahl, wie weit er in der Röhre fliegen muss? Er könnte ja 
auch direkt unten vom Anschluss zum außen angebrachten Gitter 
(Aluminiumfolie) rüberfliegen, weil das immer der kürzeste Weg ist.

von Peter N. (alv)


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Wie funktionieren denn diese "Bargraph-Röhren"?
Innenaufbau ist wie eine Glimmlampe, aber wieso bildet sich darin ein 
von der Spannung abhängiger Leuchtstreifen?

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Das geht mit jeder CCFL-Röhre. Der Strom wird durch die hohe Frequenz 
kapazitiv von außen durch den Glaskörper auf das Gas in der Röhre 
eingekoppelt und umso mehr Leistung man da hineinschiebt, desto mehr 
leuchtet in der Röhre. Da sich der Strom zum "geerdeten" Ende der Röhre 
hin addiert, wird der Leuchtbalken in Richtung Ende immer heller.

Vielleicht hilft das weiter:
Beitrag "Spitzenwertgleichrichter"
Beitrag "Spitzenwertgleichrichter / Hüllkurvendemodulator"

: Bearbeitet durch User
von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Enrico E. schrieb:

> Jetzt wird das Ganze plötzlich auch für mich interessant. Woher weiß der
> Elektronenstrahl, wie weit er in der Röhre fliegen muss?

Das weiß er nicht. Und das liegt schlicht daran, dass es keinen 
Elektronenstrahl gibt. Das ist keine Bildröhre.

von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Ben B. schrieb:

> Das geht mit jeder CCFL-Röhre. Der Strom wird durch die hohe Frequenz
> kapazitiv von außen durch den Glaskörper auf das Gas in der Röhre
> eingekoppelt

Bis hierhin ist das richtig.

> und umso mehr Leistung man da hineinschiebt, desto mehr
> leuchtet in der Röhre. Da sich der Strom zum "geerdeten" Ende der Röhre
> hin addiert, wird der Leuchtbalken in Richtung Ende immer heller.

Das hier ist dann aber ein wenig falsch. Nö, diese Betriebsart hier 
funktioniert nur deshalb so, wie sie es tut, weil nicht viel Leistung 
verfügbar ist. Deswegen ist das so erzeugte Leuchten auch längst nicht 
so hell wie das, was man von der normalen Betriebsart so einer LSL 
kennt.

Der Trick ist hier: Das Leuchten beruht auf einem Quanteneffekt, nämlich 
die Ionisierung der Edelgas-Atome, wobei das Leuchten erst durch die bei 
der Rekombination der Ionen zu Atomen wieder abgegebene Energie erzeugt 
wird.

Wie auch immer, diese Ionisierung benötigt jedenfalls eine gewisse 
Mindestenergie, um überhaupt aufzutreten, das funktioniert also 
schalterartig: ja oder nein.

Die Ionisierungsenergie stammt aus einem elektromagnetischen Feld. Die 
Energie, die durch das Feld eingespeist werden kann, hängt wiederum von 
der lokalen Feldstärke ab, diese wiederum von der räumlichen Form dieses 
Felds.

Der eigentliche Trick ist also das inhomogene elektromagnetische Feld. 
Das hat halt einen Gradianten entlang der äußeren Elektrode. In der Nähe 
der Gegenelektrode ist die Feldstärke hoch, weiter weg geringer.

Die Form des Feldes ist inhomogen, aber konstant. Durch Variation der 
Spannung kann man nun aber die Grenze verschieben, an der die nötige 
Mindestenergie für die Ionisation des Gases überschritten wird.

von Alexander H. (alexander_h732)


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Sehr interessante Erklärung. Das mit dem Gradienten hatte ich mir so 
ähnlich auch gedacht. Könnte man durch Verlängern der äußeren Elektrode 
(über die innere Start-Elektrode) ein sichereres Zünden bzw. Anbleiben 
der Röhre gewährleisten?
Eine Mindestspannung (ca. 3V am Inverter) würde das Ausgehen auch 
zuverlässig verhindern. Das betrifft eh nur die ersten 5-10mm, danach 
leuchtet die Röhre stabil. Also müsste der Gleichrichter/Logarithmierer 
einen einstellbaren Offset haben.

Kennt sich hier jemand mit OpAmp Schaltungen und LT-Spice Simulationen 
aus? Bei der Suche nach einem geeigneten 
Spitzengleichrichter+Logarithmierer bin ich immer noch nicht fündig 
geworden. Die Integrations/Rücklaufzeit wird wohl am Signaleingang 
festgelegt, ist das so richtig?

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Peter N. schrieb:
> Wie funktionieren denn diese "Bargraph-Röhren"?

