Forum: Offtopic Sicherheit von AKWs bei Erdbeben


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von Simon K. (simon) Benutzerseite


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Gibts mittlerweile schon was neues bzgl. der aktuellen Lage?

von Silvia A. (silvia)


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Also gab es doch in mindestens 3 Blöcken einen Super-Gau ????
Im Fernsehen wird das nicht so dargestellt !

von Silvia A. (silvia)


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Simon K. schrieb:
> Gibts mittlerweile schon was neues bzgl. der aktuellen Lage?

Hat schon jemand Bilder des Blocks 2 nach der Explosion gesehen ?

von Michael K. (charles_b)


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A. K. schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>
>> Nun gut, wenn du alles für bare Münze nimmst, nur weil es bei Wikipedia
>> drinsteht, dann kannst du das so handhaben. Ich habe schon viele falsche
>> Dinge gesehen und auch vieles, was sehr tendenziös geschrieben ist.
>
> Es bringt nur leider nichts, damit die Wikipedia generell zu verdammen,
> ohne zumindest in den konkret erkannten Fällen von Zitierung/Verlinkung
> falschen Inhalts darauf hinzuweisen. Wenn schon aus mitunter
> verständlichen Gründen nicht dortselbst, dann doch wenigstens im Forum.
>
> Oder was wäre die Alternative? Die Qualität von Google-Hits ist
> statistisch gesehen garantiert nicht besser.

Danke für den Kommentar. Ich möchte wi auch nicht generell verdammen 
sondern meine nur, dass man die Augen verdammt gut aufhalten muss, damit 
man nicht manipuliert oder falsch informiert wird.

Und ein Hinweis "steht ja so bei wikipedia" stößt bei mir dann immer 
etwas auf und klingt fast so wie "stand heute in der Bild-Zeitung".

Auf einige Fehler bzw. absichtliche Unklarheiten hatte ich bei wi auch 
schon hingewiesen, doch es scheint da redaktionelle Vorgaben in eine 
bestimmte Richtung zu geben.

Das ganze ist natürlich extrem zeitaufwändig, so dass ich nach einigen 
Einwänden etc. das aktive Optimieren sehr zurückgeschraubt habe.

Alternative zum Schnellnachsehen bei wikipedia sehe ich keine, wichtig 
sind dann die dort genannten Quellen, bei denen man das eine Detail dann 
noch einmal nachlesen kann.

Auch bei Google wissen wir nicht, ob uns Seiten vorenthalten bleiben 
oder ob die Reihenfolge so völlig neutral..... Dennoch nutzen wir es.

Auch wenn es jetzt OT im OT im OT ist (sozusagen das 
"Super-Off-Topicste": Das ganze Lernen verändert sich ja gerade rasant. 
Früher war der der King, der alle Fakten auswendig wußte (mal etwas 
übertrieben). Heute geht es darum zu lernen, wie ich einer Internetseite 
ansehe ob es Schwachsinn ist oder ein interessanter Link.

Die Frage ist, auf welcher Basis wir solche Entscheidungen in der Lage 
sind zu fällen und wie wir dieses schwer zu definierende und zu 
beschreibende Know-how an die jetzige Jugend-Generation weitergeben 
können.

Gruß, an alle!
Michael

von (prx) A. K. (prx)


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Silvia A. schrieb:

> Also gab es doch in mindestens 3 Blöcken einen Super-Gau ????
> Im Fernsehen wird das nicht so dargestellt !

Weil das von der abschliessenden Beurteilung abhängt.

Stellt man darin fest, dass das Kraftwerk es den Auslegungskriterien 
folgend hätte verkraften müssen, ohne grösseren Schaden ausserhalb 
anzurichten, dann wäre es ein GAU. Der aber nicht beherrscht wurde.

Stellt man darin fest, dass die Auslegungskriterien überschritten 
wurden, dann ist das nicht anzunehmende geschehen, und es ist kein GAU 
mehr. Volktümlich also ein Super-GAU.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Simon K. schrieb:
> Gibts mittlerweile schon was neues bzgl. der aktuellen Lage?

Der Durchschnittsjapaner hat heute nach der eindringlichen Ansprache der 
eigenen Regierung erstmals realisiert, dass Atomanlagen auch gefährlich 
für die eigene Haut sein können. Das was in Deutschland schon längst 
Allgemeinwissen ist, war dem Japaner bisher völlig fremd. Wahrscheinlich 
erleben wir neben allen Elends gerade wie ein Volk lernt eine kritische 
Haltung und damit Distanz zur eigenen Regierung und gewissen Konzernen 
auszubilden. Jedes Leid hat auch irgendwo eine gute Seite. Japaner 
werden neu über die Nutzung der Kernkraft nachdenken.

von Thilo M. (Gast)


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Silvia A. schrieb:
> Thilo M. schrieb:
>> es gibt nur zwei
>> Dampf-Turbopumpen zur Kühlung ohne Strom.
>
> Wie funktioniert das denn ?
> Und wie passt das zur aussage "Kühlung auf Batteriebetrieb" ?

Die Pumpen werden mit Dampf angetrieben, die Ölversorgung der Lager 
funktioniert mit Strom, in diesem Fall auch mit Batterien möglich.
Ohne Schmierung ist die Lebensdauer sehr begrenzt, wie bei allen großen 
Pumpen. Da kommen irgendwann daumendicke Späne aus den Lagern.

von Peter L. (Gast)


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Ich habe keine Ahnung, wie der Druck bei solchen Anlagen abgelassen 
werden kann oder wird.
Würde es was bringen bestehende Anlagen mit Katalysatoren nachrüsten, 
über die (beim Druckablassen im Störfall) der im Wasserdampf enthaltene 
Wasserstoff "abgefackelt" wird und es nicht zu Knallgasexplosion kommen 
kann?

von Thilo M. (Gast)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Thilo, du mußt auswandern. Oder steig einfach auf Solartechnik um.

Du wirst lachen, das machen wir schon geraume Zeit nebenberuflich! 
Allerdings Solarthermie und Wärmepumpen, nicht die PV-Volksabzocke. ;-)

von Uhu U. (uhu)


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Thilo M. schrieb:
> Du wirst lachen, das machen wir schon geraume Zeit nebenberuflich!
> Allerdings Solarthermie und Wärmepumpen, nicht die PV-Volksabzocke. ;-)

Ich weiß und mir ist aufgefallen, daß du in diesen Dingen sehr kompetent 
bist ;-)

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Thilo, du mußt auswandern. Oder steig einfach auf Solartechnik um.

Thilo hat bereits ein Solardächlein. ;)

von (prx) A. K. (prx)


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Michael K-punkt schrieb:

> Das ganze Lernen verändert sich ja gerade rasant.
> Früher war der der King, der alle Fakten auswendig wußte (mal etwas
> übertrieben). Heute geht es darum zu lernen, wie ich einer Internetseite
> ansehe ob es Schwachsinn ist oder ein interessanter Link.

Gut ausgedrückt.

> Die Frage ist, auf welcher Basis wir solche Entscheidungen in der Lage
> sind zu fällen und wie wir dieses schwer zu definierende und zu
> beschreibende Know-how an die jetzige Jugend-Generation weitergeben
> können.

Dies ist nicht einmal so verschieden zu früher. Grundlagenwissen und 
Verständnis sind dafür unverändert wichtig.

Früher, weil man daraus Erkenntnise ableiten konnte, ohne jedes Fakt 
einzeln zu kennen oder umständlich in z.T. schwer zugänglicher 
Fachliteratur nachschlagen zu müssen (das bringt mir allerdings auch 
heute noch recht viel).

Heute, weil es zusätzlich die vor dir beschriebene Einschätzung von dem 
Wust qualitativ sehr unterschiedlicher Informationen erleichtert. Man 
kriegt geradezu ein Gefühl dafür.

von Thilo M. (Gast)


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Peter L. schrieb:
> Ich habe keine Ahnung, wie der Druck bei solchen Anlagen abgelassen
> werden kann oder wird.
> Würde es was bringen bestehende Anlagen mit Katalysatoren nachrüsten,
> über die (beim Druckablassen im Störfall) der im Wasserdampf enthaltene
> Wasserstoff "abgefackelt" wird und es nicht zu Knallgasexplosion kommen
> kann?

Ist "normalerweise" auch nicht der Fall, der Wasserstoff (der Dampf) 
wird durch Lüfter und Filteranlagen so verwirbelt, bzw. nach außen 
befördert, dass nichts passiert). Für totalen Stromausfall sind die 
Systeme nicht ausgelegt worden, es wird vorausgesetzt, dass mindestens 
ein Notstromdiesel verfügbar ist. Das war nach der Tsunami-Welle nicht 
mehr gegeben.

von (prx) A. K. (prx)


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Peter L. schrieb:

> Würde es was bringen bestehende Anlagen mit Katalysatoren nachrüsten,
> über die (beim Druckablassen im Störfall) der im Wasserdampf enthaltene
> Wasserstoff "abgefackelt" wird und es nicht zu Knallgasexplosion kommen
> kann?

Bespielsweise die "Töpfer-Kerze":
http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheit_von_Kernkraftwerken#T.C3.B6pfer-Kerzen

Ich weiss leider nicht, ob man Töpfer damit verspotten oder ehren 
wollte. Aber egal wie, der Begriff ist super.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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von Christoph H. (mc-entwickler)


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Erstaunlich, wie oft die Erden in Deutschland ein wenig wackelt. Hier 
gibt es die Aufzeichnung der seismischen Ereignisse zu sehen:
http://www.seismologie.bgr.de/cgi-bin/eisy_test_iframe.pl?begin_date=20060101&end_date=20110314&min_lat=48&max_lat=55&min_lon=5&max_lon=15&min_mag=3.0&max_mag=9.0&submit=Erzeuge+Liste+und+Karte
Ich dachte, es hätte die letzten Jahre mal irgendwo im Schwarzwald ein 
Erdbeben von irgendwas um die 5 gegeben. In der Liste kann ich das 
allerdings nicht finden ...

von Uhu U. (uhu)


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Christoph H. schrieb:
> Ich dachte, es hätte die letzten Jahre mal irgendwo im Schwarzwald ein
> Erdbeben von irgendwas um die 5 gegeben. In der Liste kann ich das
> allerdings nicht finden ...

Das ist schon ein paar Jahre her, es hatte eine Magnitude 5.1, ich habs 
in Schwenningen miterlebt. Das hat ganz schön gerumpelt und gewackelt 
und ich war schon am überlegen, ob ich mich nicht besser unter den Tisch 
verkriechen soll. Dann ließ es aber wieder nach.

von Christoph H. (mc-entwickler)


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Kannst Du es in der Liste finden? Bin ich blind, oder hat man das mal 
raus genommen?

Das hier ist auch eine interessante Graphik:
http://www.bgr.bund.de/cln_109/nn_1403624/DE/Themen/Seismologie/Seismologie/Erdbebenstatistik/erdbebenstatistik__inhalt.html

Ein Erdbeben der Stärke 8 kommt einmal im Jahr irgendwo auf der Welt 
vor.

von Walter S. (avatar)


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Michael K-punkt schrieb:
> Ich finds nicht kindisch: Die Leute reden uns ein, ein GAU könnte nicht
> passieren. Und wir wiegen uns in Sicherheit.

Unsinn, lies doch bitte erst Mal im vielgescholtenen Wikipedia nach was 
unter GAU zu verstehen ist, der wird nämlich nicht ausgeschlossen, 
vielmehr wird angenommen dass er passieren kann!

von Uhu U. (uhu)


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Christoph H. schrieb:
> Kannst Du es in der Liste finden? Bin ich blind, oder hat man das mal
> raus genommen?

Nein, leider finde ich es auch nicht.

von Alexander B. (chasm)


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In Sachen Neutronenflux,

die Pressemitteilungen vom TEPCO - hier die bis vor 6h: 
http://www.tepco.co.jp/cc/press/betu11_j/images/110315l.pdf - enthalten 
auch Neutronenmessungen. Diese sind seit ca. 30h (2h in dem gelinkten 
Dokument) um den Faktor 10 von 0,001 auf 0,01 mikro  Sv/h erhöht.

