Forum: Offtopic Analogfotografie heute?


von P. M. (o-o)


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Es werden ja immer noch analoge Fotokameras hergestellt. Doch gibt es 
heute noch Bereiche, in denen analoge den digitalen überlegen sind? (Von 
Leuten, die aus 'religiösen' Gründen oder weil sie aus Gewohnheit nicht 
umstellen wollen, mal abgesehen.)

von Tine S. (tine)


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Hmm, naja, kommt drauf an was Du als überlegen bezeichnest. Also eine 
Billigknipse mit Film ist von den Kosten einer Digitalkamera 
üblicherweise bis ein paar tausend Bilder überlegen... Auch niedrige 
Isowerte und Großformat sind Dinge, wo Film noch punkten kann. Ebenfalls 
Sofortbildfotografie.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Bei Langzeitbelichtungen ist analoges Filmmaterial überlegen, da es kein 
von der Belichtungsdauer abhängiges Bildrauschen gibt.

Die erzielbare Dynamik ist bei Negativmaterial nach wie vor größer als 
bei digitalen Bildsensoren. Das bedeutet, daß bei einer an den Lichtern 
ausgerichteten Belichtung noch Zeichnung in Schatten ist, die bei einer 
Digitalkamera schon längst im Schwarz abgesoffen wären.

S/W-Material kann etwa 13 Blendenstufen abbilden, mit einer guten 
Digitalkamera sind zwischen 8 und 10 möglich.

Das "Übersteuerungsverhalten" ist gutmütiger; ein überbelichteter Sensor 
liefert ab einer gewissen Lichtmenge nur maximales Weiß, was in den 
bekannten "ausgefressenen Lichtern" resultiert.

Überbelichtetes Negativmaterial kann durch geeignete Entwicklung 
"gerettet" werden, dasselbe ist bei unterbelichtetem Material möglich.

Sobald mit Sensorgrößen jenseits des APS-C-Formates gearbeitet werden 
soll, werden Kameras schnell sehr teuer, bei Überschreitung des 
KB-Formates erst recht.

Bereits das kleinste Mittelformat (6x4.5) ist als Digitalsensor im 
Vollformat für Normalsterbliche praktisch nicht finanzierbar.

Jenseits vom Mittelformat gibt es die Großformatphotographie, die im 
kleinsten Falle mit 10x12.5 cm (4x5") großen Negativen arbeitet, hier 
ist Digitalphotographie nur mit Zeilenscannern möglich.

von M. W. (hobbyloet)


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In 4 Minuten hast Du , rufus nicht das geschrieben.
Stell eine Quellen-Info drunter, dann hat Andreas eine ruhige Nacht. :)

von P. M. (o-o)


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M. W. schrieb:
> In 4 Minuten hast Du , rufus nicht das geschrieben.

Ich komme auf 29 Minuten. Und vielen Dank an Rufus für die ausführliche 
Erklärung.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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> Stell eine Quellen-Info drunter

hä? Und was soll das "bringen", wenn da z.B. hinter jedem Satz 
irgendeine Quellenangabe steht wie "Quelle: Fotografie und Dackelzucht, 
Ausgabe 7/2008, Seite 23", oder "Quelle: Eigene Erfahrung baiserend auf 
27 getesteten Kameras der Modelle x,y und im Zeitraum von xx bis yyy. 
Fotoprotokoll (6800 Seiten) auf Anforderung"?

Das ist Rufus persönliche Erfahrung und Einschätzung, und keine 
Diplomarbeit, bei der jede Lautäußerung durch Quellenangaben belegt 
werden kann/soll/muss, um "Kompetenz" zu belegen.

Danke auch von mir an Rufus für diese Bewertung der Fotoszene.

von Norbert L. (norbert_l64) Benutzerseite


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M. W. schrieb:
> In 4 Minuten hast Du , rufus nicht das geschrieben.

Jeder ambitionierte (Hobby)Fotograph hat diese Argumente parat. Nur aus 
dem Gehirn abrufen und 'reintippen'.
Gut, 4 Minuten ist was knapp, aber 8 Minuten zum Gedankensortieren 
sollte man Rufus zugestehen.

Rufus' Ausführungen waren vor 10-15 Jahren die Begründung der 
Analogknipser dafür, dass die Digitalfotografie keine Chance hat...

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Ansbach Dragoner schrieb:
> Rufus' Ausführungen waren vor 10-15 Jahren die Begründung der
> Analogknipser dafür, dass die Digitalfotografie keine Chance hat...

Kannst Du denn einzelne von mir ausgeführte Punkte widerlegen?

Der Fortschritt der Digitalphotographie hat etliche der alten 
Argumente entkräftet, die meistgenutzten Bereiche der Analogphotographie 
sind nicht ohne Grund von der Digitalphotographie ersetzt worden.

Dazu zähle ich die Photographie mit so gut wie allem, was nicht größer 
ist als KB-Film.
Hier hat die Digitalphotographie völlig zu recht den 
Verdrängungswettbewerb gewonnen.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen sehe ich bei diesen Formaten keinen 
Grund mehr, Analogmaterial einzusetzen.

Ich bezog mich in den o.g. Punkten aber eben auf die Bereiche, wo 
Analogmaterial nach wie vor überlegen ist - größere Formate mit den 
durch sie implizit anderen Bildwirkungen, Rauschverhalten etc.

von Norbert L. (norbert_l64) Benutzerseite


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Rufus t. Firefly schrieb:
> Kannst Du denn einzelne von mir ausgeführte Punkte widerlegen?

Nein nein, um Gotteswillen! Deine Argumente sind doch alle richtig.
Nur, vor 15 Jahren hatte man keine Vorstellung vom möglichen techn. 
Fortschritt.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Irgendwie verstehe ich Dich jetzt nicht so ganz.

von Baldrian D. (baldrian)


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M. W. schrieb:
> In 4 Minuten hast Du , rufus nicht das geschrieben.
> Stell eine Quellen-Info drunter, dann hat Andreas eine ruhige Nacht. :)

Nur wenn du eine Quelle angibst nach der 00:23Uhr - 23:54Uhr = 4 Minuten 
ergibt ;-)

von Tine S. (tine)


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http://www.sphoto.com/techinfo/dslrvsfilm.htm
http://www.kenrockwell.com/tech/filmdig.htm

Im Prinzip ist aber für alles was im Haushalt so anfällt digital 
"besser".

von Gastino G. (gastino)


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Was man nicht vergessen sollte: Bei der Archivierung ist die analoge 
Fotografie in meinen Augen noch immer unschlagbar. Digitale Daten 
erfordern einen viel größeren Aufwand, weil die Datenträger nur begrenzt 
haltbar sind, die Formate, Schnittstellen und nicht zuletzt die 
Auslese-/Anzeigegeräte veralten, kaputtgehen oder nicht mehr 
zusammenpassen. Man muss/müsste also immer mal umkopieren. Ich bin aber 
recht sicher, dass sehr viele Bilder verlorengehen, weil viele Leute das 
nicht tun.

Wenn man heute mal ein Computer-Museum besucht, kann man sich ja mal 
vorstellen, wie problemlos man heute noch die alten Negative aus dem 
Schrank holen könnte und was im Gegenzug von den damaligen Datenträgern 
überhaupt noch irgendwie nutzbar wäre...

Kurzum: Wichtige Fotos mache ich noch immer analog.

von P. M. (o-o)


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Gastino G. schrieb:
> Wenn man heute mal ein Computer-Museum besucht, kann man sich ja mal
> vorstellen, wie problemlos man heute noch die alten Negative aus dem
> Schrank holen könnte und was im Gegenzug von den damaligen Datenträgern
> überhaupt noch irgendwie nutzbar wäre...

Ich habe hier Computer, die bis zu 15 Jahre alt sind und deren Daten 
noch problemlos mit modernen Geräten verwendet werden können. Auch die 
CD ist bereits fast 30 Jahre alt und ihr Ende nicht absehbar. Genauso 
wie dasjenige von USB-Festplatten.

Insgesamt halte ich die Angst vor Datenverlust für übertrieben, wenn man 
halbwegs weiss, was man tut: Erstens Backup und zweitens umkopieren, 
wenn man eine neue Gerätegeneration kauft - was übrigens nicht schmerzt, 
da Datenraten und Speicherplatz ja bekanntlich exponentiell wachsen.

Negative hingegen altern und können physikalisch kaputt gehen, im 
Gegensatz zu Digitalfotos ist ein Backup oder eine Restauration ungleich 
aufwändiger.

von Gustav K. (hanibal)


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Ich finde jetzt 15 oder 30 Jahre keine lange zeit für sowas, um ehrlich 
zu sein
und vor 30 jahren hatte mit sicherheit niemand daten cds

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Ja, aber vor 30 Jahren hatten auch erheblich weniger Leute Computer, und 
die damit bearbeiteten Daten waren gänzlich anderer Art.

von P. M. (o-o)


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Bis in die Neunziger waren Heimcomputer ein Nischenprodukt, entsprechend 
schnell kamen und gingen diverse Hersteller und Standards. Erst seit 
rund 15 Jahren hingegen sind Computer dermassen verbreitet, dass gewisse 
Standards wie Betriebssysteme, Dateisysteme, Dateiformate und 
Datenträger in jedem Haushalt zu finden und entsprechend stabil sind.

Es ist heute jedenfalls problemlos möglich, die Daten von einem frühen 
Windows 95 PC auf einen modernen Rechner zu übertragen und zu verwenden. 
Vor 15 Jahren hätte man das von einem 15jährigen Heimcomputer jedenfalls 
nicht behaupten können. Standards sich also nach den unsteten 
Anangsjahren so langsam langfristig zu etablieren und man kann mit gutem 
Recht davon ausgehen, dass heutige Daten auch noch zehn, zwanzig oder 
fünfzig Jahren auf gängigen PCs verwendet werden kann.

von Michael M. (technikus)


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Gastino G. schrieb:
> Was man nicht vergessen sollte: Bei der Archivierung ist die analoge
> Fotografie in meinen Augen noch immer unschlagbar.
Das sehe ich, vor allem im Hobbybereich, aus eigener Erfahrung 
vollkommen anders:
Positive (Foto-Abzüge auf Papier) und auch Negative altern. Ich habe 
etliche Farbfotos, die rund 25-30 Jahre alt sind. Da sind die Farben 
völlig verblaßt und es ist alles rot/braunstichig. Sind damals vom 
Kopierwerk wahrscheinlich schlecht fixiert worden. Genau das gleiche ist 
auch bei einigen Farbdias passiert. Dias hinter Glas haben den 
zusätzlichen Nachteil, daß sie verschimmeln und sich allerlei kleine 
Tierchen einnisten.
Zugegeben: Die Fotografenaufnahmen von 1900, natürlich schwarz/weiß, 
sehen immer noch ordentlich aus. Dafür haben sie damals wohl auch einen 
ganzen Wochenlohn gekostet.

Wenn ich mal auf das bewegte Bild erweitern darf: Einen Projektor für 
8mm Schmalfilm (Normal-8) aufzutreiben, ist heute auch nicht mehr ganz 
so einfach. Abgesehen davon, daß die Filme bei jedem Vorführen ein paar 
Kratzer mehr bekommen. Ein Farbfilm aus DDR-Produktion mit rund 40 
Jahren ist bei mir ebenfalls stark rotstichig, ein teurer Westfilm zeigt 
das Problem nicht.


> Kurzum: Wichtige Fotos mache ich noch immer analog.
Wenn Du den Film dann zum Entwicklen und für Abzüge in ein Kopierwerk 
schickst, kann es passieren, daß Du ihn nie wieder siehst. Zugegeben, 
passiert sehr selten, ist aber nicht ausgeschlossen. Da beim analog 
Fotografieren alle Bilder auf einem Film sind, ist das Risiko größer als 
wenn man digital auf mehrere Speicherkarten knipst.
Genauso bei der Archivierung: Wenn die Schuhschachtel mit den Fotos bei 
einem Wasserschaden oder Zimmerbrand vernichtet wird, haben die 
wenigsten Leute ein analoges Backup. Meistens werden Negative und Abzüge 
zusätzlich miteinander aufbewahrt. Da sind meine Digitalfotos, die auf 
mehreren Rechnern an mehreren Orten liegen, gegen Zerstörung besser 
geschützt.

Fazit: Digitale Daten werden zwar leichter zerstört/unzugänglich, dafür 
kann man kostengünstig eine beliebige Zahl von Backups erstellen und auf 
jeweilig aktuelle Datenträger retten.

Servus
Michael

von Alexander S. (esko) Benutzerseite


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Rufus t. Firefly schrieb:
> Die erzielbare Dynamik ist bei Negativmaterial nach wie vor größer als
> bei digitalen Bildsensoren. Das bedeutet, daß bei einer an den Lichtern
> ausgerichteten Belichtung noch Zeichnung in Schatten ist, die bei einer
> Digitalkamera schon längst im Schwarz abgesoffen wären.
>
> S/W-Material kann etwa 13 Blendenstufen abbilden, mit einer guten
> Digitalkamera sind zwischen 8 und 10 möglich.

Nunja, mit HDR Aufnahmen kann man diese Problematik für stehende Motive 
elegant umgehen.

Außerdem erreichen inzwischen DSLRs auch 10 Blendenstufen.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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"elegant" würde ich das nicht nennen. Es ist eine nette Möglichkeit, 
aber sobald sich auch nur irgendwas zwischen den Einzelaufnahmen bewegt 
hat, wird das Ergebnis merkwürdig.

Und trotz der erfreulich zunehmenden Dynamik digitaler Aufnahmeverfahren 
ist das Verhalten bei Übersteuerung immer anders als bei analogem 
Material - mehr als 100% Weiß ist nicht drin, und auch durch Abschwächen 
wird daraus nichts anderes als gleichmäßiges Grau. Bei analogem Material 
aber lässt sich durch Abschwächen auch aus gnadenlos überbelichtetem 
Material noch irgendwas retten.

von Uhu U. (uhu)


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Michael M. schrieb:
> Positive (Foto-Abzüge auf Papier) und auch Negative altern.

Papierabzüge altern in der Tat recht schnell. Ordnungsgemäß gelagerte 
Negative dagegen sind sehr haltbar. Wenn man sie zu feucht lagert, dann 
können sich Pilze in der Gelatineschicht ansiedeln und dann ist bald 
nicht mehr viel davon übrig.

Es gibt Negative aus der Poinierzeit der Fotografie, die noch makellos 
sind.

> Sind damals vom Kopierwerk wahrscheinlich schlecht fixiert worden.

Nicht unbedingt. Die Farbstoffe in der Schicht bleichen am Licht sehr 
schnell aus.

Übrigens gelten Microfiches noch immer als das ausdauerndste digitale 
Speichermedium. Ganz einfach, weil man mit graphischen Filmen 
mittlerweile über 100 Jahre Erfahrung hat. Noch längere Erfahrungen 
liegen nur für holzfreies Papier und Pergament vor - wenn man mal von 
Stein absieht...

von Gastino G. (gastino)


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P. M. schrieb:
> Insgesamt halte ich die Angst vor Datenverlust für übertrieben, wenn man
> halbwegs weiss, was man tut: Erstens Backup und zweitens umkopieren,
> wenn man eine neue Gerätegeneration kauft - was übrigens nicht schmerzt,
> da Datenraten und Speicherplatz ja bekanntlich exponentiell wachsen.

So weit die Theorie. Da das aber jedes Mal Aufwand bedeutet und auch 
durch den kompletten Ausfall des Datenträgers oder der Lesegeräte 
verhindert werden kann, ist die wirklich langfristige Bewahrung solcher 
Aufnahmen für mich sehr zweifelhaft. Und mit langfristig meine ich nicht 
nur 15 Jahre, sondern 50-70 Jahre!

Es ist halt sehr viel mehr Aufwand und mehr Aufwand bedeutet größeres 
Verlustrisiko.

Und die ganze Umkopiererei kommt ganz schnell an die Grenzen, wenn der 
Ersteller der Fotos zum Beispiel mal das Zeitliche gesegnet hat oder 
nicht mehr in der Lage dazu ist. Dann geht mit ziemlicher Sicherheit 
viel verloren. Eine Kiste mit Fotos und Negativen können die Nachkommen 
problemlos einordnen, aber dass Frauen, Tanten, Kinder irgendwelche 
Uralt-Datenträger reihenweise nach Fotos zu durchsuchen oder alte 
Rechner inklusive Passwort wieder zum Laufen bekommen können - das 
kannst Du vergessen.

von Andreas F. (aferber)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Übrigens gelten Microfiches noch immer als das ausdauerndste digitale
> Speichermedium.

Digital? Microfilme sind in aller Regel noch analog pur. Hat auch den 
Vorteil, dass man den Film zur Not noch nach dem dritten Weltkrieg mit 
Kerze und Lupe entziffern kann.

P. M. schrieb:
> Erstens Backup und zweitens umkopieren,
> wenn man eine neue Gerätegeneration kauft - was übrigens nicht schmerzt,
> da Datenraten und Speicherplatz ja bekanntlich exponentiell wachsen.

Eben, solange es um unbewegte Bilder geht, kann man heute wohl meist 
schon kaum noch so schnell fotografieren wie der durchschnittliche 
Plattenplatz im PC wächst, daher hält sich der Aufwand zum alle paar 
Jahre umkopieren in überschaubarem Rahmen. Man muss da heute nicht mehr 
Stapel von Disketten durchackern.

An Dateiformaten gibt es gerade für Bilder eine grosse Auswahl an 
offenen Formaten, die teilweise schon Jahrzehnte alt sind, sich immer 
noch hoher Beliebtheit erfreuen (z.B. TIFF von 1986) und bei denen ich 
keine Bedenken habe, dass diese auch in einigen Jahrzehnten noch 
problemlos gelesen werden können. Bitmaps werden sich auch in hundert 
Jahren nicht grundlegend von heutigen Bitmaps unterscheiden. Vielleicht 
sehen die Farben dann etwas anders aus, weil die Anzeige anders 
arbeitet, das ist aber auch nicht schlimmer als ausbleichende Filme (und 
vor allem leichter korrigierbar).

Andere Bereiche sehe ich da viel kritischer, z.B. Dateiformate von 
gewissen verbreiteten Officeprogrammen, die oft genug bereits mit der 
nächsten Version des gleichen Programms schon Probleme bereitet haben...

Andreas

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Andreas Ferber schrieb:
> An Dateiformaten gibt es gerade für Bilder eine grosse Auswahl an
> offenen Formaten

und auch speziell an Photographie-Anforderungen ausgerichtete Formate 
wie das von Adobe spezifizierte offene DNG, das erfreulicherweise von 
einigen Kameraherstellern direkt unterstützt wird, so können 
beispielsweise DSLRs von Pentax seit einiger Zeit im DNG-Format 
speichern.

Das ist praktisch, weil man zur Bearbeitung in 
Photographie-Workflow-Anwendungen wie Aperture oder Lightroom keinen 
zusätzlichen RAW-Konvertierungsschritt benötigt.

http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_Negative_%28file_format%29

von Uhu U. (uhu)


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Andreas Ferber schrieb:
> Uhu Uhuhu schrieb:
>> Übrigens gelten Microfiches noch immer als das ausdauerndste digitale
>> Speichermedium.
>
> Digital? Microfilme sind in aller Regel noch analog pur. Hat auch den
> Vorteil, dass man den Film zur Not noch nach dem dritten Weltkrieg mit
> Kerze und Lupe entziffern kann.

Nein, es gibt schon seit Urzeiten Computerperipheriegeräte, die Digitale 
Daten auf Microfish speichern und lesen können. Die werden für 
Langzeitarchivierung verwendet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Microfiche#Einsatzgebiete

von Gastino G. (gastino)


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Andreas Ferber schrieb:
> An Dateiformaten gibt es gerade für Bilder eine grosse Auswahl an
> offenen Formaten, die teilweise schon Jahrzehnte alt sind, sich immer
> noch hoher Beliebtheit erfreuen (z.B. TIFF von 1986) und bei denen ich
> keine Bedenken habe, dass diese auch in einigen Jahrzehnten noch
> problemlos gelesen werden können. Bitmaps werden sich auch in hundert
> Jahren nicht grundlegend von heutigen Bitmaps unterscheiden. Vielleicht
> sehen die Farben dann etwas anders aus, weil die Anzeige anders
> arbeitet, das ist aber auch nicht schlimmer als ausbleichende Filme (und
> vor allem leichter korrigierbar).

Klingt alles ganz toll, ist nur leider an der Praxis vorbeigedacht. In 
der Praxis gehen Platten und CDs kaputt, ohne Backup-Strategie geht es 
also nicht. Wer zieht das so konsequent über viele Jahrzehnte durch?
Auch Formate ändern sich im Laufe der Jahrzehnte, genauso wie 
Speichermedien, Interfaces und Lesegeräte. Sogar beschleunigt. Das dann 
alles über 50 oder 70 Jahre regelmäßig am Leben erhalten und erneuern? 
Sehr unwahrscheinlich.
Und was ist, wenn der Hüter der Backups und Kopien mal nicht mehr 
verfügbar ist? Glaubt Ihr, dass dann der Rest der Familie noch so 
einfach an die Sachen rankommt? Spätestens dann sind die ganzen 
Datenträger nur noch Müll.

Die Meisten gehen wirklich sehr naiv an die Sache heran. Heute, wo man 
noch jung und technikbegeistert ist, wo die Digitalfotografie gerade mal 
ein paar Jahre in den Privathaushalten angekommen ist und wo man noch 
Zeit und Lust für die ganze regelmäßige Umkopiererei hat, da sieht das 
alles noch ganz rosig aus. Das wird sich aber ändern. Und viele werden 
dumm aus der Wäsche kucken, wenn sie ihren Enkeln erklären müssen, dass 
es zwar von ihren Großeltern noch Kinderfotos gibt, aber die von ihren 
Eltern längst im digitalen Nirvana liegen...

Und dass man regelmäßig aktiv etwas gegen diesen Datenverlust tun 
muss, ist für mich ein großer Nachteil der Digitalfotografie.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Da wäre ich mir nicht so sicher. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, 
bei der die Bedeutung von Computern und digitaler Datenspeicherung für 
den nichttechnischen Privatgebrauch erst seit wenigen Jahren eine 
Bedeutung hat.

Es ist aber davon auszugehen, daß die Bedeutung der digital vorliegenden 
Daten und Werte zunimmt, und daß so auch die Bedeutung der Archivierung 
zunimmt, was sich in allgemein verfügbarer Technik oder Infrastruktur 
niederschlagen wird.

Das oft herbeigefürchtete "digitale Nirvana" wird mit gewisser 
Wahrscheinlichkeit so nicht eintreten.

Ein paar Indizien dazu:

Digitale Daten können durchaus wirtschaftliche Werte darstellen, wie 
z.B. gekaufte Musikdateien (mp3-Downloads o.ä.).
Der Anreiz, diese dauerhaft aufzuheben, dürfte nachvollziehbar sein.

Aktuelle Betriebssysteme enthalten jetzt dann doch tatsächlich 
allmählich integrierte Mechanismen zur mehr oder weniger komfortabel und 
auch von nicht-technikaffinen Nutzern verwendbaren Erzeugung von 
Backups.

Vorreiter war hier Apple mit "TimeMachine", Windows 7 enthält einen 
ähnlichen Mechanismus, der nach einer MS-typischen Konfigurationsorgie 
vergleichbare Ergebnisse erzielen kann.
Mit Zusatzsoftware à la Acronis TrueImage lassen sich ebenfalls solche 
Ergebisse erreichen.

Diese Systeme sind nicht perfekt, aber im Vergleich zu dem, was noch vor 
wenigen Jahren als Backupstrategie existierte, haushoch überlegen.

PC-Nutzer verwendeten zur Datensicherung Disketten oder Floppy-Streamer, 
beides beeindruckend unzuverlässige Verfahren, zumal die zugehörige 
Software auch äußerst fehleranfällig war (ein Verify einer einmal 
angefertigten Bandsicherung? Wozu?) oder gar nicht existierte, sondern 
komplett manuelle Sicherung erforderte.
Ein Wechsel der Backupsoftware sorgte in der Regel für inkompatible 
Aufzeichnungsformate, und die komplett manuelle Sicherung erforderte 
viel Disziplin, die nur zu oft nicht vorhanden war.

Was nun auf uns zukommen wird, ist unbekannt, aber ein Verschwinden 
digitaler Datentechnik aus dem Leben ist unwahrscheinlich. Durch die 
weiter zunehmende Breitbandvernetzung von Privathaushalten könnte die 
derzeit durch die Medien geisternde "Cloud" in Form von von irgendwem 
betriebenen Rechenzentren eine Möglichkeit der Datenspeicherung sein - 
um das Backup kümmert sich dann der Betreiber des Rechenzentrums.

Firmen wie Google, Microsoft und Apple möchten die Anwender in diese 
Richtung bewegen - ob das wünschenswert ist, steht auf einem ganz 
anderen Blatt.

Jedenfalls wird man nicht aus Erfahrungen, die man während der letzten 
zwanzig Jahre mit Datensicherungs- und Archivmechanismen gemacht hat, 
auf die Zukunft schließen können.

von Uhu U. (uhu)


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Ein nach wie vor ungelöstes Problem ist die physische Haltbarkeit der 
Speichermedien, die regelmäßiges Umkopieren der Speichermedien 
erfordert.

Die Speicherplatzinflation auf Festplatten entschärft das Problem zwar 
etwas, aber schafft es nicht aus der Welt.

von P. M. (o-o)


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Gastino G. schrieb:
> Und dass man regelmäßig aktiv etwas gegen diesen Datenverlust tun
> muss, ist für mich ein großer Nachteil der Digitalfotografie.

So lange ich meinen aktuellen Computer habe, kann ich die Daten 
logischerweise lesen. Dann kaufe ich den nächsten Computer. Jetzt muss 
ich logischerweise meine alten Daten auf den neuen übertragen. Schon 
habe ich meine Fotos für die nächsten 3-5 Jahre gerettet. Beim nächsten 
Computer muss ich wieder meine Daten kopieren usw. Die Fotos kommen also 
immer mit, es besteht überhaupt keine Gefahr, sie irgendwo zu verlieren 
- ausser ich bin so ignorant, und kopiere sie absichtlich nicht mit oder 
ich bin so blöd und mache nie ein Backup.

von Andreas F. (aferber)


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Uhu Uhuhu schrieb:
>> Digital? Microfilme sind in aller Regel noch analog pur. Hat auch den
>> Vorteil, dass man den Film zur Not noch nach dem dritten Weltkrieg mit
>> Kerze und Lupe entziffern kann.
> Nein, es gibt schon seit Urzeiten Computerperipheriegeräte, die Digitale
> Daten auf Microfish speichern und lesen können. Die werden für
> Langzeitarchivierung verwendet.

Dir ist schon klar, dass COM nichts anderes ist als eine Art Drucker, 
der direkt einen Microfilm belichtet, anstatt dass man erst auf Papier 
druckt und das dann abfilmt? Wenn du das Ergebnis wieder einlesen 
willst, dann musst du da schon eine OCR bemühen. Das ist nicht mehr 
"digital" als ein normaler Papierausdruck.

Andreas

von Andreas F. (aferber)


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Gastino G. schrieb:
> Klingt alles ganz toll, ist nur leider an der Praxis vorbeigedacht. In
> der Praxis gehen Platten und CDs kaputt, ohne Backup-Strategie geht es
> also nicht. Wer zieht das so konsequent über viele Jahrzehnte durch?

Ich kann mich da im wesentlichen Rufus anschliessen. Bloss weil das noch 
nicht seit Jahrzehnten so ist, heisst das lange nicht, dass es nicht in 
Zukunft so wäre. Da brauche ich mich nur in meinem Verwandten- und 
Bekanntenkreis umsehen.

Archivieren auf CD/DVD oder irgendeinem anderen Wechselmedium macht 
eigentlich keiner mehr, die Daten werden komplett auf der Festplatte 
gehalten, und Backup läuft mit externer USB-Platte. Wird mal ein neuer 
Rechner angeschafft, werden alle Daten rübergeschoben (der neue hat eh 
mindestens doppelt soviel Plattenplatz wie der alte), da ist der Rechner 
dann einmal ein paar Stunden beschäftigt, und gut ist.

Eine grössere Gefahr sehe ich wenn dann darin, dass Leute ihre Daten nur 
noch in die Cloud packen (z.B. ihre Fotos auf Flickr), ohne selbst eine 
Kopie zu behalten. Gegen Hardwareschäden sind die Daten dort zwar 
ziemlich gut abgesichert, dafür gibt es neue spezifische 
Verlustszenarien. Was passiert, wenn ein Anbieter dichtmacht? Was 
passiert, wenn ein Angreifer in den Account einbricht und einfach mal 
alle Bilder löscht?

Andreas

von Tine S. (tine)


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Haltbarkeit digitaler Daten ist bei korrektem Umgang deutlich besser als 
bei korrektem Umgang mit Negativmaterial. Und nach meinem Tod- mal 
erhlich- wer braucht da noch meine bis dahin nicht veröffentlichten 
Fotos?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Nun, es könnte sein, daß Du Nachkommen hast, die sich dafür 
interessieren; oder -- das kann man ja nie hundertprozentig ausschließen 
-- Deine spezielle Art der Photographie als ganz furchtbar angesagte 
Kunst entdeckt werden ...

Oder Du warst bei einem erst nachträglich als relevant erkanntem 
Ereignis der Zeitgeschichte dabei ...

von Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)


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Rufus t. Firefly schrieb:
>  oder -- das kann man ja nie hundertprozentig ausschließen
> -- Deine spezielle Art der Photographie als ganz furchtbar angesagte
> Kunst entdeckt werden ...

Ja, naive Fotografie scheint noch eine Marktlücke zu sein. Meinst du daß 
sich das reaktivieren der Minox lohnen würde? <:->

von Gastino G. (gastino)


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Rufus t. Firefly schrieb:
> Nun, es könnte sein, daß Du Nachkommen hast, die sich dafür
> interessieren; oder -- das kann man ja nie hundertprozentig ausschließen
> -- Deine spezielle Art der Photographie als ganz furchtbar angesagte
> Kunst entdeckt werden ...

Es kann aber auch ganz profan der Wunsch der Kinder oder Enkel sein, 
ihre Kindheitsfotos mal wieder zu sehen oder zu bekommen.

Ich verstehe nicht, was so schwer an dem Zusammenhang zu verstehen ist: 
Wenn man regelmäßig Aufwand in den Erhalt der Kopien stecken muss, dann 
ist das ein Nachteil und ein starkes, potentielles Verlustrisiko.

von Andreas F. (aferber)


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Gastino G. schrieb:
> Ich verstehe nicht, was so schwer an dem Zusammenhang zu verstehen ist:
> Wenn man regelmäßig Aufwand in den Erhalt der Kopien stecken muss, dann
> ist das ein Nachteil und ein starkes, potentielles Verlustrisiko.

Ich verstehe nicht, was so schwer daran zu verstehen ist, dass andere 
Leute da offenbar anderer Ansicht sind als du. Der Aufwand strebt mit 
fortschreitender technischer Entwicklung asymptotisch gegen Null, sowohl 
in finanzieller und zeitlicher Hinsicht, als auch in punkto nötigem 
technischem Verständnis der Nutzer.

Digitale Daten können potentiell "für immer" ohne Qualitätsverlust 
aufbewahrt werden, bei analogen ist das physikalisch unmöglich.

Andreas

von Uhu U. (uhu)


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Andreas Ferber schrieb:
> Der Aufwand strebt mit
> fortschreitender technischer Entwicklung asymptotisch gegen Null

Und was, wenn nicht kontinuierlich der technischen Entwicklung gefolgt 
und die Daten portiert werden?

Dann war nix mit asymptotisch gegen Null. Genau das ist das Problem der 
digitalen Archive. Das laufende Kopieren der Daten artet nämlich ganz 
schnell in astronomischen Aufwand aus.

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Ob man in 50 Jahren wohl noch für endlich viel Geld Abzüge aus den
Negativen machen lassen kann, falls diese tatsächlich noch nicht
vergammelt sein sollten? Da habe ich irgendwie mehr Vertrauen zu
digitalen Medien, die ich jederzeit verlustfrei in die jeweils aktuelle
Technologie konverieren kann. Das ist zwar Arbeit, ich habe die Sache
aber selber in der Hand. Bei den Negativen bleibt nur: hoffen ...

von Tine S. (tine)


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Bei Farbnegativen aus dem 0815 Schlubbermarkt hast Du eine 100%ige 
Garantie dafür, dass die sich nach 20 Jahren verfäbt haben. Jedes 
digitale System schlägt diese Aussicht um Längen. Ein paar werden 
durchkommen und meine Nachkommen, lol, die werden ganz sicher nicht alle 
meine 1.000.000 Fotos durchsuchen wollen. Die 100.000er Marke ist schon 
lange durchschritten und ich bin noch jung.

von Uhu U. (uhu)


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Yalu X. schrieb:
> Ob man in 50 Jahren wohl noch für endlich viel Geld Abzüge aus den
> Negativen machen lassen kann

Sofern sie sachgemäß gelagert wurden, ja. Es existieren heute noch 
Negative aus der Pionierzeit der Fotografie.

Die Haltbarkeit digitaler Speichermedien ist nach wie vor nicht 
gesichert.

von Uhu U. (uhu)


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Tine Schwerzel schrieb:
> Jedes digitale System schlägt diese Aussicht um Längen.

Einspruch euer Ehren: Die Haltbarkeit von Disketten ist bei 20 Jahren 
schon mehr als fragwürdig und CD/DVD-ROM halten mit Sicherheit nichtmal 
halb so lange.

Magnetbänder müssen auch regelmäßig umkopiert werden.

von Tine S. (tine)


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Pack die Bilder auf Platte und halte eine Sicherungskopie oder ein 
online backup parat. Gut is. Lässt sich schnell kopieren.
Die gute Haltbarkeit von Negativen betrifft nur SW-Negative (teilweise 
sind das sogar Glasplatten!). Farbnegative haben diese guten 
Eigenschaften üblicherweise nicht.

von Andreas F. (aferber)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Genau das ist das Problem der
> digitalen Archive. Das laufende Kopieren der Daten artet nämlich ganz
> schnell in astronomischen Aufwand aus.

Nein, die Zeiten sind wirklich vorbei.

Nimm z.B. Getty Images. Die haben ca. 70 Mio. Bilder in ihrem Archiv. 
Das macht über den Daumen gepeilt 1-2 Petabyte Daten. 1 Petabyte auf 
Festplatten kannst du inkl. RAID heute prinzipiell schon für unter 
100.000 Euro bekommen (siehe [1]), aber selbst in den Luxusvarianten in 
Form von NAS-Systemen diverser renommierter Hersteller sind das gerade 
mal 1-3 Mio. Euro initial. Bei Amazon S3 kostet 1 PB ca. 1 Mio. Dollar 
pro Jahr.

Gehen wir mal von RAID1 als Worst Case aus, dann brauchst du für ein 
Petabyte aktuell 1000 Festplatten. Grosszügig geschätzt fallen 
vielleicht 10% der Platten pro Jahr aus (von Google gibt es unter [2] 
eine Statistik dazu), das bedeutet, dass du ca. 100 Platten im Jahr 
austauschen musst, kostet vielleicht 50.000 Euro pro Jahr. Das Kopieren 
erledigt das System automatisch. Dazu kommt noch Strom, Klimatisierung 
etc., lass es 100.000 Euro pro Jahr sein.

Von "astronomischem Aufwand" ist das heute schon weit entfernt, und die 
Kosten sinken rapide.

Das immer mal wieder durch die Medien geisternde Gespenst vom "digitalen 
Vergessen" trifft auf neue Daten in vielen Fällen einfach nicht mehr 
zu. Die Probleme existieren "nur" noch mit Altbeständen, die noch aus 
Zeiten geringerer technischer Möglichkeiten (und vielleicht auch einem 
geringeren Problembewusstsein) stammen.

Im privaten Bereich beobachte ich in letzter Zeit eher den Effekt, dass 
die Leute aufgrund der exponentiell steigenden Plattengrössen kaum noch 
Daten löschen. Ist die Platte voll, wird einfach eine grössere gekauft, 
die Daten kopiert, und weitergesammelt.

[1] 
http://blog.backblaze.com/2009/09/01/petabytes-on-a-budget-how-to-build-cheap-cloud-storage/
[2] http://labs.google.com/papers/disk_failures.pdf

Uhu Uhuhu schrieb:
> Sofern sie sachgemäß gelagert wurden, ja. Es existieren heute noch
> Negative aus der Pionierzeit der Fotografie.

Und das macht wohl keinen Aufwand?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Die Haltbarkeit digitaler Speichermedien ist nach wie vor nicht
> gesichert.

Das ist egal, eben weil man digitale Daten beliebig oft verlustfrei 
kopieren kann.

Bei analogen Medien kann man selbst mit allem Geld der Welt den Verfall 
höchstens verlangsamen, aber nicht aufhalten.

Andreas

von M. W. (hobbyloet)


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Rufus t. Firefly schrieb:
> Da wäre ich mir nicht so sicher. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs,
> bei der die Bedeutung von Computern und digitaler Datenspeicherung für
> den nichttechnischen Privatgebrauch erst seit wenigen Jahren eine
> Bedeutung hat.

Ja die alte Zeit.
Ich musste alle Backups auf Streamern machen, ab 2GB war schluss.
Dann kamen grössere Bänder, TOLL!

Jetzt, aus Sicherheit, werden alle in Server, USB, u.s.w verteilt.

von Uhu U. (uhu)


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Andreas Ferber schrieb:
> Uhu Uhuhu schrieb:
>> Sofern sie sachgemäß gelagert wurden, ja. Es existieren heute noch
>> Negative aus der Pionierzeit der Fotografie.
>
> Und das macht wohl keinen Aufwand?

Stichwort: Zentraler Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland

Dieses Lager ist im Barbarastollen in bei Oberried in der Nähe von 
Freiburg im Breisgau untergebracht. Gelagert werden fotografisch 
archivierte Dokumente mit hoher national- oder kulturhistorischer 
Bedeutung.

Die Mikrofilme sind in Edelstahlfässern untergebracht, in denen sie sich 
jahrhundetelang halten.

Es wird also durchaus Aufwand getrieben, weil die Archivare nur zu gut 
wissen, wie schnell unwiederbringliche Dokumente in wirren Zeiten 
verloren gehen können.

Mikrofilm ist das einzige stabile Medium mit hoher Speicherkapazität, 
aus dem mit einfachen Mitteln die Daten zurückgewonnen werden können.

http://www.bbk.bund.de/cln_027/nn_402294/DE/02__Themen/12__Kulturgutschutz/06__ZentralerBergungsort/ZentralerBergungsort__node.html__nnn=true
http://de.wikipedia.org/wiki/Barbarastollen

Bibliotheken haben ein weiteres Problem: Viele alte Bücher sind auf 
holzhaltigem Papier gedruckt, das nach einigen Jahrzehnten wegen seines 
Säuregehaltes einfach zerböselt.

Digitale Kopien dieser Werke sind im Moment nur eine vorübergehende 
Lösung, weil man die Haltbarkeit der Datenträger nicht genau genug 
kennt. Zudem kommt das technische Problem der Lesbarkeit der Datentäger 
dazu: wer garantiert, daß die Elektronik einer eingelagerten Festplatte 
auch in 50 Jahren noch funktioniert. Wer garantiert, daß die zugehörigen 
Dokumentationen die Zeiten überstehen?

Digitale Speicherung mag im privaten Bereich tragbar sein, so lange es 
mindestens eine Person gibt, die das Überleben der Daten garantiert. Ist 
diese Kontinuität gebrochen, wirds schon schwierig.


Mein Eindruck: Sehr viele Leute unterschätzen die Fragilität unserer 
modernen Technik - nicht nur der Datentechnik, sondern der gesamten 
Zivilisation.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Andreas Ferber schrieb:
>> Uhu Uhuhu schrieb:
>>> Sofern sie sachgemäß gelagert wurden, ja. Es existieren heute noch
>>> Negative aus der Pionierzeit der Fotografie.
>>
>> Und das macht wohl keinen Aufwand?
>
> Stichwort: /Zentraler Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland/
>
> Dieses Lager ist im Barbarastollen in bei Oberried in der Nähe von
> Freiburg im Breisgau untergebracht. Gelagert werden fotografisch
> archivierte Dokumente mit hoher national- oder kulturhistorischer
> Bedeutung.
>
> Die Mikrofilme sind in Edelstahlfässern unterbgebracht, in denen sie
> sich jahrhundetelang halten.

Davon wird einfach ausgegangen - ob es so ist, wissen wir erst in 500 
Jahren ...
Die Filme werden nicht 500 Jahre sämtliche Informationen halten sondern 
bereits vorher welche verlieren. Mit der Zeit wird das nur immer 
massiver.

Dazu kommt dann das Problem, dass bei der Erstellung der Filme und beim 
späteren Kopieren weitere Information verloren gehen wird - und zwar für 
immer.

Digital gespeicherte Daten wären auch in 1000 Jahren noch exakt so wie 
heute - halbwegs vernünftige Fehlerkorrekturen vorrausgesetzt.

> Es wird also durchaus Aufwand getrieben, weil die Archivare nur zu gut
> wissen, wie schnell unwiederbringliche Dokumente in wirren Zeiten
> verloren gehen können.

Das bestätigt aber das Argument der "Digitalfraktion", dass der Aufwand 
für eine Langzeitlagerung bei Film eben auch sehr hoch ist.
Das gesamte Archiv des Barbarastollens würde auf einige wenige 
Festplatten passen. Das im Stollen investierte Geld dürfte reichen, um 
über 500 Jahre regelmäßig entsprechende Backups anzufertigen.
Außerdem könnte man die Daten problemlos kopieren und an mehreren 
Punkten einlagern, was die Sicherheit weiter erhöhen würde.
Vom leichteren Zugriff auf die Daten mal ganz abgesehen ...

> Mikrofilm ist das einzige stabile Medium mit hoher Speicherkapazität,
> aus dem mit einfachen Mitteln die die Daten zurückgewonnen werden
> können.

Es spricht ja nichts dagegen, die Aufzeichnungsformate und Elektronik 
gut zu dokumentieren - von mir aus auch auf Mikrofilm ;-)

> Digitale Kopien dieser Werke sind im Moment nur eine vorübergehende
> Lösung, weil man die Haltbarkeit der Datenträger nicht genau genug
> kennt.

Das ist nur ein scheinbares Problem, weil das Kopieren nur einen 
Knopfdruck erfordert und man Datenträger praktisch geschenkt bekommt.
Es spricht nichts dagegen, die Daten alle 10 Jahre zu kopieren.

> Zudem kommt das technische Problem der Lesbarkeit der Datentäger
> dazu: wer garantiert, daß die Elektronik einer eingelagerten Festplatte
> auch in 50 Jahren noch funktioniert. Wer garantiert, daß die zugehörigen
> Dokumentationen die Zeiten überstehen?

Die Doku könnte man ja durchaus auf Mikrofilm einlagern. Zur Not 
graviert man die Sachen in Granit und lagert sie ein - das hält 
erwiesenermaßen Jahrtausende :-)

> Digitale Speicherung mag im privaten Bereich tragbar sein, so lange es
> mindestens eine Person gibt, die das Überleben der Daten garantiert. Ist
> diese Kontinuität gebrochen, wirds schon schwierig.

Wenn ein Staat diese Aufgabe übernimmt, sollte die Kontinuität kein 
größeres Problem sein.

> Mein Eindruck: Sehr viele Leute unterschätzen die Fragilität unserer
> modernen Technik - nicht nur der Datentechnik, sondern der gesamten
> Zivilisation.

Sehe ich nicht so dramatisch. Nie war es so einfach und preiswert, 
Kopien (und zwar 1:1) von Daten anzufertigen.

Außerdem sind Menschen extrem anpassungsfähig.

Chris D. (aus Urlaub zurück :-)

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Andreas Ferber schrieb:
> Im privaten Bereich beobachte ich in letzter Zeit eher den Effekt, dass
> die Leute aufgrund der exponentiell steigenden Plattengrössen kaum noch
> Daten löschen. Ist die Platte voll, wird einfach eine grössere gekauft,
> die Daten kopiert, und weitergesammelt.

Mein früherer äußerst knausigerer Chef hatte bereits Anfang der 90er die 
Einsicht, daß es billiger ist, eine neue Festplatte zu kaufen, als 
aufzuräumen.

Uhu Uhuhu schrieb:
> Mein Eindruck: Sehr viele Leute unterschätzen die Fragilität unserer
> modernen Technik - nicht nur der Datentechnik, sondern der gesamten
> Zivilisation.

Deswegen wurde ja der erste Versuch eher erfolglos beendet, eine globale 
Ölversorgungsstrategie mit quasinatürlichen Mitteln über die Weltmeere 
zu etablieren.

Uhu Uhuhu schrieb:
> Bibliotheken haben ein weiteres Problem: Viele alte Bücher sind auf
> holzhaltigem Papier gedruckt, das nach einigen Jahrzehnten wegen seines
> Säuregehaltes einfach zerböselt.

Sofern nur ausreichend Geld da ist, ist das kein Problem, das Lignin 
lässt sich mit geeigneten Prozessen bucherhaltend beseitigen.

Aber das Problem ist, daß Bibliotheken nur sehr wenig Geld haben, und 
daß die Mittel für Bibliotheken drastisch gekürzt werden. Das betrifft 
nicht nur die für die Versorgung des Pöbels zuständigen 
Stadtteilbibliotheken, sondern auch so rennomierte Häuser wie die 
Staatsbibliothek zu Berlin, die in den letzten Jahren beispielsweise die 
Anzahl der abonnierten Fachzeitschriften ganz drastisch reduziert hat, 
und im letzten Jahr sogar zeitweiligen kompletten(!) Erwerbungsstop für 
Bücher hatte.

Bei solchen Rahmenbedingungen muss man sich über Bucherhalt und 
Archivierung keine Gedanken machen, und man denke nicht, daß die 
Staatsbibliothek es auch nur geschafft hätte, herauszufinden, welche 
Bücher aus ihrem Vorkriegsbestand denn tatsächlich als Kriegsverlust 
einzustufen sind. O nein, in den Katalogen sind entsprechende Bücher 
nach wie vor als "Kriegsverlust möglich" gekennzeichnet.

Und ich rede hier nicht vom Afghanistan-Krieg.

von Uhu U. (uhu)


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Chris D. schrieb:
> Digital gespeicherte Daten wären auch in 1000 Jahren noch exakt so wie
> heute - halbwegs vernünftige Fehlerkorrekturen vorrausgesetzt.

Das behauptest du.

Auch wenn ich mich wiederhole: speicher auf eine CD- oder DVD-ROM und 
die Daten sind spätestens in 20 Jahren futsch. Selbst gepreßte CDs/DVDs 
halten nur begrenzte Zeit. Dto. für Magnetbänder, Disketten... MODs 
sollen recht langzeitstabil sein - nur werden die nicht mehr 
hergestellt.

Bei Datenträgern mit integrierter Elektonik ist die der Flaschenhals - 
da reicht irgendwo ein Flas-Memory, das halt irgendwann einfach vergißt 
- und alles, was Feinstmechanik erfordert, ist schlicht nicht robust 
genug.

> Das bestätigt aber das Argument der "Digitalfraktion", dass der Aufwand
> für eine Langzeitlagerung bei Film eben auch sehr hoch ist.

Nur unter diesem Aufwand ist die Haltbarkeit eben nicht ausreichend 
sicher gestellt.

> Das ist nur ein scheinbares Problem weil das Kopieren nur einen
> Knopfdruck erfordert und man Datenträger praktisch geschenkt bekommt.

Das behauptest du. Kannst du garantieren, daß es diesen Knopf für alle 
Zeiten gibt?

Die Archivare sehen da nicht so optimistisch. Beispiele für Verluste an 
Kulturgütern gibt es zu Hauf. Das erste große Ereignis war der Brand der 
Bibliothek von Alexandria - niedergebrannt 48 v.u.Z. von Cäsar.

> Sehe ich nicht so dramatisch. Nie war es so einfach und preiswert,
> Kopien (und zwar 1:1) von Daten anzufertigen.
>
> Außerdem sind Menschen extrem anpassungsfähig.

OK, dir fehlt offensichtlich der Überblick, das zu beurteilen.

von Tine S. (tine)


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Ach kommt, dann fotografiert euren zeitgeschichtlich bedeutsamen Mist 
doch analog. Interessiert eh keine Sau mehr in 100 Jahren.

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Yalu X. schrieb:
>> Ob man in 50 Jahren wohl noch für endlich viel Geld Abzüge aus den
>> Negativen machen lassen kann
>
> Sofern sie sachgemäß gelagert wurden, ja.

Es ging mir nicht um die Haltbarkeit der Negative. Denn selbst wenn die
Negative in 50 Jahren noch in perfektem Zustand sind, hat man ja noch
keine Bilder zum Anschauen.

Wird man in 50 Jahren einfach in den Fotoladen gehen und für ein paar
Euro Abzüge machen lassen können? Ziemlich sicher nicht.

Aber wahrscheinlich wird man dabei sowieso den Weg über den Computer
gehen, also Negativ einscannen, im Computer konvertieren und dann
ausdrucken. Aber wenn die Qualität gut sein soll, braucht man dazu einen
Spezialscanner oder zumindest einen geeigneten Aufsatz für einen
Standardscanner. Beides wird wegen geringer Nachfrage entsprechend teuer
sein, und auch der Dienstleister, der die Konvertierung im Auftrag
macht, wird sich seine Arbeit gut bezahlen lassen.

Für historisch wertvolle Dokumente spielt der Preis sicher eine unter-
geordnete Rolle, aber bei Tausenden von Familienfotos wird man sich
schon überlegen, ob man von den 50 Jahre lang mit viel Liebe gelagerten
Negativen nicht einfach 99% wegschmeißt.

> Es existieren heute noch Negative aus der Pionierzeit der Fotografie.

Meinst du die Schwarzweißnegative? Halten Farbnegative genauso lange?
Und wie kann man überhaupt beurteilen, ob die Negative von damals nicht
doch etwas an Qualität verloren haben? Solange die Zeitmaschine nicht
erfunden ist, hat man keinen Vergleichsmaßstab.

von Uhu U. (uhu)


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Yalu X. schrieb:
> Wird man in 50 Jahren einfach in den Fotoladen gehen und für ein paar
> Euro Abzüge machen lassen können? Ziemlich sicher nicht.

Das vielleicht nicht, aber es wäre selbst nach einen teilweisen 
Zusammenbruch der Zivilisation noch möglich, sich die doch 
vergleichsweise einfachen Geräte notwalls selbst zu bauen, mit denen man 
an die Daten kommt.

> Für historisch wertvolle Dokumente spielt der Preis sicher eine unter-
> geordnete Rolle, aber bei Tausenden von Familienfotos wird man sich
> schon überlegen, ob man von den 50 Jahre lang mit viel Liebe gelagerten
> Negativen nicht einfach 99% wegschmeißt.

Der Übergang von banal zu interessant, oder gar wertvoll ist fließend 
und ich glaube nicht, daß wir heute voraussehen können, was die Forscher 
in 5-10 Generationen interessiert. Gerade die Überlieferungen aus dem 
"gemeinen Volk" sind heute sehr wertvoll, weil rar. Aus weit vergangenen 
Zeiten sind fast nur Dinge aus den Spitzen der jeweiligen Gesellschaften 
überliefert.

>> Es existieren heute noch Negative aus der Pionierzeit der Fotografie.
>
> Meinst du die Schwarzweißnegative?

Ja.

> Halten Farbnegative genauso lange?

Nein, die haben im Prinzip dasselbe Problem, wie CD-ROM u.ä: die 
Farbstoffe verändern sich.

Aber Farbdokumente kann man in Form von Farbauszügen archivieren.

> Und wie kann man überhaupt beurteilen, ob die Negative von damals nicht
> doch etwas an Qualität verloren haben?

Weil man keine Zerfallsspuren sehen kann. Die Negative sind so gut, wie 
man sie mit der betreffenden Technik nur hinbekommen kann.

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Der Übergang von banal zu interessant, oder gar wertvoll ist fließend
> und ich glaube nicht, daß wir heute voraussehen können, was die Forscher
> in 5-10 Generationen interessiert. Gerade die Überlieferungen aus dem
> "gemeinen Volk" sind heute sehr wertvoll, weil rar.

Ok, du siehst jetzt die Analogfotografie als Möglichkeit, Bildinforma-
tionen für die Forscher in der fernen Zukunft zu konservieren. Mag sein,
dass das funktioniert. Ich werde mir jetzt aber keine Analogkamera
zulegen, nur um diesen Forschern die Arbeit zu erleichtern. Die sollen
sich für ihr Geld ruhig auch ein wenig anstrengen :)

Und für den Eigenbedarf bzw. die eigenen Nachkommen der nächsten paar
Generationen habe ich halt zu den digitalen Daten, die alle paar Jahre
auf ein jeweils aktuelles Medium kopiert werden, mehr Vertrauen.

Natürlich können die digitalen Daten verloren gehen, wenn die Nachkommen
sich einmal 10 Jahre lang nicht mehr darum kümmern. Wenn sie sich aber
10 Jahre lang nicht um die Negative kümmern, ist auch hier die Chance
groß, dass sie kaputt oder verloren gehen, sei es durch Feuchtigkeit im
Keller oder einfach durch Verschüttgehen beim nächsten Umzug.

Die digitalen Daten haben noch einen weiteren entscheidenden Vorteil:
Man kann beliebig viele Kopien davon anfertigen und diese streuen. Jeder
Nachkomme bekommt also mindestens eine Kopie. Nach ein paar Generationen
sind die Kopien in großer Anzahl so weit gestreut, dass sie praktisch
nur noch durch den Untergang der Menschheit verloren gehen können. Und
ob danach die Außerirdischen noch meine Bilder bewundern können oder
nicht, ist mir eigentlich ziemlich egal :)

von P. M. (o-o)


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Ein Aspekt ging IMHO in der bisherigen Diskussion vergessen: Durch 
digitale Aufzeichnungen gibt es heute um Grössenordnungen mehr 
Zeitdokumente als noch im Analog- oder gar im Vor-Buchdruckzeitalter. 
Von jedem einzelnen heutigen Mensch gibt es vermutlich mehr 
Zeitdokumente auf seiner Festplatte als unser Wissen über die meisten 
historischen Persönlichkeiten oder gar über ganze historische Völker 
oder Epochen umfasst.

Selbst wenn fast alle Menschen ihre digitalen Daten nicht seriös über 
die Zeit retten, so wird unsere Generation immer noch deutlich mehr 
Material hinterlassen als unsere Vorfahren.

von Johnny B. (johnnyb)


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Und selbst wenn der PC zu Hause abkratzt und alle Backups durch ein 
Feuer zerstört wurden, kann man auf die "Online Backups" (Faceb00k, 
Google, Wayback machine, ...) zurückgreifen... ;-)

von Uhu U. (uhu)


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Johnny B. schrieb:
> Und selbst wenn der PC zu Hause abkratzt und alle Backups durch ein
> Feuer zerstört wurden, kann man auf die "Online Backups" (Faceb00k,
> Google, Wayback machine, ...) zurückgreifen... ;-)

Rat mal, wie sicher diese "Online Backups" sind, wenn die Infrastruktur 
mal zusammengebrochen ist.

Für Archivierung wirklich wertvoller Daten kann das eine Möglichkeit 
unter vielen sein, aber mehr nicht.

von Johnny B. (johnnyb)


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Ja ich weiss schon, war nur ein Witz, darum auch der Smiley am Schluss.
Fotos wo man besoffen ist backupen Faceb00k und co. allerdings recht 
gut; die wird man oft nicht mehr los und potentielle neue Arbeitgeber 
finden sie dann natürlich auch...

Ne, bei Backups ist man wohl wirklich am besten dran, wenn man sich 
selber darum kümmert und in einer möglichst einfachen Form anfertigt 
(Dateien kopieren, ohne Passwortschutz, Kompression oder dergleichen).
Firmen gehen so schnell ein wie sie entstanden sind und mit ihnen auch 
die dort gespeicherten Daten. Ein gutes Beispiel dafür ist z.B. 
Geocities wo man früher gratis seine Homepage hosten lassen konnte. Ich 
war auch einer von abertausenden Usern davon, der dort seine erste 
Homepage hatte. Yahoo! hat sich das alles dann später unter den Nagel 
gerissen und noch später das ganze eingestellt. Alle Daten weg - 
zunächst.
Nun bemühen sich ein paar, diese Daten zu retten: 
http://www.reocities.com/
Bei Firmen die so online Cloud-Sachen anbieten, wäre ich deshalb auch 
sehr vorsichtig. Am besten noch von allem was in der Cloud gespeichert 
ist, selber noch ab und zu eine Kopie bzw. Backup ziehen.

von Christian M. (likeme)


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15 Jears later.... Wer von euch macht noch Analog?

: Bearbeitet durch User
von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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ich kann analog gucken

von Wolfgang R. (Firma: www.wolfgangrobel.de) (mikemcbike)


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Als der Thread eröffnet wurde, war das Internet noch analog...

von Rbx (rcx)


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Wolfgang R. schrieb:
> Als der Thread eröffnet wurde, war das Internet noch analog...

Und die Schwierigkeiten mit der Übertragung waren noch Überschaubar. 
Neulich wollte ich ein paar Bilder von der Kamera in den Rechner 
übertragen. Ging aber nicht und ich war nicht sicher, ob das am falschen 
Kabel (eins für alle) lag.
(muss ich die Alternative nutzen, Usb-Stick mit SD-Kartenlesehilfe)

Analogfotografie hat wohl aktuell einen ähnlichen Legacy-Charme wie das 
Schallplatten hören - und in ähnlicher Weise kann man wie auch bei den 
Schallplatten Schwierigkeiten mit der Logistik haben.

Früher war das Beispielsweise überhaupt kein Problem, Papier zum 
Belichten und die passenden Filme dazu zu finden.
Filme entwickeln lassen war auch früher schon ein Problem, wenn der 
Fotoapparat schon seine Vergangenheit hatte - die sich dann aber eher in 
dubiosen Filmdosen äußern konnte, die man wo auch immer wiederfinden 
konnte.

von Lu (oszi45)


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Rbx schrieb Jahre später im Beitrag #7975966:
> dubiosen Filmdosen äußern konnte, die man wo auch immer wiederfinden
> konnte.

Die Masse der Fotos hat sich potenziert und die sinnvolle Beschriftung 
der Daten hinkt hinterher. Früher hatte ich 72 Dias von einer 
Schiffsreise, heute hatte ich >3000 Digitalbilder von einer 
Afrika-Reise. EXIF-Daten sind nicht immer zuverlässig zur Auswertung!

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Christian M. schrieb:
> 15 Jears later.... Wer von euch macht noch Analog?

Ich. 120er, 4x5 Filme und seit einigen Tagen auch mit einer 116er 
Kamera, alles in sw. Eine Olympus OM-2 wartet noch auf ihren Eisatz 
(Feiertage).

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Analoge Bilder (Negative) sind immer noch schwerer nachtraeglich zu 
faelschen, als digitale Bilder.

von Lu (oszi45)


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Dieter D. schrieb:
> Analoge Bilder (Negative) sind immer noch schwerer nachtraeglich zu
> faelschen, als digitale Bilder.

... sagt Deine KI? Früher haben Leute Fotos fotografiert, die sie 
verfälscht haben. Dafür gab es z.B. Retuschierfarbe und einen Pinsel. 
Auf diese Art ist mancher Politiker vom Bild verschwunden, wenn die 
Schere nicht half? Thema Reprofotografie wäre noch zu ergänzen.

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Lu schrieb:
> Früher hatte ich 72 Dias von einer
> Schiffsreise, heute hatte ich >3000 Digitalbilder von einer
> Afrika-Reise. EXIF-Daten sind nicht immer zuverlässig zur Auswertung!

Weswegen es sich empfiehlt, die Bilder für sich sprechen zu lassen. Aber 
man kann vor Überraschungen nicht gefeit sein, je nach späterer 
Nachfrage, egal, ob es dann um das Wetter geht, die Leute, die 
Hintergründe oder den kleinen pixeligen Punkt ganz hinten im Bild oder 
was auch immer ;)

(Außerdem ist Afrika ja nun auch viel größer als so ein Schiff ;) )

Schwierig ist auch, die Bilder auszusortieren - man muss sich dann halt 
Zeit nehmen, und erstmal mit einen neuen Order anfangen, in welchen die 
ersten wichtigen auffälligen Bilder kommen, die dann eventuell auch 
weiterverarbeitet werden (Ausdrucken, Plakat o.ä.).

von Thomas S. (fegervomdienst)


Angehängte Dateien:

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Interessant ist, dass das analoge Bildmaterial quasi unterschiedlich 
große Pixel (Silber-Halogenid-Körner) aufweist. Das ist für die 
Bildqualität von Vorteil.

Firmen wie Fujifilm versuchten daher, digitale Sensoren ähnlich zu 
gestalten wie analoges Belichtungsmaterial. So entstanden Kameras mit 
Super-CCD-Sensoren
(Fujifilm Finpix A510) mit unterschiedlich großen und geformten Pixeln.

Ob sich das gelohnt hat, die Abweichung von quadratischen Pixeln?

Die Fuji hatte ich mal für 29€ im An- und Verkauf gekauft (2011).

Gruß Thomas

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Nach über zwanzig Jahren Abstinenz, entschied ich mich, meine Analog 
Foto Klamotten aus ihren Dornröschenschlaf zu erwecken und habe mir 
wieder eine behelfsmässige, kleine Dunkelkammer eingerichtet. Bald werde 
ich wieder in der Lage sein meine Filme und Abzüge selber bearbeiten zu 
können.

Ich habe vor mich auf 35mm und 6x6cm Format zu betätigen. Sobald ich 
kann, werde ich meine 3.5F TLR und Konica T3 "Gassi" führen und sehr 
gespannt was dabei rauskommen wird. Auch plane ich mir eine 
behelfsmässige Negativkopier Vorrichtung zu erstellen, um auch Abzüge 
digital herstellen zu können.

Wie einige erste Versuche ergeben haben, sollte die Auflösung von 10Mp 
auf Grund der Filmkörnigkeit für 6x6cm Format ausreichen. Als 
Beleuchtung dient ein LED Rahmen. Wenn nicht, setze ich auf einen 
zukünftigen Epson V600. Bei 35mm wird es wahrscheinlich für größere 
Abzüge ohnehin nicht ganz ausreichen.

Time will tell...

Gerhard

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Wie einige erste Versuche ergeben haben, sollte die Auflösung von 10Mp
> auf Grund der Filmkörnigkeit für 6x6cm Format ausreichen.

Das ist dann aber arg grobkörnig. Was für ein Film, womit entwickelt?

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Wie einige erste Versuche ergeben haben, sollte die Auflösung von 10Mp
>> auf Grund der Filmkörnigkeit für 6x6cm Format ausreichen.
>
> Das ist dann aber arg grobkörnig. Was für ein Film, womit entwickelt?

Voraussichtlich HP5 und FP4, vielleicht auch die moderneren Delta Typen.

Was Entwickler Auswahl betrifft, habe ich momentan nur Ilfosol 3 zur 
Verfügung.

Die Auswahl in den Geschäften ist bei uns in Kanada begrenzter wie bei 
Euch in DE.

Anfangs muss ich ohnehin erst Messreihen machen, um meine Handhabung der 
Entwicklung in den Griff zu kriegen.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Die Auswahl in den Geschäften ist bei uns in Kanada begrenzter wie bei
> Euch in DE.

Ach ja, Kanada ...

Dafür ist da mehr Landschaft, und schöner ist sie auch.

Ich hab' meistens Rodinal verwendet, oder die Adox'sche 
Neuinterpretation davon. Das Zeug ist ausgesprochen gutmütig und 
haltbar.

https://www.fotoimpex.de/shop/fotochemie/adox-rodinal-500-ml-konzentrat.html

von Al. K. (alterknacker)


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Harald K. schrieb:
> Ich hab' meistens Rodinal verwendet,
Ich kannte das nur als DDR Produkt, schon aus den 1960ern.
Gab es es das auch in den Kapitalistischen Ländern.

MfG
ein 81 Jähriger

von Rainer W. (rawi)


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Bei Langzeitbelichtungen ist analoges Filmmaterial überlegen, da es kein
> von der Belichtungsdauer abhängiges Bildrauschen gibt.

Das, was du als Bildrauschen bezeichnest, ist der aufintegrierte 
Dunkelstrom.
Bei analogem Filmmaterial ärgert dich statt dessen der 
Schwarzschild-Effekt.

> S/W-Material kann etwa 13 Blendenstufen abbilden, mit einer guten
> Digitalkamera sind zwischen 8 und 10 möglich.

Eine Blendenstufe entspricht einem Bit. Gute Digitalkameras verwenden 
DEUTLICH mehr als 8 Bit, teilweise bis zu 16.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Al. K. schrieb:
> Ich kannte das nur als DDR Produkt, schon aus den 1960ern.

Das war kein DDR-Produkt, das war eine Agfa-Erfindung aus dem Jahre 
1891.

In der DDR hieß das Zeug "Orwo R09".

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Die Auswahl in den Geschäften ist bei uns in Kanada begrenzter wie bei
> Euch in DE.

Vielleicht hilft ja das hier:

https://studioargentique.ca/collections/b-w-chemical-film-paper

Die sitzen in Montréal, was von Dir vermutlich immer noch recht weit 
entfernt ist, aber deutlich näher sein dürfte als Berlin ...

: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Rainer W. schrieb:
> Bei analogem Filmmaterial ärgert dich statt dessen der
> Schwarzschild-Effekt.

Bei Schwarz-Weiß-Photographie?

Ob Du den wirklich meinst? Vereinfacht gesagt, ist der 
Schwarzschild-Effekt eine Änderung der Filmempfindlichkeit bei extremen 
Belichtungszeiten. Mit Rauschen oder Korn hat der nichts zu tun.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Die Auswahl in den Geschäften ist bei uns in Kanada begrenzter wie bei
>> Euch in DE.
>
> Vielleicht hilft ja das hier:
>
> https://studioargentique.ca/collections/b-w-chemical-film-paper
>
> Die sitzen in Montréal, was von Dir vermutlich immer noch recht weit
> entfernt ist, aber deutlich näher sein dürfte als Berlin ...

Danke. Dieses Geschäft war mir noch nicht bekannt. Der lokale Händler 
(alt eingesessenes Photogeschäft) bestellt schon auf Anfrage. Aber ich 
muß mich erst an der Marktlage orientieren. Aus DE zu bestellen möchte 
ich aus Kostengründen nach Möglichkeit vermeiden. Die Adox Sachen würden 
mich aber schon interessieren.

Ich habe Deinen Link kurz überflogen - die haben Adox im Lieferprogramm.

Flicfilm wird übrigens hier in Alberta hergestellt.

: Bearbeitet durch User
von Al. K. (alterknacker)


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Harald K. schrieb:
> In der DDR hieß das Zeug "Orwo R09"

Da stimmt nicht , ich habe mit Rodinal in der DDR und Auch in Bulgarien 
in den 1960 ern filme entwickelt.

MfG
ein 81 Jähriger

Beitrag #7976215 wurde vom Autor gelöscht.
von Harald K. (kirnbichler)


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Al. K. schrieb:
> ich habe mit Rodinal in der DDR und Auch in Bulgarien
> in den 1960 ern filme entwickelt

Restbestände aus der Zeit vor der Klärung der Namensrechte zwischen Agfa 
und Orwo?

Oder alternative Geschichte, gefühlte Erinnerung.

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Voraussichtlich HP5 und FP4, vielleicht auch die moderneren Delta Typen.

Wenn man gefühlt von vor über 50 Jahren von Rodinal / R09 und NP20 kommt 
ist es ganz hilfreich mal andere Kombinationen auszuprobieren. Ich bin 
heute mit Ilford FP4+ und HC-110 recht zufrieden. Der FP4 ist ja noch 
ein Schwarz-Weiß-Film mit klassischer Kornstruktur.  Das Scannen der 
35mm und 6x6 Negative mittels meinem Epson 3200 Photo finde ich nicht 
optimal. Hier bin ich letztlich beim Abfotografieren mittels einer Canon 
EOS 70D gelandet. Die 20 Megapixel bei APS-C und einem 50mm Objektiv mit 
Zwischenring leuchten so ziemlich exakt bis 6x9 Negative aus.

von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard O. schrieb:
> Aus DE zu bestellen möchte
> ich aus Kostengründen nach Möglichkeit vermeiden. Die Adox Sachen würden
> mich aber schon interessieren.

Ich hatte eben mal Canada als Zielland bei Fotoimpex eingegeben. 
Offensichtlich lassen sich nicht alle Entwickler (selbst Pulverform) 
verschicken. Aber der Ilfosol-3 laesst sich per Luftfracht verschicken.

: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Manfred P. schrieb:
> Bei Schwarz-Weiß-Photographie?

Genau da

> Ob Du den wirklich meinst?

Hätte ich es sonst geschrieben?

> Vereinfacht gesagt, ist der Schwarzschild-Effekt eine Änderung der
> Filmempfindlichkeit bei extremen Belichtungszeiten.

Richtig, dem kann man mit Wasserstoff entgegen wirken, was allerdings 
schon einigen technischen Aufwand erfordert.

> Mit Rauschen oder Korn hat der nichts zu tun.

Die Frage war:

P. M. schrieb:
> Doch gibt es heute noch Bereiche, in denen analoge den digitalen
> überlegen sind?

Je nach dem, wie man die einzelnen Eigenschaften (Rauschen, Dunkelstrom, 
Korn, Berechenbarkeit der Belichtung) beim Vergleich für die 
verschiedenen Bereiche gewichtet, kommt dann raus, welche 
Aufnahmetechnik wo evtl. überlegen ist.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thomas W. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Aus DE zu bestellen möchte
>> ich aus Kostengründen nach Möglichkeit vermeiden. Die Adox Sachen würden
>> mich aber schon interessieren.
>
> Ich hatte eben mal Canada als Zielland bei Fotoimpex eingegeben.
> Offensichtlich lassen sich nicht alle Entwickler (selbst Pulverform)
> verschicken. Aber der Ilfosol-3 laesst sich per Luftfracht verschicken.

Ein paar der klassischen Entwickler und Filme haben sie im lokalen 
Fotogeschäft. Nur sind halt einige Sachen die bei Euch in DE beliebt 
sind, nicht so leicht erhältlich. Adox ist aber innerhalb von Kanada 
lieferbar. Ich werde anfangs mit Ilfosol-3 arbeiten, nicht zuletzt, weil 
ich ihn vor zwei Wochen kaufte. Ich habe von früher her noch einige 
originalverpackte Pulver Entwickler (Kodak D-76, Mikrophen). Die haben 
ja angeblich eine sehr lange Haltbarkeit solange sie nicht verklumpt 
sind. Aber frisch ist natürlich immer vorzuziehen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Im Wikipediaeintrag zu Rodinal steht die Rezeptur; sofern Du Zugang zu 
den Chemikalien hast, kannst Du dir das Zeug also auch selbst anmischen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rodinal

von Gerhard O. (gerhard_)


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Joe G. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Voraussichtlich HP5 und FP4, vielleicht auch die moderneren Delta Typen.
>
> Wenn man gefühlt von vor über 50 Jahren von Rodinal / R09 und NP20 kommt
> ist es ganz hilfreich mal andere Kombinationen auszuprobieren. Ich bin
> heute mit Ilford FP4+ und HC-110 recht zufrieden. Der FP4 ist ja noch
> ein Schwarz-Weiß-Film mit klassischer Kornstruktur.  Das Scannen der
> 35mm und 6x6 Negative mittels meinem Epson 3200 Photo finde ich nicht
> optimal. Hier bin ich letztlich beim Abfotografieren mittels einer Canon
> EOS 70D gelandet. Die 20 Megapixel bei APS-C und einem 50mm Objektiv mit
> Zwischenring leuchten so ziemlich exakt bis 6x9 Negative aus.
Das ist gut zu wissen. Was nimmst Du als Hintergrundbeleuchtung?

Gut zu wissen. Den HC-110 gibt es im Geschäft. Ist mit $76 ziemlich 
teuer. Soll aber gut haltbar sein. Nur die sirupartige Konsistenz könnte 
beim Abmessen der Proportionen etwas hinderlich sein. Vorläufig möchte 
ich mit FP4+ und HP5+ meine Erfahrungen Sammeln. Früher arbeitete ich 
viel mit Kodak SW Filmen.

Was Scannen betrifft, habe ich vor mir einen Epson V600 zuzulegen. Der 
soll angeblich für Film und Duas Scannen gut geeignet zu sein und gibt 
auch nicht komprimierte Bilder Dateien her und ist mit $378 noch 
erschwinglich. Ich habe momentan nur einen Canon G12 Fotoapparat mit 
10Mp und das ist halt doch etwas marginal. Abgesehen davon ist die 
Optikgeometrie im Makrobereich nicht optimal, obwohl es mit 
Vergrösserungsvorsetzlinsen viel besser wird.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Im Wikipediaeintrag zu Rodinal steht die Rezeptur; sofern Du
> Zugang zu
> den Chemikalien hast, kannst Du dir das Zeug also auch selbst anmischen.
>
> https://de.wikipedia.org/wiki/Rodinal

Da lasse ich lieber die Finger davon - Aber gut zu wissen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Es gibt auch Caffenol - wenn man hart im Nehmen ist, kann man sich auch 
das anmischen.

Die Zutaten sind leicht zu bekommen:

- Instantkaffeepulver (und viel davon)
- Natron
- Vitamin C

https://caffenol.blogspot.com/


Hart im Nehmen muss man sein, weil das Zeug ... nun, sagen wir, nicht 
geruchsarm ist.

Aber jetzt ist klar, wieso überhaupt Instantkaffee hergestellt wird; für 
Menschen ist das Zeug ganz sicher nicht gedacht gewesen, so übel, wie es 
schmeckt.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Harald K. schrieb:
> Es gibt auch Caffenol - wenn man hart im Nehmen ist, kann man sich auch
> das anmischen.
>
> Die Zutaten sind leicht zu bekommen:
>
> - Instantkaffeepulver (und viel davon)
> - Natron
> - Vitamin C

Natron? Zum Rülpsen?
Egal, klingt in dieser Kombi schon fast gesund... :)

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Harald K. schrieb:
> Es gibt auch Caffenol - wenn man hart im Nehmen ist, kann man sich auch
> das anmischen.

Zum experimentiert sicherlich eine nette Alternative. Konstante 
Ergebnisse habe ich damit jedoch nie erreicht. Es war eine Überraschung, 
wenn der Film aus der Dose kam.

Gerhard O. schrieb:
> Nur die sirupartige Konsistenz könnte
> beim Abmessen der Proportionen etwas hinderlich sein.

Das ist kein Problem. So zäh ist der nicht. Er kann wunderbar in kleinen 
Messbechern abgemessen werden.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Joe G. schrieb:
> Harald K. schrieb:
>> Es gibt auch Caffenol - wenn man hart im Nehmen ist, kann man sich auch
>> das anmischen.
>
> Zum experimentiert sicherlich eine nette Alternative. Konstante
> Ergebnisse habe ich damit jedoch nie erreicht. Es war eine Überraschung,
> wenn der Film aus der Dose kam.
Schon erstaunlich, dass es möglich ist. Flic Film hier in Alberta hat 
sich auf umweltfreundliche Fotochemie spezialisiert. Das ist für jene 
mit eigener Klärgrube auf eigenem Boden von Interesse:

https://flicfilm.ca/

Ich habe es aber noch nicht ausprobiert.

>
> Gerhard O. schrieb:
>> Nur die sirupartige Konsistenz könnte
>> beim Abmessen der Proportionen etwas hinderlich sein.
>
> Das ist kein Problem. So zäh ist der nicht. Er kann wunderbar in kleinen
> Messbechern abgemessen werden.

Danke. Das ist gut zu wissen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Flic Film hier in Alberta hat
> sich auf umweltfreundliche Fotochemie spezialisiert.

Entwickler ist dabei gar nicht das große Problem, aber Fixierer, 
insbesondere gebrauchter. Man kann auch mit Kochsalz fixieren, dauert 
'ne Ewigkeit, selbst wenn man das mit gesättigter Lösung macht -- aber 
der gebrauchte Fixierer ist wegen des gelösten Silbers richtig übel. Das 
ruiniert jede Kläranlage. Selbst wenn man das Silber ausfällt, bleibt 
immer noch genug in der Suppe, daß sie zur Sondermüllstelle muss.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Gerhard O. schrieb:
> Adox ist aber innerhalb von Kanada lieferbar.

Ob da noch drin ist, was Du erwartest? Das ist eine der Marken, die 
mehrfach verkauft wurde und mit dem Original nichts mehr zu tun hat.

Frage mal Wikipedia, falls Du der glauben magst.

von Harald K. (kirnbichler)


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Manfred P. schrieb:
> Ob da noch drin ist, was Du erwartest? Das ist eine der Marken, die
> mehrfach verkauft wurde und mit dem Original nichts mehr zu tun hat.

Die heutige Adox ist eng mit dem Berliner Analogphotohändler Fotoimpex 
(und dessen Inhaber Mirko Böddecker) verbandelt.

Und die besitzen mittlerweile auch das Namensrecht an Rodinal (außer in 
Frankreich, warum auch immer).

Das ist also was anderes als z.B. "Rollei".

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Da lasse ich lieber die Finger davon - Aber gut zu wissen.

Wenn du nicht gerade so weit weg wärst, könnte ich dir hier noch die 
Reste meiner Dunkelkammerausrüstung samt Fotochemikalien zusenden. ;-) 
Da ist noch einiges da.

Verwenden werde ich es sehr wahrscheinlich leider doch nicht mehr, auch 
wenn ich Dunkelkammerarbeit immer sehr interessant fand.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Ich habe von früher her noch einige
> originalverpackte Pulver Entwickler (Kodak D-76, Mikrophen). Die haben
> ja angeblich eine sehr lange Haltbarkeit solange sie nicht verklumpt
> sind. Aber frisch ist natürlich immer vorzuziehen.

Pulverentwickler halten bis zum juengsten Tag wenn sie luftdicht 
verpackt sind.

Vanye

von Harald K. (kirnbichler)


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Jörg W. schrieb:
> Verwenden werde ich es sehr wahrscheinlich leider doch nicht mehr, auch
> wenn ich Dunkelkammerarbeit immer sehr interessant fand.

Mir geht's da durchaus ähnlich. Papierabzüge habe ich schon seit 
mindestens 20 Jahren keine mehr gemacht, Negative vor zehn, fünfzehn 
Jahren zuletzt entwickelt.

Aber man wird ja älter, und mag sich dann vielleicht auf manches 
zurückbesinnen; ich habe noch einen 4x5-Vergrößerer herumstehen (und 
auch die Kamera dazu). Das Format macht dann eindeutig mehr Spaß.

Kleinbild hab' ich schon im letzten Jahrhundert aufgegeben, da sehe ich 
den Reiz nicht. Und Mittelformat, ja, OK, da fängt es an, netter zu 
werden, aber ich hab' nichts, was größer ist als 6x6. Die besten 
Objektive hat meine Mamiya 645, 6x6 hab' ich mit sowjetischen Toleranzen 
und als sauschwere, aber geniale TLR mit Wechselobjektiven von Mamiya.

Um aber wirklich Photographie erleben zu können, ist meine 4x5 auf 
optischer Bank besser geeignet. Wenn ich damit Menschen photographiere, 
ist es für die auch ein Ritual. Mehr als 12 Aufnahmen "in einem Rutsch" 
kann ich nicht anfertigen (ich müsste mir mehr Planfilmkassetten 
anschaffen), aber das reicht auch. Da geht es nicht um fps (frames per 
second), sondern eher um mpf (minutes per frame).

In Turin sah ich kürzlich einen Straßenphotographen, der sich eine 
Spezialkamera gebaut hatte - das war eine 4x5-Kamera mit angeflanschter 
Winz-Dunkelkammer. Photographiert wurde direkt auf s/w-Papier, und das 
dann wegen des Negativprozesses noch mal abphotographiert.

Das hatte eindeutig auch was; lediglich die Abzüge litten etwas 
darunter, daß sie verständlicherweise auf PE-Papier und nicht Baryt 
angefertigt wurden, nur hätte eine Presse den Rahmen der 
Straßenphotographie deutlich gesprengt.

Das war schön anzusehen, und auch recht viele jüngere Leute haben es 
geschafft, ihr Smartphone wegzustecken und sich ruhig vor die Kamera zu 
stellen.

von Rbx (rcx)


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Mir tun da eher die tollen Objektive leid, die ich gesammelt hatte.
Prinzipiell war aber auch die AF-Kamera problematisch, die ich bereits 
gebraucht gekauft hatte.
AF lief bei der Analogen eigentlich recht gut.
(ich glaube, digitalen Ersatz für meine Analoge AF-SR habe ich bisher 
gar nicht gefunden)

Tatsächlich spannend finde ich aktuell eher Screenshots in Skyrim.

Vor ein paar Tagen war mal wieder ein Sperbergockel vom Küchenfenster.
Da hatte ich so gedacht.. aber einmal wegschauen war schon schwierig, 
und die Situation nicht wiederholbar.

von Harald K. (kirnbichler)


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Rbx schrieb:
> Mir tun da eher die tollen Objektive leid, die ich gesammelt hatte.

Die Objektive sind oft nur in Verbindung mit Film "toll". Die erheblich 
höhere Auflösung heutiger Kamerasensoren zeigt recht gnadenlos, worin 
der Unterschied zwischen jahrzehntealten Objektivkonstruktionen und 
heutigen, für das Auflösungsvermögen der Sensoren konstruierter 
Objektive liegt.

Das kann man natürlich "Charakter" nennen, oder "Flair", aber das geht 
schon fast in Richtung Lomographie.

Am 45mp-Sensor meiner Digitalkamera überzeugen nur ein paar 
Mittelformatobjektive meiner Mamiya 645 - die sind, wenn eine 
Blendenstufe abgeblendet, so knackscharf, daß sie sich nicht verstecken 
müssen.

Und dank des EVF ist endlich manuelles Focussieren kein Krampf im 
Arsch mehr.

(An der 4x5 nehme ich eine Aufsatzlupe für die Mattscheibe, aber das ist 
natürlich was ganz anderes ...)

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Rbx schrieb:
> Mir tun da eher die tollen Objektive leid, die ich gesammelt hatte.

Kann ich gut nachfühlen. Ich nenne noch eine Minolta XD7 mein eigen. 
Eine größere Objektiv-Sammlung habe ich nicht, aber ich dachte selber, 
dass Digital-Fotographie Jahrzehnte nicht an Analog-Fotographie 
heranreichen würde. Tja, das war ein Irrtum. In jeder Hinsicht. Sei es 
in Sachen Auflösung, Lichtempfindlichkeit, Kosten u.a.

von Harald K. (kirnbichler)


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Rainer Z. schrieb:
> aber ich dachte selber,
> dass Digital-Fotographie Jahrzehnte nicht an Analog-Fotographie
> heranreichen würde.

Dachte ich auch lange, bis so gegen 2010 herum die Sensoren einen 
heftigen Qualitätssprung machten, wie z.B. der IMX071, der in 
verschiedenen APS-C-DSLRs verwendet wurde (Pentax K-5, Nikon D7000. Das 
war der erste Sensor, der bei fünfstelligen ISO-Werten tatsächlich noch 
mehr als reinen Matsch abliefern konnte. Bei ISO51200 sahen die Bilder 
zwar schrecklich aus, waren aber einem auf ISO3200 gepushten HP5 bereits 
überlegen (wenn man sie in s/w umrechnete).

Meine letzte DSLR hatte einen 35mp-Sensor, der mir leider sehr klar 
zeigte, wie doch eher unterdurchschnittlich meine Objektive waren, und 
da aus verschiedenen Gründen für dieses Kameramodell keine anständigen 
Neuobjektive zu erwarten waren (von einigen wenigen Festbrennweiten 
abgesehen), biss ich schlussendlich in den sauren Apfel und wechselte zu 
einer spiegellosen Kamera. Deren Sensor hat eine noch höhere Auflösung, 
aber selbst das einfache "Kit"-Objektiv (24-70mm/f4) liefert daran 
Bilder, die fast jedes Objektiv der Vorgängerin gnadenlos versenkten - 
ja, selbst die Festbrennweiten.

Wenn es nicht ums Ritual der langsamen Photographie mit "begreifbaren" 
Abläufen geht (für das ich meine 4x5-Kamera habe), ist für mich Analog 
tot; und sobald es um Farbe geht, sowieso.

von Thomas W. (datenreisender)


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Harald K. schrieb:

> Meine letzte DSLR hatte einen 35mp-Sensor, der mir leider sehr klar
> zeigte, wie doch eher unterdurchschnittlich meine Objektive waren, und
> da aus verschiedenen Gründen für dieses Kameramodell keine anständigen
> Neuobjektive zu erwarten waren (von einigen wenigen Festbrennweiten
> abgesehen),

Und wenn Du Photos aus den 70'er Jahren des vorheriges Jahrhunderts 
anguckst (ich habe in der Schulzeit Photos gemacht): Schaerfe ist 
ueberbewertet. Die Farben sind so oder so mah, aber der Sentimentale 
Wert ist hoeher (oder auch nicht).

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Die Diskussion nach einer besseren Kamera oder Objektiv ist so alt wie 
die Photographie selbst. Letztlich macht der Photograph das Bild. Ich 
habe bewusst mal das gleiche Motiv rein digital und dann 6x9 auf Film 
mit einer 50 Jahre alten Kamera aufgenommen.  Beide Varianten sind gut – 
beide Varianten sind anders.

von Harald K. (kirnbichler)


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Thomas W. schrieb:
> Schaerfe ist ueberbewertet.

Sie ist nicht das einzige Ziel, und es gibt Bereiche der Photographie, 
wo sie eher unwichtig ist.

Es kommt halt immer drauf an, was man photographiert; wer eher 
Partybilder macht, oder auch Hochzeitsbilder, der legt andere 
Schwerpunkte als jemand, der Landschaftsaufnahmen, Macroaufnahmen oder 
auch Astronomie macht.

Wieder anders wird das ein "Action"-Photograph sehen, der Fußballer, 
Kampfjets oder Rennwagen ablichtet.

Manch einem sind extrem hohe Sensorempfindlichkeiten wichtig (weil er 
z.B. beim Kerzenschein in einer Gruft Portraits machen können will), 
andere legen Wert auf extrem hohe Auflösung (weil sie Produkt- bzw. 
Reklamephotographie betreiben), und wieder anderem ist es besonders 
wichtig, daß die Kamera sehr klein und sehr leicht ist, die verwenden 
dann z.B. Micro-FourThirds.

Nochmal andere wollen gerne mit besonders langen Tüten herumlaufen (das 
können dann Action-, aber auch Safari-Photographen sein) ... andere 
wiederum schwärmen vom Bokeh ihrer Objektive ...

Bei dem, was ich mache, kommt es mir auf Schärfe und geringe 
Verzeichnungen an. Lichtstärke ist für mich zweitrangig, weder im 
Empflichkeits-, noch im Blendenbereich (ein 85mm/f1.2 mag schön sein, 
ich brauch's nicht).

von Gerhard O. (gerhard_)


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Joe G. schrieb:
> Die Diskussion nach einer besseren Kamera oder Objektiv ist so alt
> wie
> die Photographie selbst. Letztlich macht der Photograph das Bild. Ich
> habe bewusst mal das gleiche Motiv rein digital und dann 6x9 auf Film
> mit einer 50 Jahre alten Kamera aufgenommen.  Beide Varianten sind gut –
> beide Varianten sind anders.

Moin,

Das ist eigentlich ein gutes Beispiel des Unterschieds zwischen den 
beiden verschiedenen Methoden der Fotographie:

Hochwertige digitale Kameratechnik kann die Aufnahme in hoher 
technischer Vollendung und Fidelity darstellen. Es beansprucht keinen 
zeitlichen Kontext und "sieht" mit hoher "Objektivität" das Vorhandene 
eines Moments im natürlichen Zeitablauf.

Bei der Filmfotographie, speziell bei SW Aufnahmen mit alter Technik, 
lässt sich die Aufnahme auch zeitlich einschätzen bzw. fixieren. Bei 
einem alten 6x9 Bild, z.B. mit einer Boxkamera aufgenommen oder 
Plattenkamera, die oft begrenzte Qualität des Objektivs, ist der 
implizierte Kontext nicht entfernbar verbunden. Man erkennt sofort die 
historische Dimension. Irgendwie geben historische Aufnahmen wichtiger 
Ereignisse (2WK) dann auch den Kontext besser wieder. (Ich könnte mir 
vorstellen, daß perfekte digitale Aufnahmen einfach steril wirken 
würden. Das ist kein Fehler von Digital, aber unvermeidbar)
Das ist in vielen Fällen interessant und reizvoll. Thematisch war die SW 
Filmfotographie schon immer ein dankbares Betätigungsfeld.

Vom künstlerischen Standpunkt aus gesehen, erlauben die 
Unvollkommenheiten des Films und der Abzugherstellung (z.B. Korn) 
gewisse zusätzliche Möglichkeiten der Expression. Ob das digital auch 
emuliert werden kann, entzieht sich mir. Ein Ölgemälde wird niemals eine 
Fotographie sein und umgekehrt.

In dieser Hinsicht, haben alle Arten der Fotographie und Kunst ihre 
volle Existenzberechtigung. Nan kann sie nicht wirklich vergleichen.

Gerhard

von Lu (oszi45)


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Gerhard O. schrieb:
> kann sie nicht wirklich vergleichen.

Aufwand und Nutzen sind jetzt/heute in einem anderen Verhältnis. Bis ich 
bei meiner Nikon das Objekt ausreichend scharf eingestellt habe, sind 
mit dem Handy schon 3 scharfe Bilder gemacht, indem ich mit dem Finger 
auf den richtigen Bildanschnitt getippt habe.
Wenn ein Film erst entwickelt werden muss, ist der fotografierte Hase 
schon lange weg oder tot. Ein guter Fotoapparat lohnt sich nur noch für 
spezielle Fälle wie z.B. 30-fach Zoom oder Langzeitaufnahmen.

: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Lu schrieb:
> Aufwand und Nutzen sind jetzt/heute in einem anderen Verhältnis. Bis ich
> bei meiner Nikon das Objekt ausreichend scharf eingestellt habe, sind
> mit dem Handy schon 3 scharfe Bilder gemacht, indem ich mit dem Finger
> auf den richtigen Bildanschnitt getippt habe.

Die "mit dem Handy scharfen Bilder" sieht man hier fast jeden Tag.

Als ich noch Kleinbild gemacht habe, war mein bevorzugtes Gebiet alles, 
was sich bewegt. Da kamen durchweg anständige Bilder heraus, manuell 
scharfgestellt über die Mattscheibe, kein Autofocus. Die Aufnahmen, die 
ich beim Motorradrennen auf der Isle of Man gemacht habe, muß ich 
nirgendwo verstecken, mit manuellem Teleobjektiv als Schiebezoom. 
Objektbedingt gab es natürlich Ausschuß, weil man zuvor nicht weiß, wie 
der Seitenwagen um die Kurve kommt und per Motoraufzug drauf hält.

Aber wenn DU mit dem Handy schneller sein willst, liegt das daran, dass 
Du Deine konventionelle Technik nicht ausreichend beherrscht hast.

Ich habe vor vielen Jahren eine Hochzeit photographiert und die Dias 
später zur Silberhochzeit vorgeführt. Ein Zeiss-Projektor mit 250 Watt 
und als Leinwand ein Silbertuch, sowohl Schärfe als auch Lichtumfang 
bekommt kein Digitalbeamer vergleichbar hin.

von Thomas S. (thommi)


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Nun, früher gab es die Ritschratschquetschkamera von Agfa mit den 
flachen Magazinen, und die grösseren mit den 35 mm-Filmen in der 
Cassette. Ach ja, die Disc-Kameras gab es noch mit der runden 
Pappscheibe und wenigen Blidern aber dafür teurer.

Hatte die alle, aber mit meiner Minolta X300, für die ich in meinem 
ersten Ferienjob 4000 Jahre alte Knochen ausgebuddelt habe, Habe damals 
für das Landesdenkmalamt als Archäologiehelfer gearbeitet, und damit die 
Kamera gekauft, erschlossen sich ganz neue Dimensionen.

Ich hatte das Glück, dass Fotografie ein Teilunterricht bei uns in der 
Schule war. Da war eben die Minolta und die Canon FP1 Programm 
vorhanden.

Ilford FP4 war dort gegeben und Neofin flüssig der Entwicker für die 
Filme. Die Bezeichnung für den Entwickler für die Abzüge weiss ich 
leider nicht mehr. War aber sehr Lehrreich, denn das Wort Tiefenschärfe 
in Verbindung mit der Blende war ein ganz neuer Begriff, den es bei der 
Agfa nicht gab.

Die Minolta nutze ich gerne auch heute noch für s/w-Fotos, aber meine 
Canon EOS 500 D
, welche auch nicht mehr der heutige Stand der Technik ist, nutze ich 
eher, aber oft auch nur die Kamera in meinem Mobilfon.

Mit der EOS kann man halt mit Blende und Belichtungszeit noch besser 
tricksen, als mit dem Mobilfon, und es ist von der Bedienung eher an die 
Analogkameras angelehnt.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Wenn es nicht ums Ritual der langsamen Photographie mit "begreifbaren"
> Abläufen geht (für das ich meine 4x5-Kamera habe), ist für mich Analog
> tot; und sobald es um Farbe geht, sowieso.

Dafuer habe ich eine Pentax K1 weil sie die Moeglichkeiten der 
Plattenkamera bietet, also auch shift und tilt des Bildsensor. Und 
klotzig ist sie auch. :-D
Ansonsten stimme ich zu. Analogfotografie ist sehr sinnvoll wenn man 
hinterher moeglichst gross auf Baryt abzieht.

Ansonsten steht hier aber auch wieder viel Unsinn. Bloss weil heute 
jeder mit einer modernen Kamera viel Murks produzieren kann, heisst das 
nicht das man nicht genauso gut fotografieren kann wie frueher. Man muss 
es nur tun. Tatsaechlich kann man sogar ein paar Sachen besser. Meine 
DSLR zeigt mir z.B das Vorschaubild in der S/W Fotografie direkt in S/W 
an. Das ermoeglicht eine viel bessere Kontrolle der Bildwirkung weil man 
es halt sieht und nicht aus der Erfahrung raten muss. Aehnliches gilt 
dann auch bei der Blitztechnik wo man das Bild sofort beurteilen kann 
und eventuell an der Kamera einen Blitz heller oder dunkler stellen 
kann. Dafuer hatten ja frueher die Analogies ihr Polaroidrueckteil.
Tatsaechlich hat digitale Fotografie nur einen Nachteil. Ein Bild kostet 
nix. Das fuehrt dazu das viele Menschen relativ gedankenlos rumballern. 
Da hat man frueher mehr nachgedacht weil man wusste wie lange man in der 
Dunkelkammer stand. Aber es hindert einem ja niemand es heute trotzdem 
zu machen. .-)

Kontrovers diskutieren kann man hingegen die AF-Faehigkeiten heutiger 
digitaler Kameras. Die sind so gut geworden das sie praktisch alles 
sofort perfekt scharf bekommen. Der liegen zwei Groessenordnungen 
zwischen den veralteten Systemen von analogen Kameras. Andererseits, was 
ist wenn ich was anderes scharf haben will wie die Kamera? :) Es geht 
heute viel verloren weil sich die Leute auf die Systeme verlassen 
anstatt einfach mal durchzudrehen und die Wirkung beobachten. Aber auch 
hier gilt natuerlich das man alles abschalten kann. Und man kann an eine 
DSLR auch beliebige alte Objektive mit einem guten manuellen Handling 
montieren. Ich mache es sogar oft so.

Interessant aber und passt gut zum Threadthema, ist wie die "Jugend" das 
heute macht. Da wird gerne analog fotografiert und die Negative 
hinterher gescannt und auf dem Handy betrachtet. Das verwundert mich 
doch. Ich denke das liegt daran das der Spass der Fotografie nicht nur 
im Ergebnis, sondern auch im machen liegt. Und so manch alter 
mechanischer Klotz fuehlt sich einfach besser an wie eine moderne 
Systemkamera. Dazu kommt noch das heutige Kameras eine derart extreme 
Fuelle an Moeglichkeiten bieten das man schon ein paar Wochen braucht 
bis man alles verstanden und verinnerlicht hat. Und bei seltenen 
Funktionen die man sich nicht auf seinen Uebersichtscreen programmiert 
hat muss ich manchmal heute noch suchen in welchen der fuenfzig Menues 
und Untermenues das war, obwohl ich genau weiss das es irgendwo steckt. 
Da zeigen sich dann schonmal die Vorteile von Alteisen wo es nur zwei 
Drehraeder gab. :)

Vanye

von Christian M. (likeme)


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Lu schrieb:
> heute hatte ich >3000 Digitalbilder von einer

Genau das ist der Grund warum ich gerade versuche auf analog zu 
switchen. Mich nervt es wenn ich von Freunden oder bekannten Fotos auf 
dem Handy in winzig guggen darf, am besten noch mit "privacy Glas" wo 
immer nur genau einer was sieht. Dann fällt mir auf das ich keinen 
großartigen Überblick über die Familienbilder habe, jeder macht sein 
Handy voll und zeigt niemanden was, speichert alles irgendwo, mich 
interessiert es nicht was gestern für ne Pizza auf dem Teller meiner 
Tochter lag oder wie lang die Wimpern ihrer Freundin sind.... 
Wesentliches geht im Müll der Knipserei unter, finde ich furchtbar. 
Neulich hab ich wieder eine Kiste Bilder aus den 90igern gefunden und 
beschlossen mich wieder Analog zu machen.

.... und ehrlich gesagt, eine Canon A1 oder ähnliche in den Händen zu 
halten ist wie eine Offenbarung. Damals (1980) konntest du mit so einem 
Apparat einen Nagel in die Wand klopfen und danach das Bild dranhängen, 
das du vor Monaten geschossen hast. Die haben damals sogar Kunststoff 
soweit bearbeitet bis es sich nach Metall anfühlte, kein Vergleich zu 
den "Gelbe Sack" Knipsen heute.

Anbieter gibt es online zu Hauf, sogar der Rossmann in unserem Dorf hat 
noch Filme und einen Service zum entwickeln.

Es scheint mit einen gewissen Hype zu geben, ähnlich wie 
Röhrenverstärker, Smoker, Hühnerstall, manuell Radfahren, Schallplatte, 
Tonband, Cassette, oder gar Kurzwelle ;-). Mir scheint die Leute (+ich) 
haben keinen Bock mehr.

Ich fand neulich sogar einen Adapter die Optiken von damals an meine 
aktuelle Digicam zu flanschen. Man verzichtet halt auf Automatik, aber 
ich finde man konnte damals schon recht gut Linsen fertigen.

übrigens: 
https://www.reichelt.de/de/de/shop/kategorie/kameras_fotoapparate-7069

: Bearbeitet durch User
von René H. (mumpel)


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Vanye R. schrieb:
> Meine DSLR zeigt mir z.B das Vorschaubild in der S/W Fotografie direkt
> in S/W an.

Mit "qDSLRDashboard" sogar auf einem Smartphone/Tablet, wenn die Kamera 
dafür geeignet ist (z.B. Canon oder Nikon).

von Harald K. (kirnbichler)


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Vanye R. schrieb:
> Dafuer habe ich eine Pentax K1 weil sie die Moeglichkeiten der
> Plattenkamera bietet, also auch shift und tilt des Bildsensor.

Die K1 kann den Sensor verschieben und um die Z-Achse drehen, aber 
kippen (tilt) kann sie ihn nicht. Wie sollte sie das auch, da würde der 
Sensor sofort gegen den Verschluss stoßen.


Und jetzt noch eine Anmerkung am Rande:

GEWÖHNE DIR VERDAMMT NOCH MAL AN, RICHTIG ZU ZITIEREN!

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Mit "qDSLRDashboard" sogar auf einem Smartphone/Tablet, wenn die Kamera
> dafür geeignet ist (z.B. Canon oder Nikon).

Das duerfte mit jeder aktuellen Kamera gehen, aber das ist dann wieder 
Extragehampel. Da ziehe ich es dann doch vor das nur schnell mal eben im 
Sucher zu sehen. Haengt aber sicher auch von der Art der Fotografie ab 
die man so betreibt.

Vanye

von René H. (mumpel)


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Vanye R. schrieb:
> Haengt aber sicher auch von der Art der Fotografie ab die man so
> betreibt

Für die "ruhige Fotographie" z.B. (kann beispielsweise bei 
IR-Fotographie hilfreich sein). Fotoapparat auf Stativ, und mit Tablet 
kontrollieren. Mal davon abgesehen ist ein Tablet größer. ;)

von Manfred P. (pruckelfred)


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Christian M. schrieb:
> .... und ehrlich gesagt, eine Canon A1 oder ähnliche in den Händen zu
> halten ist wie eine Offenbarung. Damals (1980) konntest du mit so einem
> Apparat einen Nagel in die Wand klopfen und danach das Bild dranhängen,
> das du vor Monaten geschossen hast.

Die A1 war die erste mit neumodischer Elektronik und ein Sensibelchen. 
Robust waren F1 und die etwas günstigere EF, meine wurde bei einem 
Unfall zerfleddert.

Im Vergleich zur EF waren die Mattscheibe der A1 schlechter und der 
Meßumfang der Belichtung geringer. Der lahmarschig horizontale 
Tuchverschluß machte draußen bei Minustemperaturen, was er wollte und 
hielt keine Zeiten korrrekt ein.

Ein nettes Ding, aber robust und zuverlässig spreche ich der A-Serie ab, 
und zwar aus eigener Erfahrung.

von Harald K. (kirnbichler)


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Zu den besten SLRs der "guten alten Zeit" zählt auch die Pentax LX.

von Martin S. (gibsea106)


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Hi,

off-topic zur Analogfotografie:

In der Filmindustrie (Serien, TV-Filme, Kino, Dokus, ...) haben sich 
beginnend mit ca. 2007 die ersten digitalen Aufnahmeapparate langsam 
durchgesetzt.

Als Beispiele:
RED one
https://de.wikipedia.org/wiki/Red_Digital_Cinema_Camera_Company

ARRI D20
https://en.wikipedia.org/wiki/Arriflex_D-20

Bis dahin galt das S16 Format als Standard für Dokus, nationale Serien 
und TV-Filme,
das S35 Format wurde für internationale TV-Produktionen sowie Kinofilme 
verwendet.
(In den 80ern waren auch noch N16 und N35 Formate vorherrschend)

Aufnahmen im 65mm Format waren eine echte Seltenheit (?Zeitraum 1980 bis 
2010?):
Entweder brauchte man das große Negativ für "Tricks" in der 
Postproduktion,
aber auch große int. Kinoproduktionen wurden (selten, aber doch) auf 
65mm gedreht.
Aufnahmeapparat war die ARRI 765.
https://www.arrirental.com/en/cameras/analog-film/arriflex-765

Mit dem nahezu gänzlichen Aussterben der analogen Filmproduktionen im 
Zeitraum bis 2020 mußten auch viele Kopierwerke schließen.
Aus meiner Sicht als Ösi gibts die nähesten Kopierwerke in Budapest, 
Berlin und Paris (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).


In Ö schätze ich den Anteil der 35mm Analogproduktionen auf unter 5%.
Pro Jahr werden hier max(!) 3 Kinofilme noch analog gedreht.

Meine heutige Meinung, mit 37 Jahren Erfahrung als Kameraassistent:
-  Ja, seinerzeit war analog natürlich (technisch!) viel geiler als die 
"Video-Gurken" ;-)
-  Heute bin ich aber eher froh, dass digital produziert wird:
Kein Fuselcheck, die Kameras wurden wesentlich leichter.

Ich habe vllt. 5 Drehtage pro Jahr noch analog.
Ja, ist lustig.

Meine letzte 35mm-Kinoproduktion war 2020 "An Impossible Project":
https://www.polyfilm.at/film/an-impossible-projekt/

Die Meinung mancher DoPs (Directors of Photography):
-  16mm ist nur mehr die Liebe zum Material; das Ergebnis nicht besser 
als digital.
-  35mm kann man als Spezialist schon noch so behandeln, dass es für 
digital unerreichbar ist.
-->  hängt aber immer vom Wunsch/Erwartungen des Endergebnisses ab. ;-)


Angeblich (!) gibts seit wenigen Jahren auch diesen witzigen workflow:
-  gedreht digital
-  danach geFAZt (FilmAufZeichnung) auf Negativ, um den Film-Look besser 
zur Geltung zu bringen.
-  danach wieder Abtastung in der Telecine zur weiteren Behandlung in 
der PostProduktion.
(Konnte da leider keine genaueren Infos einholen).


Sorry für off-topic,
Liebe Grüße,
Martin


EDIT, weils hier ja um Fotoapparate geht:

Mit der Canon 5D habe ich viele TV-Werbespots gedreht,
und mit der Canon 7D, mit PL-Mount für Cine-Objektive, sogar 
Kinofilme...

Ist aber schon lange her, muss so in den 00er und 10er Jahren gewesen 
sein.(?)

: Bearbeitet durch User
von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Martin S. schrieb:
> -  Heute bin ich aber eher froh, dass digital produziert wird:
> Kein Fuselcheck, die Kameras wurden wesentlich leichter.

Und warum bekommt man selbst in den Wahrheitsnachrichten
immer mal wieder gespiegelte oder rückwärts laufende Clips zu sehen?

Einzig bei Filmen ohne Tonspur könnte ich mir Gespiegeltes/Verdrehtes
als Unfall beim Schnitt vorstellen,
aber mit Computertechnik muss man ja schon aktiv eingreifen.

-Oder gibt es Kameras die rückwärts filmen?

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Zu den besten SLRs der "guten alten Zeit" zählt auch die Pentax LX.

Naja, es ist relativ muessig da Einzelfallentscheidungen zu treffen. Bei 
Pentax hast du z.B gerne mal einen verschmodderten Ausloeskontakt den du 
reinigen musst oder auch schwergaengiges Fett in der Mechanik. Es ist 
sehr unwahrscheinlich eine >30 Jahre alte Kamera zu finden die nicht in 
irgendeiner Form der Ueberholung bedarf. Das ist da genauso wie bei 
alten Tapedecks.

Selbst den Compurverschluss in der Kamera meine Grossvaters die der sich 
1930 gekauft hat musste ich letztens erst wieder gaengig machen. :-D

Aber immerhin gibt es heute ja fuer alles Youtubevideos!

Vanye

von Martin S. (gibsea106)


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.● Des|ntegrator ●. schrieb:
> -Oder gibt es Kameras die rückwärts filmen?

Hi,

Ich kenne zumindest keine 35mm Cinekamera, welche NICHT reverse 
aufnehmen konnte.
Ok, vllt. die alte ARRI BL3 aus den 60er-Jahren...keine Ahnung.

Wobei ich mich heute frage, wozu dieser "pimp" zu Zeiten der Telecine 
eigentlich notwendig war...?
Muss wohl den Zeiten davor geschuldet sein.

Den Rest Deines Posting versteh ich leider nicht.



Noch was zur Analog-Fotographie:
Heute habe ich eine mir sympathischen Panasonic Lumix DMC-LX100 als 
"tägliche" Kamera im Einsatz,
der letzte Einsatz meiner analogen Minolta X-700 Ausrüstung samt Primes 
war vor vielen Jahren die Hochzeit meiner Schwester...auf ihren Wunsch 
hinaus...;-)))


Liebe Grüße,
Martin

: Bearbeitet durch User
von Martin S. (gibsea106)


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Martin S. schrieb:


> Angeblich (!) gibts seit wenigen Jahren auch diesen witzigen workflow:
> -  gedreht digital
> -  danach geFAZt (FilmAufZeichnung) auf Negativ, um den Film-Look besser
> zur Geltung zu bringen.
> -  danach wieder Abtastung in der Telecine zur weiteren Behandlung in
> der PostProduktion.
> (Konnte da leider keine genaueren Infos einholen).



Nun doch eine Info:

Diesen Prozess nennt man angeblich "Shift process" o.ä.

Näheres z.B. hier:
https://fotokem.com/fotokem-shift-dune-batman/



lg Martin

: Bearbeitet durch User
von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Martin S. schrieb:
> Den Rest Deines Posting versteh ich leider nicht.

als Beispiel mal hier in der NDR-Mediathek, via mediathekviewweb.de

https://ndr-progressive.ard-mcdn.de/progressive/2025/1205/TV-20251205-1352-5300.hd.mp4

Minute 1:50.

Der Clip läuft rückwärts.
Ich hab noch keine Wellen im Wasser gesehen,
die zu einem Störobjekt hin laufen.
Sowas findet man übrigens immer wieder bei den selben Dingen.
Wasser, Flaggen und Feuer/Rauch.

von Le X. (lex_91)


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Du bist da was ganz großem auf der Spur.

Praktischerweise versieht das NDR den betreffenden Clip mit einer 
Quellenangabe, es steht dir also frei den Unterwasserfotograph, von dem 
das Material stammt, zur Rede zu stellen.
Der Herr gibt übrigens auch Vorträge, da könnte man ihn sogar mal live 
mit seinen Fakenews konfrontieren.

Vergiss bitte nicht, uns anschließend zu Berichten was DIE hier planen.

von Martin S. (gibsea106)


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@ desinfector:

Dein Beispiel ist jetzt stark off-topic und hat eher weniger mit 
"analog-digital"-Aufnahmen zu tun.

Der von Dir erwähnte Moment dieser Reportage (min 1:50) wurde ja nur 
deshalb "reverse" in den Beitrag hineingeschnitten, weil es besser zur 
Dramaturgie passt.
Dies wurde wohl am Schneidetisch vom Schnittmeister und Redakteur so 
gewünscht...

Vermutlich hat das "Aufnahme-Team" den echten Moment des Abtauchens 
dieses Gerätes nicht aufnehmen können (warum auch immer...).

Anmerkung:
Zu ENG (ElectronicNewsGathering, heute eher "news", in Ö 
"Aktuelle[Bildberichterstattung]" genannt) und der hier erwähnten 
"Reportage" habe ich wenig Berufserfahrung.

Meines Wissens begann das elektronische Aufnahmeverfahren der ENG-Teams 
in Ö bereits zu Beginn der 80er Jahre und hat damit sukzessive das bis 
dahin übliche 16mm (inkl. Tonspur) langsam verdrängt.
Vermutlich war in Ö (+/-) 1987 das endgültige Ende der analogen 
16mm-News-Berichte.

Meine beruflichen Vorfahren können lustige Geschichten über die analoge 
Bildberichterstattung für den damals einzigen Sender Ös (ORF) erzählen:

-  Da war der seinerzeitige Tonmeister, welcher auf seiner Nagra

(https://en.wikipedia.org/wiki/Nagra)

nur mehr 20 Sekunden Aufnahmeband zur Verfügung hatte und dem damaligen 
Kanzler Herrn Dr. Kreisky erklärte:
"Herr Bundeskanzler, sie können alles erzählen, was sie wollen, aber 
BITTE nicht länger als 20 Sekunden"...
So die Geschichte.

-  Oder bei den aktuellen Fußball-Berichterstattungen der Meisterschaft:
Jene Filmrollen (damals 30, 60 oder 120m in 16mm) auf denen keine 
besonderen Ereignisse aufgenommen waren wurden sofort im nächsten 
Mistkübel (BRD-deutsch "Abfalleimer") entsorgt...
Hingegen wurden die "wichtigen" Rollen via Speed-Motorradfahrer auf 
schnellstem Wege ins ORF-Kopierwerk gebracht, dort entwickelt, 
geschnitten, ev. abgetastet und mit Glück noch in den Abend-Sendungen 
ausgestrahlt.
War sicher ein geile Zeit damals.


Wenn ich heute (als Besucher) durch das ORF-Zentrum spaziere, dann 
empfinde ich das als "toten Haufen":
Keine elektronischen Geräte, keine Bandmaschinen, keine Kopierwerke: Nix 
ist mehr da.
Allein den Geruch der analogen Elektronik (Tektronix, RCA, Sony, 
Panasonic,...) vermisse ich dort.
Alles nur digital; nur mehr Bildschirme und Tastaturen.
Naja....die Zeiten ändern sich.


lg Martin

: Bearbeitet durch User
von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Le X. schrieb:
> Du bist da was ganz großem auf der Spur.
>
> Praktischerweise versieht das NDR den betreffenden Clip mit einer
> Quellenangabe, es steht dir also frei den Unterwasserfotograph, von dem
> das Material stammt, zur Rede zu stellen.
> Der Herr gibt übrigens auch Vorträge, da könnte man ihn sogar mal live
> mit seinen Fakenews konfrontieren.
>
> Vergiss bitte nicht, uns anschließend zu Berichten was DIE hier planen.

Es gibt auch Clips, die unterm Deckmantel der Tagesschau liefen
und ebenfalls rückwärts daher kamen

von Cyblord -. (cyblord)


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.● Des|ntegrator ●. schrieb:
> Es gibt auch Clips, die unterm Deckmantel der Tagesschau liefen
> und ebenfalls rückwärts daher kamen

Wir wollen auch nicht den Artikel + Video vergessen welcher ebenfalls 
Prominent auf der Tagesschau lief in dem unironisch behauptet wurde, ein 
Afrikaner hätte den TV erfunden der keinen Strom braucht und 
Straßenlaternen ohne Strom in Mexiko aufgestellt.

https://www.youtube.com/watch?v=k54f4Shz1xY

Fazit: ÖRR halt.

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Früher gab es übrigens noch die "Yps-Fotokamera". Diese und Varianten 
(z.B. Agentenkamera) gab es wohl mehrfach. Man konnte einen Film, ich 
glaube von diesen "Ritsch Ratsch - Klick" Dingern nehmen.

Ich weiß nicht mehr wo das genau war, aber in einigen Städten gab es 
Portrait-Zeichner oder Karikatur-Zeichner in den Fußgängerzonen. Die 
HBK-Studenten hatten in BS auch immer wieder tolle Bilder auf die 
Fußwege gemalt.

Darüberhinaus gab es in BS auf dem Bohlweg einen großen Laden für Malen 
oder Fotografieren, da bekam man alles was man brauchte. Mit 
Zeichenkursen in der VHS konnte man auch Glück haben.
Fette Zeiten irgendwie.

Beitrag #7979748 wurde vom Autor gelöscht.
von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Hier gibt es einen Kurzbericht zum Umbau einer orangen LED Lampe, um die 
Lichtstärke nach Niedrigwerten hin, einstellen zu können:

Beitrag "Re: Quick&dirty - schnelle Problemlösungen selbst gebaut"

Gerhard

von Harald K. (kirnbichler)


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Eine wirklich schöne Kamera, mit der zu photographieren auch viel Spaß 
machen dürfte:

https://reflxlab.com/en-de/products/smartflex-large-slr-camera

Nur leider ein bisschen teuer.

Da bleib' ich bei meiner optischen Bank mit separat verstellbaren Front- 
und Rückstandarten (ohne Stativ gut 5 Kilogramm), das ist auch fein. Und 
ich hab' verschiedene Objektive dafür, die meisten davon leuchten auch 
deutlich mehr als den 4x5-Bildkreis aus, so daß Shift und auch Tilt gut 
möglich sind ...

von Gerhard O. (gerhard_)


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In der Link eine Beschreibung zu einem von mir angefertigten 
Filterhalter Adapter für den Vergrösserungsapparat.

Beitrag "Re: Zeigt her eure Kunstwerke (ab 2023)"

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Vanye R. schrieb:
> Bloss weil heute
> jeder mit einer modernen Kamera viel Murks produzieren kann, heisst das
> nicht das man nicht genauso gut fotografieren kann wie frueher.

aber die künstliche tilt an shift Fotografie oder Video wie beim Cola 
Truck oder der sogenannte Modelleisenbahneffekt wirkt trotzdem 
künstlich. Software kann nicht alles und bei heutigen Pixelmonster ist 
die Linse das limitierende Teil, da wird kein Bild besser. Abgeblendet 
sieht man nur noch Dreck auf dem Sensor.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Hier gibt es einen Kurzbericht zum Umbau einer orangen LED Lampe

Interessant, dass das orangefarbenes Licht ist.

Zu der Zeit, als ich sowas gemacht habe, galt gelbgrünes Licht als die 
beste Variante für S/W-Fotopapiere.  Geht das mit den heutigen Papieren 
nicht mehr?

von Thomas W. (datenreisender)


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Jörg W. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Hier gibt es einen Kurzbericht zum Umbau einer orangen LED Lampe
>
> Interessant, dass das orangefarbenes Licht ist.
>
> Zu der Zeit, als ich sowas gemacht habe, galt gelbgrünes Licht als die
> beste Variante für S/W-Fotopapiere.  Geht das mit den heutigen Papieren
> nicht mehr?

Du hast zwei Effekte: Die Empfindlichkeit des Papiers und die des Auges: 
Multigrade(!)-Papier ist unter 550nm (also rot und orange) 
unempfindlich. Multigrade-Papier hat zwei relative 
Empfindlichkeitsmaxima (die "Harte" und das "Weiche" Anteile, die die 
Gradation des Papiers ueber die Anteile des blauen und des gruenen 
Lichtes gesteuert werden).

D.h. bei Multigrade-Papier ist gruenes Safelight nicht so eine gute Idee 
(es schleiert).

Mein ganzes Wissen kommt aus zwei Datenblaettern:

https://www.ilfordphoto.com/wp/wp-content/uploads/2021/01/MULTIGRADE-RC-Papers-J20.pdf

Ilford hat auch Safelight-Filter produziert:

https://www.ilfordphoto.com/amfile/file/download/file/605/product/613/

Gruesse

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> aber die künstliche tilt an shift Fotografie oder Video wie beim Cola
> Truck oder der sogenannte Modelleisenbahneffekt wirkt trotzdem
> künstlich. Software kann nicht alles und bei heutigen Pixelmonster ist
> die Linse das limitierende Teil, da wird kein Bild besser. Abgeblendet
> sieht man nur noch Dreck auf dem Sensor.

Ehrlich gesagt ich versteht diese Ausfuehrungen nicht! Wenn du der 
Meinung bist ein Tilt/Shift Objektiv zu brauchen dann kauf dir doch 
eins. Passt auch an eine moderne Kamera. Meine Kamera kann sogar ihren 
Sensor selbst tilt/shiften und so ein solchen Objektiv in gewissen 
Grenzen ersetzen. Geht alles wie schon immer.

Und sollte ich jemals Dreck auf dem Sensor sehen ja dann werde ich den 
putzen. Auch keine grosse Sache. So what?

Vanye

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Thomas W. schrieb:
> Multigrade-Papier hat zwei relative Empfindlichkeitsmaxima (die "Harte"
> und das "Weiche" Anteile, die die Gradation des Papiers ueber die
> Anteile des blauen und des gruenen Lichtes gesteuert werden).

OK, mit sowas hatte ich nie zu tun.

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Harald K. schrieb:
> Eine wirklich schöne Kamera, mit der zu photographieren auch viel Spaß
> machen dürfte:
>
> https://reflxlab.com/en-de/products/smartflex-large-slr-camera
>
> Nur leider ein bisschen teuer.

Die Graflex Serie B Reflex ist sicherlich das Vorbild dazu gewesen und 
diese bekommt man in der Bucht ab und zu.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Hier findet man einen sehenswerten Film vom SWR über die wiedergefundene 
SW Fotografie:

https://www.youtube.com/watch?v=DN8UNfiMAhs

Sehr schöner Überblick für Neulinge des Themas.

Gerhard

von Gerhard O. (gerhard_)


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Joe G. schrieb:
> Harald K. schrieb:
>> Eine wirklich schöne Kamera, mit der zu photographieren auch viel Spaß
>> machen dürfte:
>>
>> https://reflxlab.com/en-de/products/smartflex-large-slr-camera
>>
>> Nur leider ein bisschen teuer.
>
> Die Graflex Serie B Reflex ist sicherlich das Vorbild dazu gewesen und
> diese bekommt man in der Bucht ab und zu.

Die Planfilm Fotografie finde ich schon sehr interessant, aber bei mir 
ist bei 6x6cm ausstattungsmässig die Grenze. Man kann nicht alles 
machen. Auch ist Platz nur bedingt da. Aber es ist schön diese Sparte 
von Kameras zu bewundern.

von Harald K. (kirnbichler)


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Vanye R. schrieb:
> Meine Kamera kann sogar ihren
> Sensor selbst tilt/shiften und so ein solchen Objektiv in gewissen
> Grenzen ersetzen. Geht alles wie schon immer.

Ganz sicher nicht, die kann höchstens shiften, oder den Sensor um die 
Objektivachse rotieren (was für Astrophotographie genutzt wird).

Tilt aber kann keine Digitalkamera mit ihrem Sensor.

Beitrag #7992490 wurde vom Autor gelöscht.
von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

falls es interessiert:

der Timer für meinen Vergrößerungsapparat ist ein vorhandener umgebauter
120VAC/60Hz Gralab 171 motorisierter Universal Timer. Der Zweck des
Umbaus war die Funktionalität des Gralab 300 Darkroom Timer Models zu
erzielen. Die zugehörige Schaltung habe ich bildlich von einem YT
Reparatur Video extrahiert und neu gezeichnet. Das umgebaute Gerät
entspricht nun der Beschreibung der Firma.

Gerhard

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Die Planfilm Fotografie finde ich schon sehr interessant, aber bei mir
> ist bei 6x6cm ausstattungsmässig die Grenze. Man kann nicht alles
> machen.

Da hast Du Recht. Bei mir ist auch bei 13x18cm Schluss ;-) Hier aber 
nicht mehr auf Film, sondern direkt auf Fotopapier (HARMAN Direct 
Positive Papier).

von Cyblord -. (cyblord)


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Die Diskussion hier erinnert stark an die Argumente der alten 
Entscheidungsträger bei Kodak in den 90ern:

Digitalfotografie ist ja schön ABER Analog ist halt Goldstandard.

SW ist ja schön ABER kann halt nicht was Analog kann.

Dabei ist die Diskussion seit min. 20 Jahren erledigt und Kodak tot. Nur 
es scheint manche Alten hängen noch in dieser Diskussion mit den immer 
gleichen falschen Argumenten fest. Wie in einer Zeitschleife.

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Tilt aber kann keine Digitalkamera mit ihrem Sensor.

wieso denn nicht? Der Hersteller sagt es, Wikipedia sagt es....

https://de.wikipedia.org/wiki/Pentax_K-1

Zitat:
       Die zweite Funktion ist eine (Tilt)-Shift-Funktion,
       mit der es möglich ist, den Sensor in 24 Stufen um
       ±1,5 Millimeter horizontal und vertikal zu bewegen
       und den Sensor in acht Stufen um ±1 Grad um die
       optische Achse zu verdrehen.

Vanye

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Cyblord -. schrieb:
> Die Diskussion hier erinnert stark an die Argumente der alten
> Entscheidungsträger bei Kodak in den 90ern:
> Digitalfotografie ist ja schön ABER Analog ist halt Goldstandard.
> SW ist ja schön ABER kann halt nicht was Analog kann.
> Dabei ist die Diskussion seit min. 20 Jahren erledigt und Kodak tot. Nur
> es scheint manche Alten hängen noch in dieser Diskussion mit den immer
> gleichen falschen Argumenten fest. Wie in einer Zeitschleife.

Ach so, wir reden hier also nicht über ein Hobby, sondern über eine 
strategische Vorstandssitzung mit Shareholder-Value, Marktanteilen und 
disruptiven Geschäftsmodellen? Mein Fehler.

Hobbys haben bekanntermaßen keinen wirtschaftlichen Zweck. Sie müssen 
nicht effizient, nicht zukunftssicher und schon gar nicht marktdominant 
sein. Sie dürfen Zeit kosten, irrational sein und sogar technisch 
„unterlegen“ wirken – genau das macht sie zu Hobbys.
Ein Hobby:
- macht Spaß,

- dient der persönlichen Bildung, nicht der Marktoptimierung,

- lebt von Prozess, Handwerk und Erfahrung, nicht vom Endergebnis,

- muss niemandem etwas beweisen

Der Kodak-Vergleich ist daher ungefähr so passend wie der Hinweis, dass 
man mit dem Fahrrad langsamer ist als mit dem Auto – stimmt, aber am 
Punkt vorbei, wenn jemand Radfahren aus Freude betreibt.

Analogfotografie ist kein Geschäftsmodell. Schwarzweiß ist kein 
Technologiestreit. Und niemand hier versucht, den Weltmarkt zu erobern 
oder einen Konzern vor der Insolvenz zu retten.
Die Diskussion ist also nicht „seit 20 Jahren erledigt“, sondern seit 20 
Jahren bewusst irrelevant, weil sie zwei völlig unterschiedliche Ebenen 
vermischt

Wenn jemand in einer „Zeitschleife“ hängt, dann vielleicht in der 
Annahme, alles müsse sich am wirtschaftlichen Fortschritt messen lassen 
– selbst Dinge, die explizit nichts damit zu tun haben wollen.

von Cyblord -. (cyblord)


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Joe G. schrieb:
> Ach so, wir reden hier also nicht über ein Hobby, sondern über eine
> strategische Vorstandssitzung mit Shareholder-Value, Marktanteilen und
> disruptiven Geschäftsmodellen? Mein Fehler.

Nein es geht rein darum was technisch besser ist.

von René H. (mumpel)


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Cyblord -. schrieb:
> Nur es scheint manche Alten hängen noch in dieser Diskussion mit den
> immer gleichen falschen Argumenten fest

Hast Du schon mal "echte Stereofotographie" mit Smartphones probiert? 
Zwei Smartphones in Augenabstand, und exakt synchronisieren. Wird Dir 
nicht gelingen. Oder echte Infrarotfotografie (kein Getrickse mit 
Software). Mit Smartphones nicht zu machen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Vanye R. schrieb:
> wieso denn nicht? Der Hersteller sagt es, Wikipedia sagt es....
>
> https://de.wikipedia.org/wiki/Pentax_K-1

Das ist halt falsch. Kein Tilt. Shift ja, Rotation um die Z-Achse ja, 
aber Tilt ist physikalisch unmöglich.
Tilt wäre Rotation um X- oder Y-Achse.
Dann aber würde der Sensor gegen den Schlitzversschluss stoßen.

Der Wikipedia-Autor hat nicht verstanden, was Tilt ist, anders ist 
dieser inhaltliche Fehler nicht zu erklären.

Ich habe eine K-1, auch wenn ich sie nicht mehr benutze; daher kenne 
ich die Kamera ausreichend gut.

von Joachim B. (jar)


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P. M. schrieb:
> Es werden ja immer noch analoge Fotokameras hergestellt. Doch gibt
> es
> heute noch Bereiche, in denen analoge den digitalen überlegen sind? (Von
> Leuten, die aus 'religiösen' Gründen oder weil sie aus Gewohnheit nicht
> umstellen wollen, mal abgesehen.)

Cyblord -. schrieb:
> Nein es geht rein darum was technisch besser ist.

wurde nie gefragt, Tatsache bleibt, wer fotografieren kann und sich 
auskennt (was für viele Bilderersteller nicht gilt) der erreicht mit mit 
analoger Technik mehr und wo gibt es echte Tilt&Shift für digitale Cams? 
(mir fällt da nur Canon ein)

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Nur ganz kurz:

Ich glaube, dieser Vergleich hinkt. Analog Film und Digital haben beide 
ihre Existenzberechtigung. Wer gut Analog gelernt hat, produziert 
möglicherweise auch bei Digital bessere Kompositionen. Was mich 
betrifft, arbeite ich mit beiden gerne. Kunstfotografie hat nicht 
unbedingt mit der Methode zu tun.

Bei der Fotografie geht es um Beteiligung mit Gehirn und Hardware. Wer 
sich über Komposition und Zweck Gedanken machen muss, stellt einfach 
schon aus dem Grund Besonderes her. Das gedankenlose Knipsen, ganz 
gleich ob welche Methode, führt auch hier nur zu Fangen eines Moments 
den die Digitalkamera meist getreu aufzeichnet. Die jungen Leute sind 
oft begeistert, wenn man sie mit dem Analog Film Prozess vertraut macht. 
Gerade in unseren Zeiten und schon früher ist ja viel relativ 
erschwinglich erhältlich.

Das Schöne an Film Fotografie ist der Prozess and praktische Beteiligung 
am Entstehen des Bildes. Kein Bild ist exakt duplizierbar. Wie man im 
Internet feststellen kann, gibt es mehr und mehr Anhänger der 
praktischen Beteiligung. Auch bei Digital geht es um viel mehr als nur 
die Technik alles machen lässt. Auch hier muß man intelligent arbeiten. 
Vor dem Erfolg haben die Götter Engagement gestellt.

Was Cyblord aufwirft, stimmt nur zum Teil. Technisch hat er recht. Aber 
das Thema ist nicht zweidimensional.

Geehard

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Bei der Fotografie geht es um Beteiligung mit Gehirn und Hardware. Wer
> sich über Komposition und Zweck Gedanken machen muss, stellt einfach
> schon aus dem Grund Besonderes her.

Das sehe ich grundsetzlich genauso. Allerdings hast du bei Digital den 
grossen Vorteil das du das Ergebnis des Denkprozess sofort sehen kannst. 
Das ermoeglicht es dir viel einfacher zu lernen wie man es richtig macht 
als wenn du deine Bilder erst selber entwickeln musst oder nach einer 
Woche in der Drogerie abholen kannst. Besonders offensichtlich bei 
Blitztechniken, aber natuerlich auch bei anderen Sachen.

Analog hat aber den Vorteil das jedes Bild gleich mal ordentlich Geld 
kostet und nach 38Bilder schluss ist. Daher sind die Leute eher mal 
geneigt auch wirklich zu denken als einfach mal rumzuballern.

> Die jungen Leute sind
> oft begeistert, wenn man sie mit dem Analog Film Prozess vertraut macht.

Ich hab eher den Eindruck die sind von der schlichten Hardware mit 
wenigen Einstellmoeglichkeiten begeistert welche trotzdem noch eine 
gewisse haptische Qualitaet vermittelt.

Und manche Dingen erschliessen sich einem auch einfach gar nicht. Ich 
kann wirklich in keinster Weise nachvollziehen wieso sich jemand eine 
Pentax 17 kaufen sollte, aber angeblich verkauft die sich wie 
geschnitten Brot.

> Gerade in unseren Zeiten und schon früher ist ja viel relativ
> erschwinglich erhältlich.

Bist du sicher das du die aktuellen Preise in der analogen Fotografie 
kennst?

https://www.amazon.de/Kodak-Ektachrome-E100G-135-36-Dia-Farbfilm/dp/B000L9RMW4/

https://www.amazon.de/Kodak-Gold-200-135-36/dp/B000JLI0K2/

Also ich wuerde da ueber jedes einzelne Bild gut nachdenken. Dabei habe 
ich frueher bei Kodachrome 64 oder Velvia 50 doch ein wenig 
gedankenloser durchgezogen obwohl die auch nicht umsonst waren. :-D

Ich kann diesen Aufwand (Zeit/Geld) in keinster Weise nachvollziehen 
wenn die Endergebnisse gescannt werden um sie sich dann auf dem Handy 
anzuschauen. Ich hab aber gerade einen Film in meiner ME Super drin, ist 
ein APX100 und er wird am Ende auf Baryt abgezogen. Mindestens DIN A4 
und vermutlich nicht mehr wie 1-2Bilder vom Film. Wobei ich mal gespannt 
bin ob mein Fotopapier die Lagerzeit ueberdauert hat. :-D

Vanye

von Gerhard O. (gerhard_)


Angehängte Dateien:

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Joe G. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Die Planfilm Fotografie finde ich schon sehr interessant, aber bei mir
>> ist bei 6x6cm ausstattungsmässig die Grenze. Man kann nicht alles
>> machen.
>
> Da hast Du Recht. Bei mir ist auch bei 13x18cm Schluss ;-) Hier aber
> nicht mehr auf Film, sondern direkt auf Fotopapier (HARMAN Direct
> Positive Papier).

Interessant. Wie lange ist da bei Sunny16 Beleuchtung der Landschaft die 
Belichtungsdauer? Könntest Du einen Abzug scannen und hier vorzeigen?

Im Anhang ist übrigens ein Testbild von mir um meine T3 zu testen und 
Filmentwicklung (FP4/Ilfosol3) erstmalig wieder nach 23 Jahren. Ich 
scannte das Negativ mit einem V600 und druckte es auf einem Selphy CP800 
aus. Das gezeigte Bild knipste ich hand gehalten mit dem iPad. Das 
Histogramm des Negativs sieht sehr gut und balanciert aus. Jedenfalls 
kann man auch im Selpy Bild Details in den Highlights und dunklen Teilen 
sehen. Der Belichtungs und Entwicklungsprozess scheint einigermassen in 
Ordnung gewesen zu sein. Abzüge kann ich momentan auf traditioneller Art 
noch nicht machen.

Am Abzug sieht man im Schnee wesentlich schärferes Detail. Das ging beim 
Kopieren verloren und sieht verwaschen aus.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Vanye R. schrieb:
>> Bei der Fotografie geht es um Beteiligung mit Gehirn und
> Hardware. Wer
>> sich über Komposition und Zweck Gedanken machen muss, stellt einfach
>> schon aus dem Grund Besonderes her.
>
> Das sehe ich grundsetzlich genauso. Allerdings hast du bei Digital den
> grossen Vorteil das du das Ergebnis des Denkprozess sofort sehen kannst.
> Das ermoeglicht es dir viel einfacher zu lernen wie man es richtig macht
> als wenn du deine Bilder erst selber entwickeln musst oder nach einer
> Woche in der Drogerie abholen kannst. Besonders offensichtlich bei
> Blitztechniken, aber natuerlich auch bei anderen Sachen.
Da stimme ich Dir bei. Meine digitale Kamera wird mich immer begleiten, 
auch bei Analog Ausflüge.
>
> Analog hat aber den Vorteil das jedes Bild gleich mal ordentlich Geld
> kostet und nach 38Bilder schluss ist. Daher sind die Leute eher mal
> geneigt auch wirklich zu denken als einfach mal rumzuballern.
Das gilt aber auch bei Digital. Wenn man sinnvoll vorgeht, muß auch bei 
Digital wenige unnütze Bilder machen. Ist eine Frage des Ansatz.
>
>> Die jungen Leute sind
>> oft begeistert, wenn man sie mit dem Analog Film Prozess vertraut macht.
>
> Ich hab eher den Eindruck die sind von der schlichten Hardware mit
> wenigen Einstellmoeglichkeiten begeistert welche trotzdem noch eine
> gewisse haptische Qualitaet vermittelt.
>
> Und manche Dingen erschließen sich einem auch einfach gar nicht. Ich
> kann wirklich in keinster Weise nachvollziehen wieso sich jemand eine
> Pentax 17 kaufen sollte, aber angeblich verkauft die sich wie
> geschnitten Brot.
Die kannte ich noch nicht. Ich habe eine Review gelesen. Naja. Beim 
Halbformat stößt man schnell auf Vergrößerungsgrenzen. Ich weiß nicht ob 
man so eine Kamera einem angehend Kind Photographen geben sollte, 
anstatt einer ähnlichen älteren Kamera mit voller Kontrolle der 
Belichtung.
>
>> Gerade in unseren Zeiten und schon früher ist ja viel relativ
>> erschwinglich erhältlich.
>
> Bist du sicher das du die aktuellen Preise in der analogen Fotografie
> kennst?
Ja. Leider. Als ich anfing kostete ein 36 SW Film wie FP4 oder Plus-X 
ein paar Dollar, jetzt kostet ein 24er FP4 um $14 in der Stadt.
>
> https://www.amazon.de/Kodak-Ektachrome-E100G-135-36-Dia-Farbfilm/dp/B000L9RMW4/
>
> https://www.amazon.de/Kodak-Gold-200-135-36/dp/B000JLI0K2/
>
> Also ich würde da über jedes einzelne Bild gut nachdenken. Dabei habe
> ich früher bei Kodachrome 64 oder Velvia 50 doch ein wenig
> gedankenloser durchgezogen obwohl die auch nicht umsonst waren. :-D
Ging mir genauso:-)
>
> Ich kann diesen Aufwand (Zeit/Geld) in keinster Weise nachvollziehen
> wenn die Endergebnisse gescannt werden um sie sich dann auf dem Handy
> anzuschauen. Ich hab aber gerade einen Film in meiner ME Super drin, ist
> ein APX100 und er wird am Ende auf Baryt abgezogen. Mindestens DIN A4
> und vermutlich nicht mehr wie 1-2Bilder vom Film. Wobei ich mal gespannt
> bin ob mein Fotopapier die Lagerzeit überdauert hat. :-D
Mein altes Fotopapier möchte ich auch noch erst ausprobieren. Meist soll 
es da angeblich Schleierprobleme geben. Baryt Papier ist hier schwer zu 
kriegen. Da werde ich erst mit MC RC Papieren Erfahrungen sammeln 
müssen.
>
> Vanye

Gerhard

...

: Bearbeitet durch User
von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Interessant. Wie lange ist da bei Sunny16 Beleuchtung der Landschaft die
> Belichtungsdauer? Könntest Du einen Abzug scannen und hier vorzeigen?

Gerne,
die braune Färbung ist durch die Entwicklung in Caffenol entstanden. Das 
Papier liegt mit seiner Empfindleichkeit etwa bei 3 ASA - also nix für 
die Sportfotografie ;-)

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Die kannte ich noch nicht. Ich habe eine Review gelesen. Naja. Beim
> Halbformat stößt man schnell auf Vergrößerungsgrenzen. Ich weiß nicht ob
> man so eine Kamera einem angehend Kind Photographen geben sollte,
> anstatt einer ähnlichen älteren Kamera mit voller Kontrolle der
> Belichtung.

Man kann neu und gebraucht nur schwer vergleichen. Es gab frueher eine 
Menge Muellkameras die vermutlich alle bereits entsorgt wurden. Es gab 
frueher auch eine Menge gute Kameras deren Handlung und Benutzung sicher 
sehr gut war und ist. Aber die sind auch alle 30-50Jahre alt und damit 
sehr wahrscheinlich defekt. Meine ME Super musste ich auch erst zerlegen 
und die angelaufenen versilberten Kontakte am Ausloeser putzen. Und 
insbesondere wenn du noch jung und ahnungslos bist und auf dem Flohmarkt 
so einen profi-Ausbeuterhaendler in die Finger faellst...
Da ist neukaufen mit Garantie schon was anderes. Kann ich also 
verstehen. Aber 500Euro fuer Halbformat, oerks. Aber ist natuerlich das 
optimale Format fuer Handy und Instagram. Bloss ist nicht so recht zu 
verstehen wieso dann erst analog. Aber wir leben in einer freien Welt, 
ich kann damit leben wenn jemand sowas gut findet. Aber wenigstens 
halbiert es die Filmkosten. :)

Vanye

von Gerhard O. (gerhard_)


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Joe G. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Interessant. Wie lange ist da bei Sunny16 Beleuchtung der Landschaft die
>> Belichtungsdauer? Könntest Du einen Abzug scannen und hier vorzeigen?
>
> Gerne,
> die braune Färbung ist durch die Entwicklung in Caffenol entstanden. Das
> Papier liegt mit seiner Empfindleichkeit etwa bei 3 ASA - also nix für
> die Sportfotografie ;-)

Faszinierend! Die Kamera sieht auf Grund ihrer Holz Konstruktion schon 
toll aus. Damit umzugehen dürfte einen großer Teil der "Experience" . 
Glückwunsch!

Da ist Belichtungszeit wohl in Minuten zu zählen. Wieso ist das Bild 
übrigens sehr weich in der Schärfe? Hat das mit dem Photopapier zu tun 
oder ist es ein "Operator" Fehler?

Ich habe gehört, daß Caffenol recht staken Geruch verbreitet.

Gerhard

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Ich habe gehört, daß Caffenol recht staken Geruch verbreitet.

Das war ich. Das Zeug stinkt erbärmlich.

(Du wirst noch von mir hören, hab' grade viel anderen Kram um den Kopf, 
Verwandschaft im Krankenhaus, so gut wie jeden Tag durch die verfickte 
Stadt übers perfekt polierte Glatteis dort hinlatschen und mich kümmern 
...)

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Da ist Belichtungszeit wohl in Minuten zu zählen. Wieso ist das Bild
> übrigens sehr weich in der Schärfe? Hat das mit dem Photopapier zu tun
> oder ist es ein "Operator" Fehler?
>
> Ich habe gehört, daß Caffenol recht staken Geruch verbreitet.

Die fehlende Schärfe geht auf mich zurück ;-) Die Planlage des 
Fotopapiers war nicht optimal in der Filmkassette. Es ist ja dicker als 
ein Film und springt dann gerne mal raus.

Caffenol ist jetzt nicht so unangenehm. Es gibt Fotochemikalien die 
riechen deutlich unangenehmer (Albumin z.B.)

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Da ist Belichtungszeit wohl in Minuten zu zählen.

Ich hab' hier Beitrag "Re: Analogfotografie heute?" einen 
Straßenphotographen beschrieben, dem ich in Turin über den Weg gelaufen 
bin. Der arbeitete mit normalem PE-Photopapier, und hatte 
Belichtungszeiten, die bei ruhig stehenden Subjekten keine 
Verwackelungen provozierten - und das nicht im strahlenden Sonnenschein, 
sondern im Oktoberherbstschatten.

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Man muß nicht mal umkopieren wie z.B. beim Afghan Box Project [1], Man 
kann das PE-Papier auch einem Umkehrprozess unterziehen.
Dabei sollte am bedenken, dass das SW Fotopapier nur ein eingeschränktes 
Farben Spektrum hat.
Alle Papiere mit fester Gradation sehen nur blaues und UV-Licht (gibt 
interessante Effekte). Multikontrast Papiere haben dagegen ein größeres 
Spektrum (siehe Datenblätter).

[1]  https://www.afghanboxcamera.com/

von Harald K. (kirnbichler)


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Joe G. schrieb:
> Afghan Box Project

Danke für den Hinweis. Der Straßenphotograph, den ich just erwähnte, 
nutzte etwas vergleichbares, zusammengebaut aus einer alten 
Laufbodenkamera* und eben 'ner Holzkiste, allerdings kleiner als das, 
was im verlinkten Artikel zu sehen ist. Resultierende Bildgröße war 
irgendwas um 9x12 cm (bzw. 4x5").


*) eine der wirklich beeindruckend kleinsten war die Patent Etui der 
Dresdner Kamerawerkstätten. Die war zusammengeklappt ca. 4 cm dick, und 
belichtete Planfilm mit 9x12cm Größe.

Bilder davon siehe hier: 
https://kameramuseum.de/objekte/k-w-patent-etui-9-x-12-cm/

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Falls sich jemand wundert um welchen Vergrösserer es geht, findet im 
Anhang ein Bild.

Ich machte aus Faulheit oder Ungeduld einen fatalen Fehler: ich 
bestellte mir, ohne zuerst nachzuprüfen ob ein anderes Objektiv mit 
kleinerer Brennweite verwendet werden kann, ein 50mm M23.5 Objektiv von 
der Ukraine. Mittlerweile traf es bei mir ein. Beim Ausprobieren stellte 
es sich aber gleich heraus, daß sich der Balg nicht kurz genug 
zusammenschieben lässt und der Fokussierpunkt Bereich mechanisch auch 
aus anderen konstruktiven Gründen nicht ganz erreicht werden kann. 
Sche...e;-)

Leider hat dieser Vergrösserer, ungleich anderer Typen, keinen 
entfernbaren Objektivträger mit umkehrbaren Gewindeansatz. Der 
Objekträger bei meinem Gerät ist ein gerätespezifischer Aluguss.

Als Ausweg aus diesem Dilemma fertigte ich mir als Alternativlösung aus 
Sperrholz einige 3/4" Abstandsscheiben an.

Mein Ziel war, 8x10" Abzüge aus 35mm Negativen anfertigen zu können. Es 
stellte sich zum Glück heraus, daß es vor dem Einbau der Abstandsstücke 
möglich war, Abzüge bis 9" herstellen zu können. Durch Erhöhen der 
Vergrösser Befestigung kann ich nun die gewünschten 10" mit dem 75mm 
Objektiv erreichen.

Jetzt muß ich die neuen Abstandsstücke erst mit farblosen Schutzlack 
überziehen.

Gerhard

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7995875 wurde vom Autor gelöscht.
von Gerhard O. (gerhard_)


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Kleiner Update:

Da die glänzenden Dusche Acrylic Platten viel Licht reflektieren habe
ich sie mit einem schwarzen magnetisch befestigten Licht Blockierungs
Vorhang abgedeckt wie er bei AZ erhältlich ist. Ich hatte gewisse
Bedenken, daß das reflektierte Licht von den Wänden das Fotopapier
verschleiern könnte. Ob das wirklich ein Problem ist, könnten nur
Untersuchungen bestätigen, aber Vorsicht schadet nie. Die glänzende
Dusche Tür im Hintergrund wird auch noch verdeckt werden. Die
Tischplatte wird durch einstellbare Filzandruckscheiben vor Vibrieren
geschützt und stabil gehalten.

von Soul E. (soul_eye)


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Gerhard O. schrieb:
> (...) Ich hatte gewisse
> Bedenken, daß das reflektierte Licht von den Wänden das Fotopapier
> verschleiern könnte. Ob das wirklich ein Problem ist, könnten nur
> Untersuchungen bestätigen, aber Vorsicht schadet nie.

Ja, das ist ein Problem. Das gibt lustige graue Fahnen im Bild.

Mit dieser Unterlage mit den Schiebern konnte ich mich nie anfreunden. 
Ich hatte eine grau pulverbeschichtete Metallplatte auf dem Grundbrett 
und dann vier rechteckige Magnete als Papieranschlag. Die Alnico-Magnete 
hatten an den Seiten schwarze Schlacke vom Sintern. Silberne Magnete 
hätte man schwarz anmalen oder bekleben müssen, sonst gibt es wieder 
Streulicht-Reflektionen.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Soul E. schrieb:
> Mit dieser Unterlage mit den Schiebern konnte ich mich nie anfreunden.

Wenn man einen weißen Rand rund ums Bild haben mächte, ist sowas schon 
praktisch.

Möchte man rahmenlos arbeiten, ist 'ne Vakuumplatte eine Möglichkeit, 
oder ein elektrostatischer Papierhalter, wie er früher in 
Flachbettplottern zu finden war. Denn das Photopapier sollte schon plan 
liegen; gerade Barytpapier aber tut das gerne nicht.

Das könnte man allerdings vor Gebrauch wässern, dann liegt es auch plan.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Gut zu wissen bzgl. der Reflexionsgefahr der Wände.

Ein Kollege von mir 3D druckte mir einen Kodak Nachbau des ehemaligen 
Kodak Schalensiphon aus PLA. Funktioniert ausgezeichnet.

Intern findet man eine Venturi Düsen-Struktur. Das Wasser strömt durch 
ein 1.5mm Loch durch die Venturi Einlaßöffnung. Der Zweck dieser 
Anordnung ist im Ansaugschacht einen Unterdruck zu bewirken der gross 
genug ist das Wasser automatisch anzuheben, bis es es am Ausgang 
herunterlaufen kann. Am unteren Ende befindet sich ein luftdichter 
Auslaß, sodass keine Luft eindringen kann. Ist eigentlich eine sehr 
elegante und geniale Konstruktion.

Hier ein 22s Video zum Beobachten wie es funktioniert:

https://www.dropbox.com/scl/fi/x2n39n73s88etgvs2o872/IMG_3505.mp4?rlkey=luxy1cxt5eryox24q5oyfsxfm&st=205bzorj&dl=0

http://existentialmonkey.com/blog/archival-washing-tests-part-1-the-background/

Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Gut zu wissen bzgl. der Reflexionsgefahr der Wände.

Ist eine Frage, wieviel Streulicht der Vergrößerer zur Seite abgibt. 
Wenn der ordentlich aufgebaut ist, ist das kein so großes Thema, und man 
kann auch im mit weißen Hochglanzfliesen gefliesten Badezimmer ohne 
Probleme arbeiten.

Einfacher Test: Nimm ein schwarzes Stück Film, pack das auf Deine 
Negativbühne, stell' Dich in Deine Dunkelkammer, mach' das Licht aus, 
warte, bis Deine Augen an die Dunkelheit adaptiert sind und mach' den 
Vergrößerer an.

Leuchtet da großartig was in der Gegend herum?

Wird es nicht. Also, mach' dir nicht zu viele Gedanken über 
Optimierungen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Gut zu wissen bzgl. der Reflexionsgefahr der Wände.
>
> Ist eine Frage, wieviel Streulicht der Vergrößerer zur Seite abgibt.
> Wenn der ordentlich aufgebaut ist, ist das kein so großes Thema, und man
> kann auch im mit weißen Hochglanzfliesen gefliesten Badezimmer ohne
> Probleme arbeiten.
Streulicht vom Vergrößerer ist eigentlich kein Thema. Der ist oben 
ziemlich dicht. Mir fiel nur auf, daß vom Papierrahmen ziemlich viel 
Licht reflektiert wurde und die vorher hellen Wände etwas illuminierte. 
Da wurde ich etwas unsicher. Diese Unsicherheit kam von daher, daß 
andere Leute Probleme damit hatten. Aber hier hilft nur testen. Leider 
waren die Dusche Acrylic Wandplatten ziemlich glänzend bis ich sie mit 
dem schwarzen Vorgang behängte.
>
> Einfacher Test: Nimm ein schwarzes Stück Film, pack das auf Deine
> Negativbühne, stell' Dich in Deine Dunkelkammer, mach' das Licht aus,
> warte, bis Deine Augen an die Dunkelheit adaptiert sind und mach' den
> Vergrößerer an.
>
> Leuchtet da großartig was in der Gegend herum?
Nicht wirklich. Ich sehe nur vorne etwas Licht an den Kanten des Negativ 
Glasträgers herauskommend. Sonst nichts. Vom Lampenhaus kommt überhaupt 
nichts raus.
>
> Wird es nicht. Also, mach' dir nicht zu viele Gedanken über
> Optimierungen.

...

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Mir fiel nur auf, daß vom Papierrahmen ziemlich viel
> Licht reflektiert wurde

Dann könnte man versuchen, den Papierrahmen zu entspiegeln - d.h. 
beflocken, Schwarzmattlack verwenden o.ä.

Ansonsten: Wenn von dem Ding Licht auf die Wand reflektiert wird, wird 
das Licht von der Wand in Richtung Decke weiterreflektiert. Bevor das 
wieder beim Papier ankommt, sind etliche Reflexionen nötig.

Ich würd' das daher nicht überbewerten.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Mir fiel nur auf, daß vom Papierrahmen ziemlich viel
>> Licht reflektiert wurde
>
> Dann könnte man versuchen, den Papierrahmen zu entspiegeln - d.h.
> beflocken, Schwarzmattlack verwenden o.ä.
Die Grundfläche des Papierhalters hat eine Art weissgrau Beschichtung, 
eher weiss als Grau. Die einstellbaren Abdeckungen sind aber 
matt-schwarz beschichtet.
>
> Ansonsten: Wenn von dem Ding Licht auf die Wand reflektiert wird, wird
> das Licht von der Wand in Richtung Decke weiterreflektiert. Bevor das
> wieder beim Papier ankommt, sind etliche Reflexionen nötig.
>
> Ich würd' das daher nicht überbewerten.
Eigentlich stimmt das. Reflektierte Licht geht ja im selben Winkel zum 
Vergrößererkopf hin. Verstehe aber dann nicht wirklich, daß man diesen 
Aspekt so überbewertet hat. Sonst nehme ich den schwarzen Vorhang lieber 
wieder weg - schön ist der nicht wirklich.

Ich hoffe, daß ich am Wochenende die ersten Abzüge Versuche anstellen 
kann und das Dunkelkammerlicht muss ja auch noch geprüft werden.

Man wird berichten;-)

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Verstehe aber dann nicht wirklich, daß man diesen
> Aspekt so überbewertet hat.

Du, es gibt "Goldohren", also Leute, die alles mögliche ausschließen 
wollen.

> Sonst nehme ich den schwarzen Vorhang lieber
> wieder weg - schön ist der nicht wirklich.

Du kannst natürlich ein Experiment machen, das gleiche Bild mal mit und 
mal ohne Vorhang ausbelichten, und die miteinander vergleichen, ob Du 
irgendeinen Schleiereffekt feststellen kannst.

Nun, viel Vergnügen ... ich komm' zur Zeit nicht zu so etwas. Muss mich 
gerade um ein im Krankenhaus liegendes Familienmitglied kümmern, und 
mein Arbeitgeber will auch, daß ich etwas von meiner Zeit für ihn 
aufwende ...

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Verstehe aber dann nicht wirklich, daß man diesen
>> Aspekt so überbewertet hat.
>
> Du, es gibt "Goldohren", also Leute, die alles mögliche ausschließen
> wollen.
Man sollte solche Geruechte also eher skeptisch entgegenstehen, "...to 
take the information with a grain of salt" sagt man bei uns.
>
>> Sonst nehme ich den schwarzen Vorhang lieber
>> wieder weg - schön ist der nicht wirklich.
>
> Du kannst natürlich ein Experiment machen, das gleiche Bild mal mit und
> mal ohne Vorhang ausbelichten, und die miteinander vergleichen, ob Du
> irgendeinen Schleiereffekt feststellen kannst.
Ja, das waere leicht durchzufuehren.
>
> Nun, viel Vergnügen ... ich komm' zur Zeit nicht zu so etwas. Muss mich
> gerade um ein im Krankenhaus liegendes Familienmitglied kümmern, und
> mein Arbeitgeber will auch, daß ich etwas von meiner Zeit für ihn
> aufwende ...
Mein Mitgefühl! Das kenne ich auch - mußte da auch durch. Wünsche alles 
Beste zur Genesung.

Gerhard

von Al. K. (alterknacker)


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Gerhard O. schrieb:
> Man sollte solche Geruechte also eher skeptisch entgegenstehen,

Hach war das vor 65 Jahren herrlich, und wesentlich widerspruchsfreier
bei der Selbstherstellung von S/W Vergrößerungen.
Man konnte es sogar als Grundschüler erfolgreich machen.

Gerhard viel Spaß trotzdem, nur wenn alles bis ins Kleinste bedacht 
werden soll, wo bleibt dann der Spaß.

MfG
Grüße

von Gerhard O. (gerhard_)


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Al. K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Man sollte solche Geruechte also eher skeptisch entgegenstehen,
>
> Hach war das vor 65 Jahren herrlich, und wesentlich widerspruchsfreier
> bei der Selbstherstellung von S/W Vergrößerungen.
> Man konnte es sogar als Grundschüler erfolgreich machen.
Ich verstehe Dich.
>
> Gerhard viel Spaß trotzdem, nur wenn alles bis ins Kleinste bedacht
> werden soll, wo bleibt dann der Spaß.
Naja. Da das ein Wiederanfang fuer mich ist, wollte ich nur gruendlich 
sein und unnoetige Fehlerquellen von vornherein ausschalten.

Gerhard
>
> MfG
> Grüße

von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard O. schrieb:

>> Gerhard viel Spaß trotzdem, nur wenn alles bis ins Kleinste bedacht
>> werden soll, wo bleibt dann der Spaß.
> Naja. Da das ein Wiederanfang fuer mich ist, wollte ich nur gruendlich
> sein und unnoetige Fehlerquellen von vornherein ausschalten.

Schwarz-Weiss-Prozess ist sehr gutmuetig. Ich weiss natuerlich nicht das 
Albedo Deiner Badezimmerkacheln, aber das wird kein Spiegel sein.

Zum Thema Washing: Du verwendest ja RC-Paper. Ilford hatte eine 
Washing-Instruction veroeffentlicht 
(https://www.ilfordphoto.com/wp/wp-content/uploads/2017/03/Reducing-Wash-Water.pdf), 
auch noch mal im Anhang. Ich war selbst erstaunt, wie wenig Fixer im 
Papier bleibt und nach 30s (!) fresh running water ist der Print 
archivfest.

Gruesse

: Bearbeitet durch User
von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Al. K. schrieb:
> Hach war das vor 65 Jahren herrlich, und wesentlich widerspruchsfreier
> bei der Selbstherstellung von S/W Vergrößerungen.
> Man konnte es sogar als Grundschüler erfolgreich machen.

Tatsächlich war das so und ich habe es auch exakt so praktiziert. 
Zunächst stand die totale Begeisterung des photochemischen Prozesses im 
Vordergrund. Etwas Licht, etwas Chemie, alles recht improvisiert und es 
entstehet ein Bild! Sehr schnell rechte die Begeisterung jedoch nicht 
mehr aus, um einigermaßen reproduzierbare Fotos zu erzeugen. Irgendwie 
mußte da eine Systematik rein. Zum Glück gab es anfängergerechte 
Literatur. Wenn ich mir meine damaligen „Schüler“Machwerke heute ansehe 
– nun ja, Zufriedenheit ist etwas anderes. Da kann ich Gerhard 
verstehen. Diese Phase ist durch, heute ist der eigene Anspruch 
gewachsen und damit treten viele früher vernachlässigte Fehlerquellen 
wieder in den Vordergrund.

von Harald K. (kirnbichler)


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Joe G. schrieb:
> Irgendwie mußte da eine Systematik rein.

Ich hab' mir irgendwann ein brauchbares Thermometer angeschafft, und 
--dank zuverlässiger Warmwasserversorgung in meiner Wohnung-- es 
geschafft, mit reproduzierbaren Temperaturen zu arbeiten. Das hat der 
Prozesstabilität deutlich geholfen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Joe G. schrieb:
>> Irgendwie mußte da eine Systematik rein.
>
> Ich hab' mir irgendwann ein brauchbares Thermometer angeschafft, und
> --dank zuverlässiger Warmwasserversorgung in meiner Wohnung-- es
> geschafft, mit reproduzierbaren Temperaturen zu arbeiten. Das hat der
> Prozesstabilität deutlich geholfen.

Moin,

danke für Eure Gedanken dazu. Gut zu wissen, bzgl. RC-Abzug Waschen.

Was das Entwicklungs Thermometer angeht, ich habe im Zug meiner Arbeiten 
am "Fotolabor" mein 40J altes Dial-Thermometer mit einem zertifizierten 
Präzisionsthermometer meiner Firma verglichen. Das Dial-T. liest 0.5 
Grad zu niedrig. Es hat also die Genauigkeit gut gehalten. Ein digitales 
Bratenthermometer war auch auf 0.7 Grad genau und ein Hoskin Hg-LAbor 
Thermometer liest auch schätzungsweise um 0.2 Grad genau. Das Hoskin 
wird also als Hausstandard dienen müssen. Mit 0.2 Grad Abweichung kann 
ich leben. Es ist gut, daß fundamentale Meßtechnik wie 
Hg-Glasthermometer so genau messen, weil sie über ihre Lebensdauer 
hinweg keine Nachkalibrierung brauchen oder zulassen.

Was Temperatureinstellung betrifft, ist das etwas ein Problem, weil das 
kalte Wasser meist nur zwischen 10-14 Grad hat. Da muss man mischen, um 
20 Grad dauerhaft zu halten. Ein Thermostatischer Einsteller wäre da 
angenehm. Aber es geht - man muss nur etwas feinfühlig eingreifen.

Ich möchte es nicht übertreiben. Prinzipiell möchte ich nur 
sicherstellen, daß meine Duka-Beleuchtung keinen Unfug anstellt. Was die 
Wände Reflektionen betrifft, werde ich einen Vergleichstest machen und 
wenn es da keine Überraschungen gibt, belasse ich den Status Quo. Vor 40 
Jahren hatte es auch recht gut geklappt. Damals als Junger war das schon 
eine spannende Sache. Aber jetzt möchte ich schon etwas mehr Konsistenz 
in meinen Arbeiten. Ich werde noch viel zu lernen haben, um gute Abzüge 
herstellen zu können. Wenn ich die vorzüglichen Arbeiten anderer im 
Internet studiere, merke ich schon, daß mit dem Erfolg viel Einsatz und 
Erfahrung verbunden ist. Manche der gezeigten Bilder sind von solch 
guter tonaler Qualität, daß man da wirklich Minderwertigkeitskomplexe 
bekommen könnte;-)

Gerhard

von Al. K. (alterknacker)


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Gerhard O. schrieb:
> Was Temperatureinstellung betrifft, ist das etwas ein Problem, weil das
> kalte Wasser meist nur zwischen 10-14 Grad hat

Wieso kommt bei euch das Wasser so "warm" aus der Leitung.
Bei mir ist es jetzt 4-6 Grad maximal.

Gerhard O. schrieb:
> Was die
> Wände Reflektionen betrifft,
Hast du kein Negativhalter in deinen Vergrößerungsgerät welcher
den Negativausschnitt einstellen lässt.

Da gibt es keine Reflexionen auf dem Papierhalter.

MfG
der alte 80 Jährige

von Gerhard O. (gerhard_)


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Al. K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Was Temperatureinstellung betrifft, ist das etwas ein Problem, weil das
>> kalte Wasser meist nur zwischen 10-14 Grad hat
>
> Wieso kommt bei euch das Wasser so "warm" aus der Leitung.
> Bei mir ist es jetzt 4-6 Grad maximal.
Ja - Ist so. Die Versorgungsleitungen sind wegen der extremen Kälte 
ziemlich tief verlegt und möglicherweise erklärt dies die höhere 
Temperatur. Sonst kann ich auch nur mit den Achseln zucken;-)
>
> Gerhard O. schrieb:
>> Was die
>> Wände Reflektionen betrifft,
> Hast du kein Negativhalter in deinen Vergrößerungsgerät welcher
> den Negativausschnitt einstellen lässt.
Ja. Mein meopta hat für jedes Filmformat eine eigene Maske im Bereich 
von unter 35mm bis 6x6 MF.
>
> Da gibt es keine Reflexionen auf dem Papierhalter.
Die Reflexionen kommen einfach vom reflektierten Licht der Abzugsplatte 
und werden dann mehr oder weniger auf die Wände geleitet. Aber Harald 
meint, dass solche Wandreflexionen dann nur noch höher geleitet werden 
und eigentlich keinen Schaden anrichten könnten. Wenn sich das beweisen 
laesst, entferne ich den Vorhang wieder, weil er eigentlich ohnehin so 
häßlich ist.

Gerhard
>
> MfG
> der alte 80 Jährige

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Ein Thermostatischer Einsteller wäre da angenehm

Was vielleicht helfen kann: Für manche Leute ist "sous-vide"-Garen 
derzeit der dernier cri, und dafür gibt es thermostatisch gesteuerte 
Wasserbadheizungen, die man einfach in einen Kochtopf o.ä. hängt. Und 
möglcherweise kann man so ein Ding dazu bringen, auch einfach konstant 
20° C zu halten (ist 'ne Frage des Einstellbereichs, oder des Umbaus 
...)

Sowas sieht so aus:https://la-va.com/sous-vide-stick-lx.20/

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Ein Thermostatischer Einsteller wäre da angenehm
>
> Was vielleicht helfen kann: Für manche Leute ist "sous-vide"-Garen
> derzeit der dernier cri, und dafür gibt es thermostatisch gesteuerte
> Wasserbadheizungen, die man einfach in einen Kochtopf o.ä. hängt. Und
> möglcherweise kann man so ein Ding dazu bringen, auch einfach konstant
> 20° C zu halten (ist 'ne Frage des Einstellbereichs, oder des Umbaus
> ...)
>
> Sowas sieht so aus:https://la-va.com/sous-vide-stick-lx.20/

Interessant. Ich wußte bisher noch nichts von so einer Einrichtung. Das 
bringt einen auf Gedanken. Beim Anrichten des Entwicklers ist es etwas 
umständlich genau 20 Grad durch die Hahneinstellung zu erreichen. Danke.

Allerdings bräuchte ich dann eine 120VAC Version,;-)

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Allerdings bräuchte ich dann eine 120VAC Version

Ich gehe sehr stark aus, daß es auch auf Deiner Seite des Teichs das 
Konzept des "sous vide"-Garens im Wasserbad gibt. Wird auch als LTLT 
cooking (low-temperature, long-time) bezeichnet.

Und, ja:

https://www.amazon.ca/dp/B0DY1DQT7H

Das ist jetzt explizit keine Empfehlung, sondern nur der Hinweis, daß 
man sowas eben auch in Kanada bekommen kann. Du wirst Dir den 
Einstellbereich der Geräte ansehen müssen, das hier ist untauglich, da 
es laut Beschreibung erst bei 40 °C anfängt ...

Das hier fängt bei 25 °C an:

https://www.amazon.ca/dp/B0FRRZ4B8R

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Allerdings bräuchte ich dann eine 120VAC Version
>
> Ich gehe sehr stark aus, daß es auch auf Deiner Seite des Teichs das
> Konzept des "sous vide"-Garens im Wasserbad gibt. Wird auch als LTLT
> cooking (low-temperature, long-time) bezeichnet.
>
> Und, ja:
>
> https://www.amazon.ca/dp/B0DY1DQT7H
>
> Das ist jetzt explizit keine Empfehlung, sondern nur der Hinweis, daß
> man sowas eben auch in Kanada bekommen kann. Du wirst Dir den
> Einstellbereich der Geräte ansehen müssen, das hier ist untauglich, da
> es laut Beschreibung erst bei 40 °C anfängt ...
>
> Das hier fängt bei 25 °C an:
>
> https://www.amazon.ca/dp/B0FRRZ4B8R
Danke. Habe ich mir angesehen. Sind aber relativ teuer.

Gut zu wissen. Aber manchmal kann man solche Sachen etwas modifizieren. 
Ähnlich wie früher bei den Aquarium Heizern. Die Bimetall Versionen 
konnte man durch Abziehen des Knopfes durch Verdrehen in den 
gewuenschten Bereich bringen. Vielleicht ginge auch so ein alter 
Aquarium Heizer. Ich habe noch einige 150 Watter herumliegen. Hmmm. 
Könnte man ausprobieren. Wahrscheinlich ist der von AZ präziser in der 
Konstanz.

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Sind aber relativ teuer.

Ich würd' mal glatt davon ausgehen, daß sowas aus Küchen auch wieder 
rausfliegt, wenn das Interesse abgeflaut ist. Und dann sollte es einen 
"garage sale" oder wie auch immer das genannt wird geben, wo Du sowas 
auch gebraucht bekommen könntest.

Ist ja nur so 'ne Idee ...

Alternativ besorgt man sich Heizfolien (gibts z.B. für Aquarien), stellt 
da die Entwicklerschalen drauf, und muss sich eine eigene 
Thermostatsteuerung bauen (mit in der Suppe hängendem Thermofühler).

Wir sind hier ja im µC-Forum, Du weißt schon.

von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard O. schrieb:
> Harald K. schrieb:
>> Das hier fängt bei 25 °C an:
>>
>> https://www.amazon.ca/dp/B0FRRZ4B8R
> Danke. Habe ich mir angesehen. Sind aber relativ teuer.
>
> Gut zu wissen. Aber manchmal kann man solche Sachen etwas modifizieren.

Vor allen Dingen solltest Du die Kirche im Dorf lassen: Wenn Dein 
Badezimmer ca. 20°C hat (und Du den Entwickler auf 20°C temperiert 
hast), dann ist das schon mehr als gut. Du darfst auch nicht vergessen, 
dass Du schon nach einer Minute deutlich weniger aktiver Entwickler in 
der Dose hast als am Anfang.

Wenn Du wirklich auf Temperaturkonstanz angewiesen bist, dann hole Dir 
einen zehn Liter Eimer und fuelle den Eimer mit warmen Wasser (so 20°C). 
Der bleibt fuer die 10 Minuten Entwicklungszeit konstant genug (ich habe 
einmal E6 zuhause gemacht [Prozess bei 38°C, vorwaermen der Dose, 20 
Minuten bei 38°C +/- 0.5°C]. Danach habe ich die Sachen ins Labor 
gegeben :-) Man muss seine Grenzen erkennen und respektieren.

von Harald K. (kirnbichler)


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Thomas W. schrieb:
> Vor allen Dingen solltest Du die Kirche im Dorf lassen

Insbesondere die Vorstellung, es wäre möglich, eine Temperatur in einem 
inhomogenen Medium präziser als auf ± 0.5 °C zu halten, ist mutig - daß 
diese Geräte, die ich verlinkt habe, irgendwas von 0.1 °C behaupten, ist 
die typische Augenwischerei.

Solange man keine Farbentwicklung macht, muss die Temperatur auch nicht 
so ultragenau eingehalten werden.

Es macht aber einen Unterschied, ob man mit 18 °C oder mit 23 °C 
entwickelt.

von Al. K. (alterknacker)


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Harald K. schrieb:
> Es macht aber einen Unterschied, ob man mit 18 °C oder mit 23 °C
> entwickelt.
Vor langer Zeit setzte man die Temp zur Bildgestaltung ein.
Weiche und Harte Entwicklung..

MfG

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Ich weiß auch nicht ob es nicht besser wäre einfach so wie bisher zu 
arbeiten. Wenn ich den Entwickler ansetze, füge ich die geforderte Menge 
Wasser dazu und verwende ein Wasserbad, um die Entwicklertemperatur 
genau einzuhalten.

Waschwasser Spülungswasser dann ungefähr um die Entwicklertemperatur 
herum und beim Fixer ähnlich. Nur nach dem Fixieren passe ich auf, dass 
die Waschtemperatur Spülung nicht zu sehr von vorher abweicht.

So machte ich es vor zwei Wochen und alles ging prima. Wenn man dieHähne 
vorsichtig einstellt dann geht es nach ein paar Minuten Flußzeit schon. 
Nur beim Entwickler passe ich besonders auf.

Gerhard

von Gerhard O. (gerhard_)


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Al. K. schrieb:
> Harald K. schrieb:
>> Es macht aber einen Unterschied, ob man mit 18 °C oder mit 23 °C
>> entwickelt.
> Vor langer Zeit setzte man die Temp zur Bildgestaltung ein.
> Weiche und Harte Entwicklung..
>
> MfG

Offiziell ratet zumindest Ilford davon ab. Die Belichtung muss 
bestmöglich stimmen und man entwickelt den Abzug in der vorgeschriebenen 
Zeit, bei mir ist es 2m. Bei normalen Bildern ist das der empfohlene 
Weg. Natürlich, wenn man spezielle Bildgestaltung nacht, hat man mehr 
Spielraum und kann die möglichen Variationen abseits vom Standardprozess 
ausnützen.

Momentan geht es mir hauptsächlich darum, meine Kameras, was Belichtung 
betrifft, kennenzulernen und ein streng kontrollierte Abzugsentwicklung, 
um die optimalen Bedingungen für mein "Laborarbeit" festzulegen. Danach 
gebe ich mir natürlich mehr "Narrenfreiheit";-)

Ich habe übrigens endlich meine alte zugelaufene Canon GL17 Kamera 
repariert. Wegen etwas ausgelaufenem Batterie Elektrolyt, zerfraß es die 
Spannungszuführung auf beiden Seiten des Zuführungsdrahts und musste 
gesäubert und ausgewechselt werden.

Zerfressene Drähte lassen sich nicht mehr löten. Die einzeln Adern 
überziehen sich mit irgendeiner Verbindung. Deshalb musste ich den 
Objekt/Verschlußteil ausbauen, um an die Batterieanschlußstelle dort 
hinzukommen. Es ist etwas umständlich, weil man teilweise den Lederbezug 
hochbiegen muß, um an die Abdeckungsbefestigungsschrauben heranzukommen. 
Die restlichen Arbeiten waren kein Problem.

Dann fügte ich noch eine Schottkydiode im negativen Zweig ein, um die 
SE44 Batteriespannung zu erniedrigen. Da keine Hg Knopfzellen mehr 
erhältlich sind, entschied ich mich wegen der guten Spannungskonstanz 
auf Silberoxyd Chemie umzusteigen (SR44) und mit einer BAT83 die 
überflüssige Spannung zu vernichten. Messungen ergaben gute Ergebnisse. 
Beim Batterietest verbleibt der Zeiger in der Mitte der gültigen 
Spannungszone.

Der Batterietest zieht 80uA und je nach Helligkeit geht der Messtrom bei 
F16 auf knapp 480uA hinauf. Ein Betrieb mit einem auf 1.35V 
Direktbetrieb zeigt in beiden Fällen gleich an, was beweist, daß der 
etwas unkonstante Spannungsabfall der Schottkydiode in tragbaren Grenzen 
bleibt. Bei abgekapseltem Objektiv ist der Stromverbrauch 1.6uA. Es gibt 
keinen Ausschalter. Deshalb ist es wichtig, das Objektiv bei 
Nichtgebrauch mit dem Schutzdeckel zu versehen oder die Zelle entfernen.

Das sind neuesten Nachrichten aus meinem Bereich.

Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard O. schrieb:
> Moin,
>
> Ich weiß auch nicht ob es nicht besser wäre einfach so wie bisher zu
> arbeiten. Wenn ich den Entwickler ansetze, füge ich die geforderte Menge
> Wasser dazu und verwende ein Wasserbad, um die Entwicklertemperatur
> genau einzuhalten.

Wie denn sonst? Mach Dir nicht zu viel Gedanken. Natuerlich wirst Du 
auch mal einen blanken oder schwarzen Film aus der Dose holen... 
(passiert den Besten, es ist schon wichtig, dass erst der Entwickler 
dann der Fixer in die Dose kommt).

> Waschwasser Spülungswasser dann ungefähr um die Entwicklertemperatur
> herum und beim Fixer ähnlich. Nur nach dem Fixieren passe ich auf, dass
> die Waschtemperatur Spülung nicht zu sehr von vorher abweicht.

Heutige Filme sind relativ gutmuetig. Das Waschwasser ist immer etwas 
kritisch: Alle Toepfe temperiert (ein Tag vorher ins Labor gepackt), 
sehr gut entwickelt, zum Waschen im 10 Minuten fliessendes Wasser, 
leider bei ca. 8°C direkt aus der Talsperre. Massives Runzelkorn (die 
Gelatine zerbricht durch den Temperaturwechsel, Bildchen bei 
https://de.wikipedia.org/wiki/Runzelkorn oder 
http://www.chrzahn.de/Fotoseiten/Tipps/Runzelkorn.html). There is always 
something new to learn.

> So machte ich es vor zwei Wochen und alles ging prima. Wenn man dieHähne
> vorsichtig einstellt dann geht es nach ein paar Minuten Flußzeit schon.
> Nur beim Entwickler passe ich besonders auf.

Ebend.

Weitermachen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thomas W. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Moin,
>>
>> Ich weiß auch nicht ob es nicht besser wäre einfach so wie bisher zu
>> arbeiten. Wenn ich den Entwickler ansetze, füge ich die geforderte Menge
>> Wasser dazu und verwende ein Wasserbad, um die Entwicklertemperatur
>> genau einzuhalten.
>
> Wie denn sonst? Mach Dir nicht zu viel Gedanken. Natuerlich wirst Du
> auch mal einen blanken oder schwarzen Film aus der Dose holen...
> (passiert den Besten, es ist schon wichtig, dass erst der Entwickler
> dann der Fixer in die Dose kommt).
Ich habe den Eindruck, daß meine früheren Bedenken hier mehr Gewicht 
bekommen haben als sie eigentlich verdienen. Ich passe da schon auf. 
Verwechslung ist mir noch nie passiert, aber da ist immer die 
Möglichkeit eines "First time".
>
>> Waschwasser Spülungswasser dann ungefähr um die Entwicklertemperatur
>> herum und beim Fixer ähnlich. Nur nach dem Fixieren passe ich auf, dass
>> die Waschtemperatur Spülung nicht zu sehr von vorher abweicht.
Naja. Meine Wassergarnitur am Waschbecken erlaubt an sich eine ziemlich 
feinfühlige Einstellung der Austritt Temperatur. Nur ist das Messen 
etwas umständlich. Ich habe vor ein billiges Digitalthermometer zu 
verwenden, mit dessen Sensor dann die Temperatur überwacht werden kann.

Apropro Spülen: Ilford meint in ihrem Filmdatenblatt, dass Wasserspülung 
nach der Entwicklung ausreichend wäre und ein eigentliches Stopbad nicht 
notwendig sei. Was meinst Du dazu. Bei der Filmentwicklung vor zwei 
Wochen folgte ich Ilfords Rat. Die Ergebnisse waren ausgezeichnet. Ich 
kann mich nicht mehr erinnern wie ich es in den 80ern nachte.

Normalerweise spüle ich den Film mit einem speziellen Paterson Schlauch, 
dessen Ende genau in die Einfüllöffnung des Filmtanks passt. Da müsste 
ich irgendwie den Sensor anbringen und dann aufpassen, daß die 
Fließ-Temperatur im Bereich, sagen wir, 15-25 Grad verbleibt. Damit wäre 
ich schon zufrieden, um die von Dir unten erwähnten Probleme zu 
vermeiden. Ich möchte vermeiden, es zu kompliziert zu gestalten.
>
> Heutige Filme sind relativ gutmuetig. Das Waschwasser ist immer etwas
> kritisch: Alle Toepfe temperiert (ein Tag vorher ins Labor gepackt),
> sehr gut entwickelt, zum Waschen im 10 Minuten fliessendes Wasser,
> leider bei ca. 8°C direkt aus der Talsperre. Massives Runzelkorn (die
> Gelatine zerbricht durch den Temperaturwechsel, Bildchen bei
> https://de.wikipedia.org/wiki/Runzelkorn oder
> http://www.chrzahn.de/Fotoseiten/Tipps/Runzelkorn.html). There is always
> something new to learn.
Ja. Früher als Junger hat es ja auch immer geklappt und da waren die 
"Laborumstände" sehr ähnlich.
>
>> So machte ich es vor zwei Wochen und alles ging prima. Wenn man dieHähne
>> vorsichtig einstellt dann geht es nach ein paar Minuten Flußzeit schon.
>> Nur beim Entwickler passe ich besonders auf.
>
> Ebend.
>
> Weitermachen.

Werd' ich.

Auch Schönes W.E.


Gerhard

P.S. Am Rande vermerkt, bei mir ist es gerade -27 Grad kalt. Brrr...

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stoppbad braucht man eigentlich nur, wenn es auf wenige Sekunden 
ankommt, da es den Entwicklungsvorgang durch die saure Umgebung sofort 
abbricht. Reines Wässern bringt noch eine leichte Nachentwicklung, aber 
spätestens mit dem Einzug des sauren Fixierbads ist dann Schluss.

Bei der Papier-Entwicklung hatte das Stoppbad noch den Vorteil, dass der 
recht stark basische Entwickler nicht gleich das saure Fixierbad 
umkippen lässt, solange man den pH-Wert des Stoppbads überwacht, dass es 
auch sauer bleibt.

Soweit meine jahrzehntealten Erinnerungen. ;-)

von Al. K. (alterknacker)


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Jörg W. schrieb:
> Soweit meine jahrzehntealten Erinnerungen. ;-)

Da hat sich in den Erinnerungen in den 70 Jahren nicht viel verändert.
An die gebogenen Thermometer für Entwicklerschalen erinnere ich mich 
genau.
Und ein gerades steckte in der Entwicklerdose und die Dose in einen 
großen Wasserbad, oder so ähnlich.

MfG

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Jörg W. schrieb:
> Stoppbad braucht man eigentlich nur, wenn es auf wenige Sekunden
> ankommt, da es den Entwicklungsvorgang durch die saure Umgebung sofort
> abbricht. Reines Wässern bringt noch eine leichte Nachentwicklung, aber
> spätestens mit dem Einzug des sauren Fixierbads ist dann Schluss.
>
> Bei der Papier-Entwicklung hatte das Stoppbad noch den Vorteil, dass der
> recht stark basische Entwickler nicht gleich das saure Fixierbad
> umkippen lässt, solange man den pH-Wert des Stoppbads überwacht, dass es
> auch sauer bleibt.
>
> Soweit meine jahrzehntealten Erinnerungen. ;-)

Hallo Jörg,

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen und Ilford Empfehlungen. Beim Film 
vor zwei Wochen mit FP4+ und Ilfosol3 war die 20C Entwicklungszeit 4:25m 
und da vergehen höchstens 10s zwischen ausleeren und spülen. Jedenfalls 
sahen die Negative sehr "gesund" aus. Nach dem Scan sah ich mir das 
Histogram an, welches eine sehr balancierte Belichtung und Entwicklung 
bestätigte. Das gedruckte Bild sah (in meinen Augen) recht gut aus. Ich 
bemerkte auch keine Sättigung in den Extrembereichen. Es scheint also 
ausreichend "genügend" zu sein.

Beitrag "Re: Analogfotografie heute?"


Gerhard

von Gerhard O. (gerhard_)


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Al. K. schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> Soweit meine jahrzehntealten Erinnerungen. ;-)
>
> Da hat sich in den Erinnerungen in den 70 Jahren nicht viel verändert.
> An die gebogenen Thermometer für Entwicklerschalen erinnere ich mich
> genau.
> Und ein gerades steckte in der Entwicklerdose und die Dose in einen
> großen Wasserbad, oder so ähnlich.
>
> MfG

Ich habe nur ein "gerades" Stabthermometer.

Ich habe den Eindruck, daß es auch bei Dir Erinnerungen an frühere 
Filmfotografie Aktivitäten gibt. Ich hätte mich schon damals als Schüler 
sehr dafür interessiert, leider war dafür absolut kein Geld da. 
Taschengeld war bei den damaligen Preisen einfach nicht ausreichend. 
Schon damals war ich von BW Fotografie begeistert. Aber es wurde nichts 
daraus. Abgesehen davon war ich derzeit mehr mit Elektronik und Funken 
infiziert.

Ich habe den Eindruck, daß viele von Euch in Eurer Jugendzeit der 
Fotografie verfielen;-)

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Falls es Euch ein paar Trivialitäten noch interessieren:

Hier sind noch ein paar Bilder von dem neuen Filterhalter. Da der 
Stutzen des Rotlichthalters wegen der Befestigungsmethode des 
Filterhalters nicht mehr zugänglich ist, montierte ich den drehbaren 
teil des Rotlichtsarm auf der Oberseite. Zusätzlich fügte ich eine 
Nylonschraube zur Arretierung des Halters hinzu. Eine Lackierung 
verpasste ich dem Halter auch noch. Mechanisch ist die ganze Anordnung 
jetzt ziemlich stabil und kann sich nicht mehr drehen.

Gerhard

von Al. K. (alterknacker)


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Gerhard O. schrieb:
> Ich habe den Eindruck, daß viele von Euch in Eurer Jugendzeit der
> Fotografie verfielen;-)

Es gibt noch wenige welche der Fotografie in der DDR vor 50-70 Jahren 
verfielen.
Wenn man die Preise der ersten Kamera sieht, "Pionier"=9,00M
PouvaStart 1=16M danach PouvaStart2, es sieht preislich wenig aus, 
danach Perfekta, danach,danach,danach
Ich habe mir als Schüler das abgespart indem ich in den Ferien 
Arbeitete.
Kopierrahmen und Vergrößerungsgerät bastelte ich mir selbst.
PouvaStart als objektiv.
der Lichtkörper eine Milchkanne.
Die Linse für 6 mal 9 hatte mir mein Opa spendiert als ich 12 Jahre alt 
war, hatte 13 M gekostet...

Ich habe heute noch Bilder welche mit diesen Teilen Vergrößert wurden.
werde ich mal suchen .

Na dann gut Nächtle
Habe aber heute abend auch die Trommeln traktiert

MfG
ein 81 Jähriger alter Knacker

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Al. K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Ich habe den Eindruck, daß viele von Euch in Eurer Jugendzeit der
>> Fotografie verfielen;-)
>
> Es gibt noch wenige welche der Fotografie in der DDR vor 50-70 Jahren
> verfielen.
> Wenn man die Preise der ersten Kamera sieht, "Pionier"=9,00M
> PouvaStart 1=16M danach PouvaStart2, es sieht preislich wenig aus,
> danach Perfekta, danach,danach,danach
Sagt mir leider nichts. Die Preise, waren aber bei Euch dann nicht hoch, 
relativ gesehen. Bei uns in Oe kosteten die Kameras in den 60ern 
deutlich mehr damals. 9-16M wäre für mich noch sparbar gewesen. Aber 
warscheinlich hätte es mit Mutter Krach gegeben, wenn ich da noch mit 
Chemiepanscherei angefangen hätte. Bei mir waren es halt Batterien, 
Komponenten und Transistoren, die das Taschengeld hergeben musste. Viele 
schöne Radios fanden bei mir den Ausschlacht Tod. Das tut mit heute noch 
weh. Aber es gong ja nicht anders.
> Ich habe mir als Schüler das abgespart indem ich in den Ferien
> Arbeitete.
> Kopierrahmen und Vergrößerungsgerät bastelte ich mir selbst.
> PouvaStart als objektiv.
> der Lichtkörper eine Milchkanne.
> Die Linse für 6 mal 9 hatte mir mein Opa spendiert als ich 12 Jahre alt
> war, hatte 13 M gekostet...
Echt toll, über solche Werdegänge zu hören. Mir ging es ähnlich mit 
Funkgeräte basteln in dem Alter. Wenn Du noch ein Bild von dem 
Vergrößerer besitzt, würde ich es gerne sehen.
>
> Ich habe heute noch Bilder welche mit diesen Teilen Vergrößert wurden.
> werde ich mal suchen .
Ja, bitte.
>
> Na dann gut Nächtle
> Habe aber heute abend auch die Trommeln traktiert
Auch die Ohren?;-)
>
> MfG
> ein 81 Jähriger alter Knacker

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Die Preise, waren aber bei Euch dann nicht hoch, relativ gesehen.

Naja, was der Alte Knacker da genannt hat, waren auch die wirklich 
allerbilligsten Kameras: 6x6, Fixfokus, feste Belichtungszeit, 
einfachstes Plastikobjketiv.

Richtige Kameras kosteten durchaus auch richtig Geld. Mein Onkel hatte 
mir eine Praktika zur Jugendweihe geschenkt, damit fing das bei mir dann 
an … er selbst machte auch schon länger S/W-Fotos selbst.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Jörg W. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Die Preise, waren aber bei Euch dann nicht hoch, relativ gesehen.
>
> Naja, was der Alte Knacker da genannt hat, waren auch die wirklich
> allerbilligsten Kameras: 6x6, Fixfokus, feste Belichtungszeit,
> einfachstes Plastikobjketiv.
Ähnlich wie die Kodak Brownies oder Agfa Box Kameras. Ein Bekannter von 
mir machte in der jüngsten Zeit ein paar Versuche mit geschenkten 
Kameras. Ja, man merkt die Linsenqualität. Aber für Familienfotos 
reichte es damals für Viele. Meine Mutter hatte auch eine Boxkamera.
>
> Richtige Kameras kosteten durchaus auch richtig Geld. Mein Onkel hatte
> mir eine Praktika zur Jugendweihe geschenkt, damit fing das bei mir dann
> an … er selbst machte auch schon länger S/W-Fotos selbst.
Leider war ich damals zu sehr in Elektronik und Funk verknallt. Musste 
erst bei Wiki nachsehen um zu lernen, um was es bei Jugendweihe geht. 
Das kannten wir in Ö nicht.

Waren bei Euch dann Foto Entwicklungs-Chemikalien und Gerätschaften 
leicht erhältlich?

Bin übrigens dabei eine zugelaufene Konica T3 zu überholen. Ist schon 
ein Abenteuer. Das Erneuern der Spiegel Lichtdichtungen und Dämpfung des 
Spiegels ist herausfordernd. Der Verschluss machte mir wegen verharztem 
Öl Schwierigkeiten.

Musste ihn auseinander nehmen, mit Weissbenzin reinigen und dann alle 
Lager vorsichtig wieder mit Spezial Schweizer synthetisches Öl versehen. 
Jetzt läuft er "wie geschmiert";-) Ich habe das Zeitverhalten gemessen 
und alles stimmt wieder.

Dieses Unterfangen ist eigentlich nur Übung, da ich meine erste T3 auch 
überholen muß. Auch die Lichtdichtungen der Filmseite müssen ersetzt 
werden, weil das Schaumstoffzeugs mittlerweile zerbröselt. Ist ein 
richtiges Winterprojekt.

Auch habe ich die obsolete Quecksilber Stromversorgung der Kamera auf 
Silber (SR44) umgestellt. Das lässt sich leicht mit zwei BAT83 erzielen. 
Die Kalibrierung stimmt damit immer noch.

Ich mag diese Mechaniktechnik solcher Kameras. Irgendwie kann man da 
auch dort eine Art mechanisches Logik-Design erkennen. Es ist schon 
interessant, wie kompliziert solche Instrumente sind.

Gerhard

von Rbx (rcx)


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Jörg W. schrieb:
> Richtige Kameras kosteten durchaus auch richtig Geld. Mein Onkel hatte
> mir eine Praktika zur Jugendweihe geschenkt, damit fing das bei mir dann
> an … er selbst machte auch schon länger S/W-Fotos selbst.

Ich hatte hinsichtlich "guter" Fotografie auch mit einer Praktika 
angefangen, die gab es bei uns an der Schule und die hatten keine so 
schlechten Objektive am Start.
In der Schule gab es darüberhinaus ein Fotolabor bzw. eine Dunkelkammer 
mit allen Chemikalien, die man brauchte.
Als Ersatz für die gefälligen Praktika hatte ich mir dann eine 
gebrauchte Minolta SR gekauft. Die Sigma-Objektive, die zur Minolta 
passten, waren nicht teuer, aber teilweise echt top.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Ich fand hier einen historischen Überblick über die DDR Kamera 
Werdegang. Ist recht interessant:

https://www.fotomagazin.de/test-technik/geschichte-test-technik/praktica-geschichte-einer-ddr-kameralegende/

Die Practica war doch eine tolle Kamera. Ich wäre damals mit so einer 
Kamera total Happy gewesen.

Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Al. K. (alterknacker)


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Gerhard O. schrieb:
> Auch die Ohren?;-)

Ist ein E-Drum mit Kopfhörern.

Beitrag "Nostalgie verbotenerweise"

Beitrag "Re: Nostalgie verbotenerweise"

Damals mit der Mini Kamera heimlich aufgenommen.
Film 27 Din Rodinal Entwickler, weniger Verdünnung und länger 
entwickelt.
In der Halle war es recht dunkel.

Beitrag "Re: Nostalgie verbotenerweise"
Das war auch die Zeit.
Vergrößert wurde aber mit einen gekauften Gerät.

Alte Bilder kann ich erst suchen wenn sich meine Exfrau aus dem 
Bilderkarton geeignete für sich rausgenommen hat.
Da gibt es wieder ein Mittagessen aus der Reihe.
Sie Wohnt ja gleich im Block Nebeneingang.

: Bearbeitet durch User
von Soul E. (soul_eye)


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Rbx schrieb:

> (...) keine so
> schlechten Objektive am Start.

Wer sich für ostzonale Optik interessiert: 
https://zeissikonveb.de/start/objektive/

Bis in die '70er waren die international gut dabei. Carl Zeiss Jena und 
Zeiss in Oberkochen haben noch relativ lange inoffiziell 
zusammengearbeitet.

von Harald K. (kirnbichler)


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Und dann gab es auch noch sowjetische Kameratechnik. Einerseits in Form 
von Leica-Nachahmungn (Zorki), andererseits in Form einer 
Hasselblad-Nachahmung (Kiev). Und natürlich auch als übler Schrott, der 
eine eigene Kunstform geprägt hat - die Lomographie.

Ich hab' 'ne Kiev 88 und auch ein paar Objektive dafür - man merkt die 
oft stark schwankende Fertigungsqualität. Bei den heutigen Filmpreisen 
ist der Film dafür eher zu schade, bis auf das 30mm-Fischauge, das recht 
passable Qualität liefert. Das nutze ich dann aber lieber an meiner 
Mamiya 645, die macht zwar kleinere Negative, ist aber deutlich präziser 
und nicht gar so irrsinnig schwer. Und deren Objektive sind ebenfalls 
deutlich besser. Die meisten davon sind auch gut genug, um an meiner 
spiegellosen (Nikon Z7II) verwendet zu werden.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Rbx schrieb:
> Die Sigma-Objektive, die zur Minolta
> passten, waren nicht teuer, aber teilweise echt top.

Kann ich bestätigen, ich hatte ein Sigma Zoom 80-200 mm zur Minolta 
XD-7.

Das lieferte ordentliche Bilder. Original-Minolta-Zoomobjektive waren 
fast unbezahlbar. Ich vermute, die Kameras wurden von den Herstellern 
etwas "subventioniert", damit man sich auf ein System festlegte. 
Verdient wurde dann an den Objektiven. Denn ein Standard-Objektiv mit 50 
mm-Brennweite alleine machte an einer Spiegelreflex-Kamera wenig Sinn, 
schöpfte ihre Möglichkeiten nicht aus. Anschaffungen von Weitwinkel-, 
Tele- und/oder Zoom-Objektiven folgten zwangsläufig.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Rainer Z. schrieb:
> Rbx schrieb:
>> Die Sigma-Objektive, die zur Minolta
>> passten, waren nicht teuer, aber teilweise echt top.
>
> Kann ich bestätigen, ich hatte ein Sigma Zoom 80-200 mm zur Minolta
> XD-7.
>
> Das lieferte ordentliche Bilder. Original-Minolta-Zoomobjektive waren
> fast unbezahlbar. Ich vermute, die Kameras wurden von den Herstellern
> etwas "subventioniert", damit man sich auf ein System festlegte.
> Verdient wurde dann an den Objektiven. Denn ein Standard-Objektiv mit 50
> mm-Brennweite alleine machte an einer Spiegelreflex-Kamera wenig Sinn,
> schöpfte ihre Möglichkeiten nicht aus. Anschaffungen von Weitwinkel-,
> Tele- und/oder Zoom-Objektiven folgten zwangsläufig.

Das habe ich auch bei der Konica T3 bemerkt.

Positiverweise konnte ich im lokalen Fotospezialgeschäft einige 
Objektive sehr günstig nachkaufen. Interessanterweise kostet ein 24mm 
Hexar immer noch $270. Die anderen Objektiven kosteten zwischen 30-70$. 
Ich habe mir noch ein 35mm bestellt.

Die Bildabbildung der Konica fand ich immer sehr gut.

Man kann angeblich passende alte Objektive auch mit gewissen DSLRs 
einsetzen. Das machen scheinbar viele Leute.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Al. K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Auch die Ohren?;-)
>
> Ist ein E-Drum mit Kopfhörern.
Dann ist es nicht so schlimm für "Zwangszuhörer";-)
>
> Beitrag "Nostalgie verbotenerweise"
>
> Beitrag "Re: Nostalgie verbotenerweise"
>
> Damals mit der Mini Kamera heimlich aufgenommen.
Was war das den für eine?
> Film 27 Din Rodinal Entwickler, weniger Verdünnung und länger
> entwickelt.
> In der Halle war es recht dunkel.
"Industrielle Spionage";-)
>
> Beitrag "Re: Nostalgie verbotenerweise"
> Das war auch die Zeit.
> Vergrößert wurde aber mit einen gekauften Gerät.
Was gab es da bei Euch zu kaufen? Mir scheint Meopta war ziemlich 
verbreitet - auch hier, ich habe ja einen.
>
> Alte Bilder kann ich erst suchen wenn sich meine Exfrau aus dem
> Bilderkarton geeignete für sich rausgenommen hat.
Das würde mich sehr interessieren.
> Da gibt es wieder ein Mittagessen aus der Reihe.
> Sie Wohnt ja gleich im Block Nebeneingang.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Gerhard O. schrieb:
> Ähnlich wie die Kodak Brownies oder Agfa Box Kameras.

Mein erster Fotoapparat war eine Agfa Iso Rapid I, Fix-Focus, feste 
Blende und zwei Belichtungszeiten. Die nutzt 35mm-Film, der aber in 
einer eigenen Kasette ohne drehbare Spule steckt und nicht eingefädelt 
werden muß. Bildformat ist 24x24mm.

Hat sich leider nicht am Markt etabliert und wurde durch die 
Kodak-Kasette überrollt, mit deren dämlichem 28mm-Filmformat.

Später habe ich dem Vater die Taron Eyemax entzogen, mit 
Seleen-Belichtungsmesser und Schnittbildentfernungsmesser. Mit 1:1,8 war 
das ein erheblicher Fortschritt.

Richtig gut wurde es dann mit der Canon EF. Und die war eine Basis, viel 
Geld ausgeben zu können!

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Die Practica war doch eine tolle Kamera.

Ja, als Schüler hätte ich mir die nicht leisten können.  Getoppt wurde 
das dann nur durch Mittelformat, aber das war fürs Hobby so gut wie 
unbezahlbar, sowohl Kamera als auch Dunkelkammer-Ausrüstung.

Fotochemikalien gab es zumindest in den Bezirksstädten (die DDR war in 
15 Bezirke eingeteilt) problemlos.  Das Hobby hatte einige Verbreitung 
zu der Zeit, ich denke, dass es auch in kleineren Städten Drogerien 
gegeben haben wird, die sowas im Programm hatten.  Reine Chemikalien 
(also „Zutaten“) habe ich teilweise auch in der Tschechoslowakei gekauft 
damals (die Grenze ist hier nur 50 km entfernt).

Fotopapier war durchaus auch nicht ganz billig, aber konnte man sich als 
Schüler schon noch vom Taschengeld leisten.

Als Vergrößerungsgerät hatte ich nur ein billiges polnisches, nicht so 
ein schönes Meopta wie du. ;)  Vorteil war allerdings, dass das Objektiv 
ein M42x1-Gewinde hatte, sodass man auch die Kamera-Objektive einsetzen 
konnte. Habe ich teilweise genutzt, wenn ich mal besondere Anforderungen 
hatte, beispielsweise Vergrößerungen auf Fotoleinwand zu machen (dicke 
Leinwand mit Foto-Emulsion, davon sollte sogar noch was da sein im 
Keller).

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

in der Zwischenzeit machte ich einige Experimente mit 
LED-Beleuchtungsmitteln, um vom "Glühobst" mit seiner unvermeidlichen 
Hitzentwicklung in schlecht belüftbaren Umgebungen wegzukommen. 
Thermisch sind viele Vergrösserungsapparate bekanntlich schlecht in der 
Lage die entwickelte Hitze gut abzuführen und gleichzeitig ausreichend 
lichtdicht zu bleiben. Zumindest werden die Abdeckungen bei längerer 
Einschaltdauer sehr heiss.

Es gibt bei uns 15W LED Lampen mit 5000K und 1680Lm. Bei näherer 
Untersuchung stellte ich heraus, daß die leuchtende Lichthülle streng 
sphärisch ausgeführt ist und für diese Anwendung gut geeignet sein 
könnte.

Ein erster Test war überzeugend. Mit einem Luxmeter gemessen, ist die 
Beleuchtungshomogenität bei Mittelformat auch bei weiter Blendenöffnung 
nur 5% vom Ideal abweichend. Bei Blendenwerten von F8 oder F11 ist es 
nahezu perfekt. Die Beleuchtungsqualität ist besser. Die Glühobstversion 
brachte es bei F4 nur auf 30% Lichthomogenität. Da sind 5% bei der LED 
Version schon eine beträchtliche Verbesserung.

Bald werde ich mit Abzügen anfangen. Auf jeden Fall scheinen die 
modernen LED Beleuchtungsmittel mit kugelförmigem Lichtverteiler für den 
gedachten Zweck sehr gut geeignet zu sein.

Inwieweit die unterschiedliche Lichtwert Temperatur Einfluß auf 
Multi-Contrast Abzugpapier haben wird, muß ich erst feststellen. Die 
Original Lampe soll nach Osram Datenblatt 3200K haben. Meine LED Lampe 
hat 5000K und dieser Sachverhalt könnte potenziell ins Gewicht fallen. 
Vermutlich ist es aber kein Problem. Ich werde berichten.

Ich habe mir übrigens von der Bucht einen Durst M606 hereingezogen. Da 
wird die LED Umrüstung wegen der 90 Grad Lichtumführung mit Spiegelung 
schwieriger durchzuführen sein. Aber es ist mit etwas Imagination 
machbar. Sobald das Teil eintrifft, werde ich mich diesbezüglich damit 
befassen.

Der Durst M606 ist im Vergleich zum Meopta Optimatus Modell flexibler, 
was Objektiv Freiheit betrifft und lässt sich schnell zwischen 50mm und 
75mm Brennweite umrüsten. 50mm Objektive lassen sich beim Meopta 
enttäuschenderweise leider aus mechanischen Gründen nicht umrüsten, weil 
der sich der Balg zur richtigen Scharfeinstellung nicht hoch genug 
zusammenpressen lässt und die Objektivplattform oben anstößt.

Gruß,
Gerhard

von Manfred P. (pruckelfred)


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Gerhard O. schrieb:
> Inwieweit die unterschiedliche Lichtwert Temperatur Einfluß auf
> Multi-Contrast Abzugpapier haben wird, muß ich erst feststellen. Die
> Original Lampe soll nach Osram Datenblatt 3200K haben. Meine LED Lampe
> hat 5000K und dieser Sachverhalt könnte potenziell ins Gewicht fallen.

Ich denke, dass die Farbtemperatur (Deine Lichtwert Temperatur) nur 
begrenzt aussagefähig ist. Wichtig dürfte sein, wie die spektrale 
Verteilung des 'weißen' LED-Lichtes ist. Mal kurz G* bemüht, finde ich 
ein Datenblatt, laut dem Blau relevant sein wird.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Manfred P. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Inwieweit die unterschiedliche Lichtwert Temperatur Einfluß auf
>> Multi-Contrast Abzugpapier haben wird, muß ich erst feststellen. Die
>> Original Lampe soll nach Osram Datenblatt 3200K haben. Meine LED Lampe
>> hat 5000K und dieser Sachverhalt könnte potenziell ins Gewicht fallen.
>
> Ich denke, dass die Farbtemperatur (Deine Lichtwert Temperatur) nur
> begrenzt aussagefähig ist. Wichtig dürfte sein, wie die spektrale
> Verteilung des 'weißen' LED-Lichtes ist. Mal kurz G* bemüht, finde ich
> ein Datenblatt, laut dem Blau relevant sein wird.

Hallo Manfred,

Dankeschön für das interessante Agfa Datenblatt. Ich lade übrigens 
gerade ein anderes Grosses (106MB!) herunter, der Download ist aber aus 
bestimmten Ursachen eher recht langsam;-)

Ja, das müsste ich erst testen. Ich werde Vergleiche mit 3200K und 5000K 
Farbtemperatur anstellen. Es gäbe auch noch Ähnliche mit 4000K, sind 
aber schwieriger auffindbar. Der CRA Wert der 5000er is übrigens 93. die 
Originallampe ist deutlich etwas gelber. Ich hoffe die zugehörigen 
Kontrastfilter filtern was gebraucht wird und dass nur die 
Belichtungsdauer dann massgebend ist. Hier kann nur der Versuch Klarheit 
schaffen.

Übrigens haben wir schon eine Zeitlang richtiges Hitzewetter - Die 
augenblicklichen Temperaturen sind 15-20 Grad höher wie sie sein 
sollten. Es soll noch eine Woche so bleiben. Dann wird der Polarvortex 
uns im Februar in einer Woche mit einer grimmigen Kälte bescheren - wäre 
nicht das erste Mal. Von Euch hört man übrigens herzlich wenig in den 
Nachrichten. Da ist es für uns fast umgekehrt. In Davis gab es ja 
Einiges zu hören.

Gerhard

von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard, -

google bitte mal "Selbstbau Multigrade farbkopf": Das Multigrade-Papier 
ist bei Gruen und bei Blau empfindlich (wie auf Seite 5 des Datenblattes 
fuer das MCC-Papier beschrieben).

Der Trick waere also, gruenes und blaues Licht im passenden Verhaeltnis 
zu mischen (oder, Gluehlampenlicht mit Purpur-Filter macht hartes 
Papier, mit gelben Filter [Du hast ja die Multigrade-Filter als 
Beispiele in Deine DuKa griffbereit] bekommst Du weiches Papier).

Diese Versuche mit selbst-gebauten Farbkoepfen sind leider Geschichte, 
es sind genuegend Farbkoepfe auf Ebay et al. fuer Wenig Geld verfuegbar 
(Du muss kalibrieren, die Empfindlichkeit des Papier ist 
Farbempfindlich. Kannst Du Licht-Intensitaeten vernuenftig bestimmen 
(also dI/d lambda)?). Der Aufwand ist wirklich nicht wert. Ich hatte mal 
"weisse" LEDs ins Spektrometer gepackt (einfaches Gitterspektrometer), 
es sieht zwar weiss aus, ist aber eine Mischung aus sehr diskreten 
Linien.

Wenn Du mit Deinen Glueh-Obst (und Multigrade-Filtern) vernuenftig 
Ergebnisse bekommen hast (Dein Negativ sah ja nicht so schlecht aus) 
kannst Du Dich an Split-Grade-Printing versuchen 
(https://www.ilfordphoto.com/split-grade-printing/): Mit relativ wenig 
Aufwand kannst Du den Kontrast und tonalen Eindruck des Prints deutlich 
verbessern (ich schicke Dir noch einen Auszug von Way beyond Monochrome, 
dieses Split-Grade-Printing war zwar etwas auswaendiger als Standard, 
aber die Ergebnisse sind es wert.).

Gruesse

Th.

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> in der Zwischenzeit machte ich einige Experimente mit
> LED-Beleuchtungsmitteln, um vom "Glühobst" mit seiner unvermeidlichen
> Hitzentwicklung in schlecht belüftbaren Umgebungen wegzukommen.

Oh, da war ich auch mal kurz davor, vor einigen Jahren. Da hatte ich 
vor, mich mit "splitgrade"-Entwicklung zu beschäftigen, und hatte die 
Idee verfolgt, eine Lichtquelle mit zwei verschiedenen LED-Wellenlängen 
zu konstruieren ...

Dann ist bei mir aber etliches dazwischengekommen und danach ruhte die 
Dunkelkammertätigkeit.

Das Stichwort aber brachte mich dazu, ganz kurz zu recherchieren, und 
siehe da:
https://www.fotoimpex.de/shop/fotolabor/heiland-electronic-led-kaltlichtquelle-fuer-durst-m805-mit-diffusorkopf.html

Das könnte auch ein Selbstbauprojekt werden. Eine ausreichend große 
Anzahl von RGB-LEDs (da sollten die üblichen WS2812-Varianten im kleinen 
Gehäuse reichen) im Raster flächig auf einer Platine angeordnet, 'ne 
weiße Plexiglasplatte passender Opazität als Diffusor davor, und das 
dann in den Vergrößererkopf anstelle des Leuchtobstes einsetzen.

Auf einen Kondensor müsste man dabei dann auch verzichten können (und 
auf den schwenkbaren Rotfilter vorm Objektiv auch ...)

von Thomas W. (datenreisender)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> in der Zwischenzeit machte ich einige Experimente mit
>> LED-Beleuchtungsmitteln, um vom "Glühobst" mit seiner unvermeidlichen
>> Hitzentwicklung in schlecht belüftbaren Umgebungen wegzukommen.
>
> Oh, da war ich auch mal kurz davor, vor einigen Jahren. Da hatte ich
> vor, mich mit "splitgrade"-Entwicklung zu beschäftigen, und hatte die
> Idee verfolgt, eine Lichtquelle mit zwei verschiedenen LED-Wellenlängen
> zu konstruieren ...

Hatte ich gemacht: Fuer wenig Geld einen Farbkopf auf Ebay gekauft, und 
das Splitgrade ging sehr gut. Der Aufwand ist signifikant, die 
Ergebnisse aber sehr gut. Was tut man nicht alles fuers Hobby.

Die Selbstbauanleitungen waren damals mit gruen und blauen LEDs. Mit 
RGBs waere der Aufwand noch geringer. Aber erstmal braucht man erstmal 
gute Negative so dass sich der Aufwand auch lohnt.

Gruesse

Th.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Harald K. schrieb:
> Das könnte auch ein Selbstbauprojekt werden. Eine ausreichend große
> Anzahl von RGB-LEDs

Ich habe das Agfa-Datenblatt nur grob überflogen und dort "Gelbfilter" 
gelesen. Gelb ist das Gegenteil von Blau, was einen erheblichen Anteil 
an weißem LED-Licht hat. Andersherum geraten, könnten also steuerbare 
blaue LEDs das gewünschte Ergebnis erheblich beeinflussen.

von Thomas W. (datenreisender)


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Harald K. schrieb:
> Das Stichwort aber brachte mich dazu, ganz kurz zu recherchieren, und
> siehe da:
> 
https://www.fotoimpex.de/shop/fotolabor/heiland-electronic-led-kaltlichtquelle-fuer-durst-m805-mit-diffusorkopf.html
>
> Das könnte auch ein Selbstbauprojekt werden. Eine ausreichend große
> Anzahl von RGB-LEDs (da sollten die üblichen WS2812-Varianten im kleinen
> Gehäuse reichen) im Raster flächig auf einer Platine angeordnet,

Du musst nur gucken, ob das blau und gruen genug getrennt ist. Wenn man 
die Selbstbauversuche in 2015-Zeit anguckt, kam man nur bis Gradation 4, 
weil doch noch etwas gruen bei den "blauen" LEDs mitleuchtete.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Thomas W. schrieb:
> weil doch noch etwas gruen bei den "blauen" LEDs mitleuchtete.

Das klingt merkwürdig, auch 2014 konnte man blaue LEDs herstellen.

Die in WS2812B verbauten LEDs sind mit 522-525 nm bzw. 465-467 nm 
spezifiziert, das liegt recht weit auseinander.

(Steht im Datenblatt: 
https://cdn-shop.adafruit.com/datasheets/WS2812B.pdf)

von Thomas W. (datenreisender)


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Harald K. schrieb:
> Thomas W. schrieb:
>> weil doch noch etwas gruen bei den "blauen" LEDs mitleuchtete.
>
> Das klingt merkwürdig, auch 2014 konnte man blaue LEDs herstellen.
>
> Die in WS2812B verbauten LEDs sind mit 522-525 nm bzw. 465-467 nm
> spezifiziert, das liegt recht weit auseinander.
>
> (Steht im Datenblatt:
> https://cdn-shop.adafruit.com/datasheets/WS2812B.pdf)

Ich lese gerade (mal wieder, als Refresher) Lambrecht, Woodhoose, Way 
beyond Monochrome. Sie berichten dass Farbkoepfe nicht so richtig 
ausreichend sind fuer Gradation 5 und lieber Halogenlampe und Filter 
Grad 0 und 5 benutzen. Sie haben auch Messdaten veroeffentlicht fuer die 
Papiere die es vor 20 Jahren gab.

Fuer mich war das gut genug fuer mich, die Prozessstabilitaet war in 
meinem Badezimmer auch nicht so prall. Aber die Ergebnisse haben mir 
gereicht.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Versuche mit grünen und blauen LEDs als Ersatz für MC Filter möchte ich 
eigentlich nicht machen. Ich wollte lediglich vom Glühobst wegkommen.
Recherchen im Internet scheinen ja vorläufig dahingehend zu bestätigen, 
daß 5000K LED Leuchtmittel mit VC Papier gut funktionieren. Daher bin 
ich schon geneigt vergleichende Tests zwischen Glühbirn-Beleuchtung und 
LED-Beleuchtung zu machen. Sonst bleibe ich halt bei der Glühbirnen 
Beleuchtung. Der CRI Wert ist ha nicht schlecht, was für die Belichtung 
möglicherweise doch Einfluß hat. Ein guter CRI bedeutet dann weniger 
Farbeinbrüche im Spektrum. Ich fürchte, nur Versuch macht hier klug.

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Versuche mit grünen und blauen LEDs als Ersatz für MC Filter möchte ich
> eigentlich nicht machen. Ich wollte lediglich vom Glühobst wegkommen.

Als weiß empfundene LEDs haben im Gegensatz zum Glühobst kein wirklich 
kontinuierliches Spektrum. Die Kombination LED-Lichtquelle und 
Farbfilter wird möglicherweise ganz neue, interessante Problemfelder 
eröffnen.

Für die Raumbeleuchtung sind LEDs mittlerweile ein hervorragender 
Ersatz, aber für Lichtquellen, die man gezielt mit Filtern verwenden 
möchte, halte ich die für deutlich weniger geeignet, und ich halte auch 
den CRI hier nicht für eine wirklich belastbare Grundlage.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Versuche mit grünen und blauen LEDs als Ersatz für MC Filter möchte ich
>> eigentlich nicht machen. Ich wollte lediglich vom Glühobst wegkommen.
>
> Als weiß empfundene LEDs haben im Gegensatz zum Glühobst kein wirklich
> kontinuierliches Spektrum. Die Kombination LED-Lichtquelle und
> Farbfilter wird möglicherweise ganz neue, interessante Problemfelder
> eröffnen.
>
> Für die Raumbeleuchtung sind LEDs mittlerweile ein hervorragender
> Ersatz, aber für Lichtquellen, die man gezielt mit Filtern verwenden
> möchte, halte ich die für deutlich weniger geeignet, und ich halte auch
> den CRI hier nicht für eine wirklich belastbare Grundlage.

Ich möchte es nicht zu weit treiben. Angeblich soll es mit 5000K Full 
Spectrum Lampen brauchbar funktionieren. Ich werde es also testen und 
mit der Originallampe vergleichen. Sollten die Ergebnisse einigermassen 
übereinstimmen und der Kontrastbereich ähnlich bleiben, dann stelle ich 
permanent auf LED Beleuchtung um. Andernfalls bleibt es beim Alten. Der 
Blauanteil der LED Beleuchter ist ja nicht unbedingt ein Fehler. Nur 
wenn das Verhältnis zwischen Blau und Grün schlecht ist, könnte es 
möglicherweise Schwierigkeiten geben, die das Filter nicht mehr 
beherrscht. Man wird also sehen und Testen  müssen. Sonst bleibe ich 
halt beim Glühobst. Ich habe genug Ersatz Speziallampen solange ich 
damit noch befassen werde. Abgesehen davon sind die Wellenlängenbereiche 
der Emulsion doch ziemlich breitbandig. Es wäre halt wünschenswert 
gewesen, von der vermaledeiten Hitzeentwicklung beim längeren Einstellen 
wegzukommen. Über allem muss ich mich erinnern, nicht vom eigentlichen 
Ziel, dem Fotografieren, abzukommen.

Gruß,
Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Über allem muss ich mich erinnern, nicht vom eigentlichen
> Ziel, dem Fotografieren, abzukommen.

Das hast Du sehr, sehr schön auf den Punkt gebracht.

Passt unter nahezu jede Diskussion zum Thema Photographie.

Wenn Landschaft Dein Ding ist, hast Du es ja nicht allzuweit ...

Lebst Du direkt in Edmonton, oder nur in der Nähe davon?

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harald K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Über allem muss ich mich erinnern, nicht vom eigentlichen
>> Ziel, dem Fotografieren, abzukommen.
>
> Das hast Du sehr, sehr schön auf den Punkt gebracht.
>
> Passt unter nahezu jede Diskussion zum Thema Photographie.
>
> Wenn Landschaft Dein Ding ist, hast Du es ja nicht allzuweit ...
>
> Lebst Du direkt in Edmonton, oder nur in der Nähe davon?

Ich wohne etwa 3km vom Stadtzentrum entfernt. Mich interessiert 
Landschaft, alte Architektur, Brücken, alte Kirchen, Stadt- und 
Bahninfrastruktur. Auch Makro-Nahaufnahmen von natürlichen Objekten 
faszinieren mich. Prinzipiell mag ich auch die Strassenfotografie - nur 
ist das leider hier aus sozial-technischen Gründen etwas problematisch. 
Wir haben leider auch wie in vielen anderen Großstädten das Problem mit 
Heimatlosen und Drogensüchtigen. Dazu gesellt sich die Frage, inwieweit 
man als Fotograf das Recht hat, dieses Mileu zu dokumentieren und die 
Würde jener als Foto Objekt. Da fühle ich mich eigentlich sehr 
unbehaglich.

Momentan finde ich interessante Baum Strukturen im Winter mit Schnee von 
Interesse. Der Schnee, seitlich von der Sonne beleuchtet, ist oft sehr 
nuanciert und zeigt oft faszinierende Schatten Linien.

Unser River Valley ist fotografisch definitiv von Interesse und eröffnet 
viele Möglichkeiten. Auch auf dem Land findet man Vieles. Man muß halt 
mit dem Gehirn als Auge sehen.

Die Arbeit von Sergeo Larráin aus Chile begeistert mich übrigens sehr.

Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Falls ihr Euch wundert was es mit dem River Valley auf sich hat, gibt es 
in dem Video eine kleine Einführung:

https://www.youtube.com/watch?v=NYK_QUg_AE8

https://www.youtube.com/watch?v=fU7HBOi-7uQ


Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Wenn es Euch interessiert:

Heute stellte ich mir eine 23.5 mm x 0.5mm Objektiv 
Befestigungsringmutter her. Es ist nur ein erstes Experiment mit PVC als 
Grundstock. Ich wollte vorerst nur erfahren wie leichtgängig sich das 
Gewinde am Objektiv bewegen lässt. Später mache ich wahrscheinlich noch 
einige aus Messing.

Ich bohrte mir auf der Drehbank aus einem gerade vorhandenem kurzem 
Stück PVC Rohr ein 23mm Loch für die Aufnahme des 
Fein-Gewindeschneiders. Danach drehte ich einen Ring ab, versah ihn mit 
zwei schmalen Schnitten für das Befestigungswerkzeug das ich später auch 
noch herstellen möchte.

Diese Ringmutter lässt sich leicht, aber trotzdem ohne Spiel, mit dem 
Objektgewinde aufsetzen. An sich dürfte die PVC Mutter dauerhaft genug 
sein, da es ja keiner großen Belastung ausgesetzt ist.


Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Ich fertigte mir inzwischen zusätzliche M23.5x0.5 Objektiv Ringmuttern 
an. Zusätzlich, auch einen einfachen Stiftschlüssel mit Messing Backen 
die seitlich in Schlitzen in der ABS Hülse mit JBWeld geklebt, 
eingelassen sind. Da man beim Anziehen von Objektiv Befestigungen immer 
mit Gefühl vorgeht, braucht man keine großen Drehmomente zu befürchten - 
Deshalb auch kein Hebel. Der Durchmesser ist groß genug, um mit den 
Fingern den nötigen Drehmoment zu erzielen.

Warum nicht aus Metall anfertigen? Ich bin der Meinung, daß 
Plastikmaterial beim Arbeiten mit delikaten Objektiv Mechanismen etwas 
sicherer im Umgang ist, weil man beim eventuellen Abrutschen keine 
harten Stähle mit der Linse berühren kann. Bei einstellbaren Schlüsseln 
offener Konstruktion ist die Gefahr eines Abrutschen doch akuter und 
wesentlich gefährlicher für empfindliche Teile wie die Glasoberflächen 
der Linsen.


Gerhard

: Bearbeitet durch User
von StefanK (stefanka)


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Schön, dass es hier so viele Fotobegeisterte gibt. Ich lade gelegentlich 
auch gern mal eine Analoge mit einer Filmpatrone :-)

Die Frage war ja "Bereiche, in denen analoge den digitalen überlegen 
sind". Da sehe ich für mich eher die ausgefallenen Sachen wie 
Ultralangzeitbelichtungen, Lochkamera, Solargraphie oder unvorhersehbare 
Effekte wie Lomographie. Das Unperfekte und Unerwartete eben, das sich 
so nicht digital erzeugen läßt (es sei dennmit KI, die das aber 
letztlich auch nur von Analogbildern gelernt hat). Die bewusstere Art zu 
fotografieren. Ich schraube mir auch gern mal Uraltglas auf die DSLR und 
reize die Schwächen gezielt aus.

: Bearbeitet durch User
von Thomas W. (datenreisender)


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StefanK schrieb:
> Ich schraube mir auch gern mal Uraltglas auf die DSLR und
> reize die Schwächen gezielt aus.

Aus verschiedenen Aufloesungen ("Ich bin jetzt Digital") habe ich 
relativ viel hochwertiges Glas. Z.B. S-M-C/Super Macro-Takumar 50mm F4 
dass sich sehr gut mit einem Adapterring an eine Canon-Digital 
anschliessen laesst. OK, die Linse ist ungefaehr so alt wie ich, 
zeichnet sehr scharf, guter Kontrast. Automatiken gibt es natuerlich 
keine. Aber das Ergebnis ist nicht so schlecht.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thomas W. schrieb:
> StefanK schrieb:
>> Ich schraube mir auch gern mal Uraltglas auf die DSLR und
>> reize die Schwächen gezielt aus.
>
> Aus verschiedenen Aufloesungen ("Ich bin jetzt Digital") habe ich
> relativ viel hochwertiges Glas. Z.B. S-M-C/Super Macro-Takumar 50mm F4
> dass sich sehr gut mit einem Adapterring an eine Canon-Digital
> anschliessen laesst. OK, die Linse ist ungefaehr so alt wie ich,
> zeichnet sehr scharf, guter Kontrast. Automatiken gibt es natuerlich
> keine. Aber das Ergebnis ist nicht so schlecht.

Eine alte Festplatte macht tatsächlich ein ausgiebiges Motiv. Hat einen 
dramatischen Flair.

von Gerhard O. (gerhard_)


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StefanK schrieb:
> Schön, dass es hier so viele Fotobegeisterte gibt. Ich lade
> gelegentlich
> auch gern mal eine Analoge mit einer Filmpatrone :-)
>
> Die Frage war ja "Bereiche, in denen analoge den digitalen überlegen
> sind". Da sehe ich für mich eher die ausgefallenen Sachen wie
> Ultralangzeitbelichtungen, Lochkamera, Solargraphie oder unvorhersehbare
> Effekte wie Lomographie. Das Unperfekte und Unerwartete eben, das sich
> so nicht digital erzeugen läßt (es sei dennmit KI, die das aber
> letztlich auch nur von Analogbildern gelernt hat). Die bewusstere Art zu
> fotografieren. Ich schraube mir auch gern mal Uraltglas auf die DSLR und
> reize die Schwächen gezielt aus.

Ich sage es mal so, Analog und Digitale Fotografie hat das Potenzial 
sich einander zu ergänzen. Bezüglich "HiFi" Bildabbildung leistet 
Digital mittlerweile Beeindruckendes. Wenn es um reine Kamera 
Einstellungen geht, die auch die versatileren DSLRs erlauben, kann man 
mit Digital eigentlich sehr ähnlich aussehende Abbildungen produzieren.

Der Unterschied zu Digitaler Aufzeichnung ist dann  das 
"Unberechenbare", die etlichen Prozess Variablen, der die Aufzeichnung 
und Abbildung in der Dunkelkammer ein Individuum macht. Natürlich geht 
das in ähnlicher Weise auch bei Digital mit PC-Nachbearbeitung. 
Prinzipiell sind da wenig philosophische Unterschiede.

Vielleicht liegt es gerade an den Eigenschaften des Films, wie z.B. das 
Korn und die Möglichkeiten die Dynamik des Films voll ausschöpfen zu 
können und die künstlerische Vergrößerer Nacharbeit. Vielleicht liegt 
die Frage da, wenn man sich fragt, ob perfekte Digitale Bildabbildung 
dann einfach zu getreu funktioniert. Irgendwie könnte man argumentieren, 
daß dem digital produziertem Bild in sehr subtiler Weise der nur schwer 
beschreibbare "Charme" fehlt. Aber das ist eher ein Minenfeld der 
Gemüter, welches ich lieber vermeiden will.

Daher bin ich der Ansicht, daß "Schwanz" Vergleiche zwischen den beiden 
Arten der Fotografie wenig Sinn haben und gleichberechtigt künstlerisch 
oder nutzbringend eingesetzt werden können. Ich bin mir sicher, daß auch 
ein Ansel Adams und alle Anderen Größen der bekannten historischen 
Fotografie Digital verwendet hätten, wenn es sie schon damals mit der 
heutig erzielbaren Leistung gegeben hätte - davon bin ich überzeugt.

Gerade weil sie Experten waren, die die Welt so sahen, hätten sie kaum 
die Möglichkeiten die eine neue Technik bietet, ignoriert. In den 
letzten 20 Jahren hat sich auf dem digitalen Gebiet sehr viel getan. 
Trotzdem, Perfektion gibt es nicht, auch bei Digital. Deshalb gilt es, 
wie bei jedem Menschenwerk, die Gedanken des "Bildnehmers" zu ergründen 
die zu dem Bild führten. Das ist nicht viel anders wie in der 
Kunstgalerie. Als Betrachter wird einem diese Arbeit zum Glück nicht 
abgenommen und erfordert auch seine Beteiligung und gedanklichen 
Einsatz.

Warum bin ich momentan an Filmfotografie interessiert? Zum Teil am 
nostalgischen Aspekt, weil ich immer noch alles wie Kameras und Duka 
Ausrüstung dazu habe, um mich auf diesen reizvollen Gebiet zu betätigen. 
Gerade der "Look" des Filmprozesses, die Artefakte, geben so einer 
Abbildung den Look, den historischen Hintergrund. Monochrome Fotografie 
erzieht den Inhalt mit geistigen Augen durch Schatten, Licht, und Form 
zu sehen, während Farbe eben eher zur naturgetreuen Wiedergabe des 
Vorhandenen neigt, wenn man von digitaler Kunstfotografie mal absieht. 
Der Könner wird meist das Erreichen können, was ihm vorschwebt.

So gesehen ist genug Platz und Spielraum auf diesem Gebiet, und die 
Erkenntnis, daß Vorurteile müssig sind.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Die Frage war ja "Bereiche, in denen analoge den digitalen überlegen
> sind".

Da gibt es IMHO nur eine einzige Sache. Ausbelichten von SW auf 
Barytpapier um Bilder zu schaffen die deine Urenkel noch an der Wand 
haengen koennen weil sie so haltbar sind. In allen anderen Sachen ist 
digital mittlerweile ueberlegen. Analog macht man nur noch weil man mit 
coolen alten Kameras hantieren moechte oder aus Nostalgiegruenden.

Vanye

von Vanye R. (vanye_rijan)


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BTW: Wenn ich euer Augenmerk mal auf etwas sinnvolles fuer 
Analogfotografie richten darf:

Kauft euch eine Seagull 6x6. Das ist ein chinesischer Nachbau einer 
Rolleiflex 6x6. Den Nachbau gibt es gebraucht so fuer 50-70Euro, ich hab 
mal 50DM gezahlt. Die Originale sind natuerlich deutlich teurer.

Warum? Dadurch das man von oben nach unten in den Lichtschacht schaut 
fuehlen sie Menschen nicht von der Kamera beobachtet. Auch wenn das 
natuerlich eine Illusion ist, aber das aendert das Verhaeltnis zwischen 
Fotograf und Modell erheblich. Ihr werdet auf der Strasse auch als 
Interessant/Anders im freundlichen Sinne wahrgenommen.
Das viereckige Bildformat passt gut zum Zeitgeist. Es wundert mich das 
die Jugend das noch nicht fuer sich entdeckt hat weil dort das 
Hochformat stark an Bedeutung gewonnen hat. Sobald das passiert werden 
vermutlich die Gebrauchtpreise durch die Decke gehen. .-)

Vanye

von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> Eine alte Festplatte macht tatsächlich ein ausgiebiges Motiv.
> Hat einen dramatischen Flair.

Ja besonders wenn die geöffnet wurde.

Ich verstehe nur nicht, warum Festplatten für Verkaufsbilder
nur allzu oft geöffnet dargestellt werden.
Per Bild bietet man dann defekte Ware an.

von René H. (mumpel)


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Vanye R. schrieb:
> Dadurch das man von oben nach unten in den Lichtschacht schaut

Das kann ich bei meiner Canon auch. Dafür habe ich einen Winkelsucher.

von Harald K. (kirnbichler)


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Vanye R. schrieb:
> Das viereckige Bildformat passt gut zum Zeitgeist.

Kameras, die keine viereckigen Bilder machen, sind extrem unüblich.

Statt ein Seagull kann man auch eine Lubitel nehmen (russischer 
Plastikbomber), eine Flexaret (Meopta, Tschechien), eine Weltaflex 
(DDR), eine Voigtländer Brillant S (aufpassen, deren Vorgänger hatten 
keine Mattscheibe) oder eine von vielen anderen zweiäugigen 
Spiegelreflexkameras.
Die Rolleiflex hatte mit der Rolleicord eine günstigere Schwester. Eine 
der letzten TLRs war die Yashica Mat 124 G (bis 1986 produziert).

Nicht unerwähnt bleiben soll natürlich die Crème de la Crème der 
zweiäugigen: Mamiya 330s.

Die hat Wechselobjektive. Und mit der kann man auch einen angreifenden 
Elefanten erschlagen.

René H. schrieb:
> Dafür habe ich einen Winkelsucher.

Einen Schachtsucher kann man mit deutlich größerem Abstand nutzen.

Mit 'ner Digitalknipse kann man das nachempfinden, sofern die ein 
Klappdisplay hat, das sich nach oben schwenken lässt.

Einen richtigen Schachtsucher gab es auch bei einäuigen 
Spiegelreflexkameras - allen voran die klassische Hasselblad 500, der 
ukrainische Nachbau Kiev 88 und auch die Pentacon Six (DDR).

Der Vorteil der (meisten) zweiäuigen Kameras war, daß sie viel leichter 
waren und daß das Geräusch des Zentralverschlusses erheblich leiser 
war als das beliebiger SLRs mit Schwingspiegel. Deswegen waren 
zweiäugige auch lange bei Hochzeitsphotographen beliebt, weil mit ihnen 
recht unaufdringlich photographiert werden konnte.

Oh, es gab auch Schachtsucher bei Kleinbild-SLRs, wie z.B. der Pentax 
LX, aber wegen des winzigen Bildes wurde das nicht allzu oft verwendet 
(bei der LX war deswegen meist ein Prismensucher montiert).

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Das kann ich bei meiner Canon auch. Dafür habe ich einen Winkelsucher.

Soweit braucht man nicht mal zu gehen. Panasonic hatte auch mal eine 
DSLR wo man den Sucher hochklappen konnte. Aber das hat mit dem Feeling 
gar nichts mit einem Lichtschachtsucher zutun! Eventuell eine DSLR mit 
hochgeklappten Display kommt da ran, wenn sie es denn kann nicht alle 
DSLR koennen ja das hintere Display nach oben klappe, aber auch die hat 
eine andere Aussenwirkung weil sie halt nach normaler Kamera aussieht 
und nicht nach lustiger Keksdose.

Vanye

von Al. K. (alterknacker)


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Ihr habt die EXA 1 und EXA 2 vergessen (DDR)

Man konnte mit solchen Kameras nette Überkopf Bilder machen....

MFG
der Alte

: Bearbeitet durch User
von Thomas W. (datenreisender)


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Vanye R. schrieb:
>> Das kann ich bei meiner Canon auch. Dafür habe ich einen Winkelsucher.
>
> Soweit braucht man nicht mal zu gehen. Panasonic hatte auch mal eine
> DSLR wo man den Sucher hochklappen konnte. Aber das hat mit dem Feeling
> gar nichts mit einem Lichtschachtsucher zutun!

Bei einem Lichtschachtsucher ist Links/Rechts vertauscht (horizontal 
gespiegelt). Man muss schon darueber nachdenken.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Bei einem Lichtschachtsucher ist Links/Rechts vertauscht (horizontal
> gespiegelt).

Ach merkst du garnicht. ICh sehe bei Youtube auch gerne mal Videos wo 
das ganze video gespiegelt ist ohne das der Poster das gemerkt hat. :-D

Vanye

von Al. K. (alterknacker)


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Vanye R. schrieb:
> Ach merkst du garnicht. ICh sehe bei Youtube auch gerne mal Videos wo
> das ganze video gespiegelt ist ohne das der Poster das gemerkt hat. :-D

Das passiert oft bei den sogenannten "Selfis"

Der Alte

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Ich denke die ganze Technikdiskussion um Kameras ist recht 
nebensächlich. Im Laufe der Jahre haben sich bei mir viele Kameras 
angesammelt, von der Exa 1a über Practica, Olympus, Rolleiflex, Pentacon 
Six, Pentacon Ercona II, bis hin zum Großformat 4x5 und 13x18. Wenn ich 
mir all die Bilder aus der Vergangenheit ansehe, könnte ich oft nicht 
sagen, mit welcher Kamera sie entstanden sind. Die beste Kamera die ich 
je hatte, ist die, die ich täglich benutze – derzeit eine Olympus OM2.

von Rbx (rcx)


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Ich hatte mir zum Schluss noch einen großen Wälzer mit vielen August 
Sander - Bildern besorgt. Eigentlich mehr aus soziologischem Interesse - 
weswegen ich da bis heute auch schon lang nicht mehr reingesehen hatte.
Eigentlich wollte ich noch ein paar eigene alte Bilder auf größeren 
Formaten oder auf einem Poster haben.
Ein Motiv war z.B. ein großer alter Kastanienbaum, der an dem Tag im Mai 
wirklich toll ausgesehen hatte. Wenig später wurde dieser alte Baum 
zugunsten eines Autoladens entfernt bzw. zersägt.
Der Baum selber war auch ein Zeit-Monument - früher jedenfalls. 
Mittlerweile sind ja viele bedeutsame Zusammenhänge im Mülleimer 
gelandet.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Obwohl ich mich zur Zeit im "Rabbit Hole" der Film Fotografie bewege, 
möchte ich doch gerne eine DSLR in meinem Stall beherbergen. Die Auswahl 
und Preisbereich ist leider sehr breit.

Meine Canon G12 ist ja ganz brauchbar und handlich, aber das Objektiv 
lässt sich nicht auswechseln.

Was mir momentan vorschwebt, sind folgende Eigenschaften:

- Spiegelfrei (Mirror Less) (wegen Konica Objektiv Anflanschmöglichkeit)
(DSLR mit Klapp Spiegel haben angeblich inkompatible Sensor zu Objektiv 
Distanzen)
- die Möglichkeit meine vorhandenen Konica Objektive weiterhin in 
manuellem Modus verwenden zu können.
- Full Frame Sensor, damit sich die Brennweite der angeflanschten 
Objektive nicht ändert
- Traditionelle direkte Einsteller für Verschlusszeit, Empfindlichkeit, 
etz.
- nach Möglichkeit einigermassen einfache Bedienung ohne Feature 
Overload und mögliche Bedienungsverwirrung für Leute wie mich;-)
- Preis unter $2K
- Genug Auflösung für angenehm ansprechende 28x42cm (11x17") Abzüge.
- Gute Batterielaufzeit und geringe Selbstentladung, vergleichbar mit 
G12.
- Zuverlässigkeit
- Guten Sucher für alte Augen;-) (TFT LCD bei Sonnenlicht nicht 
brauchbar)
(G12 hat noch optischen Sucher)
- nicht wesentlich größer und schwerer als frühere SLRS, also keine 
Monster Bodies
- Point and shoot nicht wichtig - ich nehme mir Zeit zum Einstellen und 
für Komposition.

Wer kann mir ein bisschen raten? Ich suche nichts Extravagantes. 
Sozusagen eine digitale Version die in der Bedienung meiner Konica T3 
nahe kommt. Also etwas einigermassen Unkompliziertes. Gibt es 
"Unkompliziert" noch, aufs Wesentliche beschränkt, aber trotzdem im 
Wesentlichen voll einstellbar?

Ihr könnt mich dafür kritisieren, ich möchte aber wirklich nicht ein 
500+ Seiten Manual durchgehen und komplizierte Bedienung lernen müssen, 
die man sich merken muß.

Natürlich könnte die Auswahl unterschiedlich in DE und Kanada sein. 
Vermutlich gibt es bei uns nicht dieselbe Auswahl wie bei Euch.

Besteht da realistische Hoffnung etwas zu finden, das meinen Vorlieben 
nahekommt?

Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard O. schrieb:
> - Spiegelfrei (Mirror Less) (wegen Konica Objektiv Anflanschmöglichkeit)
> (DSLR mit Klapp Spiegel haben angeblich inkompatible Sensor zu Objektiv
> Distanzen)
> - die Möglichkeit meine vorhandenen Konica Objektive weiterhin in
> manuellem Modus verwenden zu können.
> - Full Frame Sensor, damit sich die Brennweite der angeflanschten
> Objektive nicht ändert

Fuer Dich ist ja das weiterverwenden Deine Objektive wichtig, daher erst 
mal gucken, ob es irgendeinen Adapter von Konika AR -> Rest der Welt 
gibt.

(diese Liste habe ich 
https://fotowalther.de/objektivanschluesse-bajonett-mount-klemmring-breech-lock-gewinde-screw-thread/ 
gefunden).

Der Anschluss heisst auch Konica-Autoreflex (hence the AR): 
https://de.wikipedia.org/wiki/Konica_Autoreflex-Serie

Wenn man etwas googled 
(https://www.google.com/search?client=firefox-b-e&channel=entpr&q=konica+AR+adapter) 
sieht man, es sind Adapter Konica AR -> Rest der Welt verfuegbar. Unsere 
verlaengerte Werkbank (China) bietet fast alles an, sogar 
https://www.kentfaith.ca/

Es muss Dir aber klar sein: Adaptieren geht zwar, meistens verliert man 
aber sehr viel an Komfort.

Ob Dir der Full-Frame-Sensor wichtig ist, kann ich nicht einschaetzen. 
Denn leider ist Full-Frame-Sensor meistens full expensive und dann auch 
full size body mit extra weight (und natuerlich sind die Objektive 
schwerer).


Gruesse

Th.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Hallo Thomas,

Gerade gesehen. Die Links sind nützlich. Vielen Dank.

Bis jetzt habe ich mir nur die Sony Alpha A7 näher angesehen. Für sie 
gibt es einen passenden Adapter. Naja, Eile besteht ja nicht, auch 
möchte ich mir noch gründlich überlegen, ob ich überhaupt diesen Weg 
gehen will. Schön wärs ja, alte Objektive weiter verwenden zu können. Ob 
die Sony bedienungsmässig für mich intuitiv genug ist, müsste ich auch 
erst ergründen.

Vorerst möchte ich mich wieder mit der Film Fotografie beschäftigen und 
vorhandene Möglichkeiten ausnutzen, um Erfahrungen zu sammeln und 
Grenzen zu erkunden. An sich bin ich eher geneigt mit Wenigem nette 
Erfolge erzielen zu wollen, anstatt auf teure Technik zu setzen. Aber es 
wäre in der Tat nett, nachzurüsten, um nicht die modernen Möglichkeiten 
zu verfehlen. Für mich sind Digital und Film eher ergänzend anstatt als 
Alternative.

Gerhard

von Hippelhaxe (hippelhaxe)


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Thomas W. schrieb:

> Fuer Dich ist ja das weiterverwenden Deine Objektive
> wichtig, daher erst mal gucken, ob es irgendeinen
> Adapter von Konika AR -> Rest der Welt gibt.

Das ist notwendig, aber nicht hinreichend: Das Auflagemaß
der Objektive muss auch lang genug sein -- andernfalls
kann man entweder nicht bis Unendlich fokussieren, oder
man benötigt einen Adapter mit Optik.

Das Auflagemaß von Konica AR ist angeblich 40,5mm; das
ist relativ wenig. DSLR von Nikon, Pentax, Minolta haben
alle längere Auflagemaße, soweit ich auf die Schnelle
sehen konnte.

Sieht also relativ schlecht aus...

von Gerhard O. (gerhard_)


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Hippelhaxe schrieb:
> Thomas W. schrieb:
>
>> Fuer Dich ist ja das weiterverwenden Deine Objektive
>> wichtig, daher erst mal gucken, ob es irgendeinen
>> Adapter von Konika AR -> Rest der Welt gibt.
>
> Das ist notwendig, aber nicht hinreichend: Das Auflagemaß
> der Objektive muss auch lang genug sein -- andernfalls
> kann man entweder nicht bis Unendlich fokussieren, oder
> man benötigt einen Adapter mit Optik.
>
> Das Auflagemaß von Konica AR ist angeblich 40,5mm; das
> ist relativ wenig. DSLR von Nikon, Pentax, Minolta haben
> alle längere Auflagemaße, soweit ich auf die Schnelle
> sehen konnte.
>
> Sieht also relativ schlecht aus...

Ja. Deshalb ist die spiegellose DSLR, wenn auch teurer, die technisch 
bessere Wahl. Aber wie schon erwähnt, bin ich momentan nur am "träumen". 
Eile ist nicht geraten. Muß mir erst klar werden, ob ich mich wirklich 
in dieses Rabbit Hole stürzen möchte. Eine DSLR ohne Objektivfreiheit 
wäre finanziell ohnehin unattraktiv.


...

von Thomas W. (datenreisender)


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Hippelhaxe schrieb:
> Thomas W. schrieb:
>
>> Fuer Dich ist ja das weiterverwenden Deine Objektive
>> wichtig, daher erst mal gucken, ob es irgendeinen
>> Adapter von Konika AR -> Rest der Welt gibt.
>
> Das ist notwendig, aber nicht hinreichend: Das Auflagemaß
> der Objektive muss auch lang genug sein -- andernfalls
> kann man entweder nicht bis Unendlich fokussieren, oder
> man benötigt einen Adapter mit Optik.

Das ist immer im Auge des Betrachters: Wenn ich beim kentfaith gucke 
(https://www.kentfaith.de/index.php?route=product/search&search=konica), 
bekomme ich (Linsen-freie) Adapter fuer Fuji X, M4/3, Nikon Z, Pentax Q, 
Sony E, L-Mount und Canon EOS R. Und alle die Adapter gehen bis 
unendlich (wg. Auflagemass).

Ob diese Kameras (oder Kamera-System) so toll sind, weiss ich nicht. Man 
verliert auf alle Faelle die Automatik-Funktionen, vor allen Dingen den 
Autofocus (und die Offenblende).

Das geht z.B. bei einem statischen Bild (z.B. bei dem 
Festplatten-Bildchen), aber wenn Du z.B. etwas Lebendiges 
photographieren willst, wird das schon schwierig (wg. nicht Autofocus 
und nicht Offenblende).

von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard O. schrieb:
> Eine DSLR ohne Objektivfreiheit
> wäre finanziell ohnehin unattraktiv.

Wie meinst Du das? Alle Hersteller wollen Dich in den Vendor-Lock-In 
zwingen, das geht so weit, dass Du zwar mechanisch etwas anklemmen 
koenntest (Canon), aber das Protokoll Body <-> Objektiv nicht 
veroeffentlicht wird (d.h. Du musst Original-Objektive kaufen).

von Ste N. (steno)


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Ich könnte dir Nikon Zf empfehlen. Bedienung und Gehäuse wie früher und 
dank dem geringen Auflagemaß läßt sich jegliche alte Optik adaptieren. 
Adapter für Konica gibt es übrigens auch und der elektronische Sucher 
ist überragend.

Und falls Du mal Autofokus brauchst, gibt es von Nikon und Fremdanbieter 
Gläser in Hülle und Fülle in wirklich atemberaubender opt. Leistung. 
Danach fasst Du kein Altglas mehr an, es sei denn du benötigst den 
spezielle Lock.

: Bearbeitet durch User
von Hippelhaxe (hippelhaxe)


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Gerhard O. schrieb:

> - Spiegelfrei (Mirror Less) (wegen Konica Objektiv
> Anflanschmöglichkeit) (DSLR mit Klapp Spiegel haben
> angeblich inkompatible Sensor zu Objektiv Distanzen)

Das stimmt, ja. Das sog. "Auflagemaß" passt nicht.


> - Full Frame Sensor, damit sich die Brennweite der
> angeflanschten Objektive nicht ändert

Hmm.
Also, den Punkt würde ich nach meinen eigenen Erfahrungen
nicht überbewerten.
Wir verwenden alte M42-Objektive an APS-C-Kisten von Pentax
(u.a. eine Pentax-Kx), und ich finde, man gewöhnt sich
relativ schnell um. Ein 50er ergibt halt den Bildwinkel
eines 80mm-Porträtobjektives an Kleinbild...

von Gerhard O. (gerhard_)


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Ste N. schrieb:
> Ich könnte dir Nikon Zf empfehlen. Bedienung und Gehäuse wie
> früher und
> dank dem geringen Auflagemaß läßt sich jegliche alte Optik adaptieren.
> Adapter für Konica gibt es übrigens auch und der elektronische Sucher
> ist überragend.

Danke - ich habe mir sie ganz kurz angesehen und wäre als erster 
Eindruck definitiv ein Kandidat, auch preislich, obwohl es sie in 
verschiedenen teureren Ausstattungen gibt. Es ist zu blöd, daß ich 
niemanden kenne, der alte Objektive so verwendet, um mich damit vertraut 
machen zu können.

Speziell die Bedienung wäre wegen ihrer Familiarität attraktiv.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Hippelhaxe schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>
>> - Spiegelfrei (Mirror Less) (wegen Konica Objektiv
>> Anflanschmöglichkeit) (DSLR mit Klapp Spiegel haben
>> angeblich inkompatible Sensor zu Objektiv Distanzen)
>
> Das stimmt, ja. Das sog. "Auflagemaß" passt nicht.
>
>> - Full Frame Sensor, damit sich die Brennweite der
>> angeflanschten Objektive nicht ändert
>
> Hmm.
> Also, den Punkt würde ich nach meinen eigenen Erfahrungen
> nicht überbewerten.
> Wir verwenden alte M42-Objektive an APS-C-Kisten von Pentax
> (u.a. eine Pentax-Kx), und ich finde, man gewöhnt sich
> relativ schnell um. Ein 50er ergibt halt den Bildwinkel
> eines 80mm-Porträtobjektives an Kleinbild...

Das wäre also auch noch ein Faktor. Von den Zahlen her, dachte ich, daß 
die effektive Objekt Brennweite sich zu sehr ändern würde. Hmm. Schade, 
daß ich keine Gelegenheit zum Ausprobieren habe. Wenn ich mich dazu 
entschliessen würde, gäbe es mehr Möglichkeiten - Alleine das Auflagemaß 
wäre dann ein wichtiger Faktor, miteinzubeziehen.

Ein Bekannter von mir kaufte sich vor Weihnachten eine Pentax K2 und 
schwärmte davon, daß seine alten Pentax Objektive damit noch verwendbar 
wären.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thomas W. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Eine DSLR ohne Objektivfreiheit
>> wäre finanziell ohnehin unattraktiv.
>
> Wie meinst Du das? Alle Hersteller wollen Dich in den Vendor-Lock-In
> zwingen, das geht so weit, dass Du zwar mechanisch etwas anklemmen
> koenntest (Canon), aber das Protokoll Body <-> Objektiv nicht
> veroeffentlicht wird (d.h. Du musst Original-Objektive kaufen).

Was soll nan da machen?;-) ist leider so.

Naja, manuelle Einsteller bin ich ja gewöhnt. Da macht es wenig aus. Bei 
dem mitgelieferten Standard Objektiv sollte die Automatiken 
funktionieren.

Aber andrerseits bin ich der Typ, der sich mit Komposition und Gedanken 
darüber, Zeit nimmt; da spielt dann Geschwindigkeit keine große Rolle.

von Thomas W. (datenreisender)


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Ste N. schrieb:
> Ich könnte dir Nikon Zf empfehlen. Bedienung und Gehäuse wie früher und
> dank dem geringen Auflagemaß läßt sich jegliche alte Optik adaptieren.
> Adapter für Konica gibt es übrigens auch und der elektronische Sucher
> ist überragend.
>
> Und falls Du mal Autofokus brauchst, gibt es von Nikon und Fremdanbieter
> Gläser in Hülle und Fülle in wirklich atemberaubender opt. Leistung.
> Danach fasst Du kein Altglas mehr an, es sei denn du benötigst den
> spezielle Lock.

Heutige Zoom-Objektive sind so gut geworden, dass Du eigentlich nur noch 
ein Glas mitnehmen musst (ich habe ein 24-105mm/4.0 fuer immer-dabei, 
zusammen mit der automagischen ISO-Umschaltung ist es gut von 
Sonnenschein bis Katakombe).

Da ist schon Fortschritt zu sehen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thomas W. schrieb:
> Ste N. schrieb:
>> Ich könnte dir Nikon Zf empfehlen. Bedienung und Gehäuse wie früher und
>> dank dem geringen Auflagemaß läßt sich jegliche alte Optik adaptieren.
>> Adapter für Konica gibt es übrigens auch und der elektronische Sucher
>> ist überragend.
>>
>> Und falls Du mal Autofokus brauchst, gibt es von Nikon und Fremdanbieter
>> Gläser in Hülle und Fülle in wirklich atemberaubender opt. Leistung.
>> Danach fasst Du kein Altglas mehr an, es sei denn du benötigst den
>> spezielle Lock.
>
> Heutige Zoom-Objektive sind so gut geworden, dass Du eigentlich nur noch
> ein Glas mitnehmen musst (ich habe ein 24-105mm/4.0 fuer immer-dabei,
> zusammen mit der automagischen ISO-Umschaltung ist es gut von
> Sonnenschein bis Katakombe).
>
> Da ist schon Fortschritt zu sehen.

Hmm. Das wäre dann auch noch zu überlegen. Historisch hatten aber 
Zoom-Objektive oft/immer einen schlechten Ruf. Naja, vielleicht gab 
moderne Berechnungs- und Simulations Design Software neue Möglichkeiten 
zur besseren Performanz.


...

von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard O. schrieb:

> Ein Bekannter von mir kaufte sich vor Weihnachten eine Pentax K2 und
> schwärmte davon, daß seine alten Pentax Objektive damit noch verwendbar
> wären.

Frag ihn nach dem Sommer: Ohne Autofocus, ohne Schnittbild-Indikator, 
dummer Belichtungsmesser. Du kennst Du alle diesen neumodischen Kram 
nicht, aber wenn man sich einmal daran gewoehnt hat, will man es nicht 
mehr missen.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Schön wärs ja, alte Objektive weiter verwenden zu können.

Ich kann mich jetzt nicht erinnern das Konica irgendwelche 
erinnerungswuerdige Objektive hatte. (Zirkelschluss?) Daher gehe mal 
davon aus das heute ein modernes 24-200 Zoom alle deine Objektive 
abdeckt und technisch besser ist.
Ja ich weiss, jetzt haben gerade einen Menge Opas ihren Schlaganfall 
bekommen. :-D Aber die Teile sind in den letzten Jahren wirklich 
erstaunlich besser geworden im vergleich zu frueher. Die weitere 
Verwendung alter Objektive lohnt nur in ganz speziellen Sonderfaellen.
Unabhaengig davon ob das Sinn macht sollte es technisch immer moeglich 
sein weil DSLR durch den Wegfall des Spiegels ein geringeres 
Auflagenmass haben.

Ausserdem solltest du die Bilder hinterher auch in 2m Groesse betrachten 
wollen/koennen. Die Sensoren sind in den letzten Jahren so gut geworden 
das APS sonst ausreicht. Obwohl ich alles im Vollformat habe nutze ich 
mittlerweile ueberwiegend MFT. Solange man nichts groesseres wie einen 
68" TV zum betrachten nimmt reicht auch das aus. Aber es traegt sich 
angenehmer und erlaubt es vor allem unauffaelliger zu fotografieren.

Bezueglich der Bedienung, gehe in ein Fotogeschaeft und nehme dort alles 
in die Hand. Alles andere ist Unsinn weil viel vom persoenlichen 
Geschmack abhaengt.

Vanye

von Thomas W. (datenreisender)


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Gerhard O. schrieb:

>> Heutige Zoom-Objektive sind so gut geworden, dass Du eigentlich nur noch
>> ein Glas mitnehmen musst (ich habe ein 24-105mm/4.0 fuer immer-dabei,
>> zusammen mit der automagischen ISO-Umschaltung ist es gut von
>> Sonnenschein bis Katakombe).
>
> Hmm. Das wäre dann auch noch zu überlegen. Historisch hatten aber
> Zoom-Objektive oft/immer einen schlechten Ruf. Naja, vielleicht gab
> moderne Berechnungs- und Simulations Design Software neue Möglichkeiten
> zur besseren Performanz.

Mein EF 80-200mm/4.0 (vor 15 Jahren gekauft) hat eine deutlich bessere 
Abbildungsleistung als mein FD 200mm/2.8 das 40 Jahre alt ist. Schaerfe, 
Bokeh, Streulichtempfindlichkeit, ist alles um Klassen besser geworden 
(und das 40-jahre alte FD 200/2.8 ist schon gut, ich hatte Dir die 
Pinguine im Zoo geschickt).

Ja, es ist vielleicht schoen, wenn man sein altes Glas weiter verwenden 
kann. Als Entscheidend wuerde ich nicht sehen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thomas W. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>
>> Ein Bekannter von mir kaufte sich vor Weihnachten eine Pentax K2 und
>> schwärmte davon, daß seine alten Pentax Objektive damit noch verwendbar
>> wären.
>
> Frag ihn nach dem Sommer: Ohne Autofocus, ohne Schnittbild-Indikator,
> dummer Belichtungsmesser. Du kennst Du alle diesen neumodischen Kram
> nicht, aber wenn man sich einmal daran gewoehnt hat, will man es nicht
> mehr missen.

Hmm. Genau wie das moderne Auto;-)

Was Automation betrifft, verwöhnt sogar die G12. Ich sehe es mal so, 
Automation ist nützlich und in vielen Fällen angenehm; manueller Betrieb 
ist aber manchmal für spezielle Motivsituationen notwendig. Ich habe 
mich mit der G12 damit befasst und festgestellt, daß man mit manueller 
Blendeneinstellung viel machen kann. Leider ist der Bereich von unten 
her auf F8 begrenzt.

Aber die Qual der Wahl und Kosten sind dann auch ein Faktor. So ein 
erwähntes 24 bis 200mm Zoom-Objektiv dürfte ziemlich kostspielig sein. 
Aber vielleicht lohnt es sich dann auch keine extra Objektive 
mitschleppen zu müssen.

von Hippelhaxe (hippelhaxe)


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Gerhard O. schrieb:

> Ein Bekannter von mir kaufte sich vor Weihnachten eine
> Pentax K2 und schwärmte davon, daß seine alten
> Pentax Objektive damit noch verwendbar wären.

Du hast komische Bekannte :o)

An einer Pentax K-1 wären seine alten Objektive AUCH
verwendbar...

SCNR

von Soul E. (soul_eye)


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Vanye R. schrieb:
> Bezueglich der Bedienung, gehe in ein Fotogeschaeft und nehme dort alles
> in die Hand. Alles andere ist Unsinn weil viel vom persoenlichen
> Geschmack abhaengt.

Der Fotohändler vor Ort freut sich, wenn Du die Kamera danach auch dort 
kaufst. Sag ihm ruhig wievielDu sonst auf Amazon bezahlen würdest. Ganz 
so weit wird er nicht runtergehen, aber in die Größenordnung kommt man 
schon. Hat bisher immer geklappt.

Wenn das alle machen hat es den Vorteil, dass der Laden auch in zwei 
Jahren noch da ist. Klingt spießig, ist aber so.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Vanye R. schrieb:
>> Schön wärs ja, alte Objektive weiter verwenden zu können.
>
> Ich kann mich jetzt nicht erinnern das Konica irgendwelche
> erinnerungswuerdige Objektive hatte. (Zirkelschluss?) Daher gehe mal
> davon aus das heute ein modernes 24-200 Zoom alle deine Objektive
> abdeckt und technisch besser ist.
> Ja ich weiss, jetzt haben gerade einen Menge Opas ihren Schlaganfall
> bekommen. :-D Aber die Teile sind in den letzten Jahren wirklich
> erstaunlich besser geworden im vergleich zu frueher. Die weitere
> Verwendung alter Objektive lohnt nur in ganz speziellen Sonderfaellen.
> Unabhaengig davon ob das Sinn macht sollte es technisch immer moeglich
> sein weil DSLR durch den Wegfall des Spiegels ein geringeres
> Auflagenmass haben.
>
> Ausserdem solltest du die Bilder hinterher auch in 2m Groesse betrachten
> wollen/koennen. Die Sensoren sind in den letzten Jahren so gut geworden
> das APS sonst ausreicht. Obwohl ich alles im Vollformat habe nutze ich
> mittlerweile ueberwiegend MFT. Solange man nichts groesseres wie einen
> 68" TV zum betrachten nimmt reicht auch das aus. Aber es traegt sich
> angenehmer und erlaubt es vor allem unauffaelliger zu fotografieren.
>
> Bezueglich der Bedienung, gehe in ein Fotogeschaeft und nehme dort alles
> in die Hand. Alles andere ist Unsinn weil viel vom persoenlichen
> Geschmack abhaengt.
>
> Vanye

Ja. Das ist ein guter Rat. Dieser Pfad würde dann ziemlich viel Freiheit 
erlauben. DSLR plus Weitbereich Zoom O. - Wäre dann eine gute Wahl und 
man verzichtet nicht auf die Vorteile des modernen Designs.

Naja, da habe ich Dank Euch schon eine bessere Perspektive.

...

von Hippelhaxe (hippelhaxe)


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Thomas W. schrieb:

> ... ohne Schnittbild-Indikator, ...diesen neumodischen
> Kram

Naja.

Eine Mattscheibe mit Schnittbild-Idikator gab es sogar
für die Exa...


> aber wenn man sich einmal daran gewoehnt hat, will man
> es nicht mehr missen.

Das stimmt leider.
Ich vermisse den Schnittbild-Indikator an der Pentax K-x;
der Autofocus kann mir gestohlen bleiben...

von Gerhard O. (gerhard_)


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Soul E. schrieb:
> Vanye R. schrieb:
>> Bezueglich der Bedienung, gehe in ein Fotogeschaeft und nehme dort alles
>> in die Hand. Alles andere ist Unsinn weil viel vom persoenlichen
>> Geschmack abhaengt.
>
> Der Fotohändler vor Ort freut sich, wenn Du die Kamera danach auch dort
> kaufst. Sag ihm ruhig wievielDu sonst auf Amazon bezahlen würdest. Ganz
> so weit wird er nicht runtergehen, aber in die Größenordnung kommt man
> schon. Hat bisher immer geklappt.
>
> Wenn das alle machen hat es den Vorteil, dass der Laden auch in zwei
> Jahren noch da ist. Klingt spießig, ist aber so.

100% ACK!

Ich sehe das genauso - Die Leute die sich so benehmen, schaden sich nur 
selbst. Die Gründe liegen auf der Hand. Vermutlich tut man sich auch bei 
Reparaturfällen leichter, wenn es um die Instandsetzung delikater 
Instrumente handelt.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Hippelhaxe schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>
>> Ein Bekannter von mir kaufte sich vor Weihnachten eine
>> Pentax K2 und schwärmte davon, daß seine alten
>> Pentax Objektive damit noch verwendbar wären.
>
> Du hast komische Bekannte :o)
>
> An einer Pentax K-1 wären seine alten Objektive AUCH
> verwendbar...
>
> SCNR

Daran habe ich überhaupt nicht gedacht - Andrerseits war mir damals 
Pentax Kn noch überhaupt kein Begriff.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Hippelhaxe schrieb:
> Thomas W. schrieb:
>
>> ... ohne Schnittbild-Indikator, ...diesen neumodischen
>> Kram
>
> Naja.
>
> Eine Mattscheibe mit Schnittbild-Idikator gab es sogar
> für die Exa...
>
>> aber wenn man sich einmal daran gewoehnt hat, will man
>> es nicht mehr missen.
>
> Das stimmt leider.
> Ich vermisse den Schnittbild-Indikator an der Pentax K-x;
> der Autofocus kann mir gestohlen bleiben...

Das Fehlen des Schnittbild Indikators tatsächlich ein spürbares Manko zu 
sein. Daran dachte ich bezüglich manuellen Betriebs nicht.


...

P.S.

Wer sich über die drei Punkte wundert - ich werde dazu gezwungen - wegen 
zu viel Kommentar darüber.

: Bearbeitet durch User
von Hippelhaxe (hippelhaxe)


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Gerhard O. schrieb:

> Historisch hatten aber Zoom-Objektive oft/immer einen
> schlechten Ruf. Naja, vielleicht gab moderne Berechnungs-
> und Simulations Design Software neue Möglichkeiten zur
> besseren Performanz.

Auch -- aber nicht nur.

Die Fertigungstechnik spielt auch eine große Rolle.

Asphärische Flächen hat schon August Sonnefeld vor knapp
100 Jahren bei Zeiss verwendet -- aber das waren
Astro-Optiken, bei denen die Fläche von Hand retuschiert
wurde.
Inzwischen kann das im Massenmarkt bei Photoobjektiven
verwendet werden.

Die Entspiegelung ist immer weiter verbessert worden;
das ist für viellinsige Objektive entscheidend. Gar keine
prinzipiell neue Sache -- aber doch wichtig.

Nicht zu vergessen die "Floating elements"...

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Historisch hatten aber
> Zoom-Objektive oft/immer einen schlechten Ruf.

Ja, hatten sie. Aber das, was mit Spiegellosen (Du solltest für die 
übrigens den Begriff "DSLR" vermeiden, denn es sind eben keine) 
möglich ist, erlaubt es, aus Zoomobjektiven eine Bildqualität 
herauszuholen, die bislang nur mit Festbrennweiten möglich war.

Das liegt daran, daß man bei Spiegellosen nicht mehr jeden möglichen 
Objektivfehler optisch im Objektiv korrigieren muss, sondern bestimmte 
Objektivfehler der Kamera überlassen kann.

Denn das Korrigieren von Objektiven bedeutet, an mehreren sich 
widersprechenden Stellschrauben gleichzeitig zu drehen - das Objektiv 
soll ein möglichst ebenes Bildfeld haben, es soll möglichst scharf sein, 
es soll möglichst verzeichnungsfrei sein und es soll keine Farbsäume und 
dergleichen produzieren.

Einige dieser Fehler lassen sich hervorragend nach der Aufnahme in der 
Kamera korrigieren, und dadurch gibt es mehr Spielraum bei den anderen 
"Stellschrauben", so daß in Summe ein besseres Ergebnis rauskommt, als 
wenn man versucht, diese "Stellschrauben" alle im Objektiv zu belassen.

Ich hab' mir vor ein paar Jahren eine Nikon Z7II angeschafft. Die hat 
unter allen Kleinbildspiegellosen das kürzeste Auflagemaß (16 mm), was 
bedeutet, daß mit Adaptern die größte Anzahl von Fremdobjektiven 
adaptierbar ist.

Das geht soweit, daß sogar das von Sony verwendete E-Bajonett (das 
gerade mal 2 mm mehr Auflagemaß hat) adaptiert werden kann, und das 
sogar mit vollem elektronischen Funktionsumfang.

Nicht adaptierbar sind das RF-Bajonett von Canon, das hat zwar ein um 
4mm längeres Auflagemaß, gerät aber mechanisch mit dem Z-Bajonett in 
Konflikt, und das gleiche ist auch zum L-Bajonett (Panasonic & Co.) zu 
sagen.

So ziemlich alles andere aber lässt sich adaptieren.

Bei der Kamera war als "Kit-Objektiv" ein 24-70mm/f4-Zoom dabei, und 
schon das steckt die meisten Festbrennweiten in die Tasche, die ich 
vorher an diversen Pentax-Kameras genutzt habe.

Das (wegen der längeren Brennweite beschaffte) 24-120/f4 ist noch einen 
Hauch besser und daher mein meistgenutztes Objektiv.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Danke - ist gut zu wissen und sollte es für weitere Überlegungen 
berücksichtigen. Mit einem 24-120er sollte ich sicherlich auskommen. Bei 
der hohen Empfindlichkeit moderner Kamera Bildsensoren sollte die F4 
kein Problem darstellen. Die Nikon Kameras scheinen anhand Deiner 
Informationen tatsächlich einer näheren Betrachtung wert sein.

Aber wie gesagt, das ist alles Zukunftsmusik. Jetzt möchte ich mich 
vollkommen der Filmfotografie widmen. Abgesehen davon, muß auch dem 
hohen Anschaffungspreis Rechnung getragen werden - Impuls Kaufen liegt 
mir nicht. Gerade hier ist gründliche Vorarbeit unumgänglich.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Nicht zu vergessen die "Floating elements"...

Danke. Das wusste ich nicht. Da hat sich auf diesem Gebiet anscheinend 
viel getan.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Minusmann - komm nicht ins Schwitzen! Du strengst Dich anscheinend heute 
sehr an;-)

von Al. K. (alterknacker)


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Gerhard O. schrieb:
> Minusmann



minus 1 ist bedeutungslos.
..und sehr Viele auch!
Gruß

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Aber die Qual der Wahl und Kosten sind dann auch ein Faktor. So ein
> erwähntes 24 bis 200mm Zoom-Objektiv dürfte ziemlich kostspielig sein.

Ach was, einfach mal ueberlegen wieviel Stunden man frueher fuer seine 
Kamera gearbeitet hat und wieviel Stunden man heute dafuer arbeiten 
muss. Das bleibt sich vermutlich gleich.

> Das Fehlen des Schnittbild Indikators tatsächlich ein spürbares Manko zu
> sein. Daran dachte ich bezüglich manuellen Betriebs nicht.

Das lustige ist, meine Vollformatkamera ist eine Pentax K1 mit 
Schnittbildmattscheibe. Die kann man da ja wechseln und das habe ich 
auch gemacht. Das ist in der Tat nett fuer Altglas, aber eigentlich an 
einer modernen Digitalkamera ueberfluessig. Die blenden dir die scharfen 
und unscharfen Stellen farbig markiert ins Bild ein wenn man das 
einschaltet. Und wenn das nicht reicht dann koennen sie den mittleren 
Teil eines Bildes auch noch vergroessern.

Wenn heutige moderne Kameras ein Problem haben dann besteht das darin 
das du eine Woche jeden Tag 8h brauchst bist du alle Funktionen einer 
solchen Kamera verstanden hast und Monate bis sie dir unterwegs sofort 
einfallen. Und dann kannst du noch jede Funktion auf jede Taste anders 
umprogrammieren. Meine Zweitkamera ist eine Olympus E-M1 markIII. Kein 
anderer Olympususer koennte die mal eben bedienen weil praktisch alles 
von mir anders eingestellt ist. :-D

Also Fotogeschaeft! Und nicht am Samstag sondern wenn die da keine Zeit 
haben. Und eine SD-Karte mitnehmen. Damit Probe fotografieren. 
Wenigstens drei unterschiedliche Kameras ausprobieren. Dann zuhause 
Bilder kritisch betrachten, ein paar Test im Internet lesen und dann 
erst zurueck und dort kaufen. Erstmal nur ein Objektiv kaufen, aber ein 
besseres! Vorher ueberlegen welche Brennweite oder Brennweitenbereich 
einem wichtig ist.

Vanye

von Harald K. (kirnbichler)


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Vanye R. schrieb:
> Die blenden dir die scharfen
> und unscharfen Stellen farbig markiert ins Bild ein wenn man das
> einschaltet. Und wenn das nicht reicht dann koennen sie den mittleren
> Teil eines Bildes auch noch vergroessern.

Das kann die K-1, wie jede andere DSLR auch, nicht im Sucher, sondern 
nur auf dem Rückseitendisplay. Und das ist nur ein Notbehelf. Etwas 
ältere Menschen müssen eine Lesebrille rauskramen, um auf diesem Display 
etwas sehen zu können, und bei ungünstigen Umgebungsbedingungen (Helles, 
diffuses Licht) sieht man auf dem Display gar nichts.

Da ist ein elektronischer Sucher deutlich überlegen. Einerseits hat der 
i.d.R. eine höhere Auflösung als die üblichen Rückseitendisplays, 
andererseits sieht man in den eben mit dem auf Ferne focussierten Auge, 
so daß das Lesebrillenthema entfällt. Dazu stört Umgebungslicht nicht.

Und wenn man die Kantenhervorhebung und den Zoom kombiniert, ist 
manuelles Focussieren unendlich viel besser als mit jeder 
Schnittbildmattscheibe.

Dazu kommt noch, daß man --zumindest bei Nikon und manchen Objektiven-- 
den sogenannten "focus throw" konfigurieren kann. Da die Objektive auch 
beim manuellen Focussieren den AF-Motor nutzen, lässt sich der 
Drehwinkel einstellen, um den der Focusring gedreht werden muss, um den 
kompletten Focusbereich zu überstreichen. Das geht bis zu 720° - also 
zwei vollständige Drehungen des Rings. Das ergibgt butterweiches und 
extrem feines Focussieren ...
(mir sind 720° zu viel, ich belasse es bei auch schon großzügigen 360°)

von Gerhard O. (gerhard_)


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Danke für Eure vielen guten Erfahrungsgedanken. Das ist ja ein richtiges 
Minenfeld.

Was mich an den modernen Kameras etwas stört sind die vielen 
(unzähligen) Einstellmöglichkeiten. Auch bei der G12 ist das für mich 
manchmal ein Problem. Wenn man es lange Zeit nicht braucht, vergisst man 
oft das Gelernte. Zumindest geht es mir so. Aber vielleicht kann man 
sich bei allen diesen Kameras alles so einstellen, dass man die 
wichtigsten Einstellungen mit dem Drehknopf oben voreinstellen kann. Bei 
der G12 geht das. Es ist wahrlich eine Umstellung wenn man die Kameras 
der "Altzeit" gewöhnt ist.

Muss jetzt weg.

von Harald K. (kirnbichler)


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Gerhard O. schrieb:
> Was mich an den modernen Kameras etwas stört sind die vielen
> (unzähligen) Einstellmöglichkeiten.

Die zwingt einen niemand zu nutzen. Man sucht sich die Betriebsart aus, 
die dem entspricht, was man gewohnt ist, und lässt die anderen links 
liegen.

Gut, ein paar Basics sind klar: RAW, nicht jpeg, und kein automatischer 
Weißabgleich, wobei das bei RAW nicht so schlimm ist. Empfindlichkeit 
auf den niedrigsten sinnvoll handhabbaren Wert, nur bei Bedarf 
hochdrehen, dann aber wieder runter.

Irgendwelche Effekte, Filmpresets - muss nicht die Kamera machen, das 
kann man viel später am Computer machen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Hippelhaxe schrieb:
>> Full Frame Sensor, damit sich die Brennweite der
>> angeflanschten Objektive nicht ändert
>
> Hmm.
> Also, den Punkt würde ich nach meinen eigenen Erfahrungen
> nicht überbewerten.
> Wir verwenden alte M42-Objektive an APS-C-Kisten von Pentax
> (u.a. eine Pentax-Kx), und ich finde, man gewöhnt sich
> relativ schnell um. Ein 50er ergibt halt den Bildwinkel
> eines 80mm-Porträtobjektives an Kleinbild.

Hier ebenso, M42x1-Objektive von der Practica an einer inzwischen wohl 
auch schon 15 Jahre alten Sony-DSLR. Das 200er Tele ist dann schon ein 
halbes Fernrohr. ;-)

von Rbx (rcx)


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Jörg W. schrieb:
> Das 200er Tele ist dann schon ein
> halbes Fernrohr. ;-)

Ich kann mich noch erinnern, das ein 130mm Objektiv an der Praktika auch 
schon recht groß bzw. lang war.
Ich hatte für die Minolta ein variables Sigma 210mm Objektiv, das 
teilweise wirklich nützlich war (konnte ja auch AF)- aber dafür etwas 
kleiner als das statische 130mm Objektiv an der Praktika.
Hinsichtlich der Bildqualität musste man nicht viel vermissen, 
allenfalls wenn man das Gras wachsen hören wollte im übertragenen Sinne.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Das kann die K-1, wie jede andere DSLR auch, nicht im Sucher, sondern
> nur auf dem Rückseitendisplay. Und das ist nur ein Notbehelf.

Wie du vielleicht in derselben Nachricht gelesen haben koenntest habe 
ich auch noch eine Oly E-M1.  Und ich hab sogar noch eine weitere von 
Panasonic, also keine vorschnellen Schluesse ziehen. .-)
Die Darstellung des Schaerfebereichs im Sucher ist bei denen so gut das 
es eigentlich sogar besser ist wie bei der K1 weil man beim 
durchfokussieren sieht wie der Schaerfebereich durchs Bild wandert. Dazu 
kommt noch das diese Kameras dann (auf Wunsch) bei abgeblendeten 
Objektiven die Helligkeit hochziehen. Aber wie schon gesagt lohnt das 
meistens nicht. Ich adaptiere nur relativ spezielle Linsen. (10-17Fish, 
200/2.5, 31er) Sonst sind moderne Linsen deutlich besser und koennen 
dann auch noch spezielle Sachen. (z.B Fokusstacking in der Kamera)

> kompletten Focusbereich zu überstreichen. Das geht bis zu 720° - also
> zwei vollständige Drehungen des Rings. Das ergibgt butterweiches und
> extrem feines Focussieren ...

Das geht bei jedem modernen Objektiv mit entkoppelten Focus so, wo ein 
Motor dreht. Muss einen aber nicht unbedingt gefallen.

> Gut, ein paar Basics sind klar: RAW, nicht jpeg, und kein automatischer
> Weißabgleich, wobei das bei RAW nicht so schlimm ist.

Da bist du veraltet. Sowohl bei meiner Pentax wie auch der Olympus ist 
die interne Rawentwicklung in der Kamera bereits so gut das ich in 99% 
der Faelle nur noch die Jpegs verwende und wann ich das letzte mal echt 
am Weissabgleich rumgefummelt habe weiss ich jetzt auch nicht mehr. Ich 
habe zwar immer zwei Karten in den Kameras so das ich die Raws haette, 
aber braucht man heute nur noch seltenst. Ernsthaft ausentwickelt hab 
ich mit der K5IIs zuletzt, aber das ist heute kaum noch notwendig.

> Irgendwelche Effekte, Filmpresets - muss nicht die Kamera machen, das
> kann man viel später am Computer machen.

Das ist eine Frage des Geschmacks. Ich mache viel SW und da macht das 
die Kamera weil ich im Sucher beurteilen will wie die Bildwirkung ist.
Aber das kann man natuerlich anders sehen.

> Das 200er Tele ist dann schon ein halbes Fernrohr. ;-)

Mein Pentax 200/2.5 ist an MFT schon ein ganzes Fernrohr. Weil aber der 
Stabi in der Olympus so ganz erstaunlich gut ist, geht das problemlos 
aus der Hand. Zumal man dann ja auch auf 50Bilder/s stellen kann. Zehn 
Stueck sind dann immer scharf. Nervt nur hinterher beim auswaehlen....
Ueberhaubt, Bildstabilisierung in modernen Kameras gehoert zu den 
Verbesserungen die man nie mehr missen will.

Vanye

von Harald K. (kirnbichler)


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Vanye R. schrieb:
> Das geht bei jedem modernen Objektiv mit entkoppelten Focus so, wo ein
> Motor dreht.

Mit über die Kamera einstellbarer Drehcharakteristik? Nö.

Vanye R. schrieb:
> Da bist du veraltet.

Oder Deine Ansprüche sind andere.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Wem es interessiert, hier ein Zwischenbericht:


Bin immer noch nicht dazugekommen Abzüge zu machen, obwohl ich das mit 
dem Meopta jederzeit nachholen könnte. Folgend ist ein Zwischenbericht 
über die Senkrecht-Einstellungen des DURST M606 Kopfs:

Zur Zeit rüste ich den Durst M606 nach, den ich aus der Bucht bestellt 
hatte und leider beim Versand etwas beschädigt wurde. Siehe auch den 
Bericht hier:

Beitrag "Re: [V] Trennstelltrafo aus DDR Zeiten Typ LTS 002"

Dem Kopf selber ist glücklicherweise nichts Ernstliches bzgl. Geometrie 
passiert. Ich habe aber keine originale vertikale Führung, ausser einer 
zweiten Meopta Magnafax Type. Um den passend zu machen, stellte ich mir 
mittels Drehbank und Fräsmaschine eine geeignete drehbare kompatible 
Kopfbefestigung her, was mir auch gelang.

Da diese Arbeiten kritisch bezüglich der senkrecht Projektion sind, 
suchte ich nach einer praktischen Methode, um die System-Planheit 
jederzeit nachweisen zu können. Das Ziel ist, einerseits eine 
einigermassen akzeptable Planheit des optischen Systems zu gewährleisten 
und sie jederzeit vergleichen zu können. Da meine Objektiv von guter 
Qualität sind, möchte ich bestmögliche Schärfe über die gesamte 
Abzugsoberfläche erreichen. Sicherlich, das Abstoppen des Objektivs 
hilft mit der Tiefenschärfe. Aber auch das weist Grenzen auf.

Dazu gibt es verschiedene Methoden, wie z.B. parallele Spiegel mit 
unendlicher Reflektion oder irgendetwas mit Laser. Ich entschied mich 
für Letzteres nach der Fadenkreuz Laser-Methode. Ich bestellte mir 
daraufhin einen solchen 5mW Laser von AZ. Für eine einstellbare 
Montierung verwende ich eine zufällig vorhandene selbst hergestellte 
eloxierte zylindrische Laser Aluaufhängung von einem früherem 
Arbeitsprojekt, das überlebte.

Der 10mm Laser wird durch einen Gewinde-Feststellring mit einem 
Gummiring zwischen Laser und Körper gehalten und lässt sich nach 
Feststellen in allen Richtungen mit Nylonmadenschreiben zum Justieren 
bewegen und festlegen.

Der Gummiring fungiert hier als kardanische Aufhängung mit engem 
Bewegungsspielraum. Am zugeordneten Ende des Laserkörpers befinden sich 
im Winkel von 120 Grad zueinander drei 4mm Madenschrauben mit 
Inbus-Innenkopf um die Achse des Laserstrahls genau justieren zu können.

Der Laser schielte leider etwas von der Fabrik her und daher machten 
sich die Einstellmöglichkeiten als angenehm bemerkbar. (Eine Drehung des 
Laserkopfs von 360 Grad bewirkte anfangs  einen Strahlzirkel von 12cm 
Durchmesser über 2m Distanz). Mit den Einstellschrauben war es möglich 
die Exzentrizität des Lasers vorerst auf +/-3mm über 2m zu verringern. 
Das genügt mir erstmal für richtungsweisende Untersuchungen.

Am W.E. probierte ich die Anordnung erstmalig aus. Zwei Untersuchungen 
müssen durchgeführt werden. Zuerst muß die Orientierung des 606 Kopfes 
bestimmt und ggf. eingestellt werden und ferner muß auch die 
Orthogonalität des Helikoid geführten Einstellring und 
Plattformaufhängung überprüft werden. Da dafür vom Hersteller keinerlei 
Einstellmöglichkeiten vorgesehen wurden, wäre hier ein Problem 
unangenehm. Da könnte man nur mit Unterlagstreifen behutsame Korrekturen 
erzielen.

Als Referenzstandard dient meine stählerne einstellbare Abzugmaske. Also 
dient nicht die hölzerne Grundplatte direkt als Referenz für den 
montierten Laser, sondern nur die Maskenplattform. Die Laser Grundplatte 
erhält zentrisch einen kleinen Magneten, um eine reproduzierbare Auflage 
zu garantieren.  Das Objektiv, entferne ich für diese Messung, um die 
Reflexion der in der Negativbühne vorhandenen unteren Glasplatte 
ausnützen zu können.

Da sich über der Negativbühne beim 606 gleich der untere Kondensator 
befindet, verdecke ich die Oberseite der Glasplatte mit einem schwarzen 
Kartonstück. Auf der Lasermündungsöffnung ist eine kleine Kartonauflage 
aufgesteckt, welche die Reflexion des Fadenkreuz darstellen soll. (Die 
Verlängerung der effektiven Strahlentfernung hat auch den Vorteil, die 
Winkelempfindlichkeit zu verdoppeln).

Wenn nun diese Messanordnung korrekt platziert wurde, sieht man auf der 
Laserkartonscheibe das reflektierte Fadenkreuz das hoffentlich die 
Scheibe nicht (ganz) verfehlt;-) Jetzt braucht man nur mit einer 
Madenschraube auf dem Meopta Schlitten für die Höheneinstellung die 
axiale Abweichung auf Null stellen und festlegen. Die Vorwärts/Achtern 
Orientierung lässt sich momentan nur durch passende Unterlagsstreifen 
der Meopta Kopfführung ändern.

Unerwartet war der Kopf aber schon zufällig ziemlich günstig orientiert. 
Der Strahl-Ablagefehler betrug in beiden Achsenrichtungen gleich weniger 
als 2mm über eine Gesamtstrahllänge von 1m. Eine genaue Projektion einer 
35mm Negativmaske mit 36x24cm ergab auch so eine Ungleichheit von unter 
1mm in beiden Achsen von der Senkrechten. Bin also erstmalig ganz 
zufrieden.

Für die Objektiv Planheit muss ich erst eine Spiegel Vorrichtung 
fabrizieren. Einfach für den Anfang wäre eine Glasplatte die mit 
Gummibändern am Fokusring hängt, oder irgendetwas Gedrehtes. Wird sich 
schon ergeben. Bericht folgt.

So. Das sind meine jüngsten Abenteuer;-)

Danke fürs Lesen und hoffe es hat Euch interessiert.

Gruß,
Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Herbert Z. (herbertz)


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Hallo!
In der Hobbyfotografie plagen sich nur noch ganz wenige analog herum. 
Der Zugewinn an Kreativität mittels einer guten Bearbeitungssoftware 
lassen alle Möglichkeiten in der Dunkelkammer alt aussehen. Aber alles 
hat ein Recht auf Nostalgie und eingefleischtes.
Man darf die Bilder nur nicht kaputtbearbeiten. Das geht aber sehr 
schnell, wo lügen anfängt und man das auch sehen kann.

MfG

von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Herbert Z. schrieb:
> Der Zugewinn an Kreativität mittels einer guten Bearbeitungssoftware
> lassen alle Möglichkeiten in der Dunkelkammer alt aussehen.

Der Zugewinn an Fakes allerdings auch

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> In der Hobbyfotografie plagen sich nur noch ganz wenige analog herum.
> Der Zugewinn an Kreativität mittels einer guten Bearbeitungssoftware

Das war frueher so. Seit ein paar Jahren ist analog wieder in. Ist wie 
mit der LP. :)

Vanye

von Thomas W. (datenreisender)


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Dieses "JBWeld" scheint ja deutlich besser als UHU Endfest zu sein: Wenn 
man das ausgehaertete Werkstueck auch noch spanend bearbeiten kann ist 
das eine ganz andere Welt als UHU Endfest.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Dieses "JBWeld" scheint ja deutlich besser als UHU Endfest zu sein:

Das ist auch meine Erfahrung. Allerdings 24h aushaertezeit.
Stabilit Express war aehnlich gut, nur schneller, als es noch gab. :-(

Vanye

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thomas W. schrieb:
> Dieses "JBWeld" scheint ja deutlich besser als UHU Endfest zu
> sein: Wenn
> man das ausgehaertete Werkstueck auch noch spanend bearbeiten kann ist
> das eine ganz andere Welt als UHU Endfest.

Moin,

kann man. Es laesst sich nach Aushärtung gut bearbeiten und ist fest. 
Sogar Gewinde halten einigermassen. JBWeld beinhaltet Eisenstaub. Das 
erhöht die Festigkeit. Was den geklebten Negativträger betrifft, werden 
die Oberflächen noch bearbeitet, sodaß nach dem Lackieren keine 
Unebenheiten sichtbar bleiben.

Der verwendete JBWeld weist Vier Minuten Standzeit auf und 24h 
Totalaushärtung. Die kurze Standzeit erfordert die einzelnen Phasen des 
Klebens aufzuteilen.

Gerhard

Beitrag #8019799 wurde vom Autor gelöscht.
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