Nicht verwechseln mit den Bargraph Plasma Anzeigen wie z.B. in älteren 
Studio VU Metern (RTW o.ä.):
https://stromrichter.org/showthread.php?tid=3993

Die sind deutlich komplexer anzusteuern als eine FL.
Im Theater haben die Lichtjungs übrigens damals einen feinen Draht 
spiralförmig um die Röhre gewickelt, dann sieht man keinen Alustreifen.

von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Alexander H. schrieb:

> Könnte man durch Verlängern der äußeren Elektrode
> (über die innere Start-Elektrode) ein sichereres Zünden

Hier "zündet" überhaupt nichts. Genau das ist der Unterschied zu der 
normalen Betriebsart einer LSL.

Da kommt die Energie nach der Zündung nämlich nicht mehr aus dem 
elektromagnetischen Feld direkt, sondern aus dem Stromfluß im Plasma. 
D.h.: die Ionen werden mit einer solchen Energie bewegt, dass sie 
ihrerseits weitere Atome ionisieren können, bevor ihre Rekombination 
eintritt. Das ist sehr gut vergleichbar mit einer Kettenraktion bei der 
Kernspaltung. Und ähnlich wie bei der Kernspaltung muß diese 
Kettenreaktion kontrolliert werden, wenn keine Bombe daraus werden soll. 
Bei der LSL macht das die Drossel in ihrer Funktion als induktiver 
Widerstand.

Aber eben nicht hier. Da wird von vorherein so wenig Leistung angeboten, 
dass die Schwelle zum "Zünden" niemals ereicht wird. Denn das wäre 
tödlich.

von Nick (b620ys)


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Ich find die Anzeige so RICHTIG geil!

Danke fürs Zeigen und Beschreiben.

von Alexander H. (alexander_h732)


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Mit Zünden war das Starten des Plasmas gemeint. Denn erst wenn es 
anfängt zu leuchten, lässt es sich quasi „ziehen“. Wenn es mal ganz aus 
ist, ist die „Zündschwelle“ höher, d.h. es braucht mehr Energie und 
beginnt damit nicht ganz unten sondern erst ab ca. 20mm.

von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Alexander H. schrieb:

> Mit Zünden war das Starten des Plasmas gemeint. Denn erst wenn es
> anfängt zu leuchten, lässt es sich quasi „ziehen“. Wenn es mal ganz aus
> ist, ist die „Zündschwelle“ höher, d.h. es braucht mehr Energie und
> beginnt damit nicht ganz unten sondern erst ab ca. 20mm.

Jetzt verstehe ich, was du meinst. Ja klar, ein bereits "brennender" 
Bereich (sofern vorhanden) färbt etwas ab. In der direkten Nachbarschaft 
stammt ein Teil der Energie dann aus dem Effekt der sich bereits 
bewegenden Ionen und nicht nur aus dem Feld selber. Das bleibt zwar 
unterhalb der "Zündschwelle", der Lawineneffekt tritt also noch nicht 
ein, aber es macht die Sache doch nicht-stetig.

Hmmm... Interessantes Problem. Dafür kann ich ad hoc keine Lösung 
anbieten, nur die Vermutung, dass es sich ohne eine geswitchte 
("intelligente") Komponente nicht lösen lassen wird.

von Peter N. (alv)


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Matthias S. schrieb:
> Nicht verwechseln mit den Bargraph Plasma Anzeigen wie z.B. in älteren
> Studio VU Metern (RTW o.ä.):
> https://stromrichter.org/showthread.php?tid=3993

Die entsprechen ja den Plasmabildschirmen.

Die ich meine, sehen aus wie lange Glimmlampen mit 2 Anschlüssen an 
einer Seite.
Der Leuchtfleck verlängert sich, je höher die Spannung, zum Ende ohne 
Anschlüsse hin.

von Harald K. (kirnbichler)


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Peter N. schrieb:
> Die ich meine, sehen aus wie lange Glimmlampen mit 2 Anschlüssen an
> einer Seite.

Das sind z.B. IN13 (ИН-13), siehe 
https://www.tube-tester.com/sites/nixie/dat_arch/IN-13.pdf

von Alexander H. (alexander_h732)


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Hallo,

ich hab überlegt, Gleichrichter und Logarithmierer mit TL072 Opamps 
aufzubauen. Zusätzlich bräuchte ich einen einstellbaren Offset (auf ca. 
4V), damit die Röhren sicher zünden.
Folgende Schaltungen hab ich gefunden:

https://circuitdigest.com/electronic-circuits/half-wave-and-full-wave-precision-rectifier-circuit-using-op-amp

Beitrag "Low-Cost-Logarithmierer Transistoren?"

Kann ich beide Schaltungen einfach hintereinander hängen?
Wie dimensioniere ich die Schaltungen (Vcc 12V > +-6V) korrekt?
Braucht man dafür zwingend LT Spice?

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Kann ich beide Schaltungen einfach hintereinander hängen?

Man kann alles irgendwie hintereinander haengen. Ob man vielleicht etwas 
Anpassung bezueglich Pegel braucht sei mal dahingestellt.