Google Translate funktioniert überigens auch für pdf.

von Hans W. (gort)


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Walter S. schrieb:
> Unsinn, lies doch bitte erst Mal im vielgescholtenen Wikipedia nach was
> unter GAU zu verstehen ist

oder auf jeder anderen beliebigen website/offline-quelle wo's erklärt 
wird, wenn man wiki nicht glaubt. Die jungs von Areva erzählen einem 
aber auch das gleiche...
Wenn man es aber korrekt haben will, sollte man sich, glaub ich, eher 
über INES-level unterhalten und nicht mit nicht offiziellen begriffen. 
(zumindest hab ich (noch) nix davon im ineshandbuch gelesen) und da 
scheinen wir ja inzwischen bei ner 6 zu liegen.

von Uhu U. (uhu)


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Alexander B. schrieb:
> die Pressemitteilungen vom TEPCO - hier die bis vor 6h:
> http://www.tepco.co.jp/cc/press/betu11_j/images/110315l.pdf - enthalten

Ich bekomme nur eine leere Liste.

von Hans W. (gort)


Angehängte Dateien:

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also bei mir zeigt er viele lustige japanische(?) zeichen + zahlen an...
3te und 4te spalte sind offensichtlich, bei der letzten dachte ich 
zuerst an windgeschwindigkeit, aber dafür ists ganz schön wenig...

von Timo S. (kaffeetas)


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na das passt doch prima zu dem Zeitpunkt den ich oben für den Siedebegin 
extrapoliert hatte. In der NHK Pressekonferenz war die Rede davon dass 
die Brennstäbe (möglicherweise) teilweise frei liegen. Irgenwie sah das 
in der Skizze auch nicht nach 10m Wasser über den BE aus.
Anscheinend ist auch in Block 5 der Kühlmittelstand gesunken und wird 
beobachtet. Block 5 wurde im Januar abgeschaltet, ist dann der RDB noch 
zu oder schon offen?

von Falk B. (falk)


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@  Platinenschwenker .. (platinenschwenker)

>[x] Du weißt zum Glück was im Extremfall wirklich wichtig ist, nämlich
>zuerst DU selbst.

Sag das den Japanern.

>[x] Ich heiße Falk und hätte auf der Titanik erst alle anderen in die
>Rettungsbote gelassen, dann erst hätte ich mir um meine eigene Rettung
>Gedanken gemacht.

Klar, und nebenbei noch das Orchester dirigiert ;-)

>> Schau dir mal die Geschichte Japans an. Stichwort 2. Weltkrieg, Kamikaze
>> und so.

>Andere Generation. Andere Rahmenbedingungen. Andere Zeit.

Woher weißt du das?

> Sind etwa die
>Deutschen noch immer so Kriegslüstern wie Anno 194x?

Japan ist nicht Deutschland. Und es geht nicht um Kriegslust, die hat 
Japan auch nicht mehr. Aber um Gesellschaftsstrukturen wie Unterordnung, 
Formalien, Rituale, Mentalität. Und da ist Japan halt sehr asiatisch. 
Lies die Links.

>[ ] Du weißt das große Krisen umso eher klugen Sachverstand benötigen?

Hat das einer bezweifelt? Die Frage ist doch aber, ob er verfügbar ist.

>Das wirst du dann mal später erfahren, wie (aua!) alternativlos hier die
>Handlungsweise war.

Jaja, hinterher in aller Ruhe kann man das dann sehr schön oberschlau 
zerlegen. Wie immer. Aber in dem Moment, unter dem Stress, dem 
Informationschaos etc. sieht das ganz anders aus. Da werden Fehler 
gemacht. Das rechtfertigt sie nicht, erklärt sie aber.

>War der Einsatz der Liquidatoren in Tschernobyl alternativlos?

Keine Ahnung. Theoretisch nicht, praktisch?

> Oder war
>nicht viel eher die Führung völlig inkompetent (Stichwort Verheimlichung
>etc.)?

Wer läßßt schon gern die Hosen runter, vor allen im kalten Krieg.
Und die großen Aufklärer und Informierer waren die Amis bei ihren 
Katastrophen auch nicht. Überall das gleich Trauerspiel.

>Das mag sein, entbindet aber die Führung nicht von klugen Entscheidungen
>und dem Eigenschutz der Mitarbeiter.

Wir reden hier von einer Extremsituation! Nicht von der 10. Tarifrunde 
der IG-Metall. Und nochmal, den Japanern geht es IMO in erster Linie 
darum, ihr Land vor der Megakatastophe zu retten. Da vergessen viele 
ihre ohnehin untergeordneten Eigeninteressen. Ob man das nun heroisch, 
solidarisch oder dämlich nennen will kann jeder selber entscheiden.

Ich wünsche den Jungs Glück, wenn gleich es nur ein frommer Wunsch ist 
8-0

Sajonara
Falk

von Unbekannt U. (unbekannter)


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Hmm, an der Messstation Ibaraki gab es eine Spitze von über 2,3 
Milli-Gray/Stunde gegen 22:20 deutsche Zeit. Im Moment fallen die Werte 
wieder.

Zu den Neutronen-Messwerten: Das bedeutet doch, dass eine Kettenreaktion 
im Gang ist, oder?

von Michael K. (charles_b)


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Walter S. schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> Ich finds nicht kindisch: Die Leute reden uns ein, ein GAU könnte nicht
>> passieren. Und wir wiegen uns in Sicherheit.
>
> Unsinn, lies doch bitte erst Mal im vielgescholtenen Wikipedia nach was
> unter GAU zu verstehen ist, der wird nämlich nicht ausgeschlossen,
> vielmehr wird angenommen dass er passieren kann!

==> "Es ist somit der größte Unfall, der bei der Planung einer 
kerntechnischen Anlage anzunehmen ist." (wikipedia)

Genau so ist es: es wird "angenommen" dass etwas passieren kann - und 
das (und was) sie dann noch dagegen tun können. Und dass uns Bürgern im 
Falle eines GAU nichts passiert weil ja alle Vorschriften eingehalten 
werden. Der GAU wird so zum internen Vorgang. Wir Bürger bekommen den 
GAU gar nicht erst mit.

Für uns Bürger ist der Sprachgebrauch "annahmen" jedoch anders. Wer 
nehmen an, dass das Ding im Extremfall (aus welchen Gründen auch immer) 
hochgeht und alles verseucht. Und vor DIESEM event wollen wir doch 
geschützt werden, oder? Es ist das worst-case Szenario, das Schlimmste 
was passieren kann. Die Flanschdicke, der Maximaldruck oder sonstige 
technische Details interessieren uns doch dann gar nicht mehr.

Ein beherrschbarer GAU - für mich ein Oxymoron.

von Falk B. (falk)


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@  Platinenschwenker .. (platinenschwenker)

>erleben wir neben allen Elends gerade wie ein Volk lernt eine kritische
>Haltung und damit Distanz zur eigenen Regierung und gewissen Konzernen
>auszubilden.

Hoffen wir es. Bisher war es ja eher militärische Unterordnung.

http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2713050

"Die Konsequenz ist, dass Japaner nicht an der Kompetenz jener Menschen 
zweifeln, die Probleme lösen sollen. Deren Sachkenntnis wird in jedem 
Fall höher eingeschätzt als die eigene. Japaner glauben, dass es der 
Lösung der Schwierigkeiten eher schadet, wenn man eigene Interessen und 
die eigene Befindlichkeit nach außen kehrt."

@  Thilo M. (power)

>Die Pumpen werden mit Dampf angetrieben, die Ölversorgung der Lager
>funktioniert mit Strom, in diesem Fall auch mit Batterien möglich.
>Ohne Schmierung ist die Lebensdauer sehr begrenzt, wie bei allen großen
>Pumpen. Da kommen irgendwann daumendicke Späne aus den Lagern.

Hmm, "Wie man Probleme mit High Tec löst, die man ohne sie nie hätte". 
Warum zum Geier muss denn alles mit Strom laufen. Auch wenn ich damit 
meine Brötchen verdiene (Geräte die mit Strom was machen), so kenne ich 
dennoch ansatzweise die Grenzen der Sache.
Warum nicht "old School" die Pumpe rein mechanisch schmieren, macht jede 
Ölpumpe im Auto so?

Back to the roots!

MFG
Falk

von Alexander B. (chasm)


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Unbekannt Unbekannt schrieb:

> Zu den Neutronen-Messwerten: Das bedeutet doch, dass eine Kettenreaktion
> im Gang ist, oder?

Neutronenfluss ist ein starkes Zeichen für eine Kettenreaktion.

"Wieviel" Kettenreaktion 0.01 mikro Sv/h Neutronenfluss bedeuten kann 
ich nicht beantworten.
Ich kann auf die schnelle auch keine Vergleichswerte aus dem 
Normalbetrieb der Reaktoren finden.

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
> Ein beherrschbarer GAU - für mich ein Oxymoron.

Dann bist du in einem Technikforum eben falsch...

von Uhu U. (uhu)


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Alexander B. schrieb:
> "Wieviel" Kettenreaktion 0.01 mikro Sv/h Neutronenfluss bedeuten kann
> ich nicht beantworten.

Das ist ja wohl auch noch eine Frage der Entfernung des Meßgerätes vom 
Ort der Kettenreaktion.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Falk Brunner (falk) schrieb:

> Und nochmal, den Japanern geht es IMO in erster Linie
> darum, ihr Land vor der Megakatastophe zu retten.

Ich weiß.

> Da vergessen viele
> ihre ohnehin untergeordneten Eigeninteressen. Ob man das nun heroisch,
> solidarisch oder dämlich nennen will kann jeder selber entscheiden.

ICh wüsste trotz allem noch immer keinen Grund, warum es besser sein 
sollte, immer die gleichen Leute diesem Dauerstress - der Rettung der 
Welt - auszusetzen, als wie im Schichtbetrieb üblich wechselnde 
Mannschaften einzusetzen. Irgendwann klappt jeder mal zusammen, damit 
ist niemandem geholfen.

> Ich wünsche den Jungs Glück

Ich auch.

Die Windrichtung steht übrigens relativ günstig. Laut ZDF (Inge Niedek 
meine ich wars) sieht nur wenige Ausleger dir Richtung Tokio drehen 
könnten. Zumindest die nächsten Tage werden sie mit einem blauen Auge 
davonkommen denke ich. Aber man weiß ja nie ..

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> ICh wüsste trotz allem noch immer keinen Grund, warum es besser sein
> sollte, immer die gleichen Leute diesem Dauerstress - der Rettung der
> Welt - auszusetzen, als wie im Schichtbetrieb üblich wechselnde
> Mannschaften einzusetzen.

Kannst du dir nicht vorstellen, daß die gesamte Logistik in der Gegend 
in einem ziemlich schlechten Zustand ist? Ist das tatsächlich so schwer?

von Falk B. (falk)


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@  Michael K-punkt (charles_b)

>Genau so ist es: es wird "angenommen" dass etwas passieren kann - und
>das (und was) sie dann noch dagegen tun können.

Yep.

> Und dass uns Bürgern im
>Falle eines GAU nichts passiert weil ja alle Vorschriften eingehalten
>werden.

Es passiert schon was, aber nur "vertretbarer Schaden".

> Der GAU wird so zum internen Vorgang. Wir Bürger bekommen den
>GAU gar nicht erst mit.

Bekommen sie schon, aber es ist ein "kontrollierter, überschaubarer" 
Schaden. Wie ein Autounfall, der auch ggf. tödlich sein kann. Ist aber 
kein Grund, alle Autos zu verbieten.

>Für uns Bürger ist der Sprachgebrauch "annahmen" jedoch anders. Wer
>nehmen an, dass das Ding im Extremfall (aus welchen Gründen auch immer)
>hochgeht und alles verseucht.

Das ist keine Annahme, das ist pure Panik. Mit dem Ansatz kannst du 
nahezu
GAR NICHTS mehr machen, siehe Autounfall.

> Und vor DIESEM event wollen wir doch
>geschützt werden, oder?

Nein.

> Es ist das worst-case Szenario, das Schlimmste
>was passieren kann.

Das ist aber nicht der GAU, sondern der Super-GAU.

>Ein beherrschbarer GAU - für mich ein Oxymoron.

Nö, du hast dich nur mental am Weltuntergang festgebissen.

