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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Digitale Datenübertragung über DC-Versorgungsleitung


Autor: Tom H. (lime)
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Hallo,

wie löse ich am besten folgendes Problem:

Es soll ein Verbraucher (u.a. div. IC`s) mit einer Gleichspannung von 
bspw. 12V betrieben werden. Zwischen Versorgung und Verbraucher liegt 
ein längeres 2-adriges Kabel. Im Verbraucher wird ein digitales Signal 
(Messdaten) erzeugt. Dieses soll nun über die 2-adrige 
Versorgungsleitung wieder zurück zum Versorgungsmodul übertragen werden. 
Es ergibt sich prinzipiell also eine Überlagerung von 
Versorgungsspannung und Digitalsignal auf der Zuleitung. Auf Seite der 
Versorgungsspannung soll das Digitalsignal dann in geeigneter Weise 
wieder abgegriffen werden, um es einer nachfolgenden Weiterverarbeitung 
zuzuführen.

(Versorgung also in die eine Richtung, Daten in die Gegenrichtung auf 
dem gleichen Kabel)

Nun meine Frage:

Wie kann soetwas schaltungstechnisch realisiert werden?

Autor: ozo (Gast)
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Autor: Martin (Gast)
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Mehr Input:

Mit welchem Strom rechnest du bei der 12 V Versorgung?
Mit welcher Geschwindigkeit sollen/müssen die Daten übertragen werden?
Welche Datenmengen sind zu erwarten?
Wie lang ist Verbindung?
Steht ein Mikrocontroller auf dem Versorgungsmodul zur Verfügung?

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> Wie kann soetwas schaltungstechnisch realisiert werden?
Mit einem Transistor die Stromaufnahme zyklisch ändern und an der 
anderen Seite die Änderung der Stromaufnahme messen...

Dazu ist nicht ganz unwichtig, dass die restliche Schaltung entweder 
konstant viel Strom verbraucht, oder der Stromverbrauch der restlichen 
Schaltung mit berücksichtigt wird.

So ähnlich wie z.B. bei Zweidrahtsensoren 4-20mA.

Eine Konterfrage: Welche Datenrate willst du darüber fahren?

Autor: Tom H. (lime)
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Zu den Fragen:

Martin schrieb:
> Mit welchem Strom rechnest du bei der 12 V Versorgung?
> Mit welcher Geschwindigkeit sollen/müssen die Daten übertragen werden?
> Welche Datenmengen sind zu erwarten?
> Wie lang ist Verbindung?
> Steht ein Mikrocontroller auf dem Versorgungsmodul zur Verfügung?

1. Ich denke, ich bleibe zwischen 0 und 500 mA.
2. Datenübertragungsgeschwindigkeit: max. einige KBit/s
3. Zu erwartende Datenmenge: einige 16 Bit Wörter pro Zyklus (20ms)
4. Verbindungslänge: max. 100m über 2-adriges AWG24 UTP
5. µC im Versorgungsmodul ist kein Problem (Verbraucherseite muss 
möglichst kompakt werden -> SMD??)

Zyklische Änderung der Stromaufnahme schließe ich mal aus.

Autor: Martin (Gast)
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... Zyklische Änderung der Stromaufnahme schließe ich mal aus. ...

Meinst du jetzt den Vorschlag von Lothar (den ich auch empfehlen würde)?

Autor: Tom H. (lime)
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Ja genau, den Vorschlag schließe ich aus, da momentan noch nicht bekannt 
ist, wie sich der Stromverbrauch der Komponenten im Verbraucher 
verhalten wird.

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> Zyklische Änderung der Stromaufnahme schließe ich mal aus.
Das dürfte aber so ziemlich das einzige sein, was du elektrisch 
übertragen kannst, sonst bleibt eigentlich nur noch eine Längenänderung 
oder eine Temperaturänderung (wobei die Wärmeleitfähigkeit die Datenrate 
signifikant einschränkt)...  ;-)

Autor: Udo R. S. (Gast)
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Was auch geht,
Die Versorgungsspannung steht eine bestimmte Zeit an, das Sensormodul 
lädt darüber ein Pufferelko, dann wird die Versorgung für n mSekunden 
abgeschaltet und in der Zeit sendet der Sensor Daten zurück. Danach wird 
die DC-Versorgung wieder eingeschaltet etc..
Der Sensor erkennt an Stromversorgung = low dass er senden soll.
ich meine so würden z.B. bei Lego Robotics die Sensoren funktionieren.

Autor: Flo (Gast)
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Schau dir mal 1-wire bzw Micro-wire an, gibt ganz gute Anregungnen
;-)

Autor: Martin (Gast)
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... Stromverbrauch der Komponenten ...

Die Stromaufnahme ist nicht unbedingt so wichtig. Du mußt "nur" dafür 
sorgen, daß sie während der Übertragung einigermaßen konstant ist 
und/oder die Änderung des Stroms nicht in der "Nähe" deine 
Datenübertragungsgeschwindigkeit liegt.

Bau dir ein Modell auf: 2 Steckbretter mit Controller (ATMega oder so) 
100 m Kabel dazwischen. Der eine ATMega schaltet einen Widerstand gegen 
Masse, der andere detektiert die Stromänderung über seinen Komparator.

Alternativ:

Schreibe einen Auftrag.

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> dann wird die Versorgung für n mSekunden abgeschaltet
> und in der Zeit sendet der Sensor Daten zurück.
Das kollidiert m.E. mit der Forderung:
> 500 mA.
> (Verbraucherseite muss möglichst kompakt werden -> SMD??)
Um mit einem Kondensator 500mA für 10ms zu Puffern braucht man für 5V 
Spannungsunterschied (mal einfach linear gerechnet)
C*U=I*t --> C = I*t/U = 0,5A*10ms/5V = 10mF       :-o

Autor: Udo R. S. (Gast)
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@Lothar,
jepp hast recht das hatte ich überlesen. Ausser man würde nur sehr kurz 
abschalten, aber dann kriegt man wahrscheinlich Probleme mit der 
Regelung der Stromversorgung und mit EMV.

Autor: Stephan (Gast)
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Kleiner Akku statt Kondensator ???

Autor: Lothar (Gast)
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Hallo Suchende , wie wäre es mal mit Schlagwörtern statt Theorien zu 
suchen. Zweidraht Datenübertragung, gibt es schon seit Ewigkeiten als 
Bausätze vom Blauen C und ELV und weiß der Geier von wem noch.
Dummerweise sind die heutigen Schaltungen alle um die SV-Übertragung 
kastriert wurden! Aber das Prinzip sollte durch diesen Thread von 
gleichem Board (also hier) klar werden.
Beitrag "Klingeltasten digitalisieren zum Adern sparen"
http://www.elv-downloads.de/service/manuals/56970_...
Wenn Ihr noch ein bischen sucht, in den Archiven bei Conrad, oder den 
richtigen Suchwörten, findet ihr auch das genau passende Prinzip, der 
kapazitiven / induktiven Signaleinkopplung auf die 
StromVersorgungsleitung. Kann doch wohl nicht so schwer sein.

Autor: TSE (Gast)
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Hallo,
http://freebus.org/index.php/de/signale-mainmenu-28
wie man sich die Hardware dazu selber baud ist auch beschrieben

Autor: Falk Brunner (falk)
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Autor: Tom H. (lime)
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Hallo und vielen Dank an alle für die sowiet gelieferten Infos.

Pufferung per Kondensator oder Akku scheidet aus, da für den 
Verbraucherteil restriktive Anforderungen hinsichtlich Lebensdauer und 
Größe/Gewicht gelten.

Noch ein paar weitere Infos:

Es handelt sich um einen "intelligenten" Sensor, welcher u.a. 
wahrscheinlich einen DSP enthalten wird. Das ganze soll möglichst klein 
werden, d.h. es kommt auf jeden mm³ an (insofern scheidet Pufferung per 
C oder Akku aus).

Nun werde ich erstmal die geposteten Links durcharbeiten und sehen, ob 
da was für mich in Frage kommt.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Tom H. (lime)

>wahrscheinlich einen DSP enthalten wird. Das ganze soll möglichst klein
>werden, d.h. es kommt auf jeden mm³ an (insofern scheidet Pufferung per
>C oder Akku aus).

Ist auch unsinnig. Das Zauberwort heisst Modulation. Die Gleichspannung 
blockt man an beiden Enden (Einspeisung und Verbraucher) mit 
Längsdrosseln, 100..1000µH. Dann kann man per Kondensator eine 
Wechselspannung auf die Leitung aufmodulieren und auch wieder abgreifen. 
Fertig. Kann man alles recht einfach aufbauen.

Ich hatte da schon vor längerer Zeit eine Schaltung gepostet, kann sie 
aber leider nicht mehr finden :-(

MFG
Falk

P S Wie wäre eine Bildersuche für das Forum?

Autor: Martin (Gast)
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Deine Schaltung habe ich gesucht, aber leider nicht gefunden. Wie wäre 
es, wenn du noch einmal suchst? Bin sehr interessiert an deiner Lösung.

Autor: Falk Brunner (falk)
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Ich finde mein altes Posting nicht mehr. Ist einfacher wenn ich es neu 
mache.

Es funktioniert in etwa so.

Nehmen wir an, wir haben einen 1MHz Takt als Trägersignal. Dieser wird 
mit dem USART Datensignal UND-verknüft. Da bedeutet praktisch, der 
Träger wird im Takt der Daten ein- und aus geschaltet. Ein sehr einfache 
Modulation, OOK, ON OFF keying. Über einen Koppelkondensator wird das 
Signal auf die Leitung gebracht, der Kondensator blockt die 
Gleichspannung. Die Spulen an beiden Enden blocken den 1MHz Träger in 
Richtung Spannungsquelle und Stromversorgung des Sensors, 100uH haben 
bei 1 MHz ~630 Ohm induktiven Widerstand, das Signal wird also nicht 
durch die Stromversogung V+ oder C3 kurzgeschlossen. Auf der anderen 
Seite wird über einen Kondensator wieder ausgekoppelt und über einen 
einfachen Gleichrichter + Tiefpass demoduliert. Die Zeitkonstante von 
R1*C4 muss an die Datenrate sowie den Träger angepasst sein. Hier haben 
wir 22µs, damit sollten 9600 Baud noch machbar sein. Wenn man niedrigere 
Datenraten will, müssen C1 und C2 vergrößert werden.

MFG
Falk

Autor: Martin (Gast)
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Im Anhang die Simulation. Oben ist das modulierte Signal - unten (Ua) 
ist das Ausgangssignal.

Wie sieht das bei einer 100 m langen Leitung mit der Abstrahlung aus? 
Sind da Probleme zu befürchten?

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Martin (Gast)

>Im Anhang die Simulation. Oben ist das modulierte Signal - unten (Ua)
>ist das Ausgangssignal.

Sieht doch ganz OK aus, oder?

>Wie sieht das bei einer 100 m langen Leitung mit der Abstrahlung aus?
>Sind da Probleme zu befürchten?

Naja, man sollte schon auf jeden Fall verdrillte Leitungen verwenden, 
eine Abschirmung wäre auch nicht schlecht. Ggf. kann man am Ausgang von 
IC1 noch eine RC-Filter mit 1 MHz Grenzfrequenz legen, damit die 
Oberwellen gefiltert werden.

MFG
Falk

Autor: Martin (Gast)
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... sieht doch ganz OK aus, oder? ...

Ja doch - ist mehr als brauchbar. Am Wochenende werde ich Schaltung auf 
2 Steckbrettern testen. Als "Einspeisespannung" werde ich 1 - 2 Volt 
nehmen und zur Auswertung den Komparator eines ATMega8 heranziehen.

Autor: Andi (Gast)
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@Frank,
Vielviele Empfänger wird man mit deiner Schaltung "ansteuern" können?

Autor: Sven (Gast)
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Hallo,

wie berechnet man denn da die Drosseln ??

Gruß Sven

Autor: Harald Wilhelms (wilhelms)
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Sven schrieb:

> wie berechnet man denn da die Drosseln ??

Dazu muss man wissen, was Du machen willst. Z.Z.hört sich das an wie:
"Ein Schiff ist 100m lang. Wie alt ist der Kapitän?"
Da obiger Thread schon obsolet ist, solltest Du beeser einen neuen
eröffnen.
Gruss
Harald

Autor: Andreas F. (solipo)
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Falk Brunner schrieb:
> Nehmen wir an, wir haben einen 1MHz Takt als Trägersignal.

Mal eine blöde Frage: Braucht man denn überhaupt einen Träger und so 
eine recht komplexe Schaltung?

Ich hab davon nicht viel Ahnung, daher bitte Nachsicht wegen dieser 
vielleicht für manche unsinnig klingenden Frage.

Mein Ziel ist: Ich will zwei Arduinos seriell (9600kbit) miteinander 
sprechen lassen (nur in einer Richtung) und dazu die 
Spannungsversorgungsleitung (12V) zwischen den beiden nutzen (ca. 10m). 
Wie mach ich das denn am Einfachsten?

Kann ich nicht einfach den TX-Pin des einen uC per Kondensator auf die 
Leitung legen und am anderen Ende ebenfalls per Kondensator wieder auf 
den RX-Pin des anderen uC schalten? Wenn nein, warum geht sowas nicht? 
Und falls ja, welche Spulen und Kondensatoren bräuchte ich für die 
geschilderten Bedingungen?

Was natürlich die Sache vereinfachen würde: Gibt es fertige Sende- und 
Empfangseinheiten als ICs oder ganze Platinen, die man für genau sowas 
nutzen kann, preislich möglichst im unteren Bereich? Vielen Dank für ein 
paar Tipps und Hinweise.

Autor: Joachim B. (jar)
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Lothar Miller schrieb:
> Spannungsunterschied (mal einfach linear gerechnet)
> C*U=I*t --> C = I*t/U = 0,5A*10ms/5V = 10mF

vielleicht verstehe ich ja was nicht, aber bei mir gibt das 1mF = 1mAs/V

das bedeutet das in 10ms bei 0,5A die Spannung um 5V fallen darf, darf 
sie aber nicht, aber wenn sie um 1V fallen darf würden 4,7mF oder 4700µF 
reichen in 6,3V und gibts schon recht klein

z.B. 12x21mm
http://forum.mosfetkiller.de/viewtopic.php?t=26390...

Autor: Andreas F. (solipo)
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> Mein Ziel ist: Ich will zwei Arduinos seriell (9600kbit) miteinander
> sprechen lassen (nur in einer Richtung) und dazu die
> Spannungsversorgungsleitung (12V) zwischen den beiden nutzen (ca. 10m).
> Wie mach ich das denn am Einfachsten?

Hat keiner eine Idee oder Tipps, wie ich hier weiterkomme?

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Dir fehlen leider sehr viele Grundlagen, aber das hier mag deine Lösung 
sein.

Autor: Joachim B. (jar)
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Andreas F. schrieb:
>> Mein Ziel ist: Ich will zwei Arduinos seriell (9600kbit)
> miteinander
>> sprechen lassen (nur in einer Richtung) und dazu die
>> Spannungsversorgungsleitung (12V) zwischen den beiden nutzen (ca. 10m).
>> Wie mach ich das denn am Einfachsten?
>
> Hat keiner eine Idee oder Tipps, wie ich hier weiterkomme?

Sendearduino hängt an einem Akku der von der Speiseleitung geladen wird 
und einem Lastwiderstand der auch bei vollem Akku Strom aus der LEitung 
saugt. Der Sendearduino schaltet ein Relais um und trennt die 
Sendedatenleitung, der Stromfluss hört auf.

Der andere Arduino überwacht den Strom und wenn keiner mehr fliesst 
weiss er das die Leitung frei ist und schaltet die Leitung von speisen 
per Relais auf RxD um.

Der Sendedatenarduino sieht nun das keine 12V mehr auf der Leitung sind 
und schaltet die Leitung per Relais auf TxD und überträgt seine Daten 
mit definierten EOF oder EOT und trennt dann die Leitung vom TxD 
undwartet wieder auf die 12V zum anschalten an die Versorgung.

Alternativ kannst du dich ja in FSK Modulation einlesen und dies auf die 
DC Leitung per Träger aufmodulieren.

Autor: Andreas F. (solipo)
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Abdul K. schrieb:
> Dir fehlen leider sehr viele Grundlagen, aber das hier mag deine Lösung
> sein.

Danke für Deinen Tipp, aber dass ich über das Thema nicht tiefergehend 
Bescheid weiß, wusste ich auch vorher schon ohne Deinen Kommentar und 
Dein Bild ist ohne nähere Erläuterung und Daten nicht wirklich 
hilfreicher als der Schaltplan weiter oben.


Joachim B. schrieb:
> Sendearduino hängt an einem Akku der von der Speiseleitung geladen wird
> und einem Lastwiderstand der auch bei vollem Akku Strom aus der LEitung
> saugt. Der Sendearduino schaltet ein Relais um und trennt die
> Sendedatenleitung, der Stromfluss hört auf.

Danke, auch eine Möglichkeit, das stimmt. Ich muss aber erwähnen, dass 
ich das nicht machen kann, weil über die 12V-Leitung nicht bloß der 
Empfängerarduino gespeist wird, sondern diverse andere Geräte. Eine 
Unterbrechung, und noch dazu alle paar Sekunden, ist daher leider nicht 
möglich.

Scheint wohl doch eine ziemlich komplexe Sache zu sein.

: Bearbeitet durch User
Autor: Udo Schmitt (urschmitt)
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Andreas F. schrieb:
> Kann ich nicht einfach den TX-Pin des einen uC per Kondensator auf die
> Leitung legen und am anderen Ende ebenfalls per Kondensator wieder auf
> den RX-Pin des anderen uC schalten? Wenn nein, warum geht sowas nicht?

Nein, weil in der Versorgung jede Menge Pufferelkos sind um eben die 
Versorgung überall auch bei schnellen Schaltflanken stabil zu halten.
Genau das würden sie mit deinem eingespeisten Signal machen, 
kuzschliessen und die Versorgung stabil halten.
Deshalb brauchst du die Spulen, weil die die Übertagungsstrecke von den 
Kondensatoren des Netzteils und der Verbraucher entkoppeln.

Andreas F. schrieb:
> Und falls ja, welche Spulen und Kondensatoren bräuchte ich für die
> geschilderten Bedingungen?

Siehe die geposteten Schaltungen

Andreas F. schrieb:
> Scheint wohl doch eine ziemlich komplexe Sache zu sein.

Wenn du die paar Bauteile schon komplex nennst, dann hatte Abdul recht. 
Was erwartest du, daß es jemand für dich aufbaut?
Es gibt Simulationen, also leg los. Nur so kannst du deine Kenntnisse 
verbessern.
Alternativ nimme ein Kabel mit einer Ader mehr, das ist die einfache 
Lösung.

: Bearbeitet durch User
Autor: Andreas F. (solipo)
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Udo Schmitt schrieb:
> Nein, weil in der Versorgung jede Menge Pufferelkos sind um eben die
> Versorgung überall auch bei schnellen Schaltflanken stabil zu halten.
> Genau das würden sie mit deinem eingespeisten Signal machen,
> kuzschliessen und die Versorgung stabil halten.
> Deshalb brauchst du die Spulen, weil die die Übertagungsstrecke von den
> Kondensatoren des Netzteils und der Verbraucher entkoppeln.

Danke, das ist mir schon soweit klar, aber brauche ich denn trotzdem 
noch ein Trägersignal?


> Wenn du die paar Bauteile schon komplex nennst, dann hatte Abdul recht.
> Was erwartest du, daß es jemand für dich aufbaut?
> Es gibt Simulationen, also leg los. Nur so kannst du deine Kenntnisse
> verbessern.

Was meinst Du mit Simulationen?

Also wenn ich Dich richtig verstehe, kann ich die Schaltung von Falk 
oben verwenden und mit lediglich 2 x 100nF und 2 x 100uH müsste es im 
Prinzip schon gehen? Komm ich denn mit diesen Werten hin mit der 
genannten Baudrate?

Autor: Falk Brunner (falk)
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Moment! Ich hab da mal vor URZEITEN was gebastelt, eine Modulation der 
Betriebsspannung, war für die Datenübertragung an eine Propelleruhr. ;-)

Siehe Anhang. Das Datensignal vom UART schaltet per Leistungsstufe den 
Transistor Q2. Die kurzen LOW-Pausen der Daten-Bits muss der Elko beim 
Empfänger puffern. Hier ist es also von Vorteil, mit hohen Baudraten zu 
arbeiten und immer mal ein paar ms Pausen zu machen, ggf. einfach durch 
Nutzung von 2 Stopbits. In Ruhezustand (Stopbit = HIGH) sind die 12V 
normal durchgeschaltet.

Der Vorteil dieser Schaltung ist, dass man keinen HF-Träger braucht, das 
verbessert die EMV. Man kann auch ultra niedirge Baudraten nutzen, so 
man denn will, muss aber ggf. den Pufferkondensator am Empfänger 
deutlich vergrößern. Faustformel. 10mF bedeuten 1V Spannungsabfall in 
10ms bei 1A Ausgangsstrom. Einfacher geht es kaum.

Njoy

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Andreas F. (solipo)

>Danke, das ist mir schon soweit klar, aber brauche ich denn trotzdem
>noch ein Trägersignal?

Ja. Denn wenn dein Nutzsignal nicht gleichspannungsfrei ist und 
ausserdem eher niederfrequent, dann funktioniert es nicht.

>Also wenn ich Dich richtig verstehe, kann ich die Schaltung von Falk
>oben verwenden und mit lediglich 2 x 100nF und 2 x 100uH müsste es im
>Prinzip schon gehen?

Im Prinzip ja. ;-)

> Komm ich denn mit diesen Werten hin mit der genannten Baudrate?

Sollte passen, hab ich aber nicht real getestet.

Autor: Andreas F. (solipo)
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Vielen Dank, Falk.

Deine UART-Schaltung ist interessant. Aber ich muss über die Leitung je 
nachdem um die 2-3A Leistung übertragen, kann ich denn da den Strom 
ständig unterbrechen, ohne dass sich das stark auf die angeschlossenen 
Geräte auswirkt? Da müsste dann ja ein ziemlich großer Elko rein.

Ansonsten, wenn ich Deine obere Schaltung zur Aufmodulation verwende, 
brauche ich also definitiv einen Träger, sofern sie nicht 
gleichspannungsfrei ist? Das ist sie im Falle von UART dann wohl nicht, 
oder? Musiksignale oder sowas wäre es dagegen eher?

Autor: Falk Brunner (falk)
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Ok, hier mal eine 2. Version. Deise erzeugt mittels einer integrierten 
H-Brücke ein Wechselsignal. Über einen schnellen Brückengleichrichter 
wird daraus wieder eine Gleichspannung.

Vorteile:
- Beliebige Baudraten (ohne Pausen) bzw. auch einfache Schaltsignale 
können übertragen werden
- Pufferkondensator im Empfänger kann minimiert werden

Nachteile:
- die Empfängerschaltung hat keinen echten Massebezug mehr und kann 
somit auch nicht an andere Signale am Sender angeschlossen werden
- Der Leistungsttreiber muss den vollen Empfängerstrom dauerhaft 
aushalten

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Andreas F. (solipo)

>nachdem um die 2-3A Leistung übertragen,

2-3A ist ein Strom, keine Leistung.

> kann ich denn da den Strom
>ständig unterbrechen, ohne dass sich das stark auf die angeschlossenen
>Geräte auswirkt?

Sicher, macht dein Gleichrichter im klassichen 50 Hz Trafonetzteil auch 
nicht viel anders.

> Da müsste dann ja ein ziemlich großer Elko rein.

Nein! Rechne!

>Ansonsten, wenn ich Deine obere Schaltung zur Aufmodulation verwende,
>brauche ich also definitiv einen Träger, sofern sie nicht
>gleichspannungsfrei ist?

Ja.

> Das ist sie im Falle von UART dann wohl nicht,

Nein.

>oder? Musiksignale oder sowas wäre es dagegen eher?

Ja. Aber das ist breitbandig und enthält niederfrequente Anteile, das 
wird nix mit den Drosseln. Da muss man aktiv was machen, so wie hier. 
Ist aber noch mehr Aufwand.

So

Beitrag "Re: Phantomspeisung & FBAS"

Oder so

Beitrag "Re: Gyrator zum entkoppeln"

Autor: Andreas F. (solipo)
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>> Da müsste dann ja ein ziemlich großer Elko rein.
>
> Nein! Rechne!

Bei 10kbit wären das bei ständigem Wechsel ~0,1ms pro Bit. Aber wenn mal 
10 Nuller hintereinander kommen, sind es eher 1ms, also 1mF, wenn ich 1V 
Abfall bei 1A erlaube.

Wenn ich nun 3A brauche, aber nur 0,1V Abfall will, sind das 30mF, 
richtig? Dafür nimmt man dann Supercaps oder sowas, nehm ich an.

Klingt eigentlich gar nicht so verkehrt. Aber angenommen, ich übertrage 
da ständig Daten, dann verhält sich das ja schon wie ein deutlicher 
Widerstand, oder?

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Andreas F. (solipo)

>Bei 10kbit wären das bei ständigem Wechsel ~0,1ms pro Bit. Aber wenn mal
>10 Nuller hintereinander kommen, sind es eher 1ms, also 1mF, wenn ich 1V
>Abfall bei 1A erlaube.

Ja.

>Wenn ich nun 3A brauche, aber nur 0,1V Abfall will,

0,1V sind SEHR wenig. Brauchst du das WIRKLICH?

> sind das 30mF,
>richtig? Dafür nimmt man dann Supercaps oder sowas, nehm ich an.

Ja.

>Klingt eigentlich gar nicht so verkehrt. Aber angenommen, ich übertrage
>da ständig Daten, dann verhält sich das ja schon wie ein deutlicher
>Widerstand, oder?

???

Du kannst/solltest nicht ständig Daten übertragen. Besser mit der 
doppelten Baudrate arbeiten und zwischen den einzelnen Bytes immer 1 
Byte Pause lassen. Damit kommst du einer idealen, hochfrequenten 
Übertragung näher.

Autor: Georg (Gast)
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Falk Brunner schrieb:
> Ok, hier mal eine 2. Version

Das heisst aber, ohne Daten kein Saft. Ausserdem wollte der TO doch 
Daten in Gegenrichtung zur Versorgung übertragen, oder habe ich das 
falsch verstanden?

Georg

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Tom H. schrieb:
> 4. Verbindungslänge: max. 100m über 2-adriges AWG24 UTP

Andreas F. schrieb:
> Aber ich muss über die Leitung je nachdem um die 2-3A Leistung übertragen ...

Ähem, 100m AWG24 haben pro Ader ca. 7,5 Ohm - für Hin- und Rückleitung 
zusammen ergibt das bei 2A einen Spannungsabfall von 30V.

Autor: Andreas F. (solipo)
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Georg schrieb:
> Ausserdem wollte der TO doch
> Daten in Gegenrichtung zur Versorgung übertragen, oder habe ich das
> falsch verstanden?

Der TO vielleicht schon, aber Falk antwortete ja mir. Bei mir würde die 
Richtung  durchaus stimmen.


Dieter Werner schrieb:
> Tom H. schrieb:
>> 4. Verbindungslänge: max. 100m über 2-adriges AWG24 UTP
>
> Andreas F. schrieb:
>> Aber ich muss über die Leitung je nachdem um die 2-3A Leistung übertragen ...
>
> Ähem, 100m AWG24 haben pro Ader ca. 7,5 Ohm - für Hin- und Rückleitung
> zusammen ergibt das bei 2A einen Spannungsabfall von 30V.

Du vermischst Fragen von Früher mit meinen Angaben. Ich habe 0,75mm², 
das passt schon.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Georg (Gast)

>> Ok, hier mal eine 2. Version

>Das heisst aber, ohne Daten kein Saft.

Im Gegenteil! Egal ob LOW oder HIGH übertragen wird, es kommt IMMER 
Strom am Empfänger an!

Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

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Beitrag "Re: Digitale Datenübertragung über DC-Versorgungsleitung"

"Mein Ziel ist: Ich will zwei Arduinos seriell (9600kbit) miteinander
sprechen lassen (nur in einer Richtung) und dazu die
Spannungsversorgungsleitung (12V) zwischen den beiden nutzen (ca. 10m)."

0,75mm^2 sind ~24mOhm/m, macht bei 10m hin und zurück 480mOhm bzw. bei 
3A ~1,5V Spannungsabfall.

Ach ja, ne Freilaufdiode vom MOSFET gegen GND wäre nicht verkehrt ;-)

Autor: Andreas F. (solipo)
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> 0,75mm^2 sind ~24mOhm/m, macht bei 10m hin und zurück 480mOhm bzw. bei
> 3A ~1,5V Spannungsabfall.

Kommt hin.


> Ach ja, ne Freilaufdiode vom MOSFET gegen GND wäre nicht verkehrt ;-)

Du meinst bei Deiner Propelleruhr-Schaltung? Wozu?

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Andreas F. (solipo)

>> Ach ja, ne Freilaufdiode vom MOSFET gegen GND wäre nicht verkehrt ;-)

>Du meinst bei Deiner Propelleruhr-Schaltung? Wozu?

Wo Ströme schnell geschaltet werden, haben Induktivitäten meist ein 
Wörtchen mitzureden.

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