Schwingkreis Simulation

Gast #6824262
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Hallo Zusammen,

ich versuche gerade einen Schwingkreis in LT zu simulieren.
Die Werte sind R=2 Ohm L=465,2 uh und C=45 pF. Die errechnete 
Resonanzfrequenz liegt bei 1,1 MHz.

Bei Resonanzfrequenz sollte sich der Strom der Gesamtschaltung doch wie 
folgt berechnen.

I=U/R

In meinem Fall wären das I=5,8 V/2 Ohm = 2,9 A. In diesem Fall wäre dies 
der Peakstrom.
Die Blindwiderstände kompensieren sich ja gegenseitig.

Ich habe versucht mit diesen Parametern eine Simulation aufzubauen, 
jedoch verhält sich die Schaltung anders als gedacht. Die Spannung über 
L und C müsste sich im Reihenschwingkreis komplett kompensieren. Dies 
passiert in meiner Simulation leider nicht. Logischerweise stellt sich 
hier auch nicht der gewünschte Strom ein, weil sich eben nicht die 
Blindanteile wegkompensieren.

Mach in der Simulation etwas falsch?

Habt Ihr vielleicht Ideen oder Anregungen?
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#6824293
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Dein Schwingkreis hat eine extrem hohe Betriebsgüte, da reicht schon 
eine kleine Verstimmung damit das nicht mehr klappt. Zudem legt Ltspice 
glaube ich jeden Knoten über paar GOhm an GND, und am Kondensator 
stellen sich Spannungen von mehreren 100V-kV ein, das wirkt da schon 
dämpfend.

Nimm mal 4.652µH und 4.5nF und mach einen AC Sweep um die exakte 
Resonanz zu finden, dann bist du schon viel näher am erwarteten 
Ergebnis.

Gruß,
Christian
Gast #6824296
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Danke für deine Antwort.

ich habe es mit deinen Werten ausprobiert und die Relationen passen 
schon besser. Die Spannung über L und C ist nun deutlich kleiner, zwar 
noch nicht null, wie es theoretisch ja sein sollte.

Trotzdem wäre meine Frage jetzt, ob es eine Möglichkeit gibt auch mit 
den Ursprungswerten eine solche Simulation zu bekommen. Gibt es eine 
Möglichkeit diese Widerstände die LT automatische setzt, nicht zu setzen 
?
Moderator #6824308
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Setze den Serienwiderstand von L auf 0 (statt auf 0.1), die Frequenz der
Spannungsquelle auf die Resonanzfrequenz 1100003.3853223666 Hz, die
Simulationsdauer auf 10 ms und den maximalen Zeitschritt der
Transientenanalyse auf 1 ns.

Dann kommen 2,854 A heraus. Das ist etwas weniger als die erwarteten
2,900 A, was aber damit zusammenhängen könnte, dass sich die Schaltung
in einem extremen Zustand befindet, denn die Spitzenspannung an L und C
beträgt laut Simulation 9175 V (korrekt wären 9324 V). Auf Grund dieser
hohen Spannung ist die Spannung über L und C auf Grund von kleinen
Rechenungenauigkeiten nicht exakt 0, sondern etwa 0,1 V. Daraus
resultiert der Strom von (5,8V - 0,1)V / 2Ω = 2,85A.

Vielleicht kann man das mit einer weiteren Änderung der Parameter noch
etwas verbessern, aber ich würde mich angesichts der Realitätsferne der
Schaltung mit dem jetzigen Ergebnis zufriedengeben ;-)
Gast #6825650
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Moderator #6827298
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Thomas schrieb:
> Ich hätte da doch nochmal eine Frage bzgl. der Einschwingdauer. Wie kann
> ich diese noch verringern. Ich möchte das sich in der Simulation
> möglichst schnell der eingeschwungene Zustand einstellt.

Eine allgemeingültigen Weg gibt es dafür nicht, deswegen mach man ja die
Simulation.

Im konkreten Fall weiß man aber, dass im eingeschwungenen Zustand der
Spitzenstrom 5,8V / 2Ω = 2,9A ist und der Strom in Phase mit der
Eingangsspannung liegt. Also verschiebt man das Eingangssignal um 90°,
so dass bei t = 0 die Spitzenspannung anliegt, setzt die "Initial
Condition" (IC) auf 2,9A und lässt die Simulation mit "Skip initial
operating point solution" laufen.

Auch wenn man den Anfangszustand nur näherungsweise kennt, reduziert das
immer noch die Einschwingzeit, nur nicht so stark.
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Moderator #6827528
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Carlo schrieb:
> im übrigen kann man noch "Initial Condition".ic verweden
> https://www.youtube.com/watch?v=AJreMIWQpMY

Alternativ kannst du auch mit Strg-rechteMaustaste auf die Spule klicken
und in dem sich öffnenden "Attribute Editor" einen Eintrag "IC=2.9"
vornehmen. Mit einem Kreuz in der Spalte "Vis" wird dieser Eintrag auch
im Schaltplan angezeigt (allerdings direkt auf der Spule, so dass man
ihn erst noch verschieben muss).
Moderator #6828525
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Du hast für beide Spulen eine IC vorgegeben. Damit ist das System
überbestimmt, und Spice versucht, es beiden Vorgaben möglichst recht zu
machen. Da die Ströme entgegengesetzt gleich groß sind, wird der Strom
für beide Spulen auf 0 gesetzt. Folgende Möglichkeiten hast du, um das
Problem zu beheben:

1. Lass die IC für eine der bedien Spulen weg (empfohlen). Dann ist das
   System nicht mehr überbestimmt.

2. Ändere für eine der beiden Spulen das Vorzeichen des Stroms.

3. Drehe eine der beiden Spulen um.
Gast #6830735
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Danke für deine Antwort.
Leider funktioniert das in der endgültigen Aplikation mit dem IC bei mir 
nicht. Ich habe hier ein HF Signale was über einen Übertrager mit auf 
eine DC gekoppelt wird. Diese Überlagerungen aus beiden Spannungen soll 
über den LC gleid anliegen. Leider kriege ich das mit dem IC nicht hin.
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(Firma: مهندس) #6831017
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Thomas schrieb:
> jedoch verhält sich die Schaltung anders als gedacht. Die Spannung über
> L und C müsste sich im Reihenschwingkreis komplett kompensieren.
> Dies passiert in meiner Simulation leider nicht.

Erstmal hierzu: wenn Du einen <Mark Reference> zwischen L und C setzt, 
dann lassen sich UC und UL beide darstellen. Und kompensieren sich 
(Resonanz).

Thomas schrieb:
> falsche Datei.

Die Simu dauert ja ewig. Warum hast Du .tran 0.5m so lange gemacht.

Thomas schrieb:
> Ich habe hier ein HF Signale was über einen Übertrager mit auf
> eine DC gekoppelt wird. Diese Überlagerungen aus beiden Spannungen soll
> über den LC gleid anliegen. Leider kriege ich das mit dem IC nicht hin.

Verstehe ich leider nicht komplett. Es wäre hilfreich, ein paar Worte zu 
der geplanten Applikation zu verlieren. Vieleicht gibt es ja eine 
andere, einfachere Lösung. (Z.B. statt der zwei anregenden Spannungen 
nur eine zu nehmen und dann den Übertrager im Gegentakt)?

C3 ist vermutlich die kapazitive Last (Piezo?), die bei Resonanz 
betrieben werden soll. Hinter R1 und R2 liegt jeweils ein Sinus von 6 
kHz und 1,5 kV an. Aber beide sind in Phase, weswegen an C3 natürlich 
nichts anliegt.

Dietrich L. schrieb:
> - L1 hat einen Serienwiderstand von 0,1Ω
> - C1 hat einen Serienwiderstand von 10mΩ

Das habe ich letztens auch nicht verstanden. Woher kommen diese Werte? 
Sind das default-Werte von LTSpice?
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(Firma: مهندس) #6831087
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Thomas schrieb:
> Es handelt sich um einen Quadrupole

https://de.wikipedia.org/wiki/Quadrupol

Sehr interessant, hilft aber nicht bei Deinem (elektronischen) Problem. 
Da würde dann reichen, C3 als rein kapazitive Last anzunehmen.

Thomas schrieb:
> Den Schaltplan findest du im Anhang.

Den hattest Du schon gepostet ... sonst hätte ich keine Fragen (!?) und 
Anmerkungen dazu machen können. DU hast ein Problem mit der Schaltung, 
ohne weitere Infos werden die Tipps hier spärlich bleiben. Eigentlich 
schade, weil ein interessantes Problem.
Gast #6831096
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Ich versuche ja hier mit IC zu arbeiten um die Simulation schneller 
machen zu können.
Der Quadrupol dient dazu Ionen nach Masse zu selektieren. Man benötigt 
hierzu eine HF und eine DC-Spannung.

Im folgenden Link gibt es mehr Infos.

https://what-when-how.com/proteomics/quadrupole-mass-analyzers-theoretical-and-practical-considerations-proteomics/
Gast #6831109
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Die Simulation kannst du sowieso in den Kübel hauen.

Die Ergebnisse hängen ganz stark von den genauen Parametern der Spule 
ab,
damit meine ich die Kapazitäten zwischen den einzelnen Windungen, und
zum Gehäuse/Ground-Plane.  Da spielen Hässlichkeiten wie Skin-Effekt und
Proximity-Effekt rein.  Dafür willst du die Modelle nicht wirklich 
machen.

Bau das Ding einfach auf, und mach mal eine Messung!
Persönliche Seite #6831120
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Ich habe nicht so recht verstanden was du willst, aber vielleicht ist 
dir unbekannt, daß die thomsonsche Schwingungsformel in ihrer einfachen 
Form nur für verlustlose Schwingkreise gilt.

Spice hat davon keinerlei Ahnung und setzt die Messpunkte nicht passend 
exakt auf solche Extreme, wie hier die Eigenfrequenz.

Vielleicht bringt dich das "Harmonic Analysis" weiter. Damit habe ich 
allerdings keinerlei Erfahrung. ADS hat das glaub ich drin.

Man kann Schwingkreise hoher Güte mit einem Hilfsträger synchronisierend 
starten, wenn man die benötigte Frequenz irgendwie außerhalb von Spice 
bestimmen kann.

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