Größter Anzunehmender Unfall. Da kann man vieles reinpacken und 
Gegenmassnahmen treffen. Notstrom, Redundanz, Diversität, selbst die 
bewusste, schwache Verstrahung von Anlagenteilen und Umwelt (Dampf 
ablassen). Wird zwar kein Betreiber oder Politiker so sagen, ist aber 
so, wenn man mal nachliest.
Was man in diese Betrachtung (mehr oder weniger) bewußt NICHT reinpackt 
sind halt "Mega-Events" ala Tsunami mit 10m Welle, Erdbeben mit 9,0, 
anderes Dinge, sie SEHR unwahrscheinlich sind, wenn gleich MÖGLICH.
Auch in Deutschland kann es mal 9,0 geben. SEHR unwahrscheinlich, ab 
NICHT unmöglich. Tsunami geht auch, zumindest das Wasser im 
Atlantik/Nordsee ist da. Wo steht das 1. AKW an der Nordseeküste? Was 
passier bei einer noch größeren Sturmflut als in den 60igern mit den 
AKWs um Hamburg? Hmmm?
Und dann kommen noch andere, bisher schlicht übersehene Sachen. 
Netzausfall im Münsterland. Kann sowas ähnliches auch ein AKW isolieren? 
Wenn dann der Diesel streikt . . .

Also nochmal. Man WEIß, dass es Ereignisse jenseits der Betrachtung 
eines GAU gibt. Aber man stuft sie als so selten ein, dass sich der 
Aufwand sich dagegen zu schützen als zu hoch eingestuft wird. Manchmal 
ein fataler Irrtum, auch nach Jahrzehnten . . .

MFG
Falk

von Alexander B. (chasm)


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Michael K-punkt schrieb:
> Walter S. schrieb:
>> Unsinn, lies doch bitte erst Mal im vielgescholtenen Wikipedia nach was
>> unter GAU zu verstehen ist, der wird nämlich nicht ausgeschlossen,
>> vielmehr wird angenommen dass er passieren kann!
>
> ==> "Es ist somit der größte Unfall, der bei der Planung einer
> kerntechnischen Anlage anzunehmen ist." (wikipedia)
>
> Genau so ist es: es wird "angenommen" dass etwas passieren kann - und
> das (und was) sie dann noch dagegen tun können. Und dass uns Bürgern im
> Falle eines GAU nichts passiert weil ja alle Vorschriften eingehalten
> werden. Der GAU wird so zum internen Vorgang. Wir Bürger bekommen den
> GAU gar nicht erst mit.


Inwiefern die Wortkonstruktion GAU Sinn macht oder nicht sei mal 
dahingestellt.

Was wichtig ist ist das mit jedem Unfall der passiert der GAU neu 
definiert wird.

Scheinbar ist es allerdings so das in Fukushima Daiichi die Erkenntnisse 
aus Three Mile Island, sprich bauliche Modifikationen für die GE BWR-3 
Reaktoren, am  **nicht** umgesetzt worden sind.

Via arstechnica, 
http://arstechnica.com/civis/viewtopic.php?f=26&t=1139141&start=240 :
> Posted: Tue Mar 15, 2011 10:12 am by dio82
>
> This just in from our experts:
>
> Apparently the Fukushima plants were never retrofitted after TMI with
> filtered containement venting capability. The only thing that they have
> is a pressure relief line with a manual valve dating back to the
> construction period that empties into or past (not sure) the spent fuel
> pool.
>
[...]

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> ICh wüsste trotz allem noch immer keinen Grund, warum es besser sein
>> sollte, immer die gleichen Leute diesem Dauerstress - der Rettung der
>> Welt - auszusetzen, als wie im Schichtbetrieb üblich wechselnde
>> Mannschaften einzusetzen.
>
> Kannst du dir nicht vorstellen, daß die gesamte Logistik in der Gegend
> in einem ziemlich schlechten Zustand ist? Ist das tatsächlich so schwer?

Was braucht es da viel Logistik für? Etwas guten Willen braucht es mehr 
nicht. Sie haben auch 750 Leute aus der Anlage abgezogen, die Logistik 
dafür hatten sie auch. Und die Logistik für Hubschrauber die Wasser über 
den Reaktoren ablassen sollen scheint wohl auch vorhanden, auch wenn es 
eher als ein Verzweiflungsakt anmutet.

von Uhu U. (uhu)


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Falk Brunner schrieb:
> Tsunami geht auch, zumindest das Wasser im Atlantik/Nordsee ist da.

Tsunamis sind sogar schon an der norwegischen Küste entstanden - die 
Überreste von riesigen Rutschungen, die einen Tsunami zur Folge haben, 
hat man gefunden.

Völlig unmöglich sind solche Ereignisse als auch an der Nordseeküste 
nicht.

von Falk B. (falk)


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@Platinenschwenker .. (platinenschwenker)

>ICh wüsste trotz allem noch immer keinen Grund, warum es besser sein
>sollte, immer die gleichen Leute diesem Dauerstress - der Rettung der
>Welt - auszusetzen, als wie im Schichtbetrieb üblich wechselnde
>Mannschaften einzusetzen.

Wenn die Jungs dort die Möglichkeiten haben, Leute auszuwechseln, dann 
werden sie genutzt. Die Japaner ticken zwar anders, sind aber niht blöd. 
Wenn nicht, dann muss es damit gehen, was verfügbar ist.
Ausserdem werden wahrscheinlich viele Leute bis zur Erschöpfung sich 
einsetzen, eben weil es um ALLES geht, und weil sie die Mentalität dazu 
haben.

MFG
Falk

von Alexander B. (chasm)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Alexander B. schrieb:
>> "Wieviel" Kettenreaktion 0.01 mikro Sv/h Neutronenfluss bedeuten kann
>> ich nicht beantworten.
>
> Das ist ja wohl auch noch eine Frage der Entfernung des Meßgerätes vom
> Ort der Kettenreaktion.

Das ist korrekt, Abstand hat gewaltigen Einfluss bei Strahlung. Die 
Kugeloberfläche aus dem Geometrieunterricht lässt grüßen.

Wir wissen aber das es sich um eine 10fache Erhöhung gegenüber dem 
Messwerten vor dem Brand im Brennelementebecken des Reaktor 4 handelt. 
Messort ist "Portal" also das Eingangstor der Gesamtanlage.


Hier ein Google Translate Link für das oben verlinkte Dokument, ich 
hoffe er funktioniert:
http://translate.google.com/translate?js=n&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&layout=2&eotf=1&sl=ja&tl=de&u=http%3A%2F%2Fwww.tepco.co.jp%2Fcc%2Fpress%2Fbetu11_j%2Fimages%2F110315l.pdf&act=url

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Was braucht es da viel Logistik für? Etwas guten Willen braucht es mehr
> nicht.

Du brauchst Fahrzeuge, Treibstoff und befahrbare Straßen - das ist nach 
einem Erdbeben der Magnitude 9 mit nachfolgendem Tsunami alles, nur 
nicht selbstverständlich. Wenn was kaputt geht, fehlen Ersatzteile und 
Personal, das die Reparaturen an den Fahrzeugen ausführen kann.

Zudem kosten solche Transporte Zeit, wenn sie aus der Gerfahrenzone 
herausführen sollen - die fehlt den Leuten bei der Regeneration.

Zudem dürften von den 750 Leuten bei weitem nicht alle mit den jetzt 
notwendigen Tätigkeiten vertraut sein.

Platinenschwenker, ich wundere mich immer wieder aufs neue über deine 
Wohnzimmer-Phantasielosigkeit. Du hast offenbar nicht die geringste 
Vorstellung davon, was so eine Ausnahmesituation bedeutet.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu (uhu) du weißt doch überhaupt nicht wie die Gegebenheiten vor 
Ort sind.

Und außerdem

> Zudem kosten solche Transporte Zeit, wenn sie aus der Gerfahrenzone
> herausführen sollen - die fehlt den Leuten bei der Regeneration.

Das halte ich für ein sehr einfältiges Argument. Regeneration in einem 
gerade berstenden Reaktorgebäude ist bestimmt nicht angenehmer als ein 
Transportweg aus der Gefahrenzone.

Und außerdem gibt es auch Hubschrauber. Die legen 30 Km in Null komme 
nix zurück. Das wird ein High-Tech Land wie Japan doch wohl haben oder?

Außerdem ist die Brandbekämpfung in Block 4 durch Angehörige der US-Army 
geleistet worden. Die sind bestimmt nicht mit der Bummelbahn dort hin 
gekommen.

von Jonny O. (-geo-)


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was ist eigentlich, wenn kein Arbeiter Lust hat dort zu Arbeiten? Zwingt 
man die Leute dann sich dieser Gefahr auszusetzen, so wie man das damals 
in Russland gemacht hat?

Ich meine man muss schon extrem idealistisch sein, sich dort freiwillig 
verstrahlen zu lassen.

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Das halte ich für ein sehr einfältiges Argument.

Dann ist dir nicht zu helfen.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Jonny Obivan schrieb:
> was ist eigentlich, wenn kein Arbeiter Lust hat dort zu Arbeiten? Zwingt
> man die Leute dann sich dieser Gefahr auszusetzen, so wie man das damals
> in Russland gemacht hat?

Nein! Der Premierminister hat heute betont, wer jetzt noch da ist, ist 
freiwillig da zu helfen.

> Ich meine man muss schon extrem idealistisch sein, sich dort freiwillig
> verstrahlen zu lassen.

Anscheinend.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Das halte ich für ein sehr einfältiges Argument.
>
> Dann ist dir nicht zu helfen.

Mir brauchst du nicht helfen, Uhu. Feile an deiner Argumentation, die 
hat Lücken.

von Uhu U. (uhu)


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Jonny Obivan schrieb:
> was ist eigentlich, wenn kein Arbeiter Lust hat dort zu Arbeiten? Zwingt
> man die Leute dann sich dieser Gefahr auszusetzen, so wie man das damals
> in Russland gemacht hat?
>
> Ich meine man muss schon extrem idealistisch sein, sich dort freiwillig
> verstrahlen zu lassen.

Das hat nichts mit Idealismus zu tun. Es geht um die Abwendung einer 
sehr großen Gefahr und zum Glück gibt es in solchen Situationen immer 
wieder Leute, die nichts unversucht lassen - sieh dir die Feuerwehren 
an, das sind auch nicht alles Feiglinge.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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> sieh dir die Feuerwehren
> an, das sind auch nicht alles Feiglinge.

Na na!! Wohl zuviel schlechte Hollywoodfilme gesehen, was?

von Michael K. (charles_b)


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Alexander B. schrieb:

>> Apparently the Fukushima plants were never retrofitted after TMI with
>> filtered containement venting capability. The only thing that they have
>> is a pressure relief line with a manual valve dating back to the
>> construction period that empties into or past (not sure) the spent fuel
>> pool.
>>
> [...]

Ja, so etwas ärgert mich maßlos. Die Physiker erfinden das Zeugs, aber 
sie vertrauen dann auch darauf, dass die Ings. den Kasten richtig 
konstruieren und halt auch mal ein update machen.

Doch was passiert: nix und man lernt micht mal aus den Fehlern, die 
anderswo schon gemacht wurden.

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Mir brauchst du nicht helfen, Uhu. Feile an deiner Argumentation, die
> hat Lücken.

Sieh dir die Fotos von Christchurch an, dann weißt du, wie die Straßen 
aussehen. Dann stell dir vor, die Straßen in deiner Umgebung sähen so 
aus und du solltest 30 km entfernt einkaufen gehen, weils vor Ort nichts 
mehr gibt.

Es gibt kein sauberes Wasser mehr, keinen Strom und die 
Kommunikationsmittel sind auch nur lückenhaft, oder gar nicht verfügbar 
und verlassen kann man sich auf nichts.

Und es gibt 40 Millionen andere, die genauso dumm dastehen.

Stell deine Glotze für eine Woche in den Keller - das ist ein übler 
Fantasiekiller - und  stell dir vor, was alles kaputt sein könnte von 
dem, was dir im Moment ganz selbstverständlich ist und denk durch, was 
dir in so einer derart kaputten Umgebung so alles begegnen kann. 
Vielleicht geht dir dann irgendwann ein Licht auf.

> Na na!! Wohl zuviel schlechte Hollywoodfilme gesehen, was?

Definitiv nicht.

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
> Ja, so etwas ärgert mich maßlos. Die Physiker erfinden das Zeugs, aber
> sie vertrauen dann auch darauf, dass die Ings. den Kasten richtig
> konstruieren und halt auch mal ein update machen.
>
> Doch was passiert: nix und man lernt micht mal aus den Fehlern, die
> anderswo schon gemacht wurden.