> Wie dimensioniere ich die Schaltungen (Vcc 12V > +-6V) korrekt?

Garnicht? Dem OPV ist es relativ egal mit welcher Spannung er betrieben 
wird solange seine Signale in seinen Arbeitbereich sind. Hast du 
eigentlich schonmal das Datenblatt eines TL072 gelesen oder glaubst du 
nur mal so? Weil der will naemlich das du 1-2V von seinen Rails weg 
bleibst.

> Braucht man dafür zwingend LT Spice?

Es soll auch ein Leben ohne LTSpice geben, es ist nur schwer 
vorstellbar. :-D
Also ja, schaff dir das Wissen drauf. Macht dieses und alle folgende 
Projekte 10x einfacher.

Ah...so wie im Bild mach ich es um uebrigen. Aber wie schon gesagt, ich 
mach danach etwas nichtlineare Komprimierung im Mikrocontroller weil ich 
nur LCDs mit 64Segmenten habe. Vielleicht kommst du bei dir auch nur mit 
einem OPV zur anpassung an deine Anwendung aus. Da hilft dann LT-Spice 
erst mal wenig weil man am Ende ja keine gute Messtechnik sondern etwas 
haben will da nur cool aussieht. Es kann daher immer sein das man in der 
Praxis nochmal 1-2 Werte etwas anpassen muss.

Um Fragen vorzubeugen. Die 4.7 sind normale Keramik in 0603. Ist ja kein 
Audio hier. .-) Und die BAS32 ist deshalb da weil ich da einen mittleren 
Berg von habe. Vermutlich geht da so ziemlich jede Diode. Also nimm 
1N4148 falls du das probieren willt.

Vanye

: Bearbeitet durch User
von Alexander H. (alexander_h732)


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Es soll schon fast eine Art Messtechnik werden. Je genauer, desto 
besser.
Ich hab jetzt mal die beiden Schaltungen mit LTSpice gezeichnet.
Die Versorgung ist +-6V. Voltage Source V3 ist ein 1V/1Khz Sinus. OpAmp 
ist ein TL072.
Wie zu erwarten war, kommt leider kommt noch nicht das raus, was ich 
gehofft hatte.
Mit welchen Widerständen fange ich am besten an, damit das Ganze korrekt 
funktioniert? Gibt es da ein grobes System?

von Alexander H. (alexander_h732)


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Ok, also der Gleichrichter funktioniert schonmal (grüne und rote Kurve), 
egal ob mit +-6V oder +-12V.

Aber warum ist die Spannung am Ausgang des Logarithmierers (blaue Kurve) 
negativ?
Wie testet man den Logarithmierer mit LTSpice überhaupt richtig 
(Frequenz Sweep?) bzw. was genau müsste ich dann am Ausgang des 
Logarithmierers sehen?

Ich wollte das Ganze (grob) an analogen Studio Aussteuerungsmessern 
anlehnen.
Die Skala dieser Peakmeter ging meist von -50 bis +5dB.
Die Anstiegszeit/Integrationszeit beträgt 10ms auf -1dB und die 
Rücklaufzeit 1,5s von 0 auf -20dB.
https://www.peel.dk/NTP/Equipment/NTP%20277-400%20Stereo%20Peak%20Programme%20Meter%20(Product%20leaflet).pdf
Wo würde man die RC-Kombinationen für Anstiegszeit und Rücklaufzeit am 
besten anordnen?

von Alexander H. (alexander_h732)


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Ich hab das Ganze mal aufgebaut mit den Teilen die noch in der Kiste 
waren (TL072 und 2N5088, Versorgung +-12V).
Und zumindest das Signal nach dem Gleichrichter sieht auf dem Oszi ok 
aus.
Wenn kein Signal am Eingang anliegt geht die Röhre auf Vollausschlag.
Das entspricht auch der Simulation mit LTSpice.
Was hab ich hier noch übersehen?

von Alexander H. (alexander_h732)


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Der Ausgang des Vollwellen-Spitzengleichrichter sieht korrekt aus, 
zumindest wenn ich R6 (10k) brücke.
Scheinbar kann ich Gleichrichter und Logarithmierer nicht einfach so 
aneinanderhängen, denn egal was ich versuche, der Ausgang am 
Logarithmierer wird negativ.

(Oben war + und - am zweiten OpAmp des Logarithmierers vertauscht, das 
hab ich schon getestet :) )

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Alexander H. schrieb:
>denn egal was ich versuche, der Ausgang am
>Logarithmierer wird negativ.

Ist doch normal bei einen ivertierenden Vestärker,
lege eine negative Spannung auf den Eingang dann
wird der Ausgang positiv.

https://www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/0210141.htm

von Alexander H. (alexander_h732)


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Ah ok, das ist logisch. Also reicht es aus, das Signal vor dem 
Logarithmierer oder danach einfach mittels Transistor nochmals zu 
invertieren (Emitterschaltung?)?

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