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Pegelwandler
[Bearbeiten] VorwortDies ist die erste aufgeräumte Version. Sicher nicht die letzte. [Bearbeiten] EinleitungPegelwandeln (engl. level shifting) wird oft notwendig, wenn Systeme mit unterschiedlicher Ausgangs- und Eingangsspannungen (z. B. Versorgungs- oder Logikspannungen) miteinander verbunden werden sollen. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist die Umsetzung von 0V/5V TTL Logikpegeln auf die -12V/12V Pegel einer seriellen RS232 Schnittstelle. Die Probleme beim Pegelwandeln können sein:
[Bearbeiten] ÜberlastungDas Erzeugen von verschiedenen Versorgungsspannungen ist ziemlich einfach, aber man muss sicher gehen, daß man die Signalpegel der Bauteile auf Toleranz überprüft. Wenn z.B. ein 5V Bauteil ein Signal an ein 3V Bauteil schickt, können beide Bauteile beschädigt werden. Vor allem für neue ICs ist es ein Problem mit "hohen" Spannungen wie 5V zu arbeiten. Auf Grund der immer kleineren Schaltkreisstrukturen (der aktuelle Pentium wird mit 22nm Technologie hergestellt!) werden auch die Abstände und Schichtdicken immer geringer. Das reduziert natürlich auch die Spannungs- und Stromfestigkeit der Transistoren auf dem IC. Neue ICs vertragen deshalb meist nur noch 3.3V, teilweise sogar weniger! Die Überlastung erfolgt durch zu hohe Spannung und dadurch mehr oder weniger langsame Zerstörung des ICs. [Bearbeiten] SchutzdiodenHauptursache Nummer zwei für Überlastung von ICs mit verschiedenen Betriebsspannungen sind die in nahezu allen ICs integrierten Schutzdioden. Deren Aufgabe ist es in Normalfall, elektrostatische Entladungen auf eine sichere, niedrige Spannung zu begrenzen. Die Entladungen geschehen durch unsachgemässe Handhabung und Transport von ICs, z. B. wenn jemand über einen Kunstfaserteppich läuft, sich dabei elektrostatisch auflädt und einen IC anfasst, oder wenn Bauteile in einem Gerät eingebaut sind und der Anwender berührt offen liegende Kontakte (RS232 Eingang, USB-Stick, PCI-Steckkarten beim Einbau etc.). Auch elektrostatische Entladungen / EMV können Ursache zu hoher Pegel auf den Leitungen sind. Die Schutzdioden beginnen, Strom zu leiten, wenn die Eingangsspannung ca. 300mV-600mV über VCC ansteigt oder entsprechend unter GND absinkt. Im Normalbetrieb sollten die Schutzdioden keinen Strom leiten. Manchmal kann man sie aber zur Spannungsbegrenzung missbrauchen, siehe Spannungsherabsetzung mit Vorwiderstand. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die optimale Dimensionierung des R zu legen, um sicherzustellen, dass kein zu hoher Strom über die Schutzdioden abgeführt werden muss. Je nach Chip-Type und Ausgang halten diese zwsichen 100uA und 10mA aus. [Bearbeiten] 5V tolerante Eingänge5-Volt-tolerant bedeutet, dass 3-Volt-Bausteine ohne Probleme von einem 5-Volt-Baustein angesteuert werden dürfen. Viele Bauteile mit einer Betriebsspannung von 3 V verfügen über 5-V-tolerante Eingänge. Man sollte aber grundsätzlich im Datenblatt dies nachschauen, bevor die Schaltung aufgebaut wird. Sind sie es nicht, so ist ein Pegelwandler auf den Verbindungsleitungen zwischen den Bauteilen notwendig. Ein Pegelwandler kann eine einfache Zener-Diode mit einem Widerstand sein, es kann aber auch ein eigens dafür vorgesehener IC sein. Sind die Signalwege bidirektional, so wird man meist die Lösung mit einem eigenen IC bevorzugen. AVRs sind generell nicht 5-V-tolerant, wenn sie mit 3,3 V betrieben werden! Die absolute obere Grenze für Eingangsspannungen liegt bei Vcc + 0,5 V. Zu finden in den elektrischen Spezifikationen im Datenblatt. Ob ein Bauteil 5-V-tolerant ist und unter welchen Betriebsbedingungen das gilt, steht im Datenblatt des betreffenden Bauteils vom betreffenden Hersteller. Wenn es auf diese Eigenschaft ankommt, lieber genau bei Lieferanten nachsehen, von welchem Hersteller die Bauteile kommen. Vorsicht bei:
[Bearbeiten] Kompatibilität von LogikpegelnSiehe auch http://www.interfacebus.com/Design_Translation.html Verschiedene Mikroprozessoren haben eigene elektrische Kenndaten für HIGH und LOW Pegel, die abhängig von der Versorgungsspannung sind, z. B. der R8C:
Man muss die Spannungen der Aus- und Eingänge vergleichen. Wenn es um ein Hobbyprojekt geht, kann man einfach messen. Wenn es um eine kommerzielle Anwendung geht, die man verkaufen will, sollte man besser die Spezifikationen der ICs studieren. [Bearbeiten] UNIDIREKTIONAL[Bearbeiten] 1,8 V -> 5 V
Achtung: Diese Schaltung entspricht bei HIGH ungefähr einem offenen TTL-Eingang, was zwar meistens funktioniert, aber etwas störempfindlich sein kann. Davon wurde in der TTL-Ära stets abgeraten. Zudem ist der Pegelwechsel LOW nach HIGH durch den niedrigen Strom eher langsam. Man kann das jedoch mit einem Pullup-Widerstand absichern. Dann sind auch Gatter der 74HCT-Reihe einsetzbar. [Bearbeiten] 3.3V -> 5V
Bauteile
[Bearbeiten] 5V -> 9..15V
Die Idee ist einfach. Wenn der Ausgang des 5V Gatters auf HIGH ist dann ist der Transistor ausgeschaltet, der Pull-Up Widerstand R7 zieht den Ausgang auf +12V. Ist der Ausgang des 5V Gatters auf LOW ist, dann ist er vollkommen durchgesteuert und der Ausgang nahe 0V (je nach Typ ca. 300mV). Der Vorteil ist hier erhöhte Störsicherheit im Gegensatz zur einfachen Ansteuerung der Basis über einen Vorwiderstand. Ausserdem wird dadurch nicht die Logik invertiert. Nachteilig ist der geringe Strom, der bei HIGH zur Verfügung steht (typisch 100μA). Diese Schaltung ist die seltene Anwendung einer Basisschaltung für digitale Signale.
[Bearbeiten] 5V -> 3.3V
Achtung: Mindestens für 74HC(T) Gatter ist dokumentiert (Philips 74HC/T High-Speed CMOS User Guide), dass auch schon geringer Strom durch die internen Schutzdioden zu einer unerwünschten Kopplung von Eingängen führen kann, d.h. der Strom fliesst zu einem anderen Eingang wieder hinaus. Sind also andere Eingänge ebenso hochohmig angeschlossen, kann dieser Querstrom zu Fehlfunktion führen. [Bearbeiten] BIDIREKTIONALFür bidirektionale Busse gibt es spezielle Pegelwandler mit 2 Versorgungsspannungen. Allerdings brauchen die meist ein Signal zur Richtungsumschaltung. Auch muss man die Reihenfolge der Versorgungsspannungen beim Einschalten beachten. Aktive bidirektionale Pegelwandler OHNE Steuereingang zur Richtungsumschaltung sind mit Vorsicht zu geniessen, denn die brauchen teilweise kurzzeitig einen relativ hohen Strom, um die Eingänge zu treiben. [Bearbeiten] 5V <-> 3.3V
Bauteile
[Bearbeiten] 1,65V...5,5V <-> 1,65V...5,5VBauteile
[Bearbeiten] 1,2V...3,6V <-> 1,65V...5,5VBauteile
[Bearbeiten] 1,2V...3,6V <-> 1,2V...3,6VBauteile
[Bearbeiten] 1,5V...3,6V <-> 1,5V...5,5VBauteile
[Bearbeiten] Mit galvanischer Trennung
Lit.: Galvanische Trennung: Optokoppler, GMR-Koppler oder iCoupler?, Siegfried W. Best, Redaktion elektronik industrie, elektronik industrie 11-2003, S. 22ff. [Bearbeiten] Praktische Beispiele[Bearbeiten] Einfaches RS232-InterfaceErfolgreicher Einsatz bis 19200 Baud und bis zu 10 m Leitungslänge Beschränkungen:
Beispiel: http://www.hagtech.com/pdf/translator.pdf [Bearbeiten] I2C-Bus: gemeinsam 3.3V und 5V
[Bearbeiten] Auswählbare PegelFrage: Ein CMOS Logikpegel zwischen 1,8V, 2,5V und 3,3V (abhängig von der Anwendung) muss auf 5V CMOS Logikpegel gewandelt werden. Es geht nur um diese Richtung mit maximal 8MHz. Es gibt die Stromversorgung für alle Pegel. Ein normaler Komparator wie LM311 ist nicht möglich, da er beim Betrieb mit 5V Versorgunsspannung erst ab 1V zu schalten anfängt. Meine Idee ist die Verwendung eines High Speed OPVs mit R2R Eingang, z. B. LMH6645. Antworten:
Frage: Ich suchen einen IC, welcher eine Pegelwandlung von 3,3V nach 1,8V, 2,0V oder 5V ermöglicht und während des Betriebs umgeschaltet werden kann. Antworten:
[Bearbeiten] AVR SPI (SDC/MMC)Für bidirektionalen Betrieb zwischen 5V-AVR und 3,3V-Geräten und anders herum gibt es den Level-Translator MAX3378E von Maxim. Wenn die Datenrichtung am SPI im Zielsystem festgelegt ist, reichen unidirektionale Bausteine:
Zum Anschließen einer SDC/MMC an einen 5V-AVR eignen sich somit der MAX3978E und der MAX3392E. Beide sind u.A. im winzigen TSSOP-14-Gehäuse verfügbar, nehmen sehr wenig Energie auf und eignen sich auch für andere Spannungen. Mit 3,3 und 5V beträgt die garantierte Übertragungsrate 8Mbps. Eine weitere Möglichkeit zum Übersetzen zwischen 3,3 und 5V liegt in der Verwendung des 74LVC245. 5V-AVR an eine MMC (ohne Level-Shifter-Baustein): [Bearbeiten] µC <-> Parallelport (ISP-Dongle, JTAG Wiggler, ...)Dieser Schaltplan funktioniert auch bei 3.3V wenn man einen 74HC244 anstatt eines 74LS244 verwendet: Parallel port interfacing made easy: Simple circuits and programs to show how to use PC parallel port output capabilities. [Bearbeiten] Doppeltes Leitungspaar RX/TX 5V/3,3VDer SparkFun's Logic Level Converter ist eine Baugruppe mit MOSFETs BSS138 für die Pegelwandlung von 5V auf 3,3V. 5V/2,8V und 5V/1,8V sind ebenfalls machbar. [Bearbeiten] Steuerleitung zwischen uC und FPGAOftmals werden PLDs oder FPGAs per Microcontroller-Platine angesteuert. Ältere Typen laufen meist als 5V oder sitzen in 5V-kompatiblen Platinen. Sollen moderne FPGAs angesteuert werden, trifft man fast immer auf 3,3V-Typen, bzw muss sogar 2,5V / 1,8V-Bänke beschalten, wenn nur noch dort Pins frei sind. Die 5V sind also im Extremfall auf 1,8V herabzusetzen, was bei einem maximal zulässigen Diodenstrom von 3mA (Beispiel Xilinx) einen Mindestwiderstand von ca 1kOhm erfordert. Die resultierende maximale Schaltfrequenz liegt dann bei einem typischen FPGA-Eingang bei etwa <500kHz. Soll der Eingang aus Belastungsgründen nicht mit mehr, als 0,3mA belastet werden, müsste der Widerstand auf 10k steigen, wodurch die Frequenz auf 1/10 sinkt. Zudem ist der Eingang dann störempfindlicher. Daher ist es besser, man schaltet dem Eingang eine zusätztliche Z-Diode bei und dimensioniert den R so, dass die Strombelastbarkeit des Mircocontrollers ausgelastet wird. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Spannung mit einer Diode in Vorwärtsrichtung herabzusetzen. Dann muss jedoch der Vorwiderstand noch exakter toleriert werden und auch Abweichungen der Spannung (Welligkeit) berücksichtigt werden. Umgekehrt ist es oft nötig, dass Bausteine einen fremden Chip treiben müssen, dessen Eingang bereits mit einem pull-up versehen ist. Über diesen wird dann stets ein Strom in die Schutzdioode eingeprägt, auch wenn der Ausgang auf high geht. Soll z.B. von einem PLD oder einem FPGA aus eine Mikrocontrollerplatine bedient werden, die über einen pull-up von 1k verfügt, würden immer ca 1mA in die Schutzdiode eingeprägt. Hier kann eine Diode helfen, die Spannung genügend herabzusetzen, um den Ausgang zu schützen und dennoch die Funktion zu erhalten, dann beim Schalten des GND nun keine 0,3V mehr erzielt werden, sondern geschätzte 1V, was aber meistens für das Erkennen einer '0' noch sicher reicht. [Bearbeiten] Bauteile
Vierfachdioden im kleinen 6-poligen SMD-Gehäuse:
[Bearbeiten] Weblinks
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