Da sind wohl eher die Profitmaximierer dran schuld.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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> Sieh dir die Fotos von Christchurch an, dann weißt du, wie die Straßen
> aussehen.

Hä Neuseeland? Was soll ich damit? Was hat das mit Fukushima zu tun?

von Uhu U. (uhu)


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Na denk mal nach, vielleicht kommst du ja auch selbst drauf...

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Na denk mal nach, vielleicht kommst du ja auch selbst drauf...

Uhu Spielchen!

Wie beenden das hier mal an dieser Stelle, sonst gibt es wieder Schelte 
vom Mod oder gar vom Admin. Ist auch nicht sinnvoll und müllt nur den 
Thread zu. Gibt wichtigeres.

von Uhu U. (uhu)


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Sieh dir die Fotos an - das war nur Magnitude 6.

von Michael K. (charles_b)


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Falk Brunner schrieb:

> Bekommen sie schon, aber es ist ein "kontrollierter, überschaubarer"
> Schaden. Wie ein Autounfall, der auch ggf. tödlich sein kann. Ist aber
> kein Grund, alle Autos zu verbieten.

Der Autounfall ist ein gutes Beispiel. Was wäre ein GAU beim Autofahren? 
Es müsste ja ein Unfall sein, bei dem der Fahrer zwar Schaden anrichtet, 
aber stets die Kontrolle über das Geschehen behält.

Wäre ein tödlicher Unfall auch noch ein GAU? Es müsste ja dann der 
erwähnte Super-GAU sein.

>
>>Für uns Bürger ist der Sprachgebrauch "annahmen" jedoch anders. Wer
>>nehmen an, dass das Ding im Extremfall (aus welchen Gründen auch immer)
>>hochgeht und alles verseucht.
>
> Das ist keine Annahme, das ist pure Panik. Mit dem Ansatz kannst du
> nahezu
> GAR NICHTS mehr machen, siehe Autounfall.
>
>> Und vor DIESEM event wollen wir doch
>>geschützt werden, oder?
>
> Nein.

Hm, also ich möchte da eigentlich schon vor geschützt sein. Oder 
zumindest sichergestellt wissen, dass die entstandenen Schäden bezahlt 
werden. Wenn ich mich mit dem Auto zu Tode rase, dann würde die 
Versicherung noch den Brückenpfeiler oder was auch immer zahlen. Bei 
Atom-Katastrophen dürfte aber wohl niemand zahlen. Die 
Versicherungsprämie für solche Projekte wäre zu hoch dass sie jemand 
zahlen könnte - das Projekt unwirtschaftlich.
Da der Haftpflichgedanke fehlt, werden dann auch solche Nachrüstungen 
unterlassen, die das Desaster wohl hätten verhindern können (Ventile). 
Außerdem würde man Kabel vorhalten und die Notstromaggregate so 
montieren, dass sie keinen Hochwasserschaden bekommen.

Wichtige Geschäftsleute (oder die sich halt wichtig nehmen) reisen als 
Team in getrennten Flugzeugen - falls eines abstürzen sollte.....
Doch die KKW baut man nebeneinander hin wie die Gartenhütten bei den 
Kleingärtnern. Dass man so bei einer Flut dumm da steht interessierte 
niemand, weil die Folgeschäden nicht bezahlt werden brauchen.




> Größter Anzunehmender Unfall. Da kann man vieles reinpacken und
> Gegenmassnahmen treffen. Notstrom, Redundanz, Diversität, selbst die
> bewusste, schwache Verstrahung von Anlagenteilen und Umwelt (Dampf
> ablassen). Wird zwar kein Betreiber oder Politiker so sagen, ist aber
> so, wenn man mal nachliest.
> Was man in diese Betrachtung (mehr oder weniger) bewußt NICHT reinpackt
> sind halt "Mega-Events" ala Tsunami mit 10m Welle, Erdbeben mit 9,0,
> anderes Dinge, sie SEHR unwahrscheinlich sind, wenn gleich MÖGLICH.
> Auch in Deutschland kann es mal 9,0 geben. SEHR unwahrscheinlich, ab
> NICHT unmöglich. Tsunami geht auch, zumindest das Wasser im
> Atlantik/Nordsee ist da. Wo steht das 1. AKW an der Nordseeküste? Was
> passier bei einer noch größeren Sturmflut als in den 60igern mit den
> AKWs um Hamburg? Hmmm?

Da denkt man jetzt hoffentlich drüber nach. Gute Anregung!

> Und dann kommen noch andere, bisher schlicht übersehene Sachen.
> Netzausfall im Münsterland. Kann sowas ähnliches auch ein AKW isolieren?
> Wenn dann der Diesel streikt . . .

Wenn ich weiß dass es passieren könnte, sollte ich mir Gedanken für 
Gegenmaßnahmen machen.

Im Alltag werden wir geradezu überhäuft mit solchen Sicherheitsnetzen: 
Kostenairbag fürs Handy, Ausschaltschutz für den Wasserkocher, 
Panikschlösser an den Kaufhaustüren, Rutschen aus Flugzeugen etc. etc.

Eine Szenario "kompletter Stromausfall" mit "dann brennt die Gurke halt 
dann durch" zu beantworten halte ich für sehr bedenklich.

> Also nochmal. Man WEIß, dass es Ereignisse jenseits der Betrachtung
> eines GAU gibt. Aber man stuft sie als so selten ein, dass sich der
> Aufwand sich dagegen zu schützen als zu hoch eingestuft wird.

..auch ohne dass ein Anti-Kapitalist zu sein: Gewinne werde 
privatisiert, Schäden werden sozialisiert.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Strom in Japan so viel billiger 
ist, dass man von der Preisdifferenz Tokyo dekontaminieren könnte und 
die Kraftwerksgegend für 100 Jahre bewachen könnte.

> Manchmal
> ein fataler Irrtum, auch nach Jahrzehnten . . .

Ja, wie man jetzt eben leider sieht... Daher ja mein Plädoyer, über das 
A in GAU verstärkt nachzudenken.

Gruß
Michael

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Sieh dir die Fotos an - das war nur Magnitude 6.

Uhu die meisten Zerstörungen hat der Tsunami ausgelöst und nicht das 
Beben, sonst stünde Tokio nicht mehr. Tokio hat kaum Beben Schäden. Ich 
kenne die Gegenheiten um Fukushima nicht, aber hier auf dem Bild
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-65742-2.html
sieht man wie hinter dem Gelände eine Anhöhe beginnt. Da ist die 
Tsunamiwelle bestimmt nicht hingekommen, folglich wird dort die 
Infrastruktur auch nicht zerstört sein. Da wird es Strassen geben usw. 
Das Problem mit dem sauberen Wasser haben die Leute im Kraftwerksblock 
ebenso. Das ist kein Argument für ein zwanghaftes Verweilen im 
Reaktorgebäude und Wasserflaschen lassen sich leicht auch durch die 
US-Armee transportieren. Die werden auch noch irgendwo vor Ort sein. Wir 
reden hier nicht über ein Entwicklungsland, sondern über eine High-Tech 
Nation. Denen mögen ein paar Jets weggespült worden sein (wie zu sehen 
war), aber Hubschrauber haben sie mit Sicherheit und die können nahezu 
überall landen. Das sind alles keine Argumente gegen das was ich 
angeführt habe.

Aber vielleicht gibt es auch eine andere Wahrheit und es haben sich nur 
noch 50 Leute bereiterklärt den "Harakiri" mitzumachen. Der Rest ist 
weggelaufen. Nur hat es der Premier eben etwas heldenhafter ausgedrückt. 
Wer weiß?!

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Da ist die
> Tsunamiwelle bestimmt nicht hingekommen, folglich wird dort die
> Infrastruktur auch nicht zerstört sein.

Du meinst wirklich, daß ein Beben der Magnitude 9 - das ist die 
1000-fache Energie von dem, das Christchurch verwüstet hat - dessen 
Epizentrum nur 140 km entfernt lag, keine Verwerfungen zur Folge hat?

Du bist lustig... Die gesamte Hauptinsel wurde um 3 Meter verschoben.

von Michael K. (charles_b)


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Ich vermute mal, dass eine sorgsame Aufarbeitung der Ereignisse zu dem 
Ergebenis kommen wird, dass die TECPO-Leute den Ernst der Lage nicht 
gleich gecheckt haben und dass auch der Regierung nicht  klar war WAS da 
auf dem Spiel steht. In so einem Fall nur die Firmenmitarbeiter mal 
machen zu lassen ist verantwortungslos. Hier hätte gleich ein 
Spezialtrupp der Armee oder von den Amis eingreifen müssen (falls es so 
etwas überhaupt gibt).

Wenn jetzt der Reaktor in eine Erdbebenspalte gerutscht wäre und dann - 
kwack - das Containment zerquetscht geworden wäre... ok, da kann mal 
nicht mehr viel machen.

Aber dass die Dinger wegen Strommausfall oder wegen ein paar fehlender 
Kabel die Grätsche machen ist doch eher ein Hinterhaustreppenwitz.

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
> Hier hätte gleich ein
> Spezialtrupp der Armee oder von den Amis eingreifen müssen

Weil die die Anlage besser kennen, als die Leute, die dort arbeiten? Ist 
das nicht ein wenig weltfremd?

> doch eher ein Hinterhaustreppenwitz.

Nein, das ist eine echte, leibhaftige Katastrophe, bei der eben nichts 
mehr so funktioniert, wie gewohnt.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Du meinst wirklich, daß ein Beben der Magnitude 9 - das ist die
> 1000-fache Energie von dem, das Christchurch verwüstet hat - dessen
> Epizentrum nur 140 km entfernt lag, keine Verwerfungen zur Folge hat?

Das hab ich nicht gesagt. Einige Strassen hat es in Mitleidenschaft 
gezogen, das war zu sehen. Aber wie gesagt, Tokio steht noch und dort 
gehen die Leute fast ganz normal ihrem Alltag nach. Nur gehamstert wird 
augenblicklich was das Zeug hält. Die Hauptzustörung hat der Tsunami 
angerichtet. Bahn scheint nicht zu fahren. Die 10 Techniker haben für 
die 300 Km vom Reaktor in den Süden 12h gebraucht - das ist schon 
deftig. Nähere Einzelheiten waren aber leider nicht zu erfahren. Ach ja, 
einer hat gesagt, dass das Reaktorpersonal Zitat "nur herumgestanden 
hätte". Weiß nicht was genau er damit gemeint hat.

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Bahn scheint nicht zu fahren. Die 10 Techniker haben für
> die 300 Km vom Reaktor in den Süden 12h gebraucht - das ist schon
> deftig.

Na siehste, das gibt doch schonmal einen kleinen Vorgeschmack...

Daß Bahnen nach so einem Erdbeben noch fahren, ist ganz einfach nicht zu 
erwarten. Die Bahn wird ihre Züge nicht reihenweise wegen verzogener 
Gleise ins Abseits rasen lassen wollen.

> Nähere Einzelheiten waren aber leider nicht zu erfahren.

Da wirst du eben mal deine Fantasie und die Kombinationsgabe anwerfen 
müssen...

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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> Da wirst du eben mal deine Fantasie und die Kombinationsgabe anwerfen
> müssen...

Lassen wir besser mal die Fakten sprechen.

Nebenbei, kleine komische Anekdote der Havarie: Laut Wetterbericht ZDF 
wird prognostiziert, dass die radioaktive Wolke aufs offene Meer in 
Richtung (na wohin? Richtig!) in Richtung Nord Amerika driften wird oder 
nach Kanada. Natürlich wird bis dahin viel von der Aktivität weg sein 
(Verdünnung, herabregnen), so dass der Rest wohl harmlos ist. Aber ich 
hab schon den Aufschrei überängstlicher amerikanischer Muttis im Ohr

"Oh my God!! We are all going to death!!"

Ganz Amerika wird in Aufruhr sein. Angeblich decken sie sich bereits mit 
Jodtabletten ein.

Europa bekommt nix ab.

Vielleicht befördert das dem Obama die Gesundheitsreform. Wer weiß?! ;-)

von Uhu U. (uhu)


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Das finde ich bezeichnend: Keine Vorstellung davon, was so eine 
Naturkatastrophe bedeutet, aber Angst um den eigenen Arsch.

Man sollte glatt einen Handel mit Zuckerpillen aufziehen - in 
Jodtablettenschachteln. Das gibt bestimmt ein florierendes Geschäft und 
hat für die Deppen den Vorteil, daß sie von den Nebenwirkungen der 
Jodtabletten verschont werden.

von Michael K. (charles_b)


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Jodtabletten einfach mal so aus Angst zu nehmen ist wohl nur eines:

idJODisch

von Falk B. (falk)


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@  Michael K-punkt (charles_b)

>Der Autounfall ist ein gutes Beispiel. Was wäre ein GAU beim Autofahren?
>Es müsste ja ein Unfall sein, bei dem der Fahrer zwar Schaden anrichtet,
>aber stets die Kontrolle über das Geschehen behält.

Kontrolle vielleicht nicht, aber Schäden in "begrenztem" Umfang.
Im Prinzip alles, was mit einem Crash Test abgedeckt wird.

>Wäre ein tödlicher Unfall auch noch ein GAU?

Nein.

> Es müsste ja dann der erwähnte Super-GAU sein.

Ja.

>Hm, also ich möchte da eigentlich schon vor geschützt sein. Oder
>zumindest sichergestellt wissen, dass die entstandenen Schäden bezahlt
>werden.

Mal wierder typisch deutsch, es geht immer ums Geld :-(

> Wenn ich mich mit dem Auto zu Tode rase, dann würde die
>Versicherung noch den Brückenpfeiler oder was auch immer zahlen. Bei
>Atom-Katastrophen dürfte aber wohl niemand zahlen.

Doch, der Steuerzahler, denn der zahlt IMMER. Bei "gottgegebenen" 
Naturkatastrophen genauso wie "Bankenkrisen" und den "guten, alten" 
Kriegen.

> Die
>Versicherungsprämie für solche Projekte wäre zu hoch dass sie jemand
>zahlen könnte - das Projekt unwirtschaftlich.

Aha, es dämmert. Schau dir mal die Versichtungsbedingungen der AKWs an 
und denk nach . . .

>Da der Haftpflichgedanke fehlt, werden dann auch solche Nachrüstungen
>unterlassen, die das Desaster wohl hätten verhindern können (Ventile).

Ein Ventil allein löst das Problem nicht, dazu ist der Ausfall an 
lebensnotwendiger Technik zu groß.

>Außerdem würde man Kabel vorhalten und die Notstromaggregate so
>montieren, dass sie keinen Hochwasserschaden bekommen.

Hinterher ist man meistens schlauer . . . :-(

>Wichtige Geschäftsleute (oder die sich halt wichtig nehmen) reisen als
>Team in getrennten Flugzeugen - falls eines abstürzen sollte.....
>Doch die KKW baut man nebeneinander hin wie die Gartenhütten bei den
>Kleingärtnern. Dass man so bei einer Flut dumm da steht interessierte
>niemand, weil die Folgeschäden nicht bezahlt werden brauchen.

Naja, soooo einfach isses sicher nicht. Und niemand will AKWs in der 
Gegend verteilen wie Windräder oder Parkplätze. Warum wohl?

>Wenn ich weiß dass es passieren könnte, sollte ich mir Gedanken für
>Gegenmaßnahmen machen.

Konjunktivus Maximus ;-)

>Eine Szenario "kompletter Stromausfall" mit "dann brennt die Gurke halt
>dann durch" zu beantworten halte ich für sehr bedenklich.

Kann man so sagen. Ist aber wohl so. Wenn einfach nur das Zeug vor sich 
hinkochen würde, könnte man das noch verkraften. Aber wenn der Müll weit 
verteilt in die Umwelt gelangt ist Schluß mit lustig.

>..auch ohne dass ein Anti-Kapitalist zu sein: Gewinne werde
>privatisiert, Schäden werden sozialisiert.

Ist leider so.

>Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Strom in Japan so viel billiger
>ist, dass man von der Preisdifferenz Tokyo dekontaminieren könnte und
>die Kraftwerksgegend für 100 Jahre bewachen könnte.

Solche Betrachtung werden leider oft erst hinterher angestellt.

"Nobody cares how it works as long as it works."

>Ja, wie man jetzt eben leider sieht... Daher ja mein Plädoyer, über das
>A in GAU verstärkt nachzudenken.

Das wird hoffentlich geschehen. Und auch mit Handlungen unterlegt. Und 
bitte kein billiger Aktionismus.

MFG
Falk

von Falk B. (falk)


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@Uhu Uhuhu (uhu)

>Man sollte glatt einen Handel mit Zuckerpillen aufziehen - in
>Jodtablettenschachteln. Das gibt bestimmt ein florierendes Geschäft und
>hat für die Deppen den Vorteil, daß sie von den Nebenwirkungen der
>Jodtabletten verschont werden.

Das wäre mal ein echter Leerverkauf ;-)

von Seb x. (dill)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Man sollte glatt einen Handel mit Zuckerpillen aufziehen ...
> von den Nebenwirkungen ... der verschont ...

das wäre dann
http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie

von Michael K. (charles_b)


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Falk Brunner schrieb:

>>Hm, also ich möchte da eigentlich schon vor geschützt sein. Oder
>>zumindest sichergestellt wissen, dass die entstandenen Schäden bezahlt
>>werden.
>
> Mal wierder typisch deutsch, es geht immer ums Geld :-(

Mal wieder ein typisches Eigentor. Du hattest mit dem Aufwand ja weiter 
oben erwähnt. Typisch deutsch dürfte sein, dass wir das als "typisch 
deutsch" bezeichnen - doch in Japan und USA rechnen die Versicherungen 
nicht viel anders als bei uns auch.

>>Atom-Katastrophen dürfte aber wohl niemand zahlen.
>
> Doch, der Steuerzahler, denn der zahlt IMMER. Bei "gottgegebenen"
> Naturkatastrophen genauso wie "Bankenkrisen" und den "guten, alten"
> Kriegen.

Niemand von den Leuten, die die Entscheidungen getroffen haben. Kein 
Banker, kein AKW-Vorstand, kein Politiker.

>> Die
>>Versicherungsprämie für solche Projekte wäre zu hoch dass sie jemand
>>zahlen könnte - das Projekt unwirtschaftlich.
>
> Aha, es dämmert. Schau dir mal die Versichtungsbedingungen der AKWs an
> und denk nach . . .

Ist diese Spitze nicht auch überflüssig? Denn das finanzielle Argument 
kommt ja auch von dir.

von Stephan S. (outsider)


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Michael K-punkt schrieb:
> Jodtabletten einfach mal so aus Angst zu nehmen ist wohl nur eines:
>
> idJODisch

Ja, da stimme ich zu. Aber es schadet wohl auch nicht ne Packung für 
einen Euro zu kaufen bevor alle die Angst kriegen und es auf einmal 
keine mehr gibt.

Wenn ich den ARD Ticker so sehe dass jetzt niemand mehr vor Ort ist weil 
das Strahlungsniveau zu hoch ist, dann kann ich mir auch nicht 
vorstellen dass es nochmal in den Griff kommt. Wenn da wo ein Leck ist 
wird sich das wohl nicht von slebst schließen und die Radioaktivität 
wieder nachlassen.

von Pink S. (pinkshell)


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Mir fällt auf, dass in der Berichterstattung die Gefahren durch 
Strahlung stark überbewertet werden.

100 mSv steckt der Mensch meist problemlos weg, das hat er in der 
Evolution so gelernt. Jeden Tag ein Päckchen Zigaretten, oder 20 kg 
Übergewicht, oder besoffen Autofahren ist viel schädlicher, trotzdem 
machen es viele ohne darüber nachzudenken. In der Strahlentherapie 
werden Dosen von über 10 Sv eingesetzt.

Rauchen und Fast-Food verbieten wäre für die Bevölkerung wesentlich 
gesünder als die AKWs dichtmachen. Vor allem wenn nur Deutschland 
aussteigt.

von Timo S. (kaffeetas)


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die Bilder von Block 4 sehen gar nicht gut aus:
http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/japan_akw_fukushima_1.9911264.html

kann sowas durch kochendes Wasser im Inneren verursacht werden?

von (prx) A. K. (prx)


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Timo S. schrieb:

> die Bilder von Block 4 sehen gar nicht gut aus:
> http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/japan_akw_fukushima_1.9911264.html
> kann sowas durch kochendes Wasser im Inneren verursacht werden?

In http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,751086,00.html 
heisst es, dass bei #4 das komplette Kerninventar im Abklingbecken liegt 
(lag?). Also im Dachgeschoss. Wie das mit den Bild zusammengeht frage 
ich mich auch.

von Timo S. (kaffeetas)


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hier gibts einigermaßen aktuelle Bilder:
http://www.digitalglobe.com/index.php/27/Sample+Imagery+Gallery

von Uhu U. (uhu)


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Stephan S. schrieb:
> Ja, da stimme ich zu. Aber es schadet wohl auch nicht ne Packung für
> einen Euro zu kaufen bevor alle die Angst kriegen und es auf einmal
> keine mehr gibt.

So eine normale Packung aus der Apotheke reicht dafür nicht. Die Dosis, 
die man gegen radioaktives Jod schlucken muß, ist um ein vielfaches 
höher und kann massive Nebenwirkungen haben.

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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Seb xxx schrieb:
> das wäre dann
> http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie
>
>
>
>     Beitra

nee, da müsstest du ein wenig der Suppe aus einem Abklingbecken oder 
Reaktor nehmen und so lange verdünnen, das rein rechnerisch nix mehr in 
der Lösung drin sein kann.
Das wäre Homöopathie

von Uhu U. (uhu)


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Aber der Zucker wäre schon mal da ;-)

von Walter S. (avatar)


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Falk Brunner schrieb:
>>Der Autounfall ist ein gutes Beispiel. Was wäre ein GAU beim Autofahren?
>>Es müsste ja ein Unfall sein, bei dem der Fahrer zwar Schaden anrichtet,
>>aber stets die Kontrolle über das Geschehen behält.
>
> Kontrolle vielleicht nicht, aber Schäden in "begrenztem" Umfang.
> Im Prinzip alles, was mit einem Crash Test abgedeckt wird.
>
>>Wäre ein tödlicher Unfall auch noch ein GAU?
>
> Nein.

sehe ich anders,
beim Autofahren ist ein tödlicher Unfall immer noch ein GAU,
der Tod ist da makabrerweise einfach mit einkalkuliert.
Ansonsten würden wir ja auch ein paar Tausend Super-GAUs jedes Jahr 
akzeptieren.
Ein Super-GAU wäre z.B. das Auto rast in eine Chemiefabrik/AKW und das 
ganze verseucht die Gegend

von Florian *. (haribohunter)


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Gerade im Ticker:

Welt.de
9.55 Uhr: Bei den abgebrannten Brennstäben in Reaktor 4 des 
Atomkraftwerks Fukushima Daiichi hat höchstwahrscheinlich bereits wieder 
eine unkontrollierte Kettenreaktion eingesetzt. Das sagte der 
international tätige Atomgutachter Shaun Burnie. Im Abklingbecken des 
Reaktors 4 lagern 135 Tonnen abgebrannte Brennelemente. "Es gibt dort 
keine Kontrollstäbe wie in aktiven Reaktoren, der Spaltprozess läuft 
unkontrolliert ab“, sagte Burnie. Das würde den mehrfach beobachteten 
weißen Rauch oder Dampf erklären. Eine besondere Gefahr gehe jetzt von 
etwa einer Tonne Plutonium aus, die in den Stäben enthalten sei.

Zitat Wiki: Zur sicheren Entstehung von Krebs reicht vermutlich eine 
Menge von einigen Mikrogramm aus.

.. sagen wir mal 10. Also reichen 1g PU um 100k Menschen sicher zu 
verkrebsen. Eine Tonne reicht dann fuer 100Millarden Menschen. - Und die 
liegt offen in der Umwelt und reagiert vor sich hin. Yep, wir kriegen 
unseren Planeten noch kaputt.
- Da wird bald eine recht grosse Wolke Richtung USA unterwegs sein.

von Frank M. (ukw) (Moderator) Benutzerseite


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Florian *.* schrieb:

> .. sagen wir mal 10. Also reichen 1g PU um 100k Menschen sicher zu
> verkrebsen. Eine Tonne reicht dann fuer 100Millarden Menschen.

Das ist eine Milchmädchenrechnung. Das ist genauso schlecht gerechnet 
wie:

"10 Liter Wasser im Eimer töten einen Menschen, wenn ich ihn eintunke. 
Also könnte ich mit dem Meerwasser auf der Erde die Menschheit 
ausrotten."

von Florian *. (haribohunter)


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Stimmt schon.... nur das sich das Zeug nun grossflaechig verteilen wird. 
Ueber das Loeschwasser ins Meer fliessen und mit den Rauchgasen in die 
Atmosphaere entweichen. Ein wenig wird sich sicher noch einen Weg ins 
Grundwasser schmelzen.
Beten hilft gegen Physik auch nicht mehr viel.

Ich hoffe jeder hat sein Handtuch dabei.
DON'T PANIC!

von Icke ®. (49636b65)


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Florian *.* schrieb:

> Ich hoffe jeder hat sein Handtuch dabei.
> DON'T PANIC!

YMMD!

PS: In ein paar Wochen (oder vielleicht Tagen) wird der Begriff 
"Super-GAU" nur noch den zweiten Platz der Termini zur Beschreibung von 
KKW-Unfällen einnehmen. Nach Fukushima wird die Pole Position dann 
"Ultra-GAU" heißen.

von Maximilian K. (simulator)


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Nun werden also die Atomkraftwerke in Deutschland auf ihre Sicherheit 
überprüft. Da kann ich nur sagen – nichts dazugelernt! Technik ist per 
se unsicher. Das weiß jedes Kind nachdem es die ersten Bauklötze 
übereinander gestapelt hat und dieser Turm umfiel.

Was diese Politiker aber nicht untersuchen und offenlegen ist, wie viel 
Leid ein in Mitteleuropa abbrennender Reaktor den Menschen bringt und ob 
die Menschen bereit sind diesen Preis zu zahlen. Nein, vor dieser Frage 
haben die Atomwirtschaft und die unterstützenden Politiker Heidenangst.

Ich frage mich, wie Menschen so absurde schräg denken und handeln 
können. Die Antwort ist wohl vielschichtig.
Zum Einen ist das Glauben bei diesem Personenkreis wohl stärker als das 
Denken. Sie glauben felsenfest an in der Vergangenheit gelerntes und 
sind nicht fähig Altes neu zu überdenken und neue Schlussfolgerungen zu 
ziehen.
Zum Anderen haben diese Menschen wohl auch ein Defizit an Mitgefühl für 
ihre Mitmenschen und in Verbindung mit ihrer überhöhten kriminellen 
Energie sind sie bereit das Leben der Anderen für ihre Macht- und 
Finanzinteressen zu opfern.
Es ist bedrückend aber wohl normal, dass genau solche 
Ellenbogen-Menschen die Macht haben.

Übrigens werden die Deutschen Atomkraftwerke jetzt einem Stresstest 
unterworfen. Für Sekunden kam bei mir die Angst, den ein Stresstest war 
der Ursprung des Tschernobyl-Supergau. Hab mich aber schnell wieder 
beruhigt, in dem Wissen das die Worte dieser Politiker nur leere 
Sprechblasen sind.

von Thomas B. (detritus)


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Florian *.* schrieb:
> Gerade im Ticker:
>
> Welt.de
> 9.55 Uhr: Bei den abgebrannten Brennstäben in Reaktor 4 des
> Atomkraftwerks Fukushima Daiichi hat höchstwahrscheinlich bereits wieder
> eine unkontrollierte Kettenreaktion eingesetzt. Das sagte der
> international tätige Atomgutachter Shaun Burnie. Im Abklingbecken des
> Reaktors 4 lagern 135 Tonnen abgebrannte Brennelemente. "Es gibt dort
> keine Kontrollstäbe wie in aktiven Reaktoren, der Spaltprozess läuft
> unkontrolliert ab“, sagte Burnie.

Das kann (will?) ich nicht glauben. Wenn die als Neutronenfänger nur 
Borsäure im Wasser haben, wäre das grob fahrlässig.

von Jens M. (Gast)


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Pink Shell schrieb:
> Mir fällt auf, dass in der Berichterstattung die Gefahren durch
> Strahlung stark überbewertet werden.
>
> ...
>
> Rauchen und Fast-Food verbieten wäre für die Bevölkerung wesentlich
> gesünder als die AKWs dichtmachen. Vor allem wenn nur Deutschland
> aussteigt.

Sinnvolle Beiträge haben keine Chance. Wer seitenlang diskutiert welche 
"GAU Stufe" (ein willkürliches theoretisches Konstrukt) dieses Ereignis 
erfüllen könnte will nichts mit Realität zu tun haben.

An Blindheit wird das nur noch von denen übertroffen die meinen - eine 
themenunabhängig immer gleiche - deutsche Ankündigungspolitik 
diskutieren zu müssen wo dich nur Wahlen vor der Tür stehen.

von Uhu U. (uhu)


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Maximilian K. schrieb:
> Nun werden also die Atomkraftwerke in Deutschland auf ihre Sicherheit
> überprüft.

Heiner Geissler hat vorgeführt wie das geht.

> Da kann ich nur sagen – nichts dazugelernt!

Das stimmt überhaupt nicht. Die Baden-Württembergische Umweltministerin 
Tanja Gönner hat gestern verkündet, man sollte die Probleme mit der von 
Geissler vorgeführten Methode angehen.

Das Volk wird hinterher ruhiggestellt sein, Stuttgart 21 wird gebaut und 
die Reaktoren laufen wieder...

von Jens M. (Gast)


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Thomas B. schrieb:
> Das kann (will?) ich nicht glauben. Wenn die als Neutronenfänger nur
> Borsäure im Wasser haben, wäre das grob fahrlässig.

Da wird mit 50 "Arbeitern" - für mich Helden in dieser hochexplosiven 
radioaktiven Hölle - und Dieselpumpen an einem Problem rumgedoktert das 
eine nukleare Großanlage komplett zerlegt hat. Was erwartest du da. Es 
ist ihnen offensichtlich Scheißegal, die Anlage ist aufgegeben. 4 
Hubschrauber zum löschen das ist blanker Hohn. Wie weiter oben 
beschrieben sehe ich die Gefahr das die Abklingbecken kritisch werden. 
Dann pustet die Anlage alles in die Luft was in den alten Brennstäben 
"erbrütet" wurde.

Aber hier ist natürlich wichtiger ob das nun den Tatbestand des Super 
Mega oder Ultra Gau erfüllt. Schreibtischtäterdenke.

von Uhu U. (uhu)


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Thomas B. schrieb:
> Das kann (will?) ich nicht glauben. Wenn die als Neutronenfänger nur
> Borsäure im Wasser haben, wäre das grob fahrlässig.

Wenn die Brennelemente nur noch eine glühende Suppe sind, dann ist nicht 
nur Borsäure im Wasser so gut weiße Salbe.

Wem in dieser Situation nicht der richtige Zauberspruch einfällt, der 
kann nichts ausrichten.

von U. B. (pasewalker)


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Bewundernswert ist die 'Professionalität' insbesondere unserer führenden
Politiker:

"Das ist nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution in der 
Energieversorgung",
so sprach Dr. A. Merkel vor dem Beschluss der Laufzeitverlängerung der 
AKW, vor einem halben Jahr.

Heute, Presseschau DLF ( Süddeutsche Zeitung ), erfährt man:

"Und jetzt? Plötzlich kündigt Merkel an, die Regierung werde auf die 
gesellschaftlichen Gruppen zugehen, um eine Diskussion über die 
Energieversorgung zu führen.Noch dazu soll diese Debatte
ehrlich und offen verlaufen, mithin also das genaue Gegenteil
*****************
einer nächtlichen Sitzung im Kanzleramt mit den Strombossen am Telefon."

> Also: Ausnahmsweise wird einmal NICHT gelogen ...

von M. n. (mneuer)


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Die Russen haben damals 2 Wochen gebraucht um das Feuer in den Griff zu 
bekommen. Die Russen haben damals 600 (!) Piloten geopfert, für einen 
beschissenen Reaktor !

http://www.youtube.com/watch?v=EdKZXJwODL0&feature=related

500.000 Liquidatoren haben dann begannen anschließend mit Bau des 
Sarkophags und Dekontaminierung der unmittelbaren Umgebung.

http://www.youtube.com/watch?v=ieL7R8a15-U&feature=related


Wenn ihr mich fragt werden die Reaktoren auch noch in einem Monat offen 
sein, einzig der Wind wird entscheiden wo der Kram hingeht. Globales 
Russisches Roulette !

von Uhu U. (uhu)


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Wie lange es wohl noch dauert, bis der Unfall als INES 7 klassifiziert 
wird? Die haben ja wohl so langsam den letzten Anschein von Kontrolle 
über das Geschehen verloren.

von Unbekannt U. (unbekannter)


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Tja, und wie makaber ist das denn: Auf Wikileaks kann man heute lesen, 
dass die Probleme schon länger bekannt sind:

  http://www.wikileaks.ch/cable/2008/10/08TOKYO2993.html


In anderen Länder, einschließlich der BRD wird es nicht anders 
aussehen... Aber die Merkel und Westerwelle habe gerade mal vor 6 
Monaten noch mit Inbrust im Bundestag rumposauniert, wie doll sicher 
AKWs sind...

Naja, in anderen Ländern reklamieren die jeweiligen politischen 
Machthaber jeweils für sich, sie hätten die sichersten Reaktoren der 
Welt. Man könnte darüber lachen, wie kindisch und naiv diese Äusserungen 
sind, wenn man nicht live verfolgen könnte, wie ein Hochtechnologie-Land 
wie Japan nur zusehen kann, wie ein Reaktor nach dem anderen hochgeht.

Ansonsten ist es ja schon erschreckend, wie die eigene Bevölkerung und 
die Welt ver*rscht wird: Kaum gibt es aktuelle Luftbilder von 
DigitalGlobe, funktionieren wieder die Live-Video-Bilder vom japanischen 
AKW Fukushima und der AKW-Betreiber veröffentlicht neue Fotos.

Es ist immer das gleiche: Es wird nur das zugegeben und veröffentlicht, 
was eh schon offensichtlich ist und sich nicht weiter verheimlichen 
lässt. Widerlich.

von Peter F. (toto)


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Unterschied GAU---Supergau:

GAU - Ist zwar scheiße gelaufen, doch wir sind auf alles vorbereitet.
Super-GAU - Mist, daran haben wir nicht gedacht.
---------------------------------------------------

Atomkraftdebatte Deutschland:

-Unsere Atomkraftwerke sind alle sicher.

-Dann rummst es in Japan, weil Erdbeben und Tsunami, konnte ja wirklich 
keiner Ahnen.

- Jetzt sind unsere vormals noch so sicheren Atomkraftwerke plötzlich 
nicht mehr so sicher. Hier gibt es zwar keine Tsunamis und Erdbeben, 
aber es könnten ja Terroristen, mit den Flugzeugen und so, man weiß ja 
nicht.

- Unsere Atomkraftwerke sind zwar immer noch sicher, aber nicht mehr so 
ganz.
Die älteren sind nicht mehr so ganz sicher, sondern nur noch fast, 
praktisch nicht mehr Tripple A geratet. Deshalb muss man die vormals 
sicheren Kraftwerke doch noch mal, O-Ton, ohne Tabus, prüfen. Aha, gab 
es vorher Tabus?

-Jetzt sollen die sicheren, aber eben nicht mehr so ganz sicheren, 
Kraftwerke abgeschaltet werden. Nur noch die ganz sicheren sollen 
weiterbetrieben werden.

..........kommt noch wer mit?

-----------------------------------------------------------
Besonders pervers, weltweit wird zu Spenden aufgerufen, man hilft ja 
auch gerne. Aber während mühsam die Millionen eingesammelt werden, 
meldet die BOJ das sie mal eben wieder so an die 100 Milliarden in die 
Märkte pumpen will um sie zu beruhigen.
Na Hauptsache die Aktionäre können ruhig schlafen.

This is the land of confusion:
http://www.youtube.com/watch?v=zU9lv_WqK6k

von Uhu U. (uhu)


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Peter Funke schrieb:
> - Jetzt sind unsere vormals noch so sicheren Atomkraftwerke plötzlich
> nicht mehr so sicher.

Du bist zu voreilig.

> ..........kommt noch wer mit?

Ja, z.B. Tanja Gönner.

Beitrag "Re: Sicherheit von AKWs bei Erdbeben"

von Peter F. (toto)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Peter Funke schrieb:
>> - Jetzt sind unsere vormals noch so sicheren Atomkraftwerke plötzlich
>> nicht mehr so sicher.
>
> Du bist zu voreilig.
>
>> ..........kommt noch wer mit?
>
> Ja, z.B. Tanja Gönner.
>
> Beitrag "Re: Sicherheit von AKWs bei Erdbeben"

Dann sollten wir vielleicht Tanja Gönner und Heiner Geißler als 
Krisenmanager noch Japan schicken.
Die Quatschen dann so lange auf den Reaktor ein bis der gelangweilt 
aufhört zu strahlen.

von Timo S. (kaffeetas)


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Peter Funke schrieb:
> Dann sollten wir vielleicht Tanja Gönner und Heiner Geißler als
> Krisenmanager noch Japan schicken.
> Die Quatschen dann so lange auf den Reaktor ein bis der gelangweilt
> aufhört zu strahlen.

Es sind mind. 4 Reaktoren betroffen das "Krisentotquatschteam" müßte 
also noch verstärkt werden. Es sollte sich aber leicht noch 
entsprechende Verstärkung finden lassen.

von Florian *. (haribohunter)


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Ich verbeuge mich vor den Ingenieuren, Technikern und Arbeitern die 
gerade vor Ort verzweifelt versuchen den Schaden zu begrenzen. Sie 
werden einen hohen Preis fuer die Hybris anderer bezahlen.

von Uhu U. (uhu)


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Stellt euch vor, sowas wäre hier passiert...

Honshu ist im Gebiet von Fukushima nur ~ 130 km breit und das Kraftwerk 
liegt an der Küste. Die betroffene Landmasse ist so vergleichsweise 
klein.

Florian *.* schrieb:
> Ich verbeuge mich vor den Ingenieuren, Technikern und Arbeitern die
> gerade vor Ort verzweifelt versuchen den Schaden zu begrenzen. Sie
> werden einen hohen Preis fuer die Hybris anderer bezahlen.

Allerdings.

Interessant ist, daß sie in den Medien als Arbeiter bezeichnet werden. 
Hochachtung kann ich darin eigentlich keine erkennen.

von Unbekannt U. (unbekannter)


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> Ich verbeuge mich vor den Ingenieuren, Technikern und Arbeitern die
> gerade vor Ort verzweifelt versuchen den Schaden zu begrenzen. Einige
> werden einen hohen Preis fuer die Hybris anderer bezahlen.

Mal ganz zynisch: Einige werden bereits wissen, dass es für sie egal 
ist, ob sie das Kraftwerk verlassen, oder nicht. Sie werden eh schon zu 
viel abbekommen haben. Zynisch, ja. Allerdings vermutlich die Realität.

Das nächste Problem wird sein: Wer räumt in einigen Tagen bzw. Wochen 
auf?

Wie es aussieht, ist Japan offiziell noch nicht bereit, Menschenleben 
für die Bewältigung dieser Katastrophe zu opfern. Den 
Hellikopter-Einsatz von vor ein paar Stunden wurde wegen zu hoher 
Strahlung abgebrochen.

Doch es wird der Tag kommen, da wird man Material auf diese Blöcke 
abwerfen müssen. Wer soll das machen?

In Tschernobyl hat man Soldaten in den sicheren Strahlen-Tod geschickt. 
In Japan wird man auch eine neue Verdienst-Medaille entwerfen müssen. 
Hoffentlich findet man in Japan genügend Freiwillige, die stark genug an 
ihr gutes Karma glauben. Wenn nicht, wird man Soldaten mit gezogener 
Waffe zwingen dort aufzuräumen?

Ja, diese Betrachtungen sind zynisch und widerwärtig. Sind sind 
allerdings die Konsequenzen aus der Kernenergie.

von Uhu U. (uhu)


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Unbekannt Unbekannt schrieb:
> Ja, diese Betrachtungen sind zynisch und widerwärtig.

Nein, das sind sie nicht. Das Leben ist zuweilen widerwärtig und der 
Zynismus sitzt am anderen Ende des Zeitstrahls.

von Uhu U. (uhu)


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http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,751191,00.html
1
[13.25 Uhr] Japans Kaiser Akihito setzt ein Zeichen: Aus Solidarität mit
2
dem Volk will das Monarchenpaar in seinem Palast in Tokio täglich zwei
3
Stunden lang freiwillig auf Strom verzichten.

Na das ist doch was. Wenn er dann auch noch Kuchen, statt Brot ißt...

von Weingut P. (weinbauer)


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Mal eine vermutlich doofe aber ernst gemeinte Frage:

Wäre es nicht eine Option die Reaktoren, Druckbehälter, Abklingbehälter
gezielt bei "günstigem ablandigem Wind" ggf. bei Regen, mittels Tomahawk
 Marschflugkörper gezielt zu knacken und das spaltbare Material
"großflächiger zu verteilen" um die unkontrollierbare Kettenreaktion zu
stoppen und einer Freisetzung bei ungünstigeren Verhältnissen zu 
vermeiden?

Hinterher dann die Brocken per ferngelenkter Roboter einsammeln?

von Thilo M. (Gast)


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Unbekannt Unbekannt schrieb:
> Wenn nicht, wird man Soldaten mit gezogener
>
> Waffe zwingen dort aufzuräumen?

Das denke ich nicht. Die Menthalität der Japaner ist definitv eine 
Andere als unsere.
Hier sind die aktuellen Ereignisse von objektiver Seite:
http://www.bmu.de/atomenergie_sicherheit/doc/47088.php

von (prx) A. K. (prx)


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Heute hatte sich einer zwar dementsprechend geäussert - soweit erkennbar 
ohne mehr über die Situation zu wissen als jeder Ticker-Leser - aber 
abgesehen davon gibt es derzeit noch keine Anzeichen über eine 
signfikante Kettenreaktion. Somit würde das vermutlich nichts stoppen.

Den Dreck grosszügig in der Landschaft zu verteilen ist so ziemlich das 
Gegenteil dessen, was man derzeit anstrebt.

Kernschmelze ist um die 2000°C heiss. Alles was damit in Berührung kommt 
und auch nur irgendwie brennen kann, das brennt dann. Der schnellste Weg 
nach Tschernobyl.

Kernschmelze in Verbindung mit kleineren Wassermengen ergibt explosive 
Dampferzeugung, die den Kram noch weiter verteilt.

Ferngesteuerte Roboter funktionieren in intensiver Strahlung nicht. 
Nicht die Elektronik und nicht manche empfindlichen Komponenten wie 
Schmierung.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Die anstehende Wahl in BW scheint die Neigung zur Kurskorrektur geradezu 
zu beflügeln. Mappus noch bis vor kurzem Prediger des Atomkurses, auf 
einmal ganz andere Töne. Die Angst vorm Wähler treibt den Meinungswandel 
und in der Union hat der offene Streit über die Richtung begonnen ..

Wer erinnert sich noch an Friedbert Pflüger? Das war der mit seinen 
vielen, unsäglichen Kommentaren, wie wichtig und richtig doch Bush 
Juniors Feldzug sei. Jetzt hat er einen erstaunlichen Gastbeitrag im 
Spiegel geschrieben:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,751036,00.html

Zitat

"Zeit für eine Revolution"

"Ein Gastbeitrag von Friedbert Pflüger"

"Die Laufzeitverlängerung war ein Fehler, Schwarz-Gelb hat damit die 
Gefahren der Atomkraft verharmlost. Die Zeit ist gekommen für neue 
Brückentechnologien auf der Basis von Erdgas und für die erneuerbaren 
Energien. Plädoyer für eine europäische Revolution."

...

"Die Alternativen zu einer Verlängerung der Laufzeiten sind nicht, wie 
uns im vergangenen Jahr eingeredet wurde, realitätsferne und 
wettbewerbsfeindliche romantische Spinnereien, sondern ein 
Energiekonzept, das auf den Säulen Ausbau der erneuerbaren Energien, 
Effizienz, Netzausbau und Gas ruht."

Hört, hört! Noch vor einer Woche undenkbar aus dieser Ecke.

von Timo S. (kaffeetas)


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Thilo M. schrieb:
> Hier sind die aktuellen Ereignisse von objektiver Seite:
> http://www.bmu.de/atomenergie_sicherheit/doc/47088.php

@ Thilo

insbesondere die potentielle Rekritikalität vom Abklingbecken in Block 4 
wird nicht bewertet. Ist das ein denkbares Szenario? Die freiwerdende 
Energiemenge würde sich dann ja um mehrere Größenordnungen erhöhen.

von Unbekannt U. (unbekannter)


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@Thilo:

> Hier sind die aktuellen Ereignisse von objektiver Seite:
> http://www.bmu.de/atomenergie_sicherheit/doc/47088.php

Zitat aus der "objektiven Seite":

> TEPCO hat ein Foto von Block 4 (siehe Kap. 2.1.4) veröffentlicht, bei
> dem ein ca. 8 m² großes Loch in der Außenwand des Reaktorgebäudes zu
> sehen ist. Die Außenhülle des Reaktorgebäudes ist auf der Seite zu
> Block 3 auch in Bodennähe stark beschädigt, so dass man in das
> Gebäude hineinsehen kann.

Nun. Dagegen halte ich diese Satelliten-Foto:

http://www.digitalglobe.com/downloads/featured_images/japan_earthquaketsu_fukushima_daiichi1_march16_2011_dg.jpg

Da sehe ich deutlich mehr als ein "8 m² Loch" oder eine "beschädigte 
Seite"...

Darüberhinaus, die Nummer mit Block 3 wegen der "Wasserstoffexplosion":

Schau Dir die Videos an. Ca. 1/3 Sekunde nach der eigenlichen Explosion 
entwickelte sich eine mehrere hundert Meter hohe Dampf/Schutt-Säule mit 
deutlich abgegrenzten Rändern, die schwere Schutt-Stücke nach oben reist 
die danach annähernd senkrecht wieder runterfallen. Da wurde hier (und 
woanders) schon ausreichend diskutiert/beleuchtet. Wenn Du mich frägst: 
Im Block 3 ist das Containment soweit offen wie eine zerborstene 
Ravioli-Büchse.

Die Beruhigungspillen wie "Containment Block 3 nicht beschädigt" 
schlucke ich nicht. Ein wenig, nicht viel, verstehe ich auch von Technik 
und kann die Satellitenbilder oder Videos auch bewerten.

von (prx) A. K. (prx)


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Unbekannt Unbekannt schrieb:

> Die Beruhigungspillen wie "Containment Block 3 nicht beschädigt"
> schlucke ich nicht.

Wobei ich mich bei den Berichten immer frage, ob jeweils exakt zwischen 
dem Betongebäude, der innenliegenden Betonhülle, der drin eingebettetem 
Stahlhülle und dem darin befindlichen Druckbehälter unterschieden wird. 
Oder ob das alles kunterbunt durcheinander gebracht wird.

von Timo S. (kaffeetas)


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A. K. schrieb:
> Ich auch nicht. Wobei ich mich bei den Berichten immer frage, ob jeweils
> exakt zwischen dem Betongebäude, der innenliegenden Betonhülle, der drin
> eingebettetem Stahlhülle und dem darin befindlichen Druckbehälter
> unterschieden wird.

da herrscht mit Sicherheit eine große sprachliche Verwirrung. Teilweise 
werden den stammelnden Offiziellen von Tepco die englischen Worte von 
den Journalisten "in den Mund gelegt". Die Offiziellen bestätigen dann 
durch Kopfnicken und lächeln. Die Interviews spotten echt jeder 
Beschreibung, lieber keine Statements als solche.
Beachtenswert ist auch das kreisrunde Loch im Dach vom, zu Block 3 
gehörenden, Turbinenhaus.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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> Nun. Dagegen halte ich diese Satelliten-Foto:

> 
http://www.digitalglobe.com/downloads/featured_images/japan_earthquaketsu_fukushima_daiichi1_march16_2011_dg.jpg

Im Phoenix gerade diskutiert. Die New York Times hat noch ein weiteres 
Bild veröffenticht, das direkt vom Betreiber selbst gemacht und zur 
Veröffentlichung an die Times freigegeben sein soll. Dort sieht man 
massive Zerstörungen.

Link habe ich noch nicht.

von (prx) A. K. (prx)


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Timo S. schrieb:

> Beachtenswert ist auch das kreisrunde Loch im Dach vom, zu Block 3
> gehörenden, Turbinenhaus.

Nur insofern, als da wohl ordentlich was draufkrachte. Aber das sah man 
schon auf dem Film.

von Sebastian B. (sebastian86)


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Von welchem Film Redet ihr denn da immer ? Welches Video ist gemeint ?

von (prx) A. K. (prx)


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Sebastian B. schrieb:

> Von welchem Film Redet ihr denn da immer ? Welches Video ist gemeint ?

Von Dienstag, wo die Explosion von #3 drauf ist:
http://www.faz.net/m/{3AA32C91-EAD7-4C3F-9451-44A1A9AB5158}Picture.jpg

von Unbekannt U. (unbekannter)


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Es gibt ja vom Block 3 zwei Satellitenfotos von Zerstörungen: Das erste 
aufgenommen am 14. März, 3 Minuten nach der Explosion, das zweite eben 
irgendwann am 16. März.

Das "Interessante": Auf beiden Fotos kommen jeweils zwei Dampfsäulen an 
augenscheinlich der gleichen Stelle raus.

D.h. das Teil dampft vermutlich schon seit zwei Tagen kontinuierlich vor 
sich her. Wasser sollte in diesem Gebäude aber nur noch innerhalb des 
Reaktordruckbehälters sein, oder im Containment um den Druckbehälter 
ringsrum.

Aber offensichtlich hat es da ein, oder mehrer Lecks. Ich hoffe ja, dass 
es "nur" das Containment ist!

Aber das Märchen, das zwei Tage lang erzählt wurde: Dass das Containment 
im Block 3 in Ordnung sei, war wohl wie leider aufgrund des Videos nicht 
anders zu vermuten, eine glatte Lüge.

von Alexander B. (chasm)


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A. K. schrieb:
> Unbekannt Unbekannt schrieb:
>
>> Die Beruhigungspillen wie "Containment Block 3 nicht beschädigt"
>> schlucke ich nicht.
>
> Wobei ich mich bei den Berichten immer frage, ob jeweils exakt zwischen
> dem Betongebäude, der innenliegenden Betonhülle, der drin eingebettetem
> Stahlhülle und dem darin befindlichen Druckbehälter unterschieden wird.
> Oder ob das alles kunterbunt durcheinander gebracht wird.

Letzteres. Alles wird kunterbunt gemixt, zumindest sind jetzt kaum noch 
Bilder von Druckwasserreaktoren im TV zu sehen.

Letztlich hat der BWR-3 Reaktor drei Barrieren:
- das Reaktorgefäß an sich
- das primäre Containment aus Stahl und Stahlbeton um das Reaktorgefäß
- das sekundäre Containment, aka das Gebäude drumherum

Wichtig ist auch zu wissen das Der im Reaktor erzeugte Dampf direkt aus 
dem Reaktor zu den Turbinen geleitet wird. Das sind die länglichen 
Gebäude vor den Reaktoren.


Bei Reaktor 3 ist das Gebäude seit der Wasserstoffexplosion schwer 
beschädigt. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig das auch das primäre 
Containment geknackt ist.


Bei Reaktor 2 hingegen ist genau das der Fall obwohl er von außen noch 
fast neu ausschaut... Da hat es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit eine 
bekannte die Schwachstelle des ursprünglichen MK-1 Containments 
entschärft.
Entweder die Verbindung vom Wetwell (dem "Donut" welcher Teil des 
primären Containments ist) und dem Teil des primären Containments 
(nennen wir ihn mal hohlen "Zuckerhut") der den Reaktor enthält, oder 
aber die Wände des Wetwell selbst.
Der Druckabfall des primären Containments von Reaktor 2 auf 
Umgebungsdruck nach einem Explosionsgeräusch im Bereich des Wetwell 
lässt nicht wirklich einen anderen Schluss zu.

(Der nachfolgende Teil ist via arstechica)
Das ist na klar ein Problem. Nach dem Three Mile Island Unfall genau 
dieser Fall vorhergesehen wurde und Umbaumaßnahmen wurden entwickelt 
welche die Gefahr verringern. Zum Beispiel das im Notfall der Druck 
nunmehr über den Schornstein reduziert wird, und nicht mehr in das 
sekundäre Containment. Oder das das dafür benötigter Ventil nunmehr 
mehrfach vorhanden und fernbedienbar ist - inkl. Selbstöffnung bei 
Überdruck- und nicht mehr manuell..

Doof bloß das die Reaktoren in Fukushima scheinbar nie umgebaut 
wurden...



Und genau das ist ein Problem, jedes mal wenn Unfälle geschehen oder man 
anderweitig neue Erkenntnisse gewinnt werden -falls nötig- Umbaumaßnamen 
erarbeitet. Wenn man diese nicht in bestehende Anlagen einbaut kann man 
Jahrzehnte später wieder mit genau dem alten Problem Schiffbruch 
erleiden.

Da passt es ja das Rahmen der Laufzeitverlängerung die Pflichten für 
Nachrüstungen praktisch abgeschafft worden sind.

von (prx) A. K. (prx)


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Alexander B. schrieb:

> Bei Reaktor 3 ist das Gebäude seit der Wasserstoffexplosion schwer
> beschädigt. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig das auch das primäre
> Containment geknackt ist.

Das Bild oben und der Film legen für mich nahe, dass das Containment 
oben niht mehr vorhanden ist. Bei der Explosion flogen grosse 
Trümmerteile fast lotrecht ziemlich weit hoch. Das roch für mich nach 
dem obersten Teil des Containments - also dem Teil, der segmentweise bei 
Be/Entladung geöffnet wird. Denn oberhalb davon befanden sich nur noch 
Ladekran und Deckenkonstruktion.

von Alexander B. (chasm)


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Unbekannt Unbekannt schrieb:

> Aber das Märchen, das zwei Tage lang erzählt wurde: Dass das Containment
> im Block 3 in Ordnung sei, war wohl wie leider aufgrund des Videos nicht
> anders zu vermuten, eine glatte Lüge.

Nicht umbedingt. Bei dem unmodifizierten MK-1 Containment ist das wohl 
tatsächlich der Punkt an dem Überdruck abgelassen wird. Das 
ursprüngliche vorgesehene Ventil ist manuell zu betätigen und hier 
vermutlich schlichtweg offen.

Bei Reaktor 2 konnten sie es nicht rechtzeitig öffnen was zur Zerstörung 
des primären Containments im Bereich des Wetwell geführt hat.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Platinenschwenker .. schrieb:
>> Nun. Dagegen halte ich diese Satelliten-Foto:
>
>>
> 
http://www.digitalglobe.com/downloads/featured_images/japan_earthquaketsu_fukushima_daiichi1_march16_2011_dg.jpg
>
> Im Phoenix gerade diskutiert. Die New York Times hat noch ein weiteres
> Bild veröffenticht, das direkt vom Betreiber selbst gemacht und zur
> Veröffentlichung an die Times freigegeben sein soll. Dort sieht man
> massive Zerstörungen.
>
> Link habe ich noch nicht.

Hier ist das Bild

http://www.nytimes.com/interactive/2011/03/12/world/asia/20110312_japan.html#2

von (prx) A. K. (prx)


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Das ist nicht neu.

von Alexander B. (chasm)


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A. K. schrieb:
> Alexander B. schrieb:
>
>> Bei Reaktor 3 ist das Gebäude seit der Wasserstoffexplosion schwer
>> beschädigt. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig das auch das primäre
>> Containment geknackt ist.
>
> Das Bild oben und der Film legen für mich nahe, dass das Containment
> oben niht mehr vorhanden ist. Bei der Explosion flogen grosse
> Trümmerteile fast lotrecht ziemlich weit hoch. Das roch für mich nach
> dem obersten Teil des Containments - also dem Teil, der segmentweise bei
> Be/Entladung geöffnet wird. Denn oberhalb davon befanden sich nur noch
> Ladekran und Deckenkonstruktion.

Das kann sein. Was dagegen spricht ist das der Druck im primären 
Containment von Reaktor 3 nach wie vor deutlich höher als der 
Umgebungsdruck seien soll.

Ob man den Veröffentlichungen glauben kann steht leider auf einem 
anderen Blatt.

Gleichzeitig ist die Frage wie es um das Abklingbecken bestellt ist.
Laut 
http://resources.nei.org/documents/japan/Used_Fuel_Pools_Key_Facts.pdf 
enthielten alle Abklingbecken zur zeit des Erdbebens Brennelemente.


Der einzige Reaktor der die Explosion "gut" zu überstanden haben scheint 
ist 1, dort fehlt zwar die Aussenhaut der Stahlhalle aber es gibt keine 
weiteren Löcher oder Dampfsäulen.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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A. K. schrieb:
> Das ist nicht neu.

Ich kannte es noch nicht.

von Unbekannt U. (unbekannter)


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> Bei Reaktor 3 ist das Gebäude seit der Wasserstoffexplosion schwer
> beschädigt. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig das auch das primäre
> Containment geknackt ist.

Naja, woher kommt das (vermutete) Dampf/Schutt-Gemisch bei der 
Explosion?

Auf dem Video sieht das aus, als ob diese Gemisch durch eine art "Röhre" 
beschleunigt wurde.

Anders herum: Angenommen das wäre verdampftes Wasser aus dem 
Abklingbecken aus dem oberen Teil des Gebäudes, stellen sich bei mir 
folgende Zweifel ein:

a.) Warum wäre das Wasser im Abklingbecken so heiß und, wichtig, warum 
stünde es unter Druck dass es schlagartig verdampft?

b.) Da das Becken keine Zylinderform hat, also nicht (bedeutend) tiefer 
ist als sein Querschnitt, würde ich in diesem Fall erwarten dass es sich 
eher "rundlich" ausbreitet.


Nun, woher kommt der (vermeintliche) Wasserdampf bei der Explosion? 
Könnte es Wasser sein dass zwischen den Stahl-Containment und dem 
Beton-Containment war? Dagegen spricht:

a.) Warum sollte man dort Wasser einbringen? Das würde ja den Reaktor 
selbst nicht (ausreichend) kühlen, sollte der RDB noch intakt sein und 
im Stahl-Containment und/oder RDB kein Wasser mehr sein.

b.) Laut den Zeichnungen ist das Volumen zwischen Beton- und Stahlhülle 
vergleichsweise klein.


Wenn man sich aber die Querschnittszeichnungen des Mark I Blocks 
ansieht, sieht man, dass das Containment Birnen-Förmig ist, also sich 
oben verjüngt und unten bauchig ist.

Wenn nun der "Deckel" dieser Birne durch die Explosion einen Riss 
bekommt, würde ich genau das erwarten was auf den Videos zu sehen ist: 
Das auf Umgebungsdruck entspannte über 100 °C heiße Wasser verdampft 
schlagartig und weicht als Dampfstrahl durch den "Birnen-Hals" und 
reisst dabei alles mögliche Material in seinem Weg mit.

Und das ist meinem technischen Verständnis und meiner Vermutung nach im 
Block 3 passiert. Das Containment hat sich wie eine geköpfte 
Sekt-Flasche verhalten... :-(

von (prx) A. K. (prx)


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Alexander B. schrieb:

> Das kann sein. Was dagegen spricht ist das der Druck im primären
> Containment von Reaktor 3 nach wie vor deutlich höher als der
> Umgebungsdruck seien soll.

Ich könnte mir allenfalls noch vorstellen, dass die Stahlhülle vom 
Containment noch intakt ist und nur der Betonschild davon flog. Aber bei 
der der Wucht?

> Ob man den Veröffentlichungen glauben kann steht leider auf einem
> anderen Blatt.

Yep. Ausserdem frage ich mich, woher die ihre Erkenntnisse/Daten haben. 
Also wieviel sie an Instrumenten ablesen und wieviel sie mangels viel 
übrig gebliebener Instrumentierung selbst spekulieren.

von (prx) A. K. (prx)


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Alexander B. schrieb:

> Der einzige Reaktor der die Explosion "gut" zu überstanden haben scheint
> ist 1, dort fehlt zwar die Aussenhaut der Stahlