Forum: Offtopic Blackout in Spanien: Abschlussbericht


von G. K. (zumsel)


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"Erneuerbare Energien gerieten nach dem Ausfall schnell in Verdacht, den 
Ausfall begünstigt zu haben. Sie trugen laut Bericht bei – als einer von 
mehreren interagierenden Faktoren. Konventionelle Kraftwerke, die 
aufgrund fehlender Vorgaben zu wenig Blindleistung lieferten, kamen aber 
als erschwerender Faktor hinzu. Auch schalteten Schutzsysteme nach 
Ansicht des Expertengremiums zu früh ab und das spanische 400-kV-Netz 
mit einem breiteren Spannungsband operierte mit zu kleinen 
Sicherheitsmargen. Ein weiteres Problem: Shunt-Reaktoren, die als 
Kompensationsdrossel überschüssige Spannung im Netz abzubauen helfen, 
wurden manuell geschaltet – was angesichts der blitzschnellen Abfolge 
der Ereignisse viel zu spät war."

https://www.heise.de/news/Blackout-auf-der-Iberischen-Halbinsel-ENTSO-E-legt-Abschlussbericht-vor-11224720.html

: Verschoben durch Moderator
von Wolf17 (wolf17)


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Blindleistung zur Netzstabilisierung gibt es nicht umsonst.

Es war nicht die Menge der erneuerbaren Energie, sondern die Politiker, 
die ohne Sachverstand Einspeisevorrang erlassen haben, ohne damit eine 
adäquate Blindleistungsregelverpflichtung zur Netzstabilisierung zu 
verbinden.

Folgerichtig haben sich die Erneuerbaren darum zu wenig gekümmert, die 
Konventionellen hatten aber keine Lust das ohne extra Vergütung weiter 
zu erledigen, wenn sie zeitgleich nur weniger Wirkleistung liefern 
durften.

Die vorhandenen Blindleistungsquellen im Netz waren manuell zu schalten 
und deshalb zu langsam.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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G. K. schrieb:
> Konventionelle Kraftwerke, die
> aufgrund fehlender Vorgaben zu wenig Blindleistung lieferten,

Ah ja, jetzt sind die konventionellen Kraftwerke schuld, weil die die 
systematischen Fehler der erneuerbaren nicht ausgleichen könnten.

Wir brauchen also nur noch mehr Solarkraft und Windkraft, dann wird das 
schon. Denn wenn 0 erneuerbare Leistung da ist, dann bracht man nur mehr 
davon.
Denn 0 * 1000 = $FantasieLeistung

von Hannes J. (pnuebergang)


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Die Verbrenner-Fetischisten laufen sich sicher schon warm. Damit es in 
deren Geschrei nicht ganz untergeht, im Artikelfazit steht:

> Erneuerbare Energien lösten die Probleme nicht aus – trugen aber zu
> wenig dazu bei, sie zu beherrschen.

von Nick (b620ys)


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Hannes J. schrieb:
>> Erneuerbare Energien lösten die Probleme nicht aus – trugen aber zu
>> wenig dazu bei, sie zu beherrschen.

Da sollte man noch etwas nachbessern:
Sie trugen **nichts** dazu bei, sie zu beherschen. Die sind netzgeführt, 
nicht netzführend.

Witzige Randnotiz:
In letzter Zeit fiel auf, dass immer um 22:00 die Netzfrequenz deutlich 
einbrach. Verstanden hat das zunächst eher niemand. Dann hat man 
herausgefunden, dass um Punkt 22:00 Windkrafträder abgeschaltet werden, 
die die Geräuschvorschriften nicht einhalten können.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Wir brauchen also nur noch mehr Solarkraft und Windkraft, dann wird das
> schon.

Ja, in der Tat, und zwar in Verbindung mit entsprechend großzügig 
vorhandenen, hinreichend leistungsstarken Speichern (Akku, aber auch 
andere) und mitlaufenden Schwungmassen für die 
Blindleistungskompensation und kurze Leistungsspitzen. Für letztere 
eignen sich in der Tat die Generatoren thermischer Kraftwerke, ggf. 
sogar mit abgekoppelter Turbine.

> Denn wenn 0 erneuerbare Leistung da ist, dann bracht man nur mehr
> davon.

Dann muss ein erheblicher Teil der Energie aus den zuvor aufgeladenen 
Speichern kommen. Bezogen auf das gesamte Verbundnetz geht der Anteil 
der erneuerbaren Energien aber nicht völlig auf Null zurück, denn 
irgendwo ist es immer windig. Und am nächsten Tag wird es auch wieder 
hell, selbst wenn man es auf Grund lokaler oder regionaler Bewölkung 
kaum glauben mag.

Und die Übertragungskapazitäten müssen natürlich entsprechend ausgebaut 
werden. Gerade da gibt es ja einen erheblichen Rückstau bei der 
Bearbeitung von Anträgen, was auch einigen sehr rückständigen und 
ideologisch verblendeten Politikern (CSU und Konsorten) zuzurechen ist.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> "... Konventionelle Kraftwerke, die
> aufgrund fehlender Vorgaben zu wenig Blindleistung lieferten, kamen aber
> als erschwerender Faktor hinzu. Auch schalteten Schutzsysteme nach
> Ansicht des Expertengremiums zu früh ab und das spanische 400-kV-Netz
> mit einem breiteren Spannungsband operierte mit zu kleinen
> Sicherheitsmargen ..."
>
> 
https://www.heise.de/news/Blackout-auf-der-Iberischen-Halbinsel-ENTSO-E-legt-Abschlussbericht-vor-11224720.html

Danke, interessantes Résumé. Die Ereignisse wurden hier schon kurz nach 
einem Erstbericht im TV Österreich besprochen: * 
Beitrag "Blackout in Spanien und die "kreative" Spannungshaltung"

IMHO wurde im Erstbericht besonders betont, das die 
Grenzwerte/Regularien in insbesonders im Bereich der 
Blindleistungsregelung Spoanien nicht die selben sind. So akzeptiert man 
in ESP bis zu 435 kV in den Überlandleitungen, während die Obergrenzen 
im Nicht-Spanien bei 420 kV liegt.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Andreas S. schrieb:
> Ja, in der Tat, und zwar in Verbindung mit entsprechend großzügig
> vorhandenen, hinreichend leistungsstarken Speichern (Akku, aber auch
> andere) und mitlaufenden Schwungmassen für die
> Blindleistungskompensation und kurze Leistungsspitzen. Für letztere
> eignen sich in der Tat die Generatoren thermischer Kraftwerke, ggf.
> sogar mit abgekoppelter Turbine.

Prinzipiell richtig. Nur an der Umsetzung hapert es mal wieder. Wo sind 
die Speicher? Seit wann weiß man, dass dazu Speicher gehören. Ich kann 
mich erinnern, dass das das Thema schon vor über 40 Jahren am Tisch lag. 
Nichts ist passiert, es gibt keine nennenswerten Speicher.
Die fahren voll gegen die Wand und schieben die Schuld dann auf die 
Wand.

Andreas S. schrieb:
> Für letztere
> eignen sich in der Tat die Generatoren thermischer Kraftwerke, ggf.
> sogar mit abgekoppelter Turbine.

Es ist die Turbine die die Masse hat, der Generator ist vergleichsweise 
lächerlich leicht. Die Turbine muss im Leerlauf mitlaufen. Erzeugt also 
keine Leistung wodurch die Gesamtkosten steigen.


Ich kenn einen (Bachelor + Master), der Solaranlagen plant. Fein für 
ihn, fein für den Häuselbauer der mit einer Leistung die er nicht 
erbringt Geld verdienen kann. Den Begriff "Netzdienlichkeit" kann man 
den Leuten aber nicht vermitteln.
Ja, jetzt soll in der Nähe meines Dorfes ein Batteriespeicher gebaut 
werden. Toll wird haben's! Nachgefragt wie lange der Speicher hält wird 
mit verwirrten Blick beantwortet. Na, dann rechnen wir mal ... Oh, 2 
Stunden. Das ist ja genau so lang wie bei uns der Winter ist. Wie lange 
halten denn die Akkus? Wie??? 2000 Zyklen? Was ist ein Zyklus?

Für wie lange halten unsere Wasserkraftspeicher? 30 Minuten.
Ich bewundere das Walchenseekraftwerk. Eine tolle Ingenieursleistung und 
weitsichtige Planung seinerzeit. Nur, die haben letztes Jahr den 100ten 
Geburtstag gefeiert.

Leider ist das Denken in Zusammenhängen aus der Mode gekommen. Wobei man 
in einem Forum wie dem hier, davon ausgehen kann, dass das mit zum 
Handwerkszeug gehören sollte.

Interessantes Video zur Windkraft und überhaupt realisierbarer Leistung:
https://www.youtube.com/watch?v=q0FIciSxu5M&pp=ygUVd2luZGtyYWZ0IGdlbsO8Z3QgZGll
Man kann die Berechnung gerne anzweifeln, die ist auch bewusst 
grobschlächtig. Aber es geht hier um Größenordnungen. So wie wir (oder 
zumindest Einige hier) grobe Überschlagsrechnungen machen um 
gegenzuprüfen ob wir überhaupt richtig rechnen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Hannes J. schrieb:
> Die Verbrenner-Fetischisten laufen sich sicher schon warm. Damit es in
> deren Geschrei nicht ganz untergeht, im Artikelfazit steht:
>> Erneuerbare Energien lösten die Probleme nicht aus – trugen aber zu
>> wenig dazu bei, sie zu beherrschen.

Der Satz ist ein schoenes Beispiel fuer Framing in einem Bericht.

Wenn die Zahl der konventionellen Kraftwerke, die über 
Unter-/Übererregung die Blindleistungsregelung sichern zu gering wird, 
wird das Netz instabil. Wenn die Lobby der Erneuerbaren das ignoriert, 
sogar dagegen arbeitet (daher die Anlagen fuer die Gegenmassnahmen 
fehlen) und zum Blackout kommt, solle diese nicht Schuld sein?

von Matthias S. (da_user)


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Nick schrieb:
> Nur, die haben letztes Jahr den 100ten
> Geburtstag gefeiert.

Und weiter?
Die werden bei der Steuerungstechnik sicher nicht den Stand wie vor 100 
Jahren haben. Und bei den Generatoren und Turbinen? Warum sollte man 
was, was gut läuft und i.O. ist, für viel Geld mit viel Aufwand gegen 
was neues tauschen, was (vermutlich) nicht so lange hält?

von G. K. (zumsel)


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Dieter D. schrieb:

> Der Satz ist ein schoenes Beispiel fuer Framing in einem Bericht.
>
> Wenn die Zahl der konventionellen Kraftwerke, die über
> Unter-/Übererregung die Blindleistungsregelung sichern zu gering wird,
> wird das Netz instabil. Wenn die Lobby der Erneuerbaren das ignoriert,
> sogar dagegen arbeitet (daher die Anlagen fuer die Gegenmassnahmen
> fehlen) und zum Blackout kommt, solle diese nicht Schuld sein?

Nein, das war/ist ein regulatorisches Problem, das wurde mit deiner 
Beteiligung hier schon besprochen.
Lernst du eigentlich nichts wenn du dich hier an Diskussionen 
beteiligst?

von Nick (b620ys)


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Dieter D. schrieb:
> Wenn die Zahl der konventionellen Kraftwerke, die über
> Unter-/Übererregung die Blindleistungsregelung sichern zu gering wird,
> wird das Netz instabil.

Der Begriff "Momentanreserve" ist bei Wind und Solar noch nicht wirklich 
angekommen. Durch die Merit-Order wird der Markt verzerrt aber 
gleichzeitig schiebt man seine technischen Unzulänglichkeiten auf die 
Verantwortung der aus dem Markt Gedrängten. Deren Kosten steigen 
dadurch, was dann wieder als Argument für Wind/Solar dient, weil es ja 
so billig ist.
Nennt sich "Zirkelschluss"

Die Politik versteht solche Zusammenhänge aber überhaupt nicht. 
Stichwort "Kobolde" und "Das Netz ist der Speicher".

Sehr schade. Man könnte Wind und Solar durchaus sinnvoll am Netz 
beteiligen. Dazu müsste man aber die Prämisse Netzdienlichkeit 
konsequent umsetzen. Fairer Wettbewerb mit gleichen Rahmenbedingungen 
für Alle.

Ich hab dazu ein Modell:
Jeder kann sich Solar aufs Dach klatschen wie er will. Wenn er nicht 
einspeisen will, und dadurch das Netz weiter belastet, wird er vom Netz 
dauerhaft getrennt. Das ist schon sehr gehässig, ich geb es zu. Ich kann 
darauf aber gerne eingehen.

Will er einspeisen, dann gilt:
Er gibt eine einspeisbare Leistung an. Die wird mit einem Faktor 
multipliziert und das ergibt dann eine **jederzeit** das ganze Jahr 
durch abrufbare Menge in kWh, mit dem oberen Limit der einspeisbaren 
Leistung, an. Für die abrufbare Menge wird er bezahlt. Im Detail mag man 
dann noch die tatsächliche abgerufene Menge berücksichtigen.

Beispiel:
Ich kann 10 kW einspeisen. Daraus ergeben sich z.B. 1000 kWh übers Jahr. 
Zu einem beliebigen Zeitpunkt (egal ob Tag oder Nacht, egal ob Sommer 
oder Winter) kann der Netzbetrieber dann 1000 kWh in Summe im Jahr 
abrufen, mit maximal 10 kW. Das gilt dann für Alle. Klauseln mit Wartung 
und Ausfall müssen natürlich eingebaut werden.
Gleichzeitig muss jeder Einspeiser netzstabilisierende Einrichtungen 
haben (wie immer die dann detailiert aussehen). Wer keine 
Momentanreserve anbieten kann, muss X % der Einnahmen in einen Topf für 
netzstabilisierende Anbieter geben.

Wenn man sich mal die Strompreise über einen Tag ansieht, sieht man das 
Chaos das wir derzeit am Markt haben. Knapp 900 € / MWh wie letztes 
Jahr? Negative Preise?! D.h. man verdient Geld wenn man 100 Tauchsieder 
einsteckt? Toller Beitrag zum Energiesparen. Überschuss aus dem Norden 
in Bayern verheizen und gleichzeitig damit das Netz überlasten und 
gleichzeitig keine Fernleitungen bauen.

Wirrköpfe, die sollte man mal beim Gesundheitsamt melden. :-)

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:
> Hannes J. schrieb:
>>> Erneuerbare Energien lösten die Probleme nicht aus – trugen aber zu
>>> wenig dazu bei, sie zu beherrschen.
>
> Da sollte man noch etwas nachbessern:
> Sie trugen **nichts** dazu bei, sie zu beherschen. Die sind netzgeführt,
> nicht netzführend.

Bei meinen Zitat geht es primär um die Spannungshaltung nicht um die 
Frequenzhaltung. Und in Zukunft wird einiges bei der Frequenzhaltung 
anders laufen:

https://www.youtube.com/watch?v=iB95lhmrqXo

> Witzige Randnotiz:
> In letzter Zeit fiel auf, dass immer um 22:00 die Netzfrequenz deutlich
> einbrach. Verstanden hat das zunächst eher niemand. Dann hat man
> herausgefunden, dass um Punkt 22:00 Windkrafträder abgeschaltet werden,
> die die Geräuschvorschriften nicht einhalten können.

Quelle?

von Nick (b620ys)


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Matthias S. schrieb:
> Die werden bei der Steuerungstechnik sicher nicht den Stand wie vor 100
> Jahren haben.

Äh, ja?
Das mit den 100 Jahren bezog sich darauf, dass man damals schon 
weitergedacht hat. Der "alte Krempel" funktioniert immer noch und 
liefert immer noch einen Beitrag zur Stromversorgung. Da wollte ich 
nichts Negatives reininterpretieren.

Ich war, ist schon 30 Jahre her, im Kraftwerk des Sylvensteinspeichers. 
Da war nix antiquiert. Das eigentliche Kraftwerk war wo anders wie die 
Steuerung. Ich geh davon aus, dass die Leittechnik nach wie vor 
angemessen ist.

Das war eine Privatführung durch einen Spezl.

von Nick (b620ys)


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G. K. schrieb:
> Quelle?

Gerne!
https://www.amprion.net/Netzjournal/Beitr%C3%A4ge-2021/Ph%C3%A4nomen-zur-vollen-Stunde.html
22:00 unserer Zeit. Die 21:00 sind "Europäische Normalzeit" oder wie man 
das nennen mag.
Das erklärt aber nicht den Zusammenhang mit Windkraft, nur die Tatsache.

Hier die eigentliche Meldung:
https://www.rj2et.de/netzfrequenz-meldungen-22-00

von Nick (b620ys)


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G. K. schrieb:
> Bei meinen Zitat geht es primär um die Spannungshaltung nicht um die
> Frequenzhaltung. Und in Zukunft wird einiges bei der Frequenzhaltung
> anders laufen:

Das ist schon in Ordnung, kein Widerspruch.

Die Erneuerbaren sind halt netzgeführt. Die können die Frequenz (noch) 
nicht stabilisieren. Zusätzlich schalten alle (das wird schon real 
geändert) bei einer fixen Spannung ab, statt die Abschaltung 
"tröpferlweise" zu verteilen.

Sobald Einer abschaltet und die Anderen paar mV vor der gleichen 
Schwelle sind, führt das zu einer Lawine. Letztes Jahr hatten wir hier 6 
Netzzusammenbrüche. Ich konnte keine Baggerschäden dazu finden, es war 
kein Gewitter. Aber wir sind hier auf dem Land, wo auf jeder 
Maschinenhalle und jedem Kuhstall Solarpanels sind.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> G. K. schrieb:
>> Quelle?
>
> Gerne!
> 
https://www.amprion.net/Netzjournal/Beitr%C3%A4ge-2021/Ph%C3%A4nomen-zur-vollen-Stunde.html
> 22:00 unserer Zeit. Die 21:00 sind "Europäische Normalzeit" oder wie man
> das nennen mag.
> Das erklärt aber nicht den Zusammenhang mit Windkraft, nur die Tatsache.
>
> Hier die eigentliche Meldung:
> https://www.rj2et.de/netzfrequenz-meldungen-22-00

Interessant. Letztendlich ist das aber nur eine Randnotiz, denn das 
Problem lässt sich ja wirklich einfach lösen, indem man bspw. die 
Anlagen jeweils leicht verzögert abschaltet. Streut man das über +/-5 
Minuten, so würde das vermutlich schon ausreichen.

Ich stecke leider in der Materie zu Windenergieanlagen noch nicht 
wirklich drin: Kann man die nicht auch ohne größere Probleme "weich" 
abschalten, bspw. durch langsame Drehung der Flügel auf Nullstellung 
über 1-2 Minuten?

Zu den Speichern:
Klar hat man da damals gepennt. Batteriespeicher werden nur kurzfristige 
Spitzen auffangen können (aber das sehr gut). Gasspeicherkapazität für 
Dunkelflauten haben wir mehr als genug (und dank immer weniger 
Gasheizungen werden die verfügbaren Kapazitäten hier immer größer), 
weitere für reinen H2 sind im Bau. Langfristig wird man chemisch 
speichern müssen. Klar, das wird teuer. Aber letztendlich mittelt sich 
das über das Jahr raus.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Sobald Einer abschaltet und die Anderen paar mV vor der gleichen
> Schwelle sind, führt das zu einer Lawine. Letztes Jahr hatten wir hier 6
> Netzzusammenbrüche.

Wobei das dann wirklich lokal ist - denn landesweit lässt sich seit 20 
Jahren ein komplett gegenläufiger Trend beobachten: das deutsche 
Stromnetz wird immer stabiler und war in der Tat noch nie so stabil wie 
heutzutage.
Europa- und auch weltweit sind wir ganz vorne mit dabei (niedriger 
einstelliger Platz, ich meine in 2025 sogar hinter Südkorea auf Platz 
2).

Das oft gebrachte Argument, die Erneuerbaren würden die 
Versorgungssicherheit gefährden, lässt sich an den Daten (SAITI etc.) 
nicht ablesen. Es geht eher deutlich in die andere - erfreuliche - 
Richtung.

Natürlich sind mehr Eingriffe ins Netz nötig - keine Frage. Aber 
offenbar bekommen die Jungs und Mädels in den Leitstellen und im Ausbau 
das ganz hervorragend hin.

Ich produziere hier ja teilweise 24h/Tag (Spritzgießen, CNC) und kann 
mich seit Jahren an keinen (netzbedingten ;-) Ausfall mehr erinnern.

Man vergisst schnell, dass es früher durchaus anders war.

von Matthias S. (da_user)


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Nick schrieb:
> Äh, ja?

Sorry, hat sich anders gelesen.
So ne persönliche Führung mit Leuten die sich wirklich auskennen ist 
immer Interessant. Biete ich bei uns im Betrieb auch immer gerne an. 
Macht mit Leuten die dann die Technik dahinter verstehen auch immer 
wieder Spaß...

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:

> Aber wir sind hier auf dem Land, wo auf jeder
> Maschinenhalle und jedem Kuhstall Solarpanels sind.

Klingt nach Bayern wo Stromleitungen Teufelswerk sind.
Bayern hat das solange verschleppt das die jetzt Erster beim 
Investionsbedarf sind:

https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/215544/update-verteilernetze-bis-2045

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:

> Äh, ja?
> Das mit den 100 Jahren bezog sich darauf, dass man damals schon
> weitergedacht hat. Der "alte Krempel" funktioniert immer noch und
> liefert immer noch einen Beitrag zur Stromversorgung. Da wollte ich
> nichts Negatives reininterpretieren.

Allerdings hast du jetzt Lasten die sich anders verhalten als früher(1), 
ob dein System von Anno Schnuck mit den heutigen Lasten klarkommen 
stelle ich einfach mal in Frage.

(1) Synchronmotoren vs. Umrichter geführte Motoren.

von (prx) A. K. (prx)


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Chris D. schrieb:
> Das oft gebrachte Argument, die Erneuerbaren würden die
> Versorgungssicherheit gefährden, lässt sich an den Daten (SAITI etc.)
> nicht ablesen. Es geht eher deutlich in die andere - erfreuliche -
> Richtung.

Wahrscheinlich hatte man sich früher weniger Mühe mit der Reaktion auf 
Ereignisse gemacht und musste aufgrund heute viel kleinteiliger und 
komplexer aufgebauter Stromproduktion wesentlich flexibler und besser 
reagierende Netzsteuerungen bauen. Der Rest hängt dann davon ab, an was 
man dachte und was man nicht auf dem Radar hat - und ob Murphy die Lücke 
trifft.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Chris D. schrieb:
> Letztendlich ist das aber nur eine Randnotiz, denn das
> Problem lässt sich ja wirklich einfach lösen, indem man bspw. die
> Anlagen jeweils leicht verzögert abschaltet. Streut man das über +/-5
> Minuten, so würde das vermutlich schon ausreichen.

Ja, klar, das kann man einfach lösen. Sollte man dann bitte auch. Aber 
die Vorschriften aus der EU! :-)
Scheinbar war das den Verantwortlichen nicht bewusst.

Chris D. schrieb:
> weitere für reinen H2 sind im Bau.

Das mit dem H2 ist auch so ein zwar interessanter, aber sinnloser Traum.
Die Kreiseffektivität (Strom -> H2 -> Strom) liegt bei 20%. Also 7 ct 
aus Windkraft kosten dann 28 ct aus H2 als Erzeugerpreis.
Speicherung ist das nächste. H2 ist ein sehr kleines Molekül und 
diffundiert daher sehr gerne. CH4 ist größer, also unproblematischer.
Dann das Gasnetz, das man schon angefangen hat abzubauen, ist nur 
bedingt für H2 geeignet. Stichwort Wasserstoffversprödung von Stahl.

Chris D. schrieb:
> Klar, das wird teuer. Aber letztendlich mittelt sich
> das über das Jahr raus.

Dann kann man endlich mal die Kosten Erneuerbare zu Konventionelle 
gegenüberstellen. Ich ahne, dass das nicht sehr erfreulich wird.

Chris D. schrieb:
> Wobei das dann wirklich lokal ist - denn landesweit lässt sich seit 20
> Jahren ein komplett gegenläufiger Trend beobachten: das deutsche
> Stromnetz wird immer stabiler und war in der Tat noch nie so stabil wie
> heutzutage.

Ja und Nein. Also die Ausfälle sind nach meiner Beobachtung sehr lokal. 
Im nächsten Dorf kann es schon wieder Strom geben. Auf der 
Störungsmeldungskart sieht man das auch.
Das "sehr" stabil wird mühsam durch das DIspatching aufrechterhalten. 
Kosten derzeit (ausm Kopf) 4 Mrd€/Jahr. Die Dispatches haben um den 
Faktor 10 (ist mehr, je nach Vergleichszeitraum) zugenommen (auch ausm 
Kopf). Das ist inzwischen leider eine unglaubliche Flickschusterei 
geworden.
Nur mal als Beispiel:
Es gibt "KI-Sensoren" (wäre ja nix ohne KI) an Überlandleitungen, die 
die Belastbarkeit messen. Dadurch kann man dann erheblich mehr durch die 
Leitungen schicken als projektiert wurde. Das ist zunächst erfreulich, 
nur wenn es dann noch wärmer wird, ist halt dann früher Schluss.
Hinweis: Mehr Sonne, wärmer, weniger Belastbarkeit genau dann wenn man 
sie bräuchte. -> Augenwischerei.

Chris D. schrieb:
> Ich produziere hier ja teilweise 24h/Tag (Spritzgießen, CNC) und kann
> mich seit Jahren an keinen (netzbedingten ;-) Ausfall mehr erinnern.

Wir haben keine 24 Stundenschichten. Aber ein fettes Notstromaggregat 
für Inselbetrieb. Klar, die CNCs (Drehen, Fräsen, das war's) bleiben 
dann stehen, oft ist ein Werkzeug kaputt, man muss sie wieder 
freifahren. Aber zumindest muss man die Leute nicht heimschicken. Und 
die 1/2 Stunde Pause zahlt der AG. :-))

Chris D. schrieb:
> Das oft gebrachte Argument, die Erneuerbaren würden die
> Versorgungssicherheit gefährden, lässt sich an den Daten (SAITI etc.)
> nicht ablesen.

Hmm ...
Es gibt auf YT einen Kanal "Outdoor Chiemgau" der aber inzwischen das 
Thema Versorgungsnetz hat.
Ist schon klar, der ist eher kein Verfechter. Man kann sich aber nach 
wie vor seine eigene Meinung bilden. Quellen sind nachvollziehbar (wenn 
auch nicht vorbildlich).
Aber Mancher wird am herzlich ausgelebten Dialekt scheitern. Ich kann 
ihn genießen. :-)

von (prx) A. K. (prx)


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Nick schrieb:
> Also die Ausfälle sind nach meiner Beobachtung sehr lokal.

Ich würde deshalb zwischen grossräumiger Netzstabilität und örtlicher 
Verfügbarkeit unterscheiden. Dass ein Ort im Schwarzwaldtal eine viel 
schlechtere Verfügbarkeit hat, als eine grosse Stadt mit Stromanbindung 
in zwei Staaten, wird wohl niemanden überraschen.

Aber mit der grossräumigen Situation hat das auch nichts zu tun. Und mit 
einer Situation wie in Spanien schon garnicht. Was man als 
Normalverbraucher direkt mitkriegt, ist freilich nur die örtliche 
Verfügbarkeit.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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(prx) A. K. schrieb:
> Ich würde deshalb zwischen grossräumiger Netzstabilität und örtlicher
> Verfügbarkeit unterscheiden.

Auch d'accord.
Ich wohne im Speckgürtel von München auf dem Land. Rund um München ist 
ein Bollwerk an Ringleitungen und Umspannstationen aufgebaut. Z.B. 
Umspannwerk Oberbachern. Da wird auch ständig weiter ausgebaut. Als 
nächstes kommen Batterien (in Planung). *)
Damit kann der letzte Woche gewählte neue und grüne Münchner 
Oberbürgermeister seinen Wählern eine heile Welt vorgaukeln. ;-))

Als Industrie müsste man also innerhalb des Rings liegen. Aus München 
selbst wird Industrie seit Jahrzehnten aktiv rausgedrängt.

*)
Ein Spezl der oft Modelle für Stromversorger baut, ist ausgeflippt als 
er mich besuchte. "So viele verschiedene Strommast-Typen. Da muss ich 
unbedingt Bilder machen".

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:

> Dann kann man endlich mal die Kosten Erneuerbare zu Konventionelle
> gegenüberstellen. Ich ahne, dass das nicht sehr erfreulich wird.

Aber bitte nicht die Kosten der Entsorgung von CO2-Müll und radioaktiven 
Müll unterschlagen. Und auch die Versicherungen der AKWs nicht 
unterschlagen.

> Es gibt auf YT einen Kanal "Outdoor Chiemgau" der aber inzwischen das
> Thema Versorgungsnetz hat.

Noch so ein dämliches bayrisches Heißluftgebläse.

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:

> Ich wohne im Speckgürtel von München auf dem Land. Rund um München ist
> ein Bollwerk an Ringleitungen und Umspannstationen aufgebaut. Z.B.
> Umspannwerk Oberbachern. Da wird auch ständig weiter ausgebaut. Als
> nächstes kommen Batterien (in Planung). *)

Bayern und insbesondere München hat sich durch seine permanente 
CSU-geführte Verweigerungshaltung selbst ins Aus geschossen.

von Nick (b620ys)


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G. K. schrieb:
> Aber bitte nicht die Kosten der Entsorgung von

... Rotorblätter und deren Feinstaub beim Betrieb und "Recycling" der 
Solarpanels. Da können wir uns gerne drauf einigen.

G. K. schrieb:
> Noch so ein dämliches bayrisches Heißluftgebläse.

Gehts schon los. Gratulation!

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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G. K. schrieb:
> Noch so ein dämliches bayrisches Heißluftgebläse.

Das belegt nur Deine Voreingenommenheit.

von G. K. (zumsel)


Angehängte Dateien:

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Nick schrieb:

> Ich wohne im Speckgürtel von München auf dem Land. Rund um München ist
> ein Bollwerk an Ringleitungen und Umspannstationen aufgebaut. Z.B.
> Umspannwerk Oberbachern.

Zeig mir mal das Bollwerk auf dem Bild im Anhang

von Rahul D. (rahul)


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G. K. schrieb:
> Bayern und insbesondere München hat sich durch seine permanente
> CSU-geführte Verweigerungshaltung selbst ins Aus geschossen.

Die Stadt München ist schon ewig nicht C$U-geführt.

von H. H. (hhinz)


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G. K. schrieb:
>> Es gibt auf YT einen Kanal "Outdoor Chiemgau" der aber inzwischen das
>> Thema Versorgungsnetz hat.
>
> Noch so ein dämliches bayrisches Heißluftgebläse.

Bestätigt halt die feste Meinung der Ahnungslosen.

von G. K. (zumsel)


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Rahul D. schrieb:
> G. K. schrieb:
>> Bayern und insbesondere München hat sich durch seine permanente
>> CSU-geführte Verweigerungshaltung selbst ins Aus geschossen.
>
> Die Stadt München ist schon ewig nicht C$U-geführt.

Die großen Stromtrassen werden nicht von Kommunen geplant.

von Nick (b620ys)


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G. K. schrieb:
> Zeig mir mal das Bollwerk auf dem Bild im Anhang

Soll ich dir jetzt Brillenputztücher schicken?

Rahul D. schrieb:
> Die Stadt München ist schon ewig nicht C$U-geführt.

Ja, und jetzt von den Grünen.

von Axel G. (axelg) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> G. K. schrieb:
>> Aber bitte nicht die Kosten der Entsorgung von
>
> ... Rotorblätter und deren Feinstaub beim Betrieb und "Recycling" der
> Solarpanels. Da können wir uns gerne drauf einigen.

Ach Gottchen, du hältst dich ja an jedem Strohhalm fest.

Fang mal an mit dem "Recycling" von fossilem CO2 und diesen netten, 
kleinen, strahlenden Isotopen aus AKWs.
Und das Wort "Feinstaub" in den Mund zu nehmen, wenn man fossile 
Kraftwerke protegiert, ist zumindest gewagt.

Wie lange lässt sich der Strombedarf Deutschlands eigentlich aus der 
momentan vorhandenen Akkukapazität decken?

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Letztendlich ist das aber nur eine Randnotiz, denn das
>> Problem lässt sich ja wirklich einfach lösen, indem man bspw. die
>> Anlagen jeweils leicht verzögert abschaltet. Streut man das über +/-5
>> Minuten, so würde das vermutlich schon ausreichen.
>
> Ja, klar, das kann man einfach lösen. Sollte man dann bitte auch. Aber
> die Vorschriften aus der EU! :-)
> Scheinbar war das den Verantwortlichen nicht bewusst.

Ja, manche Regelungen sollte man lieber zuerst mit einem Techniker 
besprechen ;-)

> Chris D. schrieb:
>> weitere für reinen H2 sind im Bau.
>
> Das mit dem H2 ist auch so ein zwar interessanter, aber sinnloser Traum.
> Die Kreiseffektivität (Strom -> H2 -> Strom) liegt bei 20%.

Ich habe da andere Zahlen. MWn liegt die Elektrolyse bei käuflichen 
(Container-)Systemen inkl. Wasseraufbereitung bei 80% Wirkungsgrad. 
Neuere H2-Gaskraftwerke erreichen knapp 60%. Das sind die Zahlen, die 
ich bei den Herstellern ermitteln konnte.

> Also 7 ct
> aus Windkraft kosten dann 28 ct aus H2 als Erzeugerpreis.

Selbst das fände ich immer noch günstig, denn Du darfst nicht vergessen, 
dass Du diese Energie nur während der Dunkelflauten wirklich benötigst. 
Wenn man also von einem Monat ausgeht, dann schlägt das über's Jahr 
anteilig nur noch mit 1/12 zu Buche.

> Speicherung ist das nächste. H2 ist ein sehr kleines Molekül und
> diffundiert daher sehr gerne. CH4 ist größer, also unproblematischer.
> Dann das Gasnetz, das man schon angefangen hat abzubauen, ist nur
> bedingt für H2 geeignet. Stichwort Wasserstoffversprödung von Stahl.

Diese Mär lässt sich offenbar nicht ausrotten :-)

Die Versprödung hatten schon unsere Altvorderen im Griff, denn diese 
bezieht sich überhaupt nur auf bestimmte Stahlsorten - die man dann 
einfach nicht (mehr) genommen hat. Ein Großteil unseres Gasnetzes - 
insbesondere im Überlandbereich ist Stand heute bereits H2-fähig, sei 
es, weil beschichtet oder weil vernünftiger Stahl genommen wurde. Aber 
die werden halt (noch) für Erdgas benötigt. Problematisch sind da nur 
städtische Netze, aber die benötigt man eh nicht zur Einspeisung und die 
fallen dann ja auch in wenigen Jahren weg, da fehlende Abnehmer.

Und das mit dem Diffundieren vergessen wir bei den erforderlichen 
Drücken  schnell wieder. Hier stehen simple 10l-Stahlflaschen mit 3mm 
Wandstärke seit vielen Jahren mit 200(!) bar. Da diffundiert nix. Auch 
nicht bei Helium, dessen Querschnitt nochmal kleiner ist. Und das sind 
normale umgewidmete Stahlflaschen, also nichtmal beschichtet.

Die Speicher in Jemgum sind übrigens schon H2-zertifiziert, ebenso die 
großen Kavernen - aber da ist noch Erdgas drin ;-)

In dem Zusammenhang übrigens auch interessant: der Transport von Gas 
durch Pipelines ist der mit Abstand effizienteste Weg des 
Energietransports. Im Schnitt benötigt man nur 0,1% der Energie zum 
Transport (also für die Verdichter). H2 hat da sogar den Vorteil, dass 
es eine geringere Viskosität hat und somit weniger Verluste - trotz der 
geringeren Energiedichte.

Damit sind also auch größere Entfernungen zu den Gakraftwerken kein 
großes Problem.

> Chris D. schrieb:
>> Klar, das wird teuer. Aber letztendlich mittelt sich
>> das über das Jahr raus.
>
> Dann kann man endlich mal die Kosten Erneuerbare zu Konventionelle
> gegenüberstellen. Ich ahne, dass das nicht sehr erfreulich wird.

Das denke ich auch - aber für die konventionellen ;-)

> Chris D. schrieb:
>> Wobei das dann wirklich lokal ist - denn landesweit lässt sich seit 20
>> Jahren ein komplett gegenläufiger Trend beobachten: das deutsche
>> Stromnetz wird immer stabiler und war in der Tat noch nie so stabil wie
>> heutzutage.
>
> Ja und Nein. Also die Ausfälle sind nach meiner Beobachtung sehr lokal.
> Im nächsten Dorf kann es schon wieder Strom geben. Auf der
> Störungsmeldungskart sieht man das auch.
> Das "sehr" stabil wird mühsam durch das DIspatching aufrechterhalten.
> Kosten derzeit (ausm Kopf) 4 Mrd€/Jahr. Die Dispatches haben um den
> Faktor 10 (ist mehr, je nach Vergleichszeitraum) zugenommen (auch ausm
> Kopf). Das ist inzwischen leider eine unglaubliche Flickschusterei
> geworden.

Das ist keine Flickschusterei, sondern genau deswegen erfolgt der Ausbau 
der Netze. Natürlich muss man mehr und öfter eingreifen - das liegt bei 
Erneuerbaren auf der Hand. Da wird aber nichts "mühsam" aufrecht 
erhalten, sondern das ist genau so geplant und gewollt. Und deswegen 
wurde das Netz in den letzten 20 Jahren auch immer stabiler und ist weit 
entfernt von irgendwelchen Blackouts.

Und weil es immer gerne um "Zappelstrom" vs. "Grundlastfähigkeit" geht: 
diese Grundlast gab es nie - dazu reicht ein Blick auf den täglichen 
Stromverbrauch in DE. Dieser schwankt EXTREM. Damit die alten Meiler 
trotzdem halbwegs kostendeckend arbeiten konnten gab es dann genau die 
sicherlich noch bekannten Nachtstromtarife, um das Zeug überhaupt 
loszuwerden und nicht ständig nachregeln zu müssen, was die Lebensdauer 
massiv verkürzt hätte.

> Es gibt auf YT einen Kanal "Outdoor Chiemgau" der aber inzwischen das
> Thema Versorgungsnetz hat.

Ich erinnere mich mit Gruseln ;-) Da hab ich mal einen Beitrag zum 
Jetzt-Aber-Ganz-Sicher-Kommenden-Blackout gesehen. Hat mir persönlich 
gereicht. Der lässt ganz gezielt Dinge einfach weg und präsentiert den 
Rest als Realität.

> Ist schon klar, der ist eher kein Verfechter.

Eben. So etwas ist keine neutrale Quelle. Und ich vermisse auch seine 
Expertise im Bereich der Energienetze.

> Man kann sich aber nach
> wie vor seine eigene Meinung bilden. Quellen sind nachvollziehbar (wenn
> auch nicht vorbildlich).
> Aber Mancher wird am herzlich ausgelebten Dialekt scheitern. Ich kann
> ihn genießen. :-)

Man sollte sich wirklich an die offiziellen Quellen halten und im 
Zweifel einfach mal bei Produzenten und Betreibern nachfragen, also 
direkt an der Quelle.

Nicht falsch verstehen: natürlich ist so ein Netzumbau eine große 
Herausforderung und das kostet auch richtig Geld. Aber ich persönlich 
sehe in diesem Umbau die einzige Chance, Energie dauerhaft bezahlbar und 
vor allem sicher zu halten - gerade wenn man sich die weltweiten 
Ereignisse der letzten Jahre so ansieht. Mir geht es da nicht einmal um 
Klimaschutz sondern um Unabhängigkeit und Robustheit unserer 
Energieversorgung.

Und es ist zumindest hier so, dass die Endkundenpreise in der Region 
nach 20 Jahren Anstieg jetzt sinken - und zwar deutlich. Ich zahle jetzt 
brutto 25ct/kWh. Ich glaube, das war zuletzt 2017 der Fall.

von Nick (b620ys)


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Axel G. schrieb:
> Ach Gottchen, du hältst dich ja an jedem Strohhalm fest.

Du kannst die Liste der Umweltbelastung bei Produktion und Betrieb für 
alle Kraftwerksarten gerne erweitern.

Axel G. schrieb:
> Wie lange lässt sich der Strombedarf Deutschlands eigentlich aus der
> momentan vorhandenen Akkukapazität decken?

Mir fällt es grad nicht ein, aber gibt es nicht eine Untergrenze bei der 
Zeiterfassung?
Ah, gefunden! Plank-Zeit.

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:
> G. K. schrieb:
>> Zeig mir mal das Bollwerk auf dem Bild im Anhang
>
> Soll ich dir jetzt Brillenputztücher schicken?

Schau dir mal Frankfurt dazu im Vergleich an, ein 380KV-Ring mit 5 
Anschlüssen an das Fernnetz, anstatt 2 wie in München.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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G. K. schrieb:
> Aber bitte nicht die Kosten der Entsorgung von CO2-Müll und radioaktiven
> Müll unterschlagen. Und auch die Versicherungen der AKWs nicht
> unterschlagen.

Um nur eine Kostenposition zu nennen: laut Bundesumweltamt benötigen wir 
jedes Jahr nur für die ZWISCHENlagerung 1,4 Mrd. Euro - bei genau 0kWh 
Ertrag. Damit wird der AKW-Strom nachträglich immer teurer.

von Rahul D. (rahul)


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G. K. schrieb:
> Die großen Stromtrassen werden nicht von Kommunen geplant.

Warum erwähnst du dann explizit München?

von Udo S. (urschmitt)


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Nick schrieb:
> Speicherung ist das nächste. H2 ist ein sehr kleines Molekül und
> diffundiert daher sehr gerne. CH4 ist größer, also unproblematischer.
> Dann das Gasnetz, das man schon angefangen hat abzubauen, ist nur
> bedingt für H2 geeignet. Stichwort Wasserstoffversprödung von Stahl.

Klar, nur hat man das schon vor über 100 Jahren mit Stadtgas aus 
Kohlevergasung beherrscht.
Aber das verschweigen die Öl, Gas und Kohle Lobbyisten gerne.

Aber klar, für dich ist eine heimische Energieversorgung die inzwischen 
über 50% des Stroms aus Wind und Sonne erzielt deutlich schlechter als 
eine Versorgung, die auf fossilen Importen aus z.T. faschistischen 
Ländern beruht.
Wie schnell man damit erpresst werden kann haben die letzten 4 Jahr ja 
wohl deutlich gezeigt.

Oder willst du auf Kernenergie zurück. Die teuerste Energieform die es 
ja gab. Zumindest wenn man ehrlich die ganzen Subventionen für den Bau 
und die Entsorgung des radioaktiven Mülls mit einrechnet. Für die großen 
Energieversorger war es natürlich lukrativ. Erst hat man sich vom Staat 
die Kraftwerke subventionieren lassen, dann hat man damit ordentlich 
Geld verdient. Und aus den Ewigkeitskosten hat man sich billig 
rausgekauft und den Müll uns allen vor die Füße geworfen.

von G. K. (zumsel)


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Rahul D. schrieb:
> G. K. schrieb:
>> Die großen Stromtrassen werden nicht von Kommunen geplant.
>
> Warum erwähnst du dann explizit München?

Weil Städte im Regelfall an das Fernnetz angebunden sind, der Strom wird 
halt aus anderen Richtungen kommen.

von Nick (b620ys)


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Chris D. schrieb:
> Wenn man also von einem Monat ausgeht, dann schlägt das über's Jahr
> anteilig nur noch mit 1/12 zu Buche.

Kann man an den Diagrammen der Stromquellen über den Tag als arg 
optimistisch erkennen.

Chris D. schrieb:
> Das ist keine Flickschusterei, sondern genau deswegen erfolgt der Ausbau
> der Netze.

Das Dispatching ist Flickschusterei. Der Netzausbau versucht sie zu 
minimieren.

Chris D. schrieb:
> diese Grundlast gab es nie - dazu reicht ein Blick auf den täglichen
> Stromverbrauch in DE. Dieser schwankt EXTREM.

Also er zappelt. Der Verbrauch und asynchron dazu die Erzeugung.
Unter Grundlast verstehe zumindest ich, was über den Tag mindestens 
verbraucht wird. So wie Grundsicherung und Spitzenverdiener.

Chris D. schrieb:
> Eben. So etwas ist keine neutrale Quelle. Und ich vermisse auch seine
> Expertise im Bereich der Energienetze.

Den Filter kann sich jeder selbst aufsetzen. Quellen jeder selbst 
verifizieren. Wenn man das Argument "ist nicht neutral" anwendet, dann 
ist man fein raus. Man ist dann die einzige Referenz und kann das 
Warheitministerium eröffnen.

Chris D. schrieb:
> Nicht falsch verstehen: natürlich ist so ein Netzumbau eine große
> Herausforderung und das kostet auch richtig Geld.

Also erfordern die Erneuerbaren erhebliche Investitionen. Ich glaub 600 
Mrd € bis 2025.

Chris D. schrieb:
> Die Versprödung hatten schon unsere Altvorderen im Griff, denn diese
> bezieht sich überhaupt nur auf bestimmte Stahlsorten

Das ist aber eher andersrum. Nur bestimmt Stahlsorten sind für H2 sicher 
geeignet.
Schau dir mal die Vorschriften beim Verzinken an und was die 
Gefahrenquelle ist. Ich glaub das ist 15 Jahre her, da ist man ganz übel 
mit einer neuen Zinkbad-Legierung reingefallen. Und ich **glaube** da 
war Wasserstoff ein Teil davon. Ich hab aber keine passenden 
Suchbegriffe zur Hand.

von Axel G. (axelg) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Axel G. schrieb:
>> Ach Gottchen, du hältst dich ja an jedem Strohhalm fest.
>
> Du kannst die Liste der Umweltbelastung bei Produktion und Betrieb für
> alle Kraftwerksarten gerne erweitern.

Du weichst aus.

Die "Feinstaubbelastung durch Rotorblätter" dürfte, grob geschätzt, um 7 
Größenordnungen unter der von fossilen Kraftwerken liegen.

Und selbst wenn das Recycling von Solarzellen überhaupt nicht 
stattfände: die tun nix, wenn die herumliegen, anders als radioaktive 
Abfälle.


> Axel G. schrieb:
>> Wie lange lässt sich der Strombedarf Deutschlands eigentlich aus der
>> momentan vorhandenen Akkukapazität decken?
>
> Mir fällt es grad nicht ein, aber gibt es nicht eine Untergrenze bei der
> Zeiterfassung?
> Ah, gefunden! Plank-Zeit.

Meinst du Herrn Planck?
Die Untergrenze ist ein Produkt aus Ort und Impuls.

Die Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland haben eine Speicherkapazität 
von etwa 39 GWh.
Die Akkukapazität liegt laut https://battery-charts.de bei:
Heimspeicher 20,56 GWh
Gewerbespeicher 1,4 GWh
Großspeicher 4,66 GWh

Deutschland verbraucht etwa 53 GWh elektrischer Energie pro Stunde 
(rustikal über Tag und Nacht gemittelt), d.h. jetzt schon lässt sich der 
deutsche Strombedarf für eine halbe Stunde aus Akkus decken.

Mich hat es überrascht, wie viel das schon ist.

von H. H. (hhinz)


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Nick schrieb:
> Den Filter kann sich jeder selbst aufsetzen.

Deiner ist so schmal, da gibt es bereits Quanteneffekte.

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:

> Also erfordern die Erneuerbaren erhebliche Investitionen. Ich glaub 600
> Mrd € bis 2025.

Das fossile Zeug kostet auch Kohle, und das nicht zu knapp und wird 
dabei auch zusätzlich verbraucht.

von H. H. (hhinz)


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Nick schrieb:
> Also erfordern die Erneuerbaren erhebliche Investitionen. Ich glaub 600
> Mrd € bis 2025.

2045, und ein großer Teil davon ist nicht wegen der Erneuerbaren 
erforderlich.

von Nick (b620ys)


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Chris D. schrieb:
> laut Bundesumweltamt benötigen wir
> jedes Jahr nur für die ZWISCHENlagerung 1,4 Mrd. Euro

Endlager werden ja blockiert. Es gibt kein einziges. Also die 
Hervorhebung von "zwischen" ist eher irreführend.

G. K. schrieb:
> Schau dir mal Frankfurt dazu im Vergleich an, ein 380KV-Ring mit 5
> Anschlüssen an das Fernnetz, anstatt 2 wie in München.

Also ich zähle auf deiner Karte zu München 5 Umspannwerke.
Im Süden Münchens gibt es keine großen Industrieansiedlungen und auch 
keine großen erzeugenden Kraftwerke. Da kommen nämlich ganz schnell die 
Berge.

von Nick (b620ys)


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H. H. schrieb:
> 2045, und ein großer Teil davon ist nicht wegen der Erneuerbaren
> erforderlich.

Die 2025 war ja ein offensichtlicher Verschreiber.
Doch. Wenn man AKWs stilllegt und dann dadurch den Strom von irgendwo 
her anders bekommen muss, ist das die Folge davon.
Nicht umsonst war das AKW Isar II in der Nähe des Chemiedreiecks Bayern. 
Und nicht umsonst hat Wacker dort jetzt ein eigenes 
Gasturbinenkraftwerk.

Die Netzstruktur war halt auf die Kraftwerke ausgelegt. Und die 
Kraftwerke wurden da gebaut, wo viel Strom nötig ist. Und die Industrie 
siedelte sich da an,wo zuverlässig und genügend Strom vorhanden ist.

von H. H. (hhinz)


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Tja, keine Ahnung, aber eine ganz feste Meinung.

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:

> Also ich zähle auf deiner Karte zu München 5 Umspannwerke.
> Im Süden Münchens gibt es keine großen Industrieansiedlungen und auch
> keine großen erzeugenden Kraftwerke. Da kommen nämlich ganz schnell die
> Berge.

Allerdings wird mittlerweile einiges an Solarstrom im Süden Münchens 
erzeugt.

von Le X. (lex_91)


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Nick schrieb:
> Und die Industrie siedelte sich da an,wo zuverlässig und genügend Strom
> vorhanden ist.

Industrie siedelt sich da an wo sich Körperschaften mit Steuern unter- 
und mit Förderungen überbieten.

von Nick (b620ys)


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H. H. schrieb:
> Tja, keine Ahnung, aber eine ganz feste Meinung.

Du wirst noch in die Geschichte eingehen.
Mit dem Begriff "Hinzsche Argumentation". Direkt neben "Godwin's law"

von Axel G. (axelg) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> laut Bundesumweltamt benötigen wir
>> jedes Jahr nur für die ZWISCHENlagerung 1,4 Mrd. Euro
>
> Endlager werden ja blockiert. Es gibt kein einziges. Also die
> Hervorhebung von "zwischen" ist eher irreführend.

Blockiert ist gut. Die Dinger will aus gutem Grund niemand haben.

Die Hervorhebung durch Chris diente wohl eher als Hinweis darauf, daß 
trotz der unglaublichen Kosten das Problem nur zeitlich verschoben wird.

Und dann diese Hybris dabei. Man glaubt wirklich vorhersagen zu können, 
das so eine Einrichtung für 20000 Jahre von der Biosphäre getrennt ist. 
Das ist so was von bizarr.
Schade drum ist's. Kernenergie ist eigentlich ziemlich klasse, wäre der 
Müll nicht. Aber der ist und damit sind AKWs auf deutsch gesagt ein 
Verbrechen an kommenden Generationen.

von H. H. (hhinz)


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Nick schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Tja, keine Ahnung, aber eine ganz feste Meinung.
>
> Du wirst noch in die Geschichte eingehen.
> Mit dem Begriff "Hinzsche Argumentation". Direkt neben "Godwin's law"

Ich rolle keine Felsen den Berg hinauf.

von Nick (b620ys)


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G. K. schrieb:
> Allerdings wird mittlerweile einiges an Solarstrom im Süden Münchens
> erzeugt.

Das trifft eher generell für den ländlichen Raum zu. Platz, große freie 
Dachflächen.
Und ja, im Süden Deutschlands (und nicht nur Münchens) scheint mehr 
Sonne, im Norden gibt es mehr Wind.

https://www.enerkii.com/tools/sonnenstundenrechner

Auch wenn es bei der Sonne nur etwa 15% mehr Ertrag ist im Vergleich zum 
Norden.

von Axel G. (axelg) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Und ja, im Süden Deutschlands (und nicht nur Münchens) scheint mehr
> Sonne, im Norden gibt es mehr Wind.
> Auch wenn es bei der Sonne nur etwa 15% mehr Ertrag ist im Vergleich zum
> Norden.

Oh, da hätte ich mit größeren Unterschieden gerechnet. Gefühlt ist es im 
Norden ja doch eher nass :)

Aber wahrscheinlich ist selbst in Bayern der Himmel nicht immer blau.

von Thorsten O. (Firma: mechapro GmbH) (ostermann) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> laut Bundesumweltamt benötigen wir
>> jedes Jahr nur für die ZWISCHENlagerung 1,4 Mrd. Euro
>
> Endlager werden ja blockiert. Es gibt kein einziges. Also die
> Hervorhebung von "zwischen" ist eher irreführend.

Ganz besonders von Herrn Söder und der CSU. Den Strom aus den AKWs hat 
man immer gerne genommen, aber die Risiken der Endlagerung möchte man 
dann doch nicht vor der eigenen Tür haben.

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann

von Rahul D. (rahul)


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Axel G. schrieb:
> Gefühlt ist es im
> Norden ja doch eher nass :)

Dafür weht aber meist auch noch Wind.

Axel G. schrieb:
> Aber wahrscheinlich ist selbst in Bayern der Himmel nicht immer blau.

Wind gibt's dann trotzdem, aber Sonne?

von Nick (b620ys)


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Axel G. schrieb:
> Blockiert ist gut. Die Dinger will aus gutem Grund niemand haben.

Das blockiert (oder gerne auch verzögert, wenn's dir hilft) das 
zuständige Bundesamt. bge.bund.de Die Prognosen für eine Entscheidung 
gehen bis 2070. Die Festlegung soll bis 2031 erfolgen. Seit wann sucht 
man jetzt eigentlich? Passen da 30 Jahre?

Das kommt mir vor wie die Prognosen für die Kernfusion.

Axel G. schrieb:
> das so eine Einrichtung für 20000 Jahre von der Biosphäre getrennt ist.

Die Forderung ist 1 Million Jahre. Man könnte das Zeug auch in modernen 
KKWs verheizen.
Was viele vergessen ist, dass eine lange Halbwertszeit gleichzeitig eine 
niedrige Radioaktivität bedeutet. Es zerfällt Materie in Energie.
Es geht also darum, einen Mix aus hoch-radioaktiven Abfällen sicher 
kurzfristig zu lagern und schwach-radioaktive langfristig zu lagern.

Axel G. schrieb:
> Aber der ist und damit sind AKWs auf deutsch gesagt ein
> Verbrechen an kommenden Generationen.

Ich bin auch dafür, dass Uran-Abbaugebiete verboten gehören. Das dürfte 
schon garnicht in der Erde sein. Wollen wir es gemeinsam ausgraben, 
sinnvoll nutzen und dann ordentlich wegräumen?

von Udo S. (urschmitt)


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Axel G. schrieb:
> Aber wahrscheinlich ist selbst in Bayern der Himmel nicht immer blau.

Das kann gar nicht Sein. Söder hat das doch fest versprochen.

von Nick (b620ys)


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Thorsten O. schrieb:
> Ganz besonders von Herrn Söder und der CSU.

Stimmt, grüne Bundesländer drängen sich bei den Endlagerstätten alle 
vor. Daher dauert die Suche so lange. Die blockieren die Tür zur 
Bundesbehörde.

Rahul D. schrieb:
>> Aber wahrscheinlich ist selbst in Bayern der Himmel nicht immer blau.
>
> Wind gibt's dann trotzdem, aber Sonne?

Bayern ist eher Schwachwindgebiet. Man will im Raum Altötting 
(Altöttinger Staatsforst, Chemiedreieck) Windräder bauen. Wobei das 
nachweislich ein Schwachwindgebiet ist. Jetzt wird es halt ein 
Schwachsinnsgebiet (für die geplanten Windräder).

Und natürlich hat jedes Bundesland das beste Wetter. Ausser der Norden. 
;-)

von Udo S. (urschmitt)


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Nick schrieb:
> Man könnte das Zeug auch in modernen
> KKWs verheizen.

Klar, Wasserstoff ist für dich unbeherrschbares Teufelzeug, aber 
irgendwelche Zukunftsreaktoren, die bisher nur als Idee existieren 
willst du bauen.

Zeige doch mal wie die:
radioaktiv kontaminierte Erde "verheizen"?
radioaktive Gase
tausende Tonnen an radioaktivem Stahl
hunderttausende Tonnen leicht radioaktiven Beton.

Naiver Träumer

von Axel G. (axelg) Benutzerseite


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*Schade, bisher hielt ich dich für fundiert, aber leider hat H.H. recht 
und ich meine Zeit verschwendet.*

Nick schrieb:
> Das blockiert (oder gerne auch verzögert, wenn's dir hilft) das
> zuständige Bundesamt. bge.bund.de Die Prognosen für eine Entscheidung
> gehen bis 2070. Die Festlegung soll bis 2031 erfolgen. Seit wann sucht
> man jetzt eigentlich? Passen da 30 Jahre?

Hä? Was faselst du?

> Axel G. schrieb:
>> das so eine Einrichtung für 20000 Jahre von der Biosphäre getrennt ist.
>
> Die Forderung ist 1 Million Jahre. Man könnte das Zeug auch in modernen
> KKWs verheizen.

Nein, kann man nicht du Ahnungsloser.


Nick schrieb:
> Was viele vergessen ist, dass eine lange Halbwertszeit gleichzeitig eine
> niedrige Radioaktivität bedeutet.

Wahnsinn in welchem Masse du dein Unwissen an den Tag legst.


Nick schrieb:
> Es zerfällt Materie in Energie.
> Es geht also darum, einen Mix aus hoch-radioaktiven Abfällen sicher
> kurzfristig zu lagern und schwach-radioaktive langfristig zu lagern.

Was für ein Schwachsinn.


Nick schrieb:
> Ich bin auch dafür, dass Uran-Abbaugebiete verboten gehören. Das dürfte
> schon garnicht in der Erde sein. Wollen wir es gemeinsam ausgraben,
> sinnvoll nutzen und dann ordentlich wegräumen?

Himmel hilf, du hast wirklich keine Ahnung von Physik.

von Nick (b620ys)


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H. H. schrieb:
> Ich rolle keine Felsen den Berg hinauf.

Hat man bei dir den Stein durch Windmühlen ersetzt?

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Nick schrieb:
> Stein

Es ist kein Stein, sondern ein Kreuz.
Oberammergau

von Nick (b620ys)


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Axel G. schrieb:
> Nick schrieb:
>> Was viele vergessen ist, dass eine lange Halbwertszeit gleichzeitig eine
>> niedrige Radioaktivität bedeutet.
>
> Wahnsinn in welchem Masse du dein Unwissen an den Tag legst.

Ich zitier mal kurz:
"Eng verknüpft mit der Halbwertszeit eines Radionuklids ist seine 
spezifische Aktivität, also die Aktivität pro Masse, ausgedrückt z. B. 
in Becquerel pro Milligramm, Bq/mg. Der Zusammenhang zwischen 
spezifischer Aktivität und der Halbwertszeit ist umgekehrt proportional: 
je kürzer die Halbwertszeit, desto größer ist bei gegebener 
Substanzmenge die Aktivität und umgekehrt. "

Axel G. schrieb:
> Hä? Was faselst du?

Schau dir bge.bund.de an, da kannst du es selbst nachlesen.

Axel G. schrieb:
> Nick schrieb:
>> Ich bin auch dafür, dass Uran-Abbaugebiete verboten gehören. Das dürfte
>> schon garnicht in der Erde sein. Wollen wir es gemeinsam ausgraben,
>> sinnvoll nutzen und dann ordentlich wegräumen?
>
> Himmel hilf, du hast wirklich keine Ahnung von Physik.

Woher kommen denn dann die radioaktiven Materalien?
Wachsen die in holländischen Plantagen? Holt die Tim Knopf von der 
Sonne? Sind die Radon-Höhlen eine Erfindung der Gebrüder Grimm? Ist 
Uranglas nur ein Trick der Römer gewesen um den Abfall ihrer AKWs 
loszuwerden?

von Rahul D. (rahul)


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Nick schrieb:
> Ausser der Norden.

Da kann man nur die falsche Kleidung haben.

Bei AKW und ihrem Müll sollte man nach dem Verursacherprinzip arbeiten:
Wer (bzw. welches Bundesland) solchen Müll produziert, ist auch für 
dessen Endlagerung / Weiterverwertung verantwortlich.
Wie lange es wohl dauert, wenn man jetzt damit anfängt, ein "modernes" 
AKW ("SMR") in Bayern zu bauen? Und wie lange dauert es, bis der 
Brennstoff dann nicht mehr strahlt?
Andere (westdeutsche) Bundesländer haben an dem Kram ja kein Interesse 
mehr.

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Chris D.,

Chris D. schrieb:
> Und weil es immer gerne um "Zappelstrom" vs. "Grundlastfähigkeit" geht:
> diese Grundlast gab es nie - dazu reicht ein Blick auf den täglichen
> Stromverbrauch in DE. Dieser schwankt EXTREM. Damit die alten Meiler

Extreme Schwankungen negieren doch nicht die Existenz einer Grundlast?
Im Jahre 2025 wurden eine Last von 33 GW in Deutschland nicht 
unterschritten.
Diesen Sockelverbrauch würde ich schon als Grundlast ansehen, Du nicht?

Leider hatte ich keine Zeitreihe parat, aber hier kann man sich durch 
die Wochen durchgucken:

https://www.energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&week=25&year=2025

Chris D. schrieb:
> Interessant. Letztendlich ist das aber nur eine Randnotiz, denn das
> Problem lässt sich ja wirklich einfach lösen, indem man bspw. die
> Anlagen jeweils leicht verzögert abschaltet. Streut man das über +/-5
> Minuten, so würde das vermutlich schon ausreichen.

Ich bin ja nur fortgeschrittener Anfänger, aber wenn sich die 
Netzfrequenz z.B. der kritischen oberen Abschaltfrequenz nähert hilft es 
dem Netz nicht, wenn x GW Wechselrichtereinspeisung sich y Minuten 
später abgeschaltet hätte, oder? Meines Wissens gibt es bei neueren 
Einspeisewechselrichtern diese harte Abschaltung nicht mehr und der 
Anteil der hart abschaltenden Wechselrichter fällt in Folge der 
Neuerrichtung von Solaranlagen.

Chris D. schrieb:
> Das oft gebrachte Argument, die Erneuerbaren würden die
> Versorgungssicherheit gefährden, lässt sich an den Daten (SAITI etc.)
> nicht ablesen. Es geht eher deutlich in die andere - erfreuliche -
> Richtung.
>
> Natürlich sind mehr Eingriffe ins Netz nötig - keine Frage. Aber
> offenbar bekommen die Jungs und Mädels in den Leitstellen und im Ausbau
> das ganz hervorragend hin.

Die Zahl der (n-1)-Gefährdungen stieg im Regelungsgebiet von Tennet 
stieg von 2 Ereignissen an 2 Tage im Jahre 2003 auf 1579 Ereignisse an 
356 Tagen im Jahre 2017.
Quelle: Vortrag "Energiewende gestalten" aus dem Jahre 2018 in der 
Leitwarte Lehrte

Leider habe ich keine aktuellen Zahlen parat.

Ich habe deswegen nicht den Eindruck, dass die Stabilität gleich 
geblieben oder gar gestiegen ist.

Mit der Abnahme der Anzahl von Kraftwerken in Deutschland reduzieren 
sich sich auch die Möglichkeiten der Leitwarten, den Stromverlauf zu 
lenken um die (n-1)-Gefährdungen zu reduzieren.

Aus meiner Sicht ist die (n-1)-Gefährdungsintensität ein weiterer 
Stabilitätsindikator.

Tennet skillt die Ampers hoch, die anderen Netzbetreiber vermutlich 
auch.
Übertragungsnetzleitungen können bei günstigen Bedingungen bis zu 80% 
mehr Strom führen. Leitungen schalten jetzt nicht mehr einfach ab, weil 
ein bestimmter Strom überschritten wird. Stattdessen wird eine Logik 
eingebaut, die aus Sonnenintensität, Umgebungstemperatur und Windstärke 
einen Abschaltstrom berechnet. Dank dem schrittweisen Einbau dieser 
Logik sind die Redispatchkosten gefallen. Aber diese Konstruktion ist 
auch komplexer und ich befürchte auch sabotagefreundlicher!

von Nick (b620ys)


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Udo S. schrieb:
> radioaktiv kontaminierte Erde "verheizen"?

Sie zerfallen. E = m * c^2. Entropie.

Das ist noch nicht so schwer festzustellen dass "Halbwertszeit" dem 
Begriff "Ewigkeit" widerspricht.

239Pu   24.110 Jahre   2.307.900 Bq/mg
232Th   14.050.000.000 Jahre   4 Bq/mg
Alleine daraus sieht man, dass da wohl ein Zusammenhang zwischen 
Halbwertszeit und Radioaktivität ist. Ein umgekehrt proportionaler.
Dazu brauchts nicht mal einen Atomwissenschaftler.

Zitat:
"Erst Ende des 20. Jahrhunderts sind einige früher als stabil geltende 
Nuklide als extrem langlebige Radionuklide „entlarvt“ worden, zum 
Beispiel 149Sm, 152Gd (beides Lanthanoide), 174Hf, 180W und 209Bi mit 
Halbwertszeiten von bis zu einigen Trillionen Jahren. Die Aktivität ist 
bei so langen Halbwertszeiten entsprechend gering und nur mit großem 
Aufwand nachweisbar."

Ist das jetzt Teufelszeug oder fliegst du lieber nach Malle für deine 
Tagesdosis.

von Nick (b620ys)


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Peter M. schrieb:
> Ich bin ja nur fortgeschrittener Anfänger, aber wenn sich die
> Netzfrequenz z.B. der kritischen oberen Abschaltfrequenz nähert hilft es
> dem Netz nicht, wenn x GW Wechselrichtereinspeisung sich y Minuten
> später abgeschaltet hätte, oder?

Doch, das hilft schon. Da tut sich die Momentanreserve leichter das 
auszugleichen. Die klassischen Kraftwerke sind vergleichsweis träge in 
der Regelung. Aber haben auch Schwungmasse die beim Ausgleich leicht 
abgebremst wird. Aber irgendwann ist halt die Momentanreserve 
aufgebraucht und muss wieder aufgebaut werden. Momentanreserve mein 
"Bereitstellung für bis zu 20 Sekunden". Das schließt auch kurzzeitige 
Überlast ein. Je steifer man die Regelung macht, um so größer die 
Momentanreserve. Es gibt aber nur eine bestimmt Menge an 
Momentanreserve. Wenn man den Bedarf davon verteil, kann sie sich 
erholen. Die beobachteten Einbrüche dauern etwa 5 Minuten. In der Zeit 
greifen dann andere Reservemechanismen.

Peter M. schrieb:
> Aber diese Konstruktion ist
> auch komplexer und ich befürchte auch sabotagefreundlicher!

Das ist mMn nicht der Punkt. Die Lösung spielt mit der Statistik. Sie 
kann nicht garantieren, dass die Leistung immer durch die Leitung geht. 
Sobald man darauf baut, dass sie **fast** immer durch die Leitung geht, 
kommt der Fall, dass es mal weniger wird, abgeregelt wird und dann die 
nächste "KI-Leitung" abregeln muss und dann ...
Das hat nichts mit Ausfallsicherheit zu tun, das ist 
Ausfallswahrscheinlichkeit.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Peter M. schrieb:
> Hallo Chris D.,
>
> Chris D. schrieb:
>> Und weil es immer gerne um "Zappelstrom" vs. "Grundlastfähigkeit" geht:
>> diese Grundlast gab es nie - dazu reicht ein Blick auf den täglichen
>> Stromverbrauch in DE. Dieser schwankt EXTREM. Damit die alten Meiler
>
> Extreme Schwankungen negieren doch nicht die Existenz einer Grundlast?
> Im Jahre 2025 wurden eine Last von 33 GW in Deutschland nicht
> unterschritten.
> Diesen Sockelverbrauch würde ich schon als Grundlast ansehen, Du nicht?

Ich habe hier an Zahlen 25GW, aber sei's drum. Aber es wird immer so 
getan, als seien grundlastfähige Kraftwerke der Segen, obwohl das für 
den Großteil des Energieverbrauchs eben nicht stimmt. Zumal Biogas und 
Wasser da auch nochmal 5GW "wegknabbern".

Was man bei der heutigen Grundlast auch nicht vergessen darf: viele 
Kohlemeiler müssen sowieso durchlaufen, weil die Kraft-Wärme-Kopplung 
haben, also Heißwasser für Heizungen liefen müssen. Daher werden die 
auch bei stärkstem Wind nie ganz runtergefahren. Wenn die aber sowieso 
laufen müssen, dann kann man damit auch Strom erzeugen, den man dann 
(vermutlich) preiswert an Großverbraucher abgibt. Ich denke, dass 
deshalb in Zukunft noch einiges an Grundlast wegfallen wird, wenn dort 
dann Wärmepumpen Einzug halten.

> Leider hatte ich keine Zeitreihe parat, aber hier kann man sich durch
> die Wochen durchgucken:
>
> 
https://www.energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&week=25&year=2025

Jepp. Daher habe ich die 25 GW ;-)

> Chris D. schrieb:
>> Interessant. Letztendlich ist das aber nur eine Randnotiz, denn das
>> Problem lässt sich ja wirklich einfach lösen, indem man bspw. die
>> Anlagen jeweils leicht verzögert abschaltet. Streut man das über +/-5
>> Minuten, so würde das vermutlich schon ausreichen.
>
> Ich bin ja nur fortgeschrittener Anfänger, aber wenn sich die
> Netzfrequenz z.B. der kritischen oberen Abschaltfrequenz nähert hilft es
> dem Netz nicht, wenn x GW Wechselrichtereinspeisung sich y Minuten
> später abgeschaltet hätte, oder?

Es geht darum, anderen Kraftwerkstypen das Hochfahren zu ermöglichen. 
Und da hilft es enorm, wenn die bisherige Erzeugung langsam wegfällt, 
man also - ganz platt gesagt - die Windräder nacheinander und nicht 
gleichzeitig vom Netz nimmt.

> Meines Wissens gibt es bei neueren
> Einspeisewechselrichtern diese harte Abschaltung nicht mehr und der
> Anteil der hart abschaltenden Wechselrichter fällt in Folge der
> Neuerrichtung von Solaranlagen.

Bei PV kenne ich es und da ist es auch einfach, weil dort nicht 
abgenommene Energie in Wärme in den Modulen verheizt wird.

Bei Windkraft wird das vermutlich nicht ausschließlich elektronisch 
funktionieren, weil das Rad sich bei zurückgehender Last 
(=Stromerzeugung) immer schneller dreht.

Aber da bin ich auch noch Laie - vielleicht ist hier jemand näher dran 
als wir beide.

> Chris D. schrieb:
>> Das oft gebrachte Argument, die Erneuerbaren würden die
>> Versorgungssicherheit gefährden, lässt sich an den Daten (SAITI etc.)
>> nicht ablesen. Es geht eher deutlich in die andere - erfreuliche -
>> Richtung.
>>
>> Natürlich sind mehr Eingriffe ins Netz nötig - keine Frage. Aber
>> offenbar bekommen die Jungs und Mädels in den Leitstellen und im Ausbau
>> das ganz hervorragend hin.
>
> Die Zahl der (n-1)-Gefährdungen stieg im Regelungsgebiet von Tennet
> stieg von 2 Ereignissen an 2 Tage im Jahre 2003 auf 1579 Ereignisse an
> 356 Tagen im Jahre 2017.
> Quelle: Vortrag "Energiewende gestalten" aus dem Jahre 2018 in der
> Leitwarte Lehrte
>
> Leider habe ich keine aktuellen Zahlen parat.
>
> Ich habe deswegen nicht den Eindruck, dass die Stabilität gleich
> geblieben oder gar gestiegen ist.

Ist sie für den Endverbraucher aber offenbar. Und seit 2017 ist ja auch 
nochmal einiges passiert.

> Dank dem schrittweisen Einbau dieser
> Logik sind die Redispatchkosten gefallen. Aber diese Konstruktion ist
> auch komplexer und ich befürchte auch sabotagefreundlicher!

Schwierig zu sagen. Meiner Meinung nach ist die einfachste Sabotage 
immer noch "die beste", heisst also in heutigen Zeiten: Drohne an 
Strommast vor möglichst großem Kraftwerk ;-)

Im Zweifel habe ich aber lieber ein feinmaschiges Netz, bei dem 
betroffene Knoten einfach umgangen werden können.

Schauen wir mal, wie es weitergeht.

von Nick (b620ys)


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Matthias S. schrieb:
> Nick schrieb:
>> Äh, ja?
>
> Sorry, hat sich anders gelesen.

Passt! Ich hab dich zunächst auch falsch verstanden.

von Nick (b620ys)


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Axel G. schrieb:

Danke für die Zahlen!

> Die Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland haben eine Speicherkapazität
> von etwa 39 GWh.

Also die von mir behaupteten 30 Minuten.

> Die Akkukapazität liegt laut https://battery-charts.de bei:
> Heimspeicher 20,56 GWh
> Gewerbespeicher 1,4 GWh
> Großspeicher 4,66 GWh
>
> Deutschland verbraucht etwa 53 GWh elektrischer Energie pro Stunde

Bitte nicht GWh/h. Das schmerzt!

Also 53 GW. Ich kann mit der Mittelei gut leben, das ist eine 
Abschätzung.
Ich nehme mal die Heimspeicher raus, aus reiner Gehässigkeit.
Dann bleiben grob 6 GWh. Also gut 10 Minuten. Die lassen sich gut über 
den Tag verteilen. Da ist nichts von Relevanz dabei.

Warum ich die Heimspeicher rausnehme: Ich bezweifle frech, dass die 
Millionen Balkonkraftwerke zu 100% funktionieren. Wenn aber jemand in 
seinem Haus im Keller ein große Batterie hat, dann nehme ich sehr an, 
dass die tatsächlich verwendet wird und funktioniert. Wie groß ist deren 
Anteil? Muss ich mal nachfragen, das find ich interessant.

So, jetzt der eigentliche Kernpunkt warum ich die Heimspeicher 
rausnehme. Die speisen überwiegend nicht ins Netz zurück und dienen nur 
dem Besitzer.
Das ist wieder mein Stichwort Netzdienlichkeit. Solange Sonnenkraftwerke 
abgeschaltet werden und der Besitzer nicht mal seinen eigenen Strom 
verbrauchen kann, ist das nur Unsinn (für den Besitzer). Die wenigsten 
können wohl Inselbetrieb. Die Netzbetreiber freuen sich darüber. Sie 
können den unerwünschten Einspeiser abschalten und zwingen ihn 
gleichzeitig seinen überschüssigen Strom abzunehmen und dafür zu 
kassieren. Ja, es kommen die gutgeschriebenen Zeiteinheiten, ist aber 
auch nur Flickwerk.

So wie das jetzt ist, leiden beide Seiten darunter.

Wenn man großzügig ist, dann kommt man mit Speichern (Wasser/Akku) auf 1 
Stunde. Bei 60% Erneuerbarer wären 24 * 0.6 = 14,4 Stunden nötig um 
einen durchschnittlichen Tag "durchschnittlich sicher"*) zu meistern. 
Und das ist noch eine **arge** Milchmädchenrechnung. Weil sie keine 
Dunkelflauten überbrücken kann. Hausnummernmässig sind die verfügbaren 
Speicher jetzt um den Faktor >> 100 zu klein.

Das ganze Preis-Modell muss komplett umgekrempelt werden. Subventionen 
(wenn politisch so gewollt), nur einmalig zum Bau. Die können dann auch 
die Netzbetreiber leisten.

*) Die Rechnerei mit Durchschnitten ist hier sehr gefährlich! Stichwort 
Ungleichförmigkeitsfaktor.

von (prx) A. K. (prx)


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Nick schrieb:
> Was viele vergessen ist, dass eine lange Halbwertszeit gleichzeitig eine
> niedrige Radioaktivität bedeutet. Es zerfällt Materie in Energie.

Wobei man die Aktivität verschiedener Elemente nicht einfach über einen 
Kamm scheren kann, weil die Wirkung sehr von biologischen Prozessen 
abhängt. Manche rutschen quasi durch, andere werden langfristig 
gespeichert.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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(prx) A. K. schrieb:
> Wobei man die Aktivität verschiedener Elemente nicht einfach über einen
> Kamm scheren kann, weil die Wirkung sehr von biologischen Prozessen
> abhängt.

Im Detail ist das völlig richtig. Es gibt auch Zwischenprodukte die dann 
auch noch giftig sein können, verschiedene Strahler, usw.
Aber man weiß ja, was rauskommt. Das sind Zerfallsprodukte, keine 
Zufallsprodukte.

Die Leute erschrecken aber immer sofort bei "20000 Jahre Halbwertszeit".
Aber die mit der kurzen (für den menschlichen Maßstab) Halbwertszeit 
lässt man besser die 10-fache Zeit in Ruhe. Dann gelten sie als 
vernachlässigbar strahlend, die Strahlung ist nur noch 1/1024tel. Das 
ist eine Faustformel.

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Nick,

Nick schrieb:
> Peter M. schrieb:
>> Ich bin ja nur fortgeschrittener Anfänger, aber wenn sich die
>> Netzfrequenz z.B. der kritischen oberen Abschaltfrequenz nähert hilft es
>> dem Netz nicht, wenn x GW Wechselrichtereinspeisung sich y Minuten
>> später abgeschaltet hätte, oder?
>
> Doch, das hilft schon. Da tut sich die Momentanreserve leichter das
> auszugleichen. Die klassischen Kraftwerke sind vergleichsweis träge in
> der Regelung. Aber haben auch Schwungmasse die beim Ausgleich leicht
> abgebremst wird. Aber irgendwann ist halt die Momentanreserve
> aufgebraucht und muss wieder aufgebaut werden. Momentanreserve mein
> "Bereitstellung für bis zu 20 Sekunden". Das schließt auch kurzzeitige
> Überlast ein. Je steifer man die Regelung macht, um so größer die
> Momentanreserve. Es gibt aber nur eine bestimmt Menge an
> Momentanreserve. Wenn man den Bedarf davon verteil, kann sie sich
> erholen. Die beobachteten Einbrüche dauern etwa 5 Minuten. In der Zeit
> greifen dann andere Reservemechanismen.

leider passt Dein Kommentar nicht zu meiner Frage.
Ich schrieb doch von steigender Netzfrequenz.
Da wird keine Reserve aufgebraucht.
Aber vielleicht habe ich Dich auch nicht verstanden.

von Ralf X. (ralf0815)


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Peter M. schrieb:
> Hallo Nick,
>
> Nick schrieb:
>> Peter M. schrieb:
>>> Ich bin ja nur fortgeschrittener Anfänger, aber wenn sich die
>>> Netzfrequenz z.B. der kritischen oberen Abschaltfrequenz nähert hilft es
>>> dem Netz nicht, wenn x GW Wechselrichtereinspeisung sich y Minuten
>>> später abgeschaltet hätte, oder?
>>
>> Doch, das hilft schon. Da tut sich die Momentanreserve leichter das
>> auszugleichen. Die klassischen Kraftwerke sind vergleichsweis träge in
>> der Regelung. Aber haben auch Schwungmasse die beim Ausgleich leicht
>> abgebremst wird. Aber irgendwann ist halt die Momentanreserve
>> aufgebraucht und muss wieder aufgebaut werden. Momentanreserve mein
>> "Bereitstellung für bis zu 20 Sekunden". Das schließt auch kurzzeitige
>> Überlast ein. Je steifer man die Regelung macht, um so größer die
>> Momentanreserve. Es gibt aber nur eine bestimmt Menge an
>> Momentanreserve. Wenn man den Bedarf davon verteil, kann sie sich
>> erholen. Die beobachteten Einbrüche dauern etwa 5 Minuten. In der Zeit
>> greifen dann andere Reservemechanismen.
>
> leider passt Dein Kommentar nicht zu meiner Frage.
> Ich schrieb doch von steigender Netzfrequenz.
> Da wird keine Reserve aufgebraucht.
> Aber vielleicht habe ich Dich auch nicht verstanden.

Nick argumentiert mit steigender Spannung und/oder Frequenz durch 
Überproduktion aus EE, da sich EE ja auf keinen Fall abregeln lässt.
Bei Nordwind staut sich die EE-Überproduktion an den Alpen, reisst 
PV-Module von Dächern und Böden, sowie zerstört Wasserkraftwerke, die zu 
90% im bedauernswerten Bayern liegen.
Zusammen bildet das ganze dann riesige Lahare, die durch die Alptäler 
kurs auf den münchener Speckgürtel nehmen.
Ich kann seine Angst etwas verstehen.

von Nick (b620ys)


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Chris D. schrieb:
> Ich habe hier an Zahlen 25GW, aber sei's drum. Aber es wird immer so
> getan, als seien grundlastfähige Kraftwerke der Segen, obwohl das für
> den Großteil des Energieverbrauchs eben nicht stimmt. Zumal Biogas und
> Wasser da auch nochmal 5GW "wegknabbern".

Ob 25 GW oder 32 ist egal. Die Grundlastkraftwerke sind insofern gut, 
weil sie auf Dauerbetrieb ausgelegt sind und dadurch günstiger sein 
können. Aber die sind halt klassischerweise träge in der Regelung, siehe 
KKW.
Die Gasturbinenkraftwerke haben halt ihren Vorteil, dass sie sehr 
schnell hochfahren können. Da gehts um Minuten, aus dem Stand raus 10 
Minuten (ich lass mich aber gerne korrigieren).
Inzwischen gibt es aber auch ein Kohlekraftwerk das für den Regelbetrieb 
gut geeignet ist. Ich glaub das steht im Berliner Raum.

Unser Biogaserer im Dorf darf nur 3000 Stunden die Generatoren laufen 
lassen. Nicht wegen mir, sondern wegen dem Netzbetreiber. Gleichzeitig 
liefert er Fernwärme in unser degeneriertes Dorf der dummen Bayern unter 
weiß-blauen Himmel (musste jetzt sein).
Das ist halt jetzt auch blöd mit der Zeitbeschränkung für die Fernwärme. 
Derzeit wird an einem riesen Wärmespeicher rumgerechnet. Und man merkt 
auch, dass immer wieder mal die Temperatur im Fernwärmenetz niedriger 
ist.

Einer im Dorf hat seine Masterarbeit in Landwirtschaft (?) über Biogas 
geschrieben. Da ging es von der Maissaat über die Ernte zum Gasmotor in 
die Steckdose. Als ich ihn fragte was denn jetzt der Gesamtwirkungsgrad 
ist, wollte er partout keine Antwort geben und hat sich immer 
rausgewunden.
Da wird mächtig Diesel verblasen. Ich nenn das immer "Maisrallye". Wer 
den dicksten Radlader hat, darf tagelang die Silage verdichten. Das ist 
der nicht-regenerative Teil der Sache.

Ich hab so meine Zweifel ob das wirklich zuträglich ist. Da steckt 
einiges an Nebenkosten dahinter.

von Nick (b620ys)


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Peter M. schrieb:
> leider passt Dein Kommentar nicht zu meiner Frage.
> Ich schrieb doch von steigender Netzfrequenz.

Ja.
Es ist aber so, dass bei der Abschaltung der Windkraftwerke die 
Netzfrequenz sinkt.

Und @Chris
Man kann den Anstellwinkel der Blätter ändern. Die laufen also nicht 
zwangsweise schneller wenn die Last sinkt.

Ralf X. schrieb:
> Bei Nordwind staut sich die EE-Überproduktion an den Alpen, reisst
> PV-Module von Dächern und Böden, sowie zerstört Wasserkraftwerke,

Und bei dir fällt der Wasserspiegel so weit, dass dein Gehirn verdörrt?

von Ralf X. (ralf0815)


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Nick schrieb:
> Einer im Dorf hat seine Masterarbeit in Landwirtschaft (?) über Biogas
> geschrieben. Da ging es von der Maissaat über die Ernte zum Gasmotor in
> die Steckdose. Als ich ihn fragte was denn jetzt der Gesamtwirkungsgrad
> ist, wollte er partout keine Antwort geben und hat sich immer
> rausgewunden.
> Da wird mächtig Diesel verblasen. Ich nenn das immer "Maisrallye". Wer
> den dicksten Radlader hat, darf tagelang die Silage verdichten. Das ist
> der nicht-regenerative Teil der Sache.
>
> Ich hab so meine Zweifel ob das wirklich zuträglich ist. Da steckt
> einiges an Nebenkosten dahinter.

Da lobe ich doch den einfachen Abbau ausstralischer Steinkohle, die über 
eine kleine Wegstrecke direkt in deutsche Kraftwerke geht.

von Rick (rick)


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Nick schrieb:
> Das ist noch nicht so schwer festzustellen dass "Halbwertszeit" dem
> Begriff "Ewigkeit" widerspricht.
Aha. Wann genau wird der letzte Zerfall stattfinden?

Nick schrieb:
> Bayern ist eher Schwachwindgebiet.

Ich lese da:
Bayern ist eher Schwachsinngebiet.

von Nick (b620ys)


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Rick schrieb:
> Aha. Wann genau wird der letzte Zerfall stattfinden?

Früher dachte man, dass 232Th stabil sei.
Aber die Wissenschaft sagt, dass der letzte Zerfall, egal von was, mit 
dem "Big Rip" passieren wird. Es gibt noch ähnliche Theorien. Musst du 
nur abwarten können.

Wie ich schrub:
Aber die mit der kurzen (für den menschlichen Maßstab) Halbwertszeit
lässt man besser die 10-fache Zeit in Ruhe. Dann gelten sie als
vernachlässigbar strahlend

Rick schrieb:
> Bayern ist eher Schwachsinngebiet.

Und dennoch bist nicht mal du da willkommen.

von Christoph M. (mchris)


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G. K. schrieb:
> Erneuerbare Energien gerieten nach dem Ausfall schnell in Verdacht, den
> Ausfall begünstigt zu haben. Sie trugen laut Bericht bei – als einer von
> mehreren interagierenden Faktoren.

Dem Ingenieur ist nichts zu schwör und wenn es ein technisches Problem 
gibt, dann wird es eben gelöst. Mich wundert ja bei den Diskussionen 
über so einen Vorfall immer, dass die Leute nicht auf die Idee kommen, 
dass das Problem mit bestimmten technischen Maßnahmen gelöst werden kann 
und dann eben erledigt ist. Fertig.

Aber bisweilen stelle ich mir so vor, was ich wohl als Öl- und 
Gasverkäufer, der einen Großteil seines Vermögens aus eben diesen 
Verkäufen bezieht, so machen würde.
Als erstes fände ich Windräder hässlich, denn sie würden Energie 
erzeugen, die die Preise meiner Produkte senken und meine Gewinne 
verringern (Denn jede Wärmepumpe bedeutet ja 2000€ weniger Umsatz und 
jedes E-Auto weitere 2000€). Vielleicht würde ich auch eine Partei im 
Abnehmerland sympathisch finden, welche auch keine Windräder mag und 
diese unterstützen.

Außerdem gäbe es ja auch vielleicht ein Land mit sehr viel Öl in das ich 
gerne investieren möchte. Falls dort meine Investitionen nicht gefragt 
sind, könnte ich das Land erst mal durch Sanktionen etwas behindern und 
falls dann die Bevölkerung unzufrieden wird, könnte ich ja für eine 
Ausreiße des unfähigen Staatschefs sorgen. Wenn dass dann soweit ist, 
würde ich vielleicht noch durch weitere geschickte Aktionen für eine 
Verknappung des weltweit verfügbaren Öls sorgen und damit eine positive 
Zukunft und eine positive Steigerung meiner Gewinne sorgen.

Aber was soll ich sagen: Ich bin ja kein Öl- und Gasverkäufer

von Werner H. (werner45)


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Zurück zu Spanien:

Das europäische Netz stabil zu halten, ist komplizierter als man denkt. 
Man muß auch nichtlineare Effekte mithilfe ganz hoher Mathematik 
frühzeitig erkennen und mit konzertierten Aktionen ausregeln.
Das hat Dr. Fette als Fachmann schon früh erkannt und den spanischen 
Blackout in einigen Videos analysiert. Für Interessierte hier die Links:

https://www.youtube.com/@Stefan_Krauter/search?query=dr.%20fette

Mir persönlich ist diese Mathe zu hoch, aber ich glaube Dr. Fette als 
Fachmann einfach.
So wie das aussieht, sind unsere kürzlich eingebauten Smartmeter für 
eine konzertierte Regelung ungeeignet und werden gegen Blackouts wohl 
durch angepaßte ausgetauscht werden müssen.

Gruß - Werner

BTW: An dem bayrischen Netz-Dilemma ist diesmal nicht die C$U schuld, 
sondern eindeutig der Chef der Freien Wähler, der hat das seit Jahren 
versemmelt...

von Wolf17 (wolf17)


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Werner H. schrieb:
> So wie das aussieht, sind unsere kürzlich eingebauten Smartmeter für
> eine konzertierte Regelung ungeeignet und werden gegen Blackouts wohl
> durch angepaßte ausgetauscht werden müssen.
Ich bitte um Erklärung, wie eine mangelhafte Blindleistungstregelung bei 
der Netzstabilisierung durch (wie genau?) angepasste Smartmeter 
verbessert werden kann.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Das soll auch nur wieder davon ablenken, dass die Ökolobby alle 
Einwendungen der Netzbetreiber niedergeredet hatte und daher die 
Maßnahmen, die natürlich auch Geld kosten, nicht realisiert wurden.

von Werner H. (werner45)


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@ Wolf17.
Das weiß ich auch nicht. Auch die heutigen Solar-Wechselrichter haben 
keine extern (konzertiert) steuerbare Blindleistungskompensation und die 
Smartmeter als einzige Daten-Schnittstelle natürlich auch nicht.
Ich verlasse mich da ganz auf die Aussagen von Dr. Fette.
Du mußt Dir seine Videos halt mal durchsehen.

: Bearbeitet durch User
von Wolf17 (wolf17)


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Werner H. schrieb:
> Du mußt Dir seine Videos halt mal durchsehen.
Und an welcher Stelle wird erklärt, wie man Spannungsschwingungen im 
Hochspannungsnetz mittels geänderter Smartmeter ausregelt?

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Wir können ja nichtmal mehr Eisenbahn. Oder ein paar Dutzend andere 
ingenieurstechnische Themen, die längst gelöst waren. Warum sollte also 
die Stromversorgung in Deutschland oder Europa noch funktionieren?

Mit Erneuerbaren hat das nichts zu tun.

Natürlich scheint der Kellner auf der Titanic schuld, wenn er einem Soße 
aufs Hemd kleckert. Schließlich hätte er sich ja nur breitbeiniger 
hinstellen müssen während dem Aufprall auf den Eisberg. Aber am Ende 
sind die Planungsfehler auf anderer Ebene gemacht worden.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Wollvieh W. schrieb:
> Wir können ja nichtmal mehr Eisenbahn. Oder ein paar Dutzend andere
> ingenieurstechnische Themen, die längst gelöst waren.

Naja, so einfach ist das alles nicht.
Hättest Du z.B. eine Idee, wie man einen Wal im Flachwasserbereich der 
Ostsee ohne Tageslicht nachts verfolgen könnte?
Bin gespannt, ob man ihn morgen früh auch wieder mit Hubschraubern, 
vielen Schiffen und jede Menge Manpower aufspüren kann.

von G. K. (zumsel)


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Dieter D. schrieb:
> Das soll auch nur wieder davon ablenken, dass die Ökolobby alle
> Einwendungen der Netzbetreiber niedergeredet hatte und daher die
> Maßnahmen, die natürlich auch Geld kosten, nicht realisiert wurden.

In einem andere Thread hatte ich bereits die mangelhaften Vorgaben (auch 
für konventionelle Kraftwerke) der spanischen Netzbetreiber verlinkt.

Ist dein Gehirn schreibgeschützt?

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:

> Ich bin auch dafür, dass Uran-Abbaugebiete verboten gehören. Das dürfte
> schon garnicht in der Erde sein. Wollen wir es gemeinsam ausgraben,
> sinnvoll nutzen und dann ordentlich wegräumen?

Du kannst ja schon mal in der Asse anfangen.
Oder in der Asse einen dieser Wunderreaktoren einbauen die aus dem Müll 
dort Rosenduft machen.

von G. K. (zumsel)


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Peter M. schrieb:

> Die Zahl der (n-1)-Gefährdungen stieg im Regelungsgebiet von Tennet
> stieg von 2 Ereignissen an 2 Tage im Jahre 2003 auf 1579 Ereignisse an
> 356 Tagen im Jahre 2017.
> Quelle: Vortrag "Energiewende gestalten" aus dem Jahre 2018 in der
> Leitwarte Lehrte

Und welche Nimbys und Politiker agitieren gegen Stromleitungen und 
Windmühlen?

Schon vergessen das die HGÜ-Trassen passend zur Abschaltung der AKWs 
geplant waren?

von Peter M. (r2d3)


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Werter G.K.,

G. K. schrieb:

> Und welche Nimbys und Politiker agitieren gegen Stromleitungen und
> Windmühlen?
>
> Schon vergessen das die HGÜ-Trassen passend zur Abschaltung der AKWs
> geplant waren?

niemand, auch nicht die "Hail-Zappelstrom-Fraktion" in diesem Forum, 
möchte eine neue Stromleitung über oder neben seinem Domizil gebaut 
sehen.

von Nick (b620ys)


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G. K. schrieb:
> Schon vergessen das die HGÜ-Trassen passend zur Abschaltung der AKWs
> geplant waren?

Da hatte der Herr Habeck auch schon lange geplant, dass wir 
Gaskraftwerke brauchen und das Gasnetz abgebaut werden muss?

Es ist völlig egal aus welchem politischen Lager die Fehlentscheidungen 
kommen (und sie kommen **ausdrücklich** von Allen), entscheidend ist, 
dass langfristige Planung ein Fremdwort ist.
Mit viel Glück wird bis zur nächsten Wahl gedacht.

von (prx) A. K. (prx)


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Peter M. schrieb:
> niemand, auch nicht die "Hail-Zappelstrom-Fraktion" in diesem Forum,
> möchte eine neue Stromleitung über oder neben seinem Domizil gebaut
> sehen.

Und auch kein Grosskraftwerk neben seinem Domizil, egal was für eines. 
Der Strom soll gefälligst aus der Steckdose kommen. Kleinstkraftwerke 
über dem Domizil werden aber akzeptiert.

Allerdings pflegen Überlandleitungen über Land zu gehen, nicht übers 
traute Heim. Sonst hiessen sie Überheimleitungen.

: Bearbeitet durch User
von Norbert (der_norbert)


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(prx) A. K. schrieb:
> Allerdings pflegen Überlandleitungen über Land zu gehen, nicht übers
> traute Heim. Sonst hiessen sie Überheimleitungen.

Na Hauptsache sie gehen nicht über einen Fluß.
Oder – noch schlimmer – über einen Strom.

von G. K. (zumsel)


Lesenswert?

Nick schrieb:
> G. K. schrieb:
>> Schon vergessen das die HGÜ-Trassen passend zur Abschaltung der AKWs
>> geplant waren?
>
> Da hatte der Herr Habeck auch schon lange geplant, dass wir
> Gaskraftwerke brauchen und das Gasnetz abgebaut werden muss?

Irgendwie scheinen dich einzelne Aspekte komplett zu überfordern oder 
den Youtube-Onkel labert Scheiße die du einfach nachplapperst.

Das Gasnetz soll in seinen Verästlungen zu Wohnhäusern zurück gebaut 
werden, die Fernleitungen und die Großanschlüsse bleiben bestehen.
Das ist auch völlig klar das wenn nur wenige Wohnhäuser einen 
Gasanschluss haben das dann die Kosten für den einzelnen Gasanschluss 
steigen.

von G. K. (zumsel)


Lesenswert?

Peter M. schrieb:
> Werter G.K.,
>
> G. K. schrieb:
>
>> Und welche Nimbys und Politiker agitieren gegen Stromleitungen und
>> Windmühlen?
>>
>> Schon vergessen das die HGÜ-Trassen passend zur Abschaltung der AKWs
>> geplant waren?
>
> niemand, auch nicht die "Hail-Zappelstrom-Fraktion" in diesem Forum,
> möchte eine neue Stromleitung über oder neben seinem Domizil gebaut
> sehen.

Du solltest nicht von Bayern auf den Rest der Republik schließen.
In Schleswig-Holstein sind Trassen bereits fertig welche zu der Zeit als 
Habeck dort Landesminister war geplant wurden, lediglich der Anschluss 
an das dänische Netz fehlt weil die Leitung in Dänemark noch nicht 
fertig ist.

Entsprechende Informationen befinden sich in dem sogenannten Neuland.

von Christoph M. (mchris)


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(prx) A. K. schrieb:
> Allerdings pflegen Überlandleitungen über Land zu gehen, nicht übers
> traute Heim.

Im schlimmsten Fall müsste man halt Unterlandleitungen bauen. Die gehen 
dann unten durch und stören niemanden.

von Rudi (rudils)


Lesenswert?

Nick schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> weitere für reinen H2 sind im Bau.
>
> Das mit dem H2 ist auch so ein zwar interessanter, aber sinnloser Traum.
> Die Kreiseffektivität (Strom -> H2 -> Strom) liegt bei 20%. Also 7 ct
> aus Windkraft kosten dann 28 ct aus H2 als Erzeugerpreis.
> Speicherung ist das nächste. H2 ist ein sehr kleines Molekül und
> diffundiert daher sehr gerne. CH4 ist größer, also unproblematischer.
> Dann das Gasnetz, das man schon angefangen hat abzubauen, ist nur
> bedingt für H2 geeignet. Stichwort Wasserstoffversprödung von Stahl.

Es wird immer von der H2-Erzeugung so argumentiert, dass sie zu geringen 
Wirkungsgrad hat und unrentabel sei. Die Windräder werden einfach 
abgeschaltet, wenn schon genug Energie da ist. Das reduziert doch auch 
den Wirkungsgrad, die mögliche erntbare Leistung verpufft.
Meine Idee wäre, jedem Windrad ein kleines H2-Erzeugungs-Speicher-Modul 
anzubauen. Wenn das WR nicht einspeissen darf, dann kann es völlig 
offline immer noch H2 erzeugen. Mit diesem H2-Vorrat könnte man einen 
lokalen Generator betreiben oder ihn mit Tankwagen abholen. Bei diesem 
Vorhaben bekommt man H2-energie geschenkt, es entstehen fast nur 
Investionskosten.
PS: geht natürlich auch Solar

von (prx) A. K. (prx)


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Christoph M. schrieb:
> Im schlimmsten Fall müsste man halt Unterlandleitungen bauen.

Tut man. Genau deshalb. Ist halt etwas teurer.
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energiewende-umstieg-auf-freileitungen-koennte-20-milliarden-euro-einsparen/100132246.html

von G. K. (zumsel)


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Christoph M. schrieb:

> Im schlimmsten Fall müsste man halt Unterlandleitungen bauen. Die gehen
> dann unten durch und stören niemanden.

Nö, mittlerweile ist einigen aufgefallen das verbuddeln mehr kaputt 
macht als aufhängen.

von G. K. (zumsel)


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Rudi schrieb:

> Mit diesem H2-Vorrat könnte man einen
> lokalen Generator betreiben oder ihn mit Tankwagen abholen. Bei diesem
> Vorhaben bekommt man H2-energie geschenkt, es entstehen fast nur
> Investionskosten.

Bei solchen Anlagen gilt "economy of scale".
Daher ist es billiger das zu einem gewissen Grad zu zentralisieren.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Rudi schrieb:
> Meine Idee wäre, jedem Windrad ein kleines H2-Erzeugungs-Speicher-Modul
> anzubauen. Wenn das WR nicht einspeissen darf, dann kann es völlig
> offline immer noch H2 erzeugen.

Deine Idee ist nicht neu. Vor allem aus diesem Grund werden in 
Schleswig-Holstein und Niedersachen in unmittelbarer Nähe zu den 
Windparks etliche Wasserstoff-Elektrolyseure aufgebaut:

https://www.shz.de/deutschland-welt/schleswig-holstein/artikel/groesste-elektrolyseure-in-sh-vor-start-der-wasserstoff-produktion-50172909

https://wtsh.de/de/wasserstoffwirtschaft-in-schleswig-holstein

https://www.clean-hydrogen-coastline.de/

Insbesondere sollen auch bis 2030 Elektrolysatoren mit 10 GW Leistung 
inmitten der Offshore-Windparks der Nordsee aufgebaut werden:

https://aquaventus.org/

Mittlerweile gibt es auch in der Zone eine entsprechende Initiative:

https://www.doinghydrogen.com/

von Ralf X. (ralf0815)


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Andreas S. schrieb:
> Mittlerweile gibt es auch in der Zone eine entsprechende Initiative:

Frühe Überfüllung des Sprachzentrums?

von Tilo R. (joey5337) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Der Begriff "Momentanreserve" ist bei Wind und Solar noch nicht wirklich
> angekommen. Durch die Merit-Order wird der Markt verzerrt aber
> gleichzeitig schiebt man seine technischen Unzulänglichkeiten auf die
> Verantwortung der aus dem Markt Gedrängten.
Ja, wer schreibt denn die technischen Regelungen zur Einspeisung? Z.B. 
die VDE-AR-N 4105? Selbstverständlich sind da die Netzbetreiber und 
Energieversorger beteiligt!
Da könnten seit Jahrzehnten sinnvolle Vorgaben drin sein. Nicht nur Q(U) 
wie jetzt, sondern auch P(U). Man kann rotierende Massen emulieren. 
Warum fehlt in der AR eine vorgegebene Trägheit bzw. Mindestvorgaben für 
Leistung oder Energie, die für diesen Zweck vorgehalten werden müssen?
Was fehlt beim VDE, dass die nicht von selbst auf die Idee kommen? Fehlt 
Lust, Weitsicht oder Kompetenz?

Wer hat die saudummen Regeln für die Day-Ahead-Börse festgelegt? Die 
ohne Rücksicht auf das Netz arbeitet? Warum gibt es kein Nodal Pricing 
oder wenigstens Strompreiszonen? Dieser Fehler verursacht die hohen 
Redispatch-Kosten! Warum nutzt man dort Merit-Order Pricing? Das ist 
kein Naturgesetz, z.B. bei Ausschreibungsverfahren benutzt man 
Pay-As-Bid. Warum müssen Erneuerbare zum Minimalpreis als Graustrom 
vermarktet werden?

Warum haben wir so komplizierte energierechtliche Regelungen, dass das 
Aufstellen von Speichern in stark belasteten Verteilnetzen praktisch 
unmöglich ist? Technisch einfach, hilfreich, und wirtschaftlich, in 
Deutschland nicht umsetzbar.

Wer hat beschlossen, dass Deutschland die kompliziertesten und teuersten 
Smart-Meter bekommen muss, für deren netzdienliche Funktion man 
mindestens 4 Dienstleister braucht, die aber trotzdem keine 
Echtzeitdaten zum Verbrauch liefern können?

Man soll ja nicht Böswilligkeit unterstellen, wo Dummheit eine plausible 
Erklärung sein kann. Die deutschen Energieversorger, Lobbyverbände, der 
VDE, das BSI und die Bundesnetzagentur, ebenso das 
Bundeswirtschaftsministerium, scheinen davon aber nachhaltig betroffen 
zu sein.

Den Schaden haben wir alle: ineffiziente Netznutzung, unnötige 
Redispatch-Kosten, höhere Strompreise, mehr CO2 und mehr Abhängigkeit 
von Energieimporten.

von Nick (b620ys)


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G. K. schrieb:
> Irgendwie scheinen dich einzelne Aspekte komplett zu überfordern oder
> den Youtube-Onkel labert Scheiße die du einfach nachplapperst.

Wenn ich Quatsch hören will, dann höre ich mir Quaschning an. Der kann 
aber nichts für seinen Namen. Aber er fasst ihn wohl doch als Karma auf.

> Das Gasnetz soll in seinen Verästlungen zu Wohnhäusern zurück gebaut
> werden,

Das soll, so der Vortänzer Mancher, komplett abgebaut werden. Dafür 
wurde er ja auch als Professor berufen. Irgendwie muss das ja 
wissenschaftlich belegt werden:
https://klimareporter.de/gebaeude/quaschning-erklaert-gasnetz-stilllegung

von Nick (b620ys)


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Rudi schrieb:
> Wenn das WR nicht einspeissen darf, dann kann es völlig
> offline immer noch H2 erzeugen. Mit diesem H2-Vorrat könnte man einen
> lokalen Generator betreiben oder ihn mit Tankwagen abholen.

Ja, könnte man prinzipiell. Wir haben ca. 30000 Windräder. Ja, tw. Sind 
die in Clustern, dann könnte man "lokal zentral" H2 erzeugen. Und das H2 
soll dann per Tanklastzug abgeholt werden? Die WR die ich so sehe, 
liegen eher nicht so zugänglich. Die sollen ja auch weg von Orten.
Und die Offshore WR werden dann per Wasserstrassen bedient?

Tilo R. schrieb:
> Ja, wer schreibt denn die technischen Regelungen zur Einspeisung?

Ich bin mit deinen Vorwürfen im Wesentlichen einverstanden. Ich frag 
mich nur, wer die Vorgaben für die Verordnungen/Vorschriften macht? Ist 
das nicht Aufgabe der Politik?
Das war doch vorhersehbar, nur wurden die Warner dann als Schwurbler 
bezeichnet.

Und jetzt will man die Vergütung für den Strom aus Schwachwindgebieten 
noch mal erhöhen. Momentan ist der Faktor 1.55. Wenns nicht 
wirtschaftlich ist, dann erhöhen wir halt die Subventionen. Die muss ja 
niemand zahlen. 8-/

von Falk B. (falk)


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Nick schrieb:
> Rick schrieb:
>> Aha. Wann genau wird der letzte Zerfall stattfinden?
>
> Früher dachte man, dass 232Th stabil sei.

Jaja, 14e9 Jahre ist ja auch sooo kurz! Warum nicht gleich mit Bismut 
argumentieren?!?

https://de.wikipedia.org/wiki/Thorium#Isotope
https://de.wikipedia.org/wiki/Bismut#Isotope

19e18 Jahre Halbwertszeit! Mch schon mal ein Kreuz im Kalender! ;-)

> Aber die mit der kurzen (für den menschlichen Maßstab) Halbwertszeit
> lässt man besser die 10-fache Zeit in Ruhe. Dann gelten sie als
> vernachlässigbar strahlend

Auch Natururan hat mit ~4e9 Jahren eine verdammt lange Halbwertszeit! 
Jaja, die Zerfallsketten incl. Radon sind bei Dauereinwirkung sicher 
nicht gesundheitsfördernd, aber weit weg vom Atomtod!

https://www.youtube.com/watch?v=zX0Mv-Acy2s

Er ist so genial!

von Giovanni (sqrt_minus_eins)


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Tilo R. schrieb:
> Wer hat die saudummen Regeln für die Day-Ahead-Börse festgelegt? Die
> ohne Rücksicht auf das Netz arbeitet? Warum gibt es kein Nodal Pricing
> oder wenigstens Strompreiszonen? Dieser Fehler verursacht die hohen
> Redispatch-Kosten! Warum nutzt man dort Merit-Order Pricing? Das ist
> kein Naturgesetz, z.B. bei Ausschreibungsverfahren benutzt man
> Pay-As-Bid. Warum müssen Erneuerbare zum Minimalpreis als Graustrom
> vermarktet werden?

OK. Alle sind dumm.
Aber ich hätte gerne die vorgeschlagene Alternative mit ~350 Knoten mit 
unterschiedlichen Preisen gesehen.
Und dann die daraus folgende Diskussion über die Unterschiede Nord/Süd 
Ost/West.

Italien, Schweden, Norwegen haben Zonen. In IT auch nur deshalb, weil es 
strukturelle Unterschiede Nord/Süd gibt (Industrie eher N).

Wie hoch ist eigentlich der Anteil, der über 
Auction>Day-Ahead>SDAC>15min>DE gehandelt wird? Im Vergleich zu direkten 
Verträgen + EEX?

von (prx) A. K. (prx)


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Ich hatte oben schon angedeutet, dass nackte Zahlen lügen, weil die Art 
der Exposition äußerst wichtig ist. Als verpackter Block sind viele 
radioaktive Substanzen harmlos, die es als Staub verteilt und über den 
Stoffwechsel im Körper aufgenommen nicht sind. Auch spielt die Art der 
Strahlung eine wichtige Rolle.

Mit Halbwertszeiten zu hantieren bringt also wenig Erkenntnis.

: Bearbeitet durch User
von Tilo R. (joey5337) Benutzerseite


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Giovanni schrieb:
> OK. Alle sind dumm.
Wir verstehen uns ;-)

> Aber ich hätte gerne die vorgeschlagene Alternative mit ~350 Knoten mit
> unterschiedlichen Preisen gesehen.
Die USA schaffen das, im 5-Minuten-Takt, mit irgendwas zwischen 60.000 
und 80.000 dezentralen Nodes.

> Und dann die daraus folgende Diskussion über die Unterschiede Nord/Süd
> Ost/West.
Die Physik schert sich nicht um Söders Befindlichkeiten. Sonst verweist 
man immer auf den Markt. Außer man erwartet eigene Nachteile und hat 
jahrelang den Wind- und Netzausbau ausgebremst.

> Italien, Schweden, Norwegen haben Zonen. In IT auch nur deshalb, weil es
> strukturelle Unterschiede Nord/Süd gibt (Industrie eher N).
Alles besser als Kupferplatte.

> Wie hoch ist eigentlich der Anteil, der über
> Auction>Day-Ahead>SDAC>15min>DE gehandelt wird? Im Vergleich zu direkten
> Verträgen + EEX?
Rund 75% werden außerbörslich gehandelt.
Vom Rest werden etwa 75% Day-Ahead gehandelt.

von Falk B. (falk)


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(prx) A. K. schrieb:
> Mit Halbwertszeiten zu hantieren bringt also wenig Erkenntnis.

Sag das mal dem Universalgelehrten Harald L., auch bekannt als Larry 
Hesch!

https://www.youtube.com/watch?v=5muCKsehUsI

RIP!

von Christoph M. (mchris)


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Falk B. schrieb:
> Sag das mal dem Universalgelehrten Harald L., auch bekannt als Larry
> Hesch!
>
> https://www.youtube.com/watch?v=5muCKsehUsI

Jetzt muss man allerdings auch sehen, dass sich das Video an Leute 
richtet, die in Soziologie, Politik, Geschichte und Philosophie ähnlich 
bewandert sind wie die meisten Friseusen in der Quantenphysik. Da lässt 
sich viel in einfache Weltbilder verpacken.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Falk B. schrieb:
>> Früher dachte man, dass 232Th stabil sei.
>
> Jaja, 14e9 Jahre ist ja auch sooo kurz! Warum nicht gleich mit Bismut
> argumentieren?!?

Es ist nicht mehr relevant. Hoch radioaktive Elemente, die Anfangs 
durchaus gefährlich sind, sind nach 10 Halbwertszeiten nicht mehr 
gefährlich.

Ich hab das 232Th erwähnt, weil man zunächst dachte, dass es nicht 
strahlt. Dass es doch strahlt, macht es aber nicht gefährlich. Es 
strahlt halt extrem schwach. Du kannst dich daneben stellen und Lotto 
spielen und hoffen, dass du von dem einen Zerfall tot umfällst.

von Oliver S. (oliverso)


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Tilo R. schrieb:
> Warum
> Warum
> Warum
> Warum
> Warum

Ja, warum all das Durcheinander? Der Strom kommt doch einfach so aus der 
Steckdose. Was sollen also alle diese unsinnigen Regelungen?

Vorgeblich einfache Lösungen für ziemlich komplexe Systeme sind 
eigentlich immer - weltfremd, aber gerne gehört.

Oliver

von Ein T. (ein_typ)


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Udo S. schrieb:
> Oder willst du auf Kernenergie zurück. Die teuerste Energieform die es
> ja gab.

Ich frage mich ja, warum in China, Russland, Indien, Türkei, Ägypten, 
Polen, Frankreich und Großbritannien gerade AKWs geplant oder sogar 
schon gebaut werden, wenn das so teuer ist. Aber klar, die können alle 
nicht rechnen und leiden alle unter Dyskalkulie, das weiß man doch. Die 
einzigen auf der Welt, die richtig rechnen (tm) können, sind die 
deutschen Atomkraftgegner.

Wobei, aus unserer deutschen Sicht ist das mit der teuren Kernenergie 
nicht einmal ganz falsch. Wenn man bezahlte, laufende Kraftwerke bereits 
vor Ende ihrer Lebensdauer abschaltet, weil eine Tsunamikatastrophe in 
Japan 25.000, und die vom selben Tsunami ausgelöste Nuklearkatastrophe 
ein (1) Todesopfer gefordert hat, na klar, dann wird die Sache natürlich 
teurer.

Außerdem ist es natürlich besonders klug von uns, funktionierende 
Kraftwerke abzuschalten, die von unseren Ingenieuren nach unseren 
Vorschriften, unseren Regeln und kontrolliert von unseren Behörden 
arbeiten, nur um anstelle dessen Kernenergie von Nachbarn zu kaufen, 
deren Kernkraftwerke wir überhaupt nicht kontrollieren können. 
Nichteinmal die Kernreaktoren im belgischen Tihange vom berühmten 
Spezialtyp TRC (Total Rissiges Containment).

Stattdessen setzen wir lieber auf Erneuerbare Energien. Anstatt nun aber 
die Bürger davon zu überzeugen und dafür zu sorgen, daß die so preiswert 
werden, daß die Bürger sie dann auch wollen, sorgen wir lieber dafür, 
alle anderen Energien künstlich teurer zu machen, damit die Parteien, 
die das beschlossen haben, bald von ihrer schweren Bürde der 
Verantwortung entbunden werden.

Tja, das Volk der Dichter und Denker. Manchmal frage ich mich, ob die 
Denker noch ganz dicht sind, aber das ist natürlich pure Blasphemie. Und 
wer braucht schon Industrie, oder Energie? Es gibt doch so viele schöne 
Höhlen!

von (prx) A. K. (prx)


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Nick schrieb:
> Ich hab das 232Th erwähnt, weil man zunächst dachte, dass es nicht
> strahlt.

Sogar beim Proton diskutiert man schon eine Weile, ob es stabil sei, 
oder mit > 10^30 Jahren Halbwertszeit zerfällt. Für die Kosmologen ist 
das sehr wichtig. Dem Rest der Welt geht das unendlich weit am Arsch 
vorbei.

von (prx) A. K. (prx)


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Ein T. schrieb:
> Ich frage mich ja, warum in China, Russland, Indien, Türkei, Ägypten,
> Polen, Frankreich und Großbritannien gerade AKWs geplant oder sogar
> schon gebaut werden, wenn das so teuer ist.

Bei Franzosen und Briten auch deshalb, weil man einem Projekt, von dem 
man die Hälfte bereits bezahlt hat, lieber etliche weiteren Hälften 
hinterherschiebt, statt es als Verlust abzuschreiben.

Und weil das so ist, sind neue Kernkraftwerke rentabel, so lange man 
noch in den Prospekt sieht und mit den Verkäufern redet. Realisiert man 
sie, kommen die Zusatzkosten allmählich zum Vorschein. Stünden die im 
Prospekt schon drin...

Die Chinesen verfolgen so ziemlich alles gleichzeitig, gerade auch 
Erneuerbare. Proteste verlaufen dort auch etwas anders.

: Bearbeitet durch User
von Le X. (lex_91)


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Ein T. schrieb:
> Ich frage mich ja, warum in China, Russland, Indien, Türkei, Ägypten,
> Polen, Frankreich und Großbritannien gerade AKWs geplant oder sogar
> schon gebaut werden, wenn das so teuer ist. Aber klar, die können alle
> nicht rechnen und leiden alle unter Dyskalkulie,

Wenn man sich z.B. Hinkley Point ansieht, um nur mal ein Beispiel zu 
nennen, dann muss man sagen: ja, die können nicht rechnen. Naja, die 
Betreiber schon, für die ist das eine Goldgrube.

Dann ist da noch Frankreich.
Frankreich muss seine Stromkosten mit gewaltigen Zuschüssen gering 
halten, sonst gehen in Paris die Elektroheizungen aus und es rollen 
Köpfe.
Der Franzose sieht auf seiner Stromrechnung nur einen kleinen Teil der 
tatsächlichen Stromkosten.
Versteh mich nicht falsch, bei uns ist das nicht viel anders.
Ewigkeitskosten trägt praktischerweise der Staat, so fallen diese nicht 
sofort ins Auge. Aber in Frankreich ist diese Verzehrung noch etwas 
stärker.

China hattest du auch in deiner Liste.
Meinst du dieses China das jedes Jahr mit sehr großem Abstand die 
größten Zuwächse in Sachen Erneuerbare verbuchen darf? Ja, können die 
denn nicht rechnen?!

Ansonsten ist den meisten Ländern deiner Aufzählung gemein dass man, 
neben der zivilen Stromerzeugung, auch eine militärische Notwendigkeit 
für AKWs hat. Material für WMD wächst nicht auf den Bäumen.

Ein T. schrieb:
> Und
> wer braucht schon Industrie

Ich kanns nicht mehr hören.
Unsere Vorzeigeindustrie, allen voran ein großer KFZ-Hersteller aus 
Wolfsburg, leidet seit Jahrzehnten unter Missmanagement, wohlwissend bei 
jedem kleinen Husten nach dem Staat rufen zu können.
Die Energiepreise sind dem sein geringstes Problem (siehe 
Cariad/Rivian-Thematik), aber ein guter Weg um die selbst verschuldete 
Misere auf unliebsame Parteien abzuwälzen.

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Ein T. schrieb:
> und die vom selben Tsunami ausgelöste Nuklearkatastrophe
> ein (1) Todesopfer gefordert hat

Und Tschernobyl hat ja auch nur 2 Toderopfer gekostet. Man knn sich die 
Welt schon schönsaufen.

Ein T. schrieb:
> Aber klar, die können alle
> nicht rechnen und leiden alle unter Dyskalkulie, das weiß man doch.

Kommt immer darauf an wie man kalkuliert. Den Russen, Amis und Chinesen 
waren die Kosten erst mal egal, die wollten spaltbares Material für 
Bomben.

Und alle anderen haben erst mal munter alle radiaaktiven 
Hinterlassenschaften ins Meer oder irgendwo in die Wüste gekippt.

Klar, wenn wir die ganzen Castorbehälter in die Nord und Ostsee kippen 
wird die Rechnung deutlich günstiger. Und die paar hunderttausend Tonnen 
Abfall der alten AKWs.

Ein T. schrieb:

> Außerdem ist es natürlich besonders klug von uns, funktionierende
> Kraftwerke abzuschalten, die von unseren Ingenieuren nach unseren
> Vorschriften, unseren Regeln und kontrolliert von unseren Behörden
> arbeiten, nur um anstelle dessen Kernenergie von Nachbarn zu kaufen,
> deren Kernkraftwerke wir überhaupt nicht kontrollieren können.

Wie sinnvoll das war kann man diskutieren. Da bin ich bei dir.

Wobei die tollen ehrlichen Ingenieure und Energieunternehmen ...
2003 wurde bei Biblis A festgestellt, dass die Ansaugöffnung für die 
Notkühlung statt 5,9 nur 3 m² groß ausgeführt war. Hat halt keiner 
gemerkt beim Bau und den Prüfungen.

Es gab ja auch keine gefährlichen Störfälle. Biblis 1987, erst die 3. 
Schicht hat gemerkt, dass da ein blödes Ventil offen ist, das nicht 
hätte offen sein dürfen. Und laut eines amerikanischen Fachmagazins für 
Kerntechnologie hätte das zu einer Kernschmelze führen können.
Na ja Glück gehabt. Deshalb hat man den Störfall auch erst mal nicht 
gemeldet. Man muss ja keine Panik schüren.
Und wenn. Rund um Biblis ist Deutschland ja nicht sooo dicht besiedelt. 
Die paar Millionen ...

: Bearbeitet durch User
von G. K. (zumsel)


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Ein T. schrieb:

> Ich frage mich ja, warum in China, Russland, Indien, Türkei, Ägypten,
> Polen, Frankreich und Großbritannien gerade AKWs geplant oder sogar
> schon gebaut werden, wenn das so teuer ist. Aber klar, die können alle
> nicht rechnen und leiden alle unter Dyskalkulie, das weiß man doch. Die
> einzigen auf der Welt, die richtig rechnen (tm) können, sind die
> deutschen Atomkraftgegner.

Und was ist mit den restlichen 185 Ländern?

von (prx) A. K. (prx)


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G. K. schrieb:
> Und was ist mit den restlichen 185 Ländern?

Die warten klugerweise ab, ob das wirklich die rettende Idee ist, oder 
ob man damit bloss Geld versenkt. Als genial neue Technologie mit 
grossen Exportchancen sehen einige der modernen KKW-Designs nicht aus. 
Wirken eher als alter Wein in neuen Schläuchen, mit ein paar sinnvollen 
Optimierungen. Man muss folglich nicht der Erste sein.

: Bearbeitet durch User
von G. K. (zumsel)


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(prx) A. K. schrieb:

> Die warten klugerweise ab, ob das wirklich die rettende Idee ist, oder
> ob man damit bloss Geld versenkt. Als genial neue Technologie mit
> grossen Exportchancen sehen einige der modernen KKW-Designs nicht aus.
> Wirken eher als alter Wein in neuen Schläuchen, mit ein paar sinnvollen
> Optimierungen. Man muss folglich nicht der Erste sein.

Dieses steinalte Pipi-Ding in der Schweiz könnte mit knapp über 300MW 
Leistung heute als SMR durchgehen.

Da ist die Vergangenheit Zukunft!

von (prx) A. K. (prx)


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G. K. schrieb:
> Dieses steinalte Pipi-Ding in der Schweiz könnte mit knapp über 300MW
> Leistung heute als SMR durchgehen.

Tja, und die Deutschen mussten Obrigheim unbedingt 2008 stilllegen, 
statt es als Museumskraftwerk weiter zu betreiben. :)

: Bearbeitet durch User
von Clara (clara)


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(prx) A. K. schrieb:
> Ich hatte oben schon angedeutet, dass nackte Zahlen lügen, weil die Art
> der Exposition äußerst wichtig ist. Als verpackter Block sind viele
> radioaktive Substanzen harmlos, die es als Staub verteilt und über den
> Stoffwechsel im Körper aufgenommen nicht sind. Auch spielt die Art der
> Strahlung eine wichtige Rolle.

Du hattest Nick geantwortet. Nick sprach von Zwischen- und Endlagern.

Und dort lagern Substanzen als "verpackter Block" und nicht als Staub. 
Und sind damit - wie du selber schreibst - vielfach harmlos.

von Ein T. (ein_typ)


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Axel G. schrieb:
> Nick schrieb:
>> Endlager werden ja blockiert. Es gibt kein einziges. Also die
>> Hervorhebung von "zwischen" ist eher irreführend.
>
> Blockiert ist gut. Die Dinger will aus gutem Grund niemand haben.

"Blockiert" ist genau das richtige Wort. Und wenn wir mal etwas genauer 
hinschauen, gibt es ja ziemlich viel, das "niemand haben" will. Anwohner 
protestieren und prozessieren gegen Windräder, Stromtrassen und die 
meisten anderen Industrieanlagen, und mit zunehmender Dichte wird das 
sicher auch Batteriegroßspeicher zu erwarten sein. Und sie alle bringen 
natürlich einen "guten Grund" für ihren Widerstand vor, also: mindestens 
einen. Anscheinend können wir besser blockieren als unsere Zukunft 
gestalten.

von (prx) A. K. (prx)


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Clara schrieb:
> Und dort lagern Substanzen als "verpackter Block"

Womit wir wieder bei der Lagerung sind. Die dafür sorgen muss, dass die 
Verpackung intakt bleibt.

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Ein T. schrieb:
> Anscheinend können wir besser blockieren als unsere Zukunft
> gestalten.

Ja. Gestalten klappt aus der Katastrophe heraus besser, wenn alle 
hoffen, es gehe nun aufwärts, als aus einer seit langem recht stabilen 
Lage, in der alle befürchten, es gehe nun abwärts. Und folglich 
blockieren.

Manche sehen darin einen willkommenen Anlass, alles erst einmal kaputt 
zu machen, und danach die Welt nach ihren Vorstellungen neu zu 
gestalten. Die erste Phase dieser Methodik klappt indes besser als die 
zweite.

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Ein T. schrieb:
> Udo S. schrieb:
>> Oder willst du auf Kernenergie zurück. Die teuerste Energieform die es
>> ja gab.
>
> Ich frage mich ja, warum in China, Russland, Indien, Türkei, Ägypten,
> Polen, Frankreich und Großbritannien gerade AKWs geplant oder sogar
> schon gebaut werden, wenn das so teuer ist. Aber klar, die können alle
> nicht rechnen und leiden alle unter Dyskalkulie, das weiß man doch. Die
> einzigen auf der Welt, die richtig rechnen (tm) können, sind die
> deutschen Atomkraftgegner.

Dazu muss man eigentlich niemanden befragen. Es reichen die Zahlen.

Beispiel Hinkley Point C:
Geplanter Betriebsgebinn: 2023,
Zu erwartender Betriebsbeginn: nicht vor 2031,
Geplante Kosten: 19 Mrd. Euro,
zu erwartende Kosten: mindestens 56 Mrd. Euro,
Ende 2025 liegt die garantierte Einspeisevergütung bei 15,3 ct/kWh - bis 
2031 inflationsbedingt natürlich weiter ansteigend.

Beispiel Frankreich Flamanville 3:
Geplanter Betriebsbeginn: 2012 bei 3,3 Mrd.€ Baukosten,
Betriebsbeginn: 2024 bei 13 Mrd. € Baukosten,
Stromkosten: 12ct/kWh

Beispiel USA:
Aktuell gibt es überhaupt nur ein neueres Kraftwerk: Vogtle 3 & 4,
Geplante Fertigstellung: 2017,
Fertigstellung: 2024,
Baukosten geplant: 14 Mrd. $,
Baukosten tatsächlich: 35 Mrd. $,
Stromgestehungskosten: bzgl. Investitionen über Laufzeit geschätzt 
16-18ct/kWh

Zwischendurch Pleite von Westinghouse wegen exorbitanter Baukosten.

Virgil C. Summer Units 2 & 3 wurden wegen Kostenexplosion nach 9 Mrd. $ 
Investitionen abgebrochen.

Beispiel Polen (Baubeginn 2028):
Kostenschätzung bisher: 45-50 Mrd. €,
Baukosten: Staatsanteil 30%, Investoren 70%, sämtliche Kredite werden 
staatlich garantiert.
Mindestvergütung Stand heute: 12ct/kWh

Wohlgemerkt: da ist noch kein Spatenstich erfolgt. Der Blick auf alle 
anderen Neubauten in der westlichen Hemisphäre (inkl. USA) lassen Böses 
für den polnischen Steuerzahler erahnen. Und es ist noch vollkommen 
unklar, wie die Entsorgung aussehen soll.

Ich frage mich: wenn doch Kernkraft so günstig ist - warum gibt es 
überall massive Staatsgarantien oder sogar Beteiligungen und volle 
Risikoübernahme durch den Staat? Und warum gibt es CfDs auf die 
Strompreise?
Und warum übernimmt der Staat und keine private Versicherung - wenn das 
doch alles so sicher ist. Können die denn nicht rechnen? ;-)

Die Zahlen belegen in der westlichen Welt: schon ohne viele zukünftige 
Kosten ist Kernenergie in der Tat die teuerste Energieform.

Man muss also schon sagen: ja, da konnten/können einige nicht rechnen.
Wobei man natürlich auch sagen muss, dass der enorme Preisverfall bei PV 
damals sicherlich nicht absehbar war. Heutzutage ist es ja fast 
günstiger, seine Fassade mit PV zu verblenden anstatt sie zu verputzen.

> Außerdem ist es natürlich besonders klug von uns, funktionierende
> Kraftwerke abzuschalten, die von unseren Ingenieuren nach unseren
> Vorschriften, unseren Regeln und kontrolliert von unseren Behörden
> arbeiten, nur um anstelle dessen Kernenergie von Nachbarn zu kaufen,
> deren Kernkraftwerke wir überhaupt nicht kontrollieren können.
> Nichteinmal die Kernreaktoren im belgischen Tihange vom berühmten
> Spezialtyp TRC (Total Rissiges Containment).

Wobei wir gar nicht so viel Kernkraft importieren - im letzten Jahr 
waren es mWn knapp 2% aus Frankreich. Also kaum etwas, das man nicht 
hier auch hätte erzeugen können. Aber der Strom dort war zum Zeitpunkt 
des Einkaufs offenbar günstiger.

Man muss da aber auch ehrlich sein: die würden auch ohne die deutsche 
Stromabnahme laufen. Das Riskio ist dort also dasselbe, nur dass hier in 
DE kein Risiko mehr besteht. Das ist als Argument also eher nicht 
zielführend.

Da bin ich zwiegespalten: einerseits vertragen sich die AKW einfach 
nicht mit dem volatilen Strom der Erneuerbaren, andererseits waren sie 
halt da.
Wobei die letzten drei mit knapp 6% auch nicht mehr viel beigetragen 
haben und recht problemlos durch Erneuerbare kompensiert wurden.

Weiteres Problem: das Endlagerproblem ist hier auch noch nicht gelöst. 
Außer in Finnland übrigens auch in keinem der oben angesprochenen 
Länder.

Dafür kostet uns das Zwischenlagern im Moment 1,4 Mrd.€ per anno.
Stromausbeute: 0kWh ;-)

Risse gibt's übrigens auch im brandneuen französischen AKW im 
Reaktordeckel, weshalb es im Herbst mal eben für ein halbes Jahr vom 
Netz geht. Ich würde sagen: läuft.

> Stattdessen setzen wir lieber auf Erneuerbare Energien. Anstatt nun aber
> die Bürger davon zu überzeugen und dafür zu sorgen, daß die so preiswert
> werden, daß die Bürger sie dann auch wollen, sorgen wir lieber dafür,
> alle anderen Energien künstlich teurer zu machen

Ich sehe da aber keine künstliche Verteuerung der Kernkraft. Das schafft 
die offenbar ganz alleine. Selbst hochsubventioniert.

Währenddessen fallen die Erneuerbaren eben immer weiter (wenn auch nicht 
mehr so stark). Bei Gestehungskosten im unteren einstelligen 
Cent-Bereich ergeben immer teurere Kernkraftneubauten schlicht keinen 
Sinn. Selbst wenn ich da in Dunkelflauten teures Gas verfeuern muss. Das 
mittelt sich einfach raus.

: Bearbeitet durch Moderator
von Soul E. (soul_eye)


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Ein T. schrieb:
> Ich frage mich ja, warum in China, Russland, Indien, Türkei, Ägypten,
> Polen, Frankreich und Großbritannien gerade AKWs geplant oder sogar
> schon gebaut werden, wenn das so teuer ist. Aber klar, die können alle
> nicht rechnen und leiden alle unter Dyskalkulie, das weiß man doch. Die
> einzigen auf der Welt, die richtig rechnen (tm) können, sind die
> deutschen Atomkraftgegner.

Es steht und fällt halt mit den Subventionen. Eine Firma, die in 
Deutschland ein KKW bauen will, müsste eine Haftpflichtversicherung für 
ihre Anlage abschließen, die die Kosten im Havariefall übernimmt, und 
sie müsste ein Konzept zur Abfallentsorgung nachweisen. Das sind 
Ewigkeitskosten, wie bei der Ruhrkohle. Damit ist diese Form der 
Energieerzeugung völlig unattraktiv.

Die Situation ändert sich sofort, wenn der Staat einspringt. Der 
Havariefall wird als "höhere Gewalt" oder "Umweltkatastrophe" 
deklariert, wo die Allgemeinheit die Kosten trägt, und die Entsorgung 
wird erstmal wegdiskutiert. Dann gibt es noch Förderung für die "neue 
Technologie", und schon wird aus einen Millionengrab ein lohnendes 
Investment.

von (prx) A. K. (prx)


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Chris D. schrieb:
> Geplante Kosten: 19 Mrd. Euro
> zu erwartende Kosten: mindestens 56 Mrd. Euro

Also kamen nach der ersten Hälfte noch reichlich 5 nach. Passt. :)

von Georg S. (randy)


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Chris D. schrieb:
> Ich stecke leider in der Materie zu Windenergieanlagen noch nicht
> wirklich drin: Kann man die nicht auch ohne größere Probleme "weich"
> abschalten, bspw. durch langsame Drehung der Flügel auf Nullstellung
> über 1-2 Minuten?

Natürlich würde das gehen. Aber wenn das Kraftwerk um 22:00 anfängt 
runter zu fahren, beschwert sich jemand dass es sich um 22:01 noch 
gedreht hat. Wenn du 2 Minuten vor 22:00 anfängst runter zu fahren, dann 
verschenkst du das Geld das du in den 2 Minuten noch mit Windstrom 
hättest verdienen können. Da es das Gesetz erlaubt um 22:00 schlagartig 
abzuschalten und das auch das finanz-optimum darstellt, wird das so 
gemacht. Die Probleme die sich daraus ergeben sind Probleme anderer 
Leute. So läuft das im Kapitalismus.

von Ein T. (ein_typ)


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Le X. schrieb:
> Meinst du dieses China das jedes Jahr mit sehr großem Abstand die
> größten Zuwächse in Sachen Erneuerbare verbuchen darf? Ja, können die
> denn nicht rechnen?!

Ich meine das China, das aktuell auch 291 GW Kohlekraftwerke genehmigt 
hat oder bereits baut.

> Ich kanns nicht mehr hören.
> Unsere Vorzeigeindustrie, allen voran ein großer KFZ-Hersteller aus
> Wolfsburg, leidet seit Jahrzehnten unter Missmanagement, wohlwissend bei
> jedem kleinen Husten nach dem Staat rufen zu können.
> Die Energiepreise sind dem sein geringstes Problem (siehe
> Cariad/Rivian-Thematik), aber ein guter Weg um die selbst verschuldete
> Misere auf unliebsame Parteien abzuwälzen.

Wow, genau ein Unternehmen als Beispiel, und dann gerade dieses... 
Stimmt, dessen Probleme sind nicht die Energiekosten. Die anderen 
energieintensiven Unternehmen, von denen laut einer Allensbach-Umfrage 
94% eine Abwanderung erwägen, die gibt es deswegen nicht? Sei mir bitte 
nicht böse, aber von Dir bin ich klügere und differenziertere Argumente 
gewöhnt.

von Ein T. (ein_typ)


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Udo S. schrieb:
> Und Tschernobyl hat ja auch nur 2 Toderopfer gekostet.

Der deutsche Atomausstieg wurde allerdings nicht nach Tschernobyl, 
sondern nach Fukushima beschlossen.

> Man knn sich die
> Welt schon schönsaufen.

Diesbezüglich muß ich mich auf Deine Expertise verlassen.

Bitte melde Dich erst wieder bei mir, wenn Du sachlich diskutieren 
kannst und willst. Herzlichen Dank.

von (prx) A. K. (prx)


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Ein T. schrieb:
> Der deutsche Atomausstieg wurde allerdings nicht nach Tschernobyl,
> sondern nach Fukushima beschlossen.

Genauer gesagt wurde er bereits anno 2000 beschlossen, also eher mitten 
dazwischen. 2011 wurde als Abschluss von Merkels doppeltem Rittberger 
noch einmal beschlossen.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Ein T. schrieb:
> Le X. schrieb:
>> Meinst du dieses China das jedes Jahr mit sehr großem Abstand die
>> größten Zuwächse in Sachen Erneuerbare verbuchen darf? Ja, können die
>> denn nicht rechnen?!
>
> Ich meine das China, das aktuell auch 291 GW Kohlekraftwerke genehmigt
> hat oder bereits baut.

Wobei man da erwähnen sollte, dass das größtenteils Backup-Kraftwerke 
sind - für die Regenerativen, die auch in China nochmal günstiger als 
KKW sind. Die neuen KKWs (schnell regelbar) sind den Chinesen das, was 
uns die Gaskraftwerke sind. Dieser Zubau wurde wohl angestoßen, weil es 
2022(?) zu mehreren deutlichen Ausfällen in der Stromversorgung gekommen 
war.
Ich kann mich auch dunkel an einige unserer Kunden erinnern, die darüber 
berichteten.

> Wow, genau ein Unternehmen als Beispiel, und dann gerade dieses...
> Stimmt, dessen Probleme sind nicht die Energiekosten. Die anderen
> energieintensiven Unternehmen, von denen laut einer Allensbach-Umfrage
> 94% eine Abwanderung erwägen, die gibt es deswegen nicht?

Da muss man genauer sein (sofern wir dieselbe Studie meinen). Ich finde 
dort:

"94 Prozent der deutschen energieintensiven Unternehmen halten eine 
Abwanderung weiterer Unternehmen ihrer Branche aus Deutschland für 
wahrscheinlich, mehr als die Hälfte (56 Prozent) sogar für sehr 
wahrscheinlich."

Das ist schon etwas anderes als Deine obige Aussage.

Nichtsdestotrotz sollte man da helfen (Industriestrompreis usw.) - aber 
ich halte auch Verlagerung von Standorten für angebracht. Es ist wenig 
sinnvoll, Strom erst mühsam durch Flaschenhälse von Norden nach Süden zu 
schicken, anstatt direkt vor Ort zu verbrauchen. Das minimiert Verluste 
und spart beim Ausbau auch noch Geld. Und näher an den Häfen wäre man 
auch.

Schauen wir mal.

von Ein T. (ein_typ)


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Chris D. schrieb:
> Beispiel Hinkley Point C:
> Geplanter Betriebsgebinn: 2023,
> Zu erwartender Betriebsbeginn: nicht vor 2031,
> Geplante Kosten: 19 Mrd. Euro,
> zu erwartende Kosten: mindestens 56 Mrd. Euro,
> Ende 2025 liegt die garantierte Einspeisevergütung bei 15,3 ct/kWh - bis
> 2031 inflationsbedingt natürlich weiter ansteigend.

Daß öffentlich geförderte Projekte regelmäßig sowohl ihre zeitlichen 
Ziele aus auch die projektierten Kosten meistens deutlich überschreiten, 
kennen wir doch auch bei uns. Ich sage nur BER und Stuttgart 21.

> Und warum übernimmt der Staat und keine private Versicherung - wenn das
> doch alles so sicher ist. Können die denn nicht rechnen? ;-)

Vermutlich können private Versicherungsträger die Risiken einfach nicht 
einschätzen, so etwas scheuen Versicherungsmathematiker gemeinhin wie 
der Teufel das Weihwasser. Außerdem würde ich vermuten, daß 
Versicherungen die damit verbundenen Anfeindungen vermeiden wollen.

Aber die Frage bleibt: wenn das alles so teuer ist, warum machen die 
Staaten beziehungsweise ihre Regierungen das dann?

> Man muss da aber auch ehrlich sein: die würden auch ohne die deutsche
> Stromabnahme laufen. Das Riskio ist dort also dasselbe, nur dass hier in
> DE kein Risiko mehr besteht.

Naja, kein Risiko... wenn in Tschechien die alten WWERs den Weg des 
Kraftwerks in Tschernobyl gehen, das übrigens ebenfalls ein WWER war... 
und zumindest bei mir daheim in Aachen wird ein großer Unfall in Tihange 
sicher ungemütlich.

>> Stattdessen setzen wir lieber auf Erneuerbare Energien. Anstatt nun aber
>> die Bürger davon zu überzeugen und dafür zu sorgen, daß die so preiswert
>> werden, daß die Bürger sie dann auch wollen, sorgen wir lieber dafür,
>> alle anderen Energien künstlich teurer zu machen
>
> Ich sehe da aber keine künstliche Verteuerung der Kernkraft.

Bitte noch einmal lesen, ich hatte nicht die Kernkraft gemeint.

> Währenddessen fallen die Erneuerbaren eben immer weiter (wenn auch nicht
> mehr so stark). Bei Gestehungskosten im unteren einstelligen
> Cent-Bereich ergeben immer teurere Kernkraftneubauten schlicht keinen
> Sinn. Selbst wenn ich da in Dunkelflauten teures Gas verfeuern muss. Das
> mittelt sich einfach raus.

Dennoch haben wir in Deutschland meines Wissens die höchsten Strompreise 
in Europa, behauptet das statistische Bundesamt. Wenn die Erneuerbaren 
alle so preiswerten Strom erzeugen und der Anteil der Erneuerbaren 2025 
bereits bei 57% lag (ebenfalls statistisches Bundesamt), würde ich mich 
außerordentlich darüber freuen, wenn ich das auch auf meiner 
Stromrechnung wiederfände.

Schau, im Gegensatz zu einigen anderen hier habe ich überhaupt nichts 
gegen Erneuerbare, im Gegenteil. Ich finde es allerdings immer noch 
merkwürdig, vorhandene, bezahlte und abgeschriebene Kraftwerke 
abzuschalten. Außerdem befürchte ich, daß einige Aspekte unserer 
aktuellen Energiepolitik einen so negativen Einfluß auf unsere 
Wirtschaft und unsere Lebensqualität haben könnten, daß letztlich 
politische Kräfte davon profitieren, die zumindest ich keinesfalls an 
den Hebeln der Macht sehen mag.

Letztens habe ich in einem Interview, ich glaube auf tagesschau.de, den 
sehr interessanten Satz gelesen: "Immer wenn die Bürger zwischen 
Umweltschutz und Wohlstand entscheiden können, wählen sie den 
Wohlstand". Aus meiner Sicht muß die Konsequenz daraus also sein, 
Umweltschutz und Wohlstand zu verbinden.

von Ein T. (ein_typ)


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(prx) A. K. schrieb:
> Ein T. schrieb:
>> Der deutsche Atomausstieg wurde allerdings nicht nach Tschernobyl,
>> sondern nach Fukushima beschlossen.
>
> Genauer gesagt wurde er bereits anno 2000 beschlossen, also eher mitten
> dazwischen. 2011 wurde als Abschluss von Merkels doppeltem Rittberger
> noch einmal beschlossen.

Du hast Recht, ich tausche "beschlossen" gegen "vollzogen". Geschenkt. 
;-)

von (prx) A. K. (prx)


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Ein T. schrieb:
> den Weg des
> Kraftwerks in Tschernobyl gehen, das übrigens ebenfalls ein WWER war

Weiter daneben geht nicht.
Tschernobyl: RBMK-Typ, graphitmoderierter Siedewasserreaktor mit 
Druckröhren.
WWER: Druckwasserreaktor mit Druckkessel, vergleichbar mit westlichen 
Typen.

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Chris D. schrieb:
> Wobei wir gar nicht so viel Kernkraft importieren - im letzten Jahr
> waren es mWn knapp 2% aus Frankreich. Also kaum etwas, das man nicht
> hier auch hätte erzeugen können. Aber der Strom dort war zum Zeitpunkt
> des Einkaufs offenbar günstiger.

Es gibt ja nicht nur Import.
Wieviel Strom musste Frankreich importieren, als viele Kraftwerke nicht 
liefen und mehrere noch laufende wegen zu wenig Wasser gedrosselt werden 
mussten?

Aber das wird gerne von den Kernkraft Fanboys selektiv ausgeblendet.

von Udo S. (urschmitt)


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Ein T. schrieb:
> Schau, im Gegensatz zu einigen anderen hier habe ich überhaupt nichts
> gegen Erneuerbare, im Gegenteil. Ich finde es allerdings immer noch
> merkwürdig, vorhandene, bezahlte und abgeschriebene Kraftwerke
> abzuschalten. Außerdem befürchte ich, daß einige Aspekte unserer
> aktuellen Energiepolitik einen so negativen Einfluß auf unsere
> Wirtschaft und unsere Lebensqualität haben könnten, daß letztlich
> politische Kräfte davon profitieren, die zumindest ich keinesfalls an
> den Hebeln der Macht sehen mag.

Da sind wir gleicher Meinung. Es ist ein Riesenunterschied, ob ich ein 
schon existierendes AKW früher als geplant abschalte oder neue AKWs 
baue.
Fakt ist es gibt noch nicht mal im Ansatz eine sichere Endlagerung und 
wenn ich mit die Asse anschaue, bezweifle ich dass es über ein so langen 
Zeitraum wie nötig überhaupt eine sichere Endlagerung geben kann.

Und erst die Laufzeitverlängerung und dann der Salto rückwärts nach 
Fukushima war eine rein populistische Entscheidung weil einige Angst 
bekamen, dass sie Wählerstimmen verlieren könnten.

von Le X. (lex_91)


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Ein T. schrieb:
> Schau, im Gegensatz zu einigen anderen hier habe ich überhaupt nichts
> gegen Erneuerbare, im Gegenteil. Ich finde es allerdings immer noch
> merkwürdig, vorhandene, bezahlte und abgeschriebene Kraftwerke
> abzuschalten.

D’accord.
Ich halte AKWs für teuer und will die Langzeitprobleme nicht den 
zukünftigen Generationen aufbürden, aber zumindest in Europa halte ich 
sie für hinreichend sicher.
Von mir aus hätte man die Bestehenden noch paar Jährchen laufen lassen 
können.

Aber ehrlicherweise hätte das den Bock nicht fett gemacht. Die 
Energiepreise würden auch nicht groß anders aussehen, betrachtet man den 
Anteil der AKW am Gesamtenergiemix. Die Industrie würde trotzdem nach 
günstiger Energie und Entlastung rufen.

von (prx) A. K. (prx)


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Udo S. schrieb:
> weil einige Angst bekamen, dass sie Wählerstimmen verlieren könnten.

Mit Recht. Das Thema entschied die Wahl in Baden-Württemberg.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Ein T. schrieb:
> Daß öffentlich geförderte Projekte regelmäßig sowohl ihre zeitlichen
> Ziele aus auch die projektierten Kosten meistens deutlich überschreiten,
> kennen wir doch auch bei uns. Ich sage nur BER und Stuttgart 21.

Natürlich :-)
Aber beim BER/Stuttgart 21 sind es dann nicht mehr die laufenden Kosten, 
die das Ticket verteuern. Anders bei den AKW-Neubauten. Da zahlt man 
nochmal beim Strompreis. Bei Hinkley Point C sind das 35 Jahre.

>> Und warum übernimmt der Staat und keine private Versicherung - wenn das
>> doch alles so sicher ist. Können die denn nicht rechnen? ;-)
>
> Vermutlich können private Versicherungsträger die Risiken einfach nicht
> einschätzen, so etwas scheuen Versicherungsmathematiker gemeinhin wie
> der Teufel das Weihwasser. Außerdem würde ich vermuten, daß
> Versicherungen die damit verbundenen Anfeindungen vermeiden wollen.

Das wäre allerdings das erste Mal, dass Versicherungen um ihren Ruf 
besorgt sind ;-) Selbst zu Hochzeiten der Kernkraft, als sie "en vogue" 
war, gab es diese Versicherungen ja nicht.

> Aber die Frage bleibt: wenn das alles so teuer ist, warum machen die
> Staaten beziehungsweise ihre Regierungen das dann?
>
>> Man muss da aber auch ehrlich sein: die würden auch ohne die deutsche
>> Stromabnahme laufen. Das Riskio ist dort also dasselbe, nur dass hier in
>> DE kein Risiko mehr besteht.
>
> Naja, kein Risiko... wenn in Tschechien die alten WWERs den Weg des
> Kraftwerks in Tschernobyl gehen, das übrigens ebenfalls ein WWER war...
> und zumindest bei mir daheim in Aachen wird ein großer Unfall in Tihange
> sicher ungemütlich.

Das hast Du missverstanden. Ich meinte: wenn ich in zwei Ländern AKWs 
habe und die AKW in einem Land abschalte, dann sinkt das Risiko eines 
Unfalls. Das meinte ich. Ob die Dinger im Ausland so sicher sind wie 
unsere hier waren? Keine Ahnung. Aber es ändert ja nichts. Die laufen 
weiter, ob wir da ab und zu Strom abnehmen oder nicht.

> Bitte noch einmal lesen, ich hatte nicht die Kernkraft gemeint.

Ok.

> Dennoch haben wir in Deutschland meines Wissens die höchsten Strompreise
> in Europa, behauptet das statistische Bundesamt. Wenn die Erneuerbaren
> alle so preiswerten Strom erzeugen und der Anteil der Erneuerbaren 2025
> bereits bei 57% lag (ebenfalls statistisches Bundesamt), würde ich mich
> außerordentlich darüber freuen, wenn ich das auch auf meiner
> Stromrechnung wiederfände.

Ich habe gerade mal auf meine Rechnung vom Mai 2025 geschaut (weil ich 
die zur Hand hatte): da gehen 16,3ct für Stromsteuer und Netzentgelte 
(10ct!) drauf, 12ct sind die eigentlichen Erzeugungskosten + Unkosten 
des Anbieters + sein Gewinn.

D.h. über 30% fließen in den Ausbau der Netze. Das ist eine Kröte, die 
man bei Regenerativen schlucken muss, wobei es ja auch den Vorschlag 
gab, diese Investitionskosten (ich meine, es wäre von 500 Mrd. die Rede 
gewesen) jetzt als Kredit aufzunehmen, ranzuklotzen und dann über die 
komplette Laufzeit der Netze zu verteilen - also die Anfangsbelastung 
jetzt zu reduzieren. Fand ich nicht sooo schlecht. Man erhält für die 
Investition dann allerdings auch ein deutlich robusteres Netz (auch 
bzgl. Sabotage) - sozusagen als kleines Goodie.

Das heisst aber auch, dass selbst mit AKW der Strom nicht so viel 
günstiger würde. Die AKWs produzieren ja eh nur anteilig und eine 
PV-Anlage hier in der Gegend hatte letztes Jahr den Zuschlag mit 
5,0ct/kWh, Windkraft liegt hier in der Eifel bei 7ct. Da geht es also 
überhaupt nur um wenige Cent, weil die Erneuerbaren schon sehr nah an 
die Kosten abgeschriebener AKWs kommen. Die Netzausbaukosten kämen ja 
auch dort mit drauf.

Davon abgesehen habe ich jetzt seit März nach vielen Jahren um die 30ct 
mit 25ct/kWh für ein Jahr tatsächlich einen gesunkenen Strompreis. Ich 
glaube, das letzte Mal hatten wir hier 2018 so einen Preis. Und das wäre 
dann europaweit schon im gesunden Mittelfeld und niedriger als in 
Frankreich ;-) Was zahlst Du im Moment?

Man darf bei den Rankings auch nicht vergessen, dass Frankreich und 
viele andere Länder Strom auch für Privathaushalte stark 
subventionieren.

> Schau, im Gegensatz zu einigen anderen hier habe ich überhaupt nichts
> gegen Erneuerbare, im Gegenteil. Ich finde es allerdings immer noch
> merkwürdig, vorhandene, bezahlte und abgeschriebene Kraftwerke
> abzuschalten.

Ja, man hätte sie weiterlaufen lassen können. Allerdings vertragen sich 
gerade diese alten Kraftwerke mit ihrer besch... eidenen Regelfähigkeit 
wohl nur sehr schwer mit Regenerativen. Wir hätten also mit Sicherheit 
deutlich mehr Abschaltungen.

Und die Entsorgungsproblematik bliebe natürlich und wird mit mehr 
hochradioaktivem Abfall ja nicht besser.

> Außerdem befürchte ich, daß einige Aspekte unserer
> aktuellen Energiepolitik einen so negativen Einfluß auf unsere
> Wirtschaft und unsere Lebensqualität haben könnten, daß letztlich
> politische Kräfte davon profitieren, die zumindest ich keinesfalls an
> den Hebeln der Macht sehen mag.
>
> Letztens habe ich in einem Interview, ich glaube auf tagesschau.de, den
> sehr interessanten Satz gelesen: "Immer wenn die Bürger zwischen
> Umweltschutz und Wohlstand entscheiden können, wählen sie den
> Wohlstand". Aus meiner Sicht muß die Konsequenz daraus also sein,
> Umweltschutz und Wohlstand zu verbinden.

Absolut.
Vor allem hätte man das doch auch schon damals vernünftig erklären 
können, also welche Ziele es gibt, was dafür nötig ist und was es für 
Belastungen geben wird. Die Leute können die Wahrheit durchaus 
vertragen.

Leider entwickelte sich ein absoluter Eiertanz. All das hat uns bei der 
Umstellung nicht geholfen.

: Bearbeitet durch Moderator
von Ein T. (ein_typ)


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(prx) A. K. schrieb:
> Weiter daneben geht nicht.
> Tschernobyl: RBMK-Typ, graphitmoderierter Siedewasserreaktor mit
> Druckröhren.
> WWER: Druckwasserreaktor mit Druckkessel, vergleichbar mit westlichen
> Typen.

Huch, Du hast Recht. Danke für den Hinweis.

von Nick (b620ys)


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(prx) A. K. schrieb:
> Sogar beim Proton diskutiert man schon eine Weile, ob es stabil sei,

Also doch angekommen. Sich auf die Halbwertszeit bei der 
Gefahrenbewertung zu berufen ist sinnlos, kommt aber bei den meisten 
Leuten gut an.
Das nennt sich "Die Angst vor der großen Zahl" und ist ein Teil der 
Arithmophobie.

https://www.youtube.com/shorts/3ipcYiilin4

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Chris D. schrieb:
> 94 Prozent der deutschen energieintensiven Unternehmen halten eine
> Abwanderung

Ist doch Super, wenn die weg sind. Desto mehr desto besser wird die 
Deckung durch regenerative Energien am gesamten Primaerenergieverbrauch 
des Landes.

von Werner H. (werner45)


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Nochmal zurück zum Blackout:
Netzstabilität und Smartmeter - ist heute und sollte künftig sein
- sehr gut erklärt:
Teil 1
https://www.youtube.com/watch?v=dYL3OQO57fo
Teil 2
https://www.youtube.com/watch?v=4TvvKArLuDM

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Dieter D. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> 94 Prozent der deutschen energieintensiven Unternehmen halten eine
>> Abwanderung
>
> Ist doch Super, wenn die weg sind. Desto mehr desto besser wird die
> Deckung durch regenerative Energien am gesamten Primaerenergieverbrauch
> des Landes.

Was soll dieses sinnverfälschende Teilzitat?

von Ein T. (ein_typ)


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Chris D. schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> Chris D. schrieb:
>>> 94 Prozent der deutschen energieintensiven Unternehmen halten eine
>>> Abwanderung
>>
>> Ist doch Super, wenn die weg sind. Desto mehr desto besser wird die
>> Deckung durch regenerative Energien am gesamten Primaerenergieverbrauch
>> des Landes.
>
> Was soll dieses sinnverfälschende Teilzitat?

Hast Du noch nie einen "klassischen Dieter" gesehen? :-)

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Chris D. schrieb:
> Was soll dieses sinnverfälschende Teilzitat?

Das ist nicht sinnverfaelschend, sondern die Verlinkung auf Deinen Post 
als Bezug zu Chris und Ein T fuer meinen Post.

Es wird von mir widersprochen, dass Gehen der Grossenergieverbraucher 
als tragisch zu sehen, sondern als Verbesserung der Lage im Hinblick auf 
Regenerative.

von Thorsten O. (Firma: mechapro GmbH) (ostermann) Benutzerseite


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Chris D. schrieb:
> Nick schrieb:
>> G. K. schrieb:
>>> Quelle?
>>
>> Gerne!
>>
> 
https://www.amprion.net/Netzjournal/Beitr%C3%A4ge-2021/Ph%C3%A4nomen-zur-vollen-Stunde.html
>> 22:00 unserer Zeit. Die 21:00 sind "Europäische Normalzeit" oder wie man
>> das nennen mag.
>> Das erklärt aber nicht den Zusammenhang mit Windkraft, nur die Tatsache.
>>
>> Hier die eigentliche Meldung:
>> https://www.rj2et.de/netzfrequenz-meldungen-22-00
>
> Interessant. Letztendlich ist das aber nur eine Randnotiz, denn das
> Problem lässt sich ja wirklich einfach lösen, indem man bspw. die
> Anlagen jeweils leicht verzögert abschaltet. Streut man das über +/-5
> Minuten, so würde das vermutlich schon ausreichen.
>
> Ich stecke leider in der Materie zu Windenergieanlagen noch nicht
> wirklich drin: Kann man die nicht auch ohne größere Probleme "weich"
> abschalten, bspw. durch langsame Drehung der Flügel auf Nullstellung
> über 1-2 Minuten?

Genau das ist jetzt wohl auch geplant. Momentan geben die Vorschriften 
(konkret: die "TA Lärm") das aber nicht her.
https://taz.de/Europaeisches-Stromnetz/!6166827/

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Dieter D. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Was soll dieses sinnverfälschende Teilzitat?
>
> Das ist
> ...
> sinnverfaelschend

Ok, dann habe ich als Beispiel Dein Zitat auch mal "passend" eingekürzt.

Wir sind hier nicht im Kindergarten. Entweder zitierst Du in Zukunft 
korrekt oder Du lässt es.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Chris D. schrieb:
> mal "passend" eingekürzt.

Aber leider nicht analog eingekuerzt, denn dafuer haettest Du vorne und 
hinten was weglassen muessen und nicht dazwischen ein "nicht".

Das "markierten Text zitieren" hatte das Gaensefuesschen nicht 
mitgenommen auf dem Smartphone.

von Nick (b620ys)


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Morgen (am Sonntag) wird es spannend.
Wochenende + Feiertag + Sonnenschein + Wind =
https://www.energy-charts.info/charts/power/chart.htm?c=DE

Und der Preis ist auch gut (-114 € / MWh)
https://www.energy-charts.info/charts/price_spot_market/chart.htm?c=DE

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Chris D.,

Chris D. schrieb:
> Das hast Du missverstanden. Ich meinte: wenn ich in zwei Ländern AKWs
> habe und die AKW in einem Land abschalte, dann sinkt das Risiko eines
> Unfalls.

Ja.

> Das meinte ich. Ob die Dinger im Ausland so sicher sind wie
> unsere hier waren? Keine Ahnung. Aber es ändert ja nichts. Die laufen
> weiter, ob wir da ab und zu Strom abnehmen oder nicht.

Vielleicht aber ist die Risikoreduktion bei Abschaltung von nur einem 
ausgewählten KKW größer als die Risikoreduktion bei Abschaltung eines 
ganzen KKW-Pulks...

https://www.ippnw.de/atomenergie/sicherheit/artikel/de/kernkraftwerk-tihange-deutlich-gefae.html

: Bearbeitet durch User
von G. K. (zumsel)


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Für die Freunde des Einzelhändlers aus Chiemgau:

https://www.youtube.com/watch?v=fRim0Q6mB7I

Bemerkenswert ist wie sich der Einzelhändler um das Thema Netzausbau 
herum windet.
Mit konstruktiven Vorschlägen (Wo müsste was passieren?) dazu würde er 
ja sein Publikum vergraulen.

von Rbx (rcx)


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Ein T. schrieb:
> Tja, das Volk der Dichter und Denker.

Ja, gut erkannt. Das war schon immer problematisch -> also eine 
Exploit-Gelegenheit, wenn man so will. Man kann sich auch über Autarkie 
Gedanken machen - oder generell über Lebensräume und dessen 
wirtschaftliche Verhältnisse da.
In Spanien kann man von Planungsfehlern ausgehen - die natürlich sehr 
wahrscheinlich sind, wenn die Ausbildung der Planungsleute eher 
Ideologiegetrieben ist statt fundamental gut.

von Nick (b620ys)


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Nick schrieb:
> Und der Preis ist auch gut (-114 € / MWh)

Keine Sorge!
Für Montag ist der day ahead Preis bei -147,05 € / MWh
https://www.energy-charts.info/charts/price_spot_market/chart.htm?c=DE&week=15

Und die Batteriespeicher sind auch (keine aktuellen Daten verfügbar) 
schwer am Netz stabilisieren (zumindest für 1/2 Stunde):
https://www.energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&source=battery_unit_eex

Die Daten sind vom Fraunhofer-institut.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Nick schrieb:
> Keine Sorge!

Zumindest passiert das noch nicht häufig genug, damit eine Akkubank 
genügend Zyklen fahren kann ohne vorher an Überalterung einzugehen.

von Nick (b620ys)


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Dieter D. schrieb:
> Zumindest passiert das noch nicht häufig genug, damit eine Akkubank
> genügend Zyklen fahren kann ohne vorher an Überalterung einzugehen.

Ah! Also sind Akkus Unsinn?
Wo liegt denn dann die Grenze?

https://www.energy-charts.info/charts/price_spot_market/chart.htm?c=DE&interval=year&year=2025
Wenn ich mir das Diagramm für 1 Jahr (2025) so anschau, hat wohl jeder 
Tag Potential billig zu kaufen und teuer zu verkaufen.
Für die 7 Tage über 600 €/MWh oder die 3 Tage mit fast 1000 €/MWh lohnt 
sich das aber tatsächlich wirtschaftlich nicht.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Nick schrieb:
> Ah! Also sind Akkus Unsinn?

Das wäre viel zu kurz gedacht.

> Wo liegt denn dann die Grenze?

Pro Jahr müsste über hundert mal die Kapazität der Akkus für solche 
Zwecke beansprucht werden.

Ein anderes Problem wäre noch, dass die Regelungen an der Strombörse für 
solche Anlagen nochmal kräftig überarbeitet werden müßten.

von Nick (b620ys)


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Dieter D. schrieb:
> Pro Jahr müsste über hundert mal die Kapazität der Akkus für solche
> Zwecke beansprucht werden.

Das ist doch locker zu schaffen, selbst bei nur 50% Solartagen, ohne 
Wind.

Dieter D. schrieb:
> Ein anderes Problem wäre noch, dass die Regelungen an der Strombörse für
> solche Anlagen nochmal kräftig überarbeitet werden müßten.

An was denkst du da?

von Michael B. (alter_mann)


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Nick schrieb:
> Wo liegt denn dann die Grenze?

Der Preis wird nicht ohne Grund je MWh angegeben. So einen Akku-Haufen 
für viele MWh muß man erstmal haben.
Und dann kommen bestimmt noch Transaktionsgebühren und Steuern dazu. Die 
müssen auch erwirtschaftet werden.
Somit ist die Grenze für Privatpersonen vermutlich nicht zu erreichen.

von Pandur S. (jetztnicht)


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> Dietr D schrieb
>Ein anderes Problem wäre noch, dass die Regelungen an der Strombörse für
solche Anlagen nochmal kräftig überarbeitet werden müßten.

Nicht muesste, sondern muss sowieso. Das kann aber nicht so schwierig 
sein. Denn das bestehende System ist sowieso Quatsch. Ein hinreichend 
grosser Einspeiser, sagen wir etwas groesser wie ein Panel am Balkon 
kann einen Raspi  zum Stromhandeln haben. Das sollte machbar sein.

Die Stromboerse selbst waere etwas komplizierter, die muss ja mit den 
Tausenden Einspeisern handeln. Erscheint mir aber auch machbar. dh die 
Software waere stabil moeglich. Bis der Handel stabil wird, wird's etwas 
dauern, aber dafuer gibt's ja auch simulationen

Es sollte davon ausgegangen werden, dass der durchschnittliche Eigenheim 
Einspeiser mindestens die Auto Kapazitaet (zB 50-100kWh pro Auto) an 
Batterie vorhaelt. Die Batterie wird am Tag geladen, und in der Nacht 
wird das Auto geladen. Was nicht benoetigt wird, kann ans Netz gehen.
Jetzt muss man der Haussteuerung nur noch vorgeben, dass man das Auto am 
naechsten nicht, oder nur wenig braucht, der Rest des Stromes kann 
verkauft werden, sofern die Verguetungen passen

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Pandur S. schrieb:
> Denn das bestehende System ist sowieso Quatsch.

1++

Die Klein-Solarstromerzeuger müssten sich in einen Batterie-Pool 
einkaufen um den Strom am Markt (vertreten durch den Pool-Betreiber) 
verkaufen zu können.

Der Pool-Betreiber müsste dem Netz eine jederzeit abrufbare Menge und 
Leistung anbieten. Der Abruf kann vom Netzbetreiber beliebig übers Jahr 
verteilt werden. Bei Nichteinhaltung muss er Ersatz zum Stundenpreis 
leisten.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Die Herausforderung dabei waere, alle Poolbetreiber fair verteilt an der 
Netzunterstützung teilhaben zu lassen.

von Nick (b620ys)


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Dieter D. schrieb:
> alle Poolbetreiber fair verteilt an der
> Netzunterstützung teilhaben zu lassen.

Wenn du unter "fair" die Produktion von nicht benütigter Leistung zum 
falschen Zeitpunkt verstehst, ja, dann ist es eine Herausforderung. Aber 
das kann man ja jetzt auch schon in Perfektion.
So wie es jetzt läuft ist es subventionierte Verklappung.

von G. K. (zumsel)


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Nick schrieb:

> Wenn du unter "fair" die Produktion von nicht benütigter Leistung zum
> falschen Zeitpunkt verstehst, ja, dann ist es eine Herausforderung. Aber
> das kann man ja jetzt auch schon in Perfektion.
> So wie es jetzt läuft ist es subventionierte Verklappung.

Also besser die französischen AKWs durch rauf-runter kaputt machen?

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Nick schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> alle Poolbetreiber fair verteilt an der
>> Netzunterstützung teilhaben zu lassen.
>
> Wenn du unter "fair" die Produktion von nicht benütigter Leistung zum
> falschen Zeitpunkt verstehst, ja, dann ist es eine Herausforderung. Aber
> das kann man ja jetzt auch schon in Perfektion.
> So wie es jetzt läuft ist es subventionierte Verklappung.

Mit kaum 2% der jährlichen Erzeugung ist der Effekt aber eher gering.

von Nick (b620ys)


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Chris D. schrieb:
> Mit kaum 2% der jährlichen Erzeugung ist der Effekt aber eher gering.

Meine Forderung zum Zwang zur Batteriepufferung für "Privatanbieter" war 
lediglich eine Erweiterung.
Also statt 2% 100%. Gilt sowohl für Solar als auch Wind.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Nick schrieb:
> Meine Forderung zum Zwang zur Batteriepufferung für "Privatanbieter"...

Meiner Erinnerung nach wäre hier die Herausforderung gewesen, dass mit 
8ct/kWh einige private Erzeuger die Kosten abdecken können, jedoch noch 
die zusätzlichen Speicherverschleißkosten von 10ct/kWh hinzukämen. Damit 
wären für den Strom aus den Speichern ein Preis von 18ct/kWh anzusetzen. 
Einen nicht kostendeckenden Abgabepreis per Gesetz oder Verordnung 
durchzusetzen würde vermutlich spätestens bei einem der Bundes- oder 
Verfassungsgerichten aufgehoben werden.

von G. K. (zumsel)


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Dieter D. schrieb:
> Nick schrieb:
>> Meine Forderung zum Zwang zur Batteriepufferung für "Privatanbieter"...
>
> Meiner Erinnerung nach wäre hier die Herausforderung gewesen, dass mit
> 8ct/kWh einige private Erzeuger die Kosten abdecken können, jedoch noch
> die zusätzlichen Speicherverschleißkosten von 10ct/kWh hinzukämen. Damit
> wären für den Strom aus den Speichern ein Preis von 18ct/kWh anzusetzen.
> Einen nicht kostendeckenden Abgabepreis per Gesetz oder Verordnung
> durchzusetzen würde vermutlich spätestens bei einem der Bundes- oder
> Verfassungsgerichten aufgehoben werden.

Warum sollten EE-Erzeuger und Speicherbetreiber die selbe juristische 
Person sein?

von Nick (b620ys)


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Dieter D. schrieb:
> Damit
> wären für den Strom aus den Speichern ein Preis von 18ct/kWh anzusetzen.

Tja, was soll ich sagen? Pech gehabt.
Von den konventionellen Kraftwerksbetreibern fordert man, bedarfgerecht 
Enegie zu liefern. Von den Solar/Wind-Kraftwerken aber nicht. Dafür muss 
das Netz ausgebaut werden um dann den Überschuss mit Verlust irgendwo 
anders hin zu verkaufen.
Schon verstanden, Windkraft ist überwiegend aus dem Norden. Aber immer 
noch nicht bedarfsgerecht.

von Ein T. (ein_typ)


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Gerade lese ich eine IMHO sehr interessante Studie [1], die Jan 
Emblemsvåg von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität 
Norwegen hinsichtlich der Hypothese verfaßt hat, daß Deutschland 
anstelle des Atomausstiegs nicht nur bei der Kernenergie geblieben, 
sondern weiter in diese investiert hätte.

Befürworter der Energiewende haben ihrerseits eine Antwort dazu verfaßt, 
die Interessierte hier [1] lesen können.


[1] 
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14786451.2024.2355642#abstract

[2] 
https://www.isi.fraunhofer.de/de/blog/2024/kritische-stellungnahme-kernkraft-deutschland-emblemsvag.html

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Dazu gab's schon vor einiger Zeit auch einen Podcast von Daniel Stelter:
https://www.youtube.com/watch?v=VkEGJBSuYvg

Gruss
WK

von Christoph M. (mchris)


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Ein T. schrieb:
> [2]
> 
https://www.isi.fraunhofer.de/de/blog/2024/kritische-stellungnahme-kernkraft-deutschland-emblemsvag.html

Ein lustiger Vergleich im Artikel:
1
Warum ist dieser methodische Ansatz nicht haltbar?
2
...
3
Um die Grundsätzlichkeit dieses Fehlers anhand eines einfachen Beispiels zu illustrieren: Nehmen wir an, ein Student kauft sich ein Auto und zahlt dafür monatliche Raten in Höhe von 300 Euro. Die Eltern unterstützen den Autokauf des Studenten mit 200 Euro im Monat. Emblemsvågs Logik folgend kostet das Auto nun monatlich 500 Euro.

Und am Schluss ist quasi das Resume: Bei so grundlegenden Fehler ist es 
uns zu doof, den Artikel im Detail weiter zu analysieren.

von Christoph M. (mchris)


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von G. K. (zumsel)


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Christoph M. schrieb:
> Kennt jemand die Eltricity-Map?
>
> https://app.electricitymaps.com/map/zone/DE/live/fifteen_minutes

Taugt nix:

https://de.linkedin.com/posts/bruno-burger-a8144021_electricitymaps-hat-am-wochenende-wieder-activity-7155126195360067584-qtQD

Aber wenn du Lust hast kannst du mal rausfinden wie viel CO2 dieses Ding 
für Atomstrom zugrunde legt.

von Ralf X. (ralf0815)


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G. K. schrieb:
> Taugt nix:
>
> 
https://de.linkedin.com/posts/bruno-burger-a8144021_electricitymaps-hat-am-wochenende-wieder-activity-7155126195360067584-qtQD

In den Daten von Bruno Burger/energy-charts sind auch immer wieder 
Fehler vorhanden, früher sogar Dauerfehler, die noch jahrelang Bestand 
hatten, nachdem er darauf aufmerksam gemacht wurde.
Und statt sich für die Fehlermeldungen zu bedanken, reagiert er 
beleidigt wie ein kleines Kind, schiebt alles auf seine Studenten und 
schimpft wie ein Rohrspatz, dass seine ehrbaren Bemühungen sich auch 
einer Kritik stellen müssen.

: Bearbeitet durch User
von Ein T. (ein_typ)


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Christoph M. schrieb:
> Ein lustiger Vergleich im Artikel:
>
1
> Warum ist dieser methodische Ansatz nicht haltbar?
2
> ...
3
> Um die Grundsätzlichkeit dieses Fehlers anhand eines einfachen Beispiels 
4
> zu illustrieren: Nehmen wir an, ein Student kauft sich ein Auto und 
5
> zahlt dafür monatliche Raten in Höhe von 300 Euro. Die Eltern 
6
> unterstützen den Autokauf des Studenten mit 200 Euro im Monat. 
7
> Emblemsvågs Logik folgend kostet das Auto nun monatlich 500 Euro.
8
>
>
> Und am Schluss ist quasi das Resume: Bei so grundlegenden Fehler ist es
> uns zu doof, den Artikel im Detail weiter zu analysieren.

Ja, da habe ich auch gelacht und mußte an Morgenserns Palmström denken. 
Die Antwort wirkt schon ein bisschen seltsam: da der Autor dieser Studie 
ja den betriebswirtschaftlichen Begriff "Cashflow" verwende, müsse das 
Ganze also betriebswirtschaftlich gesehen und die staatliche 
Subventionierung deshalb ausgeblendet werden. Dumm nur, daß es mir ganz 
persönlich eher gleichgültig ist, ob mein Geld in höhere Stromkosten 
oder in höhere Steuern fließt, mit denen der Staat die Subventionen 
finanziert. Für mich ergibt sich in beiden Fällen dasselbe Ergebnis: 
egal wer mir das Geld wie und warum abknöpft, am Ende steht es mir nicht 
mehr zur Verfügung. :-)

von G. K. (zumsel)


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Ralf X. schrieb:

> In den Daten von Bruno Burger/energy-charts sind auch immer wieder
> Fehler vorhanden, früher sogar Dauerfehler, die noch jahrelang Bestand
> hatten, nachdem er darauf aufmerksam gemacht wurde.
> Und statt sich für die Fehlermeldungen zu bedanken, reagiert er
> beleidigt wie ein kleines Kind, schiebt alles auf seine Studenten und
> schimpft wie ein Rohrspatz, dass seine ehrbaren Bemühungen sich auch
> einer Kritik stellen müssen.

Warum willst du nicht das sich Leser eine eigene Meinung bilden können?

von Rbx (rcx)


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Ein T. schrieb:
> Für mich ergibt sich in beiden Fällen dasselbe Ergebnis:
> egal wer mir das Geld wie und warum abknöpft, am Ende steht es mir nicht
> mehr zur Verfügung. :-)

So siehts aus. Im c't Nr 6 aktuell stand auch was hinsichtlich der 
Kommunikation der Energieanbieter bei Reklamationen - das wollte ich 
noch kopieren und der Generalstaatsanwaltschaft schicken.

von Christoph M. (mchris)


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Zur Zeit kommt übrigens eine sehenswerte Doku zu Tschernobyl in der 
ZDF-Mediathek, in der auch ehemalige Mitarbeiter des Kontrollraums 
interviewt werden:
https://www.zdf.de/dokus/collection-index-page-artede-collection-artede-rc-027769-116

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