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Forum: Analogelektronik und Schaltungstechnik Digitale Datenübertragung über DC-Versorgungsleitung


Autor: Tom H. (lime)
Datum:

Hallo,

wie löse ich am besten folgendes Problem:

Es soll ein Verbraucher (u.a. div. IC`s) mit einer Gleichspannung von
bspw. 12V betrieben werden. Zwischen Versorgung und Verbraucher liegt
ein längeres 2-adriges Kabel. Im Verbraucher wird ein digitales Signal
(Messdaten) erzeugt. Dieses soll nun über die 2-adrige
Versorgungsleitung wieder zurück zum Versorgungsmodul übertragen werden.
Es ergibt sich prinzipiell also eine Überlagerung von
Versorgungsspannung und Digitalsignal auf der Zuleitung. Auf Seite der
Versorgungsspannung soll das Digitalsignal dann in geeigneter Weise
wieder abgegriffen werden, um es einer nachfolgenden Weiterverarbeitung
zuzuführen.

(Versorgung also in die eine Richtung, Daten in die Gegenrichtung auf
dem gleichen Kabel)

Nun meine Frage:

Wie kann soetwas schaltungstechnisch realisiert werden?
Autor: ozo (Gast)
Datum:

Autor: Martin (Gast)
Datum:

Mehr Input:

Mit welchem Strom rechnest du bei der 12 V Versorgung?
Mit welcher Geschwindigkeit sollen/müssen die Daten übertragen werden?
Welche Datenmengen sind zu erwarten?
Wie lang ist Verbindung?
Steht ein Mikrocontroller auf dem Versorgungsmodul zur Verfügung?
Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

> Wie kann soetwas schaltungstechnisch realisiert werden?
Mit einem Transistor die Stromaufnahme zyklisch ändern und an der
anderen Seite die Änderung der Stromaufnahme messen...

Dazu ist nicht ganz unwichtig, dass die restliche Schaltung entweder
konstant viel Strom verbraucht, oder der Stromverbrauch der restlichen
Schaltung mit berücksichtigt wird.

So ähnlich wie z.B. bei Zweidrahtsensoren 4-20mA.

Eine Konterfrage: Welche Datenrate willst du darüber fahren?
Autor: Tom H. (lime)
Datum:

Zu den Fragen:

Martin schrieb:
> Mit welchem Strom rechnest du bei der 12 V Versorgung?
> Mit welcher Geschwindigkeit sollen/müssen die Daten übertragen werden?
> Welche Datenmengen sind zu erwarten?
> Wie lang ist Verbindung?
> Steht ein Mikrocontroller auf dem Versorgungsmodul zur Verfügung?

1. Ich denke, ich bleibe zwischen 0 und 500 mA.
2. Datenübertragungsgeschwindigkeit: max. einige KBit/s
3. Zu erwartende Datenmenge: einige 16 Bit Wörter pro Zyklus (20ms)
4. Verbindungslänge: max. 100m über 2-adriges AWG24 UTP
5. µC im Versorgungsmodul ist kein Problem (Verbraucherseite muss
möglichst kompakt werden -> SMD??)

Zyklische Änderung der Stromaufnahme schließe ich mal aus.
Autor: Martin (Gast)
Datum:

... Zyklische Änderung der Stromaufnahme schließe ich mal aus. ...

Meinst du jetzt den Vorschlag von Lothar (den ich auch empfehlen würde)?
Autor: Tom H. (lime)
Datum:

Ja genau, den Vorschlag schließe ich aus, da momentan noch nicht bekannt
ist, wie sich der Stromverbrauch der Komponenten im Verbraucher
verhalten wird.
Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

> Zyklische Änderung der Stromaufnahme schließe ich mal aus.
Das dürfte aber so ziemlich das einzige sein, was du elektrisch
übertragen kannst, sonst bleibt eigentlich nur noch eine Längenänderung
oder eine Temperaturänderung (wobei die Wärmeleitfähigkeit die Datenrate
signifikant einschränkt)...  ;-)
Autor: Udo R. S. (Gast)
Datum:

Was auch geht,
Die Versorgungsspannung steht eine bestimmte Zeit an, das Sensormodul
lädt darüber ein Pufferelko, dann wird die Versorgung für n mSekunden
abgeschaltet und in der Zeit sendet der Sensor Daten zurück. Danach wird
die DC-Versorgung wieder eingeschaltet etc..
Der Sensor erkennt an Stromversorgung = low dass er senden soll.
ich meine so würden z.B. bei Lego Robotics die Sensoren funktionieren.
Autor: Flo (Gast)
Datum:

Schau dir mal 1-wire bzw Micro-wire an, gibt ganz gute Anregungnen
;-)
Autor: Martin (Gast)
Datum:

... Stromverbrauch der Komponenten ...

Die Stromaufnahme ist nicht unbedingt so wichtig. Du mußt "nur" dafür
sorgen, daß sie während der Übertragung einigermaßen konstant ist
und/oder die Änderung des Stroms nicht in der "Nähe" deine
Datenübertragungsgeschwindigkeit liegt.

Bau dir ein Modell auf: 2 Steckbretter mit Controller (ATMega oder so)
100 m Kabel dazwischen. Der eine ATMega schaltet einen Widerstand gegen
Masse, der andere detektiert die Stromänderung über seinen Komparator.

Alternativ:

Schreibe einen Auftrag.
Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

> dann wird die Versorgung für n mSekunden abgeschaltet
> und in der Zeit sendet der Sensor Daten zurück.
Das kollidiert m.E. mit der Forderung:
> 500 mA.
> (Verbraucherseite muss möglichst kompakt werden -> SMD??)
Um mit einem Kondensator 500mA für 10ms zu Puffern braucht man für 5V
Spannungsunterschied (mal einfach linear gerechnet)
C*U=I*t --> C = I*t/U = 0,5A*10ms/5V = 10mF       :-o
Autor: Udo R. S. (Gast)
Datum:

@Lothar,
jepp hast recht das hatte ich überlesen. Ausser man würde nur sehr kurz
abschalten, aber dann kriegt man wahrscheinlich Probleme mit der
Regelung der Stromversorgung und mit EMV.
Autor: Stephan (Gast)
Datum:

Kleiner Akku statt Kondensator ???
Autor: Lothar (Gast)
Datum:

Hallo Suchende , wie wäre es mal mit Schlagwörtern statt Theorien zu
suchen. Zweidraht Datenübertragung, gibt es schon seit Ewigkeiten als
Bausätze vom Blauen C und ELV und weiß der Geier von wem noch.
Dummerweise sind die heutigen Schaltungen alle um die SV-Übertragung
kastriert wurden! Aber das Prinzip sollte durch diesen Thread von
gleichem Board (also hier) klar werden.
Beitrag "Klingeltasten digitalisieren zum Adern sparen"
http://www.elv-downloads.de/service/manuals/56970_...
Wenn Ihr noch ein bischen sucht, in den Archiven bei Conrad, oder den
richtigen Suchwörten, findet ihr auch das genau passende Prinzip, der
kapazitiven / induktiven Signaleinkopplung auf die
StromVersorgungsleitung. Kann doch wohl nicht so schwer sein.
Autor: TSE (Gast)
Datum:

Hallo,
http://freebus.org/index.php/de/signale-mainmenu-28
wie man sich die Hardware dazu selber baud ist auch beschrieben
Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

Autor: Tom H. (lime)
Datum:

Hallo und vielen Dank an alle für die sowiet gelieferten Infos.

Pufferung per Kondensator oder Akku scheidet aus, da für den
Verbraucherteil restriktive Anforderungen hinsichtlich Lebensdauer und
Größe/Gewicht gelten.

Noch ein paar weitere Infos:

Es handelt sich um einen "intelligenten" Sensor, welcher u.a.
wahrscheinlich einen DSP enthalten wird. Das ganze soll möglichst klein
werden, d.h. es kommt auf jeden mm³ an (insofern scheidet Pufferung per
C oder Akku aus).

Nun werde ich erstmal die geposteten Links durcharbeiten und sehen, ob
da was für mich in Frage kommt.
Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

@  Tom H. (lime)

>wahrscheinlich einen DSP enthalten wird. Das ganze soll möglichst klein
>werden, d.h. es kommt auf jeden mm³ an (insofern scheidet Pufferung per
>C oder Akku aus).

Ist auch unsinnig. Das Zauberwort heisst Modulation. Die Gleichspannung
blockt man an beiden Enden (Einspeisung und Verbraucher) mit
Längsdrosseln, 100..1000µH. Dann kann man per Kondensator eine
Wechselspannung auf die Leitung aufmodulieren und auch wieder abgreifen.
Fertig. Kann man alles recht einfach aufbauen.

Ich hatte da schon vor längerer Zeit eine Schaltung gepostet, kann sie
aber leider nicht mehr finden :-(

MFG
Falk

P S Wie wäre eine Bildersuche für das Forum?
Autor: Martin (Gast)
Datum:

Deine Schaltung habe ich gesucht, aber leider nicht gefunden. Wie wäre
es, wenn du noch einmal suchst? Bin sehr interessiert an deiner Lösung.
Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:
Angehängte Dateien:

Ich finde mein altes Posting nicht mehr. Ist einfacher wenn ich es neu
mache.

Es funktioniert in etwa so.

Nehmen wir an, wir haben einen 1MHz Takt als Trägersignal. Dieser wird
mit dem USART Datensignal UND-verknüft. Da bedeutet praktisch, der
Träger wird im Takt der Daten ein- und aus geschaltet. Ein sehr einfache
Modulation, OOK, ON OFF keying. Über einen Koppelkondensator wird das
Signal auf die Leitung gebracht, der Kondensator blockt die
Gleichspannung. Die Spulen an beiden Enden blocken den 1MHz Träger in
Richtung Spannungsquelle und Stromversorgung des Sensors, 100uH haben
bei 1 MHz ~630 Ohm induktiven Widerstand, das Signal wird also nicht
durch die Stromversogung V+ oder C3 kurzgeschlossen. Auf der anderen
Seite wird über einen Kondensator wieder ausgekoppelt und über einen
einfachen Gleichrichter + Tiefpass demoduliert. Die Zeitkonstante von
R1*C4 muss an die Datenrate sowie den Träger angepasst sein. Hier haben
wir 22µs, damit sollten 9600 Baud noch machbar sein. Wenn man niedrigere
Datenraten will, müssen C1 und C2 vergrößert werden.

MFG
Falk
Autor: Martin (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Im Anhang die Simulation. Oben ist das modulierte Signal - unten (Ua)
ist das Ausgangssignal.

Wie sieht das bei einer 100 m langen Leitung mit der Abstrahlung aus?
Sind da Probleme zu befürchten?
Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

@  Martin (Gast)

>Im Anhang die Simulation. Oben ist das modulierte Signal - unten (Ua)
>ist das Ausgangssignal.

Sieht doch ganz OK aus, oder?

>Wie sieht das bei einer 100 m langen Leitung mit der Abstrahlung aus?
>Sind da Probleme zu befürchten?

Naja, man sollte schon auf jeden Fall verdrillte Leitungen verwenden,
eine Abschirmung wäre auch nicht schlecht. Ggf. kann man am Ausgang von
IC1 noch eine RC-Filter mit 1 MHz Grenzfrequenz legen, damit die
Oberwellen gefiltert werden.

MFG
Falk
Autor: Martin (Gast)
Datum:

... sieht doch ganz OK aus, oder? ...

Ja doch - ist mehr als brauchbar. Am Wochenende werde ich Schaltung auf
2 Steckbrettern testen. Als "Einspeisespannung" werde ich 1 - 2 Volt
nehmen und zur Auswertung den Komparator eines ATMega8 heranziehen.
Autor: Andi (Gast)
Datum:

@Frank,
Vielviele Empfänger wird man mit deiner Schaltung "ansteuern" können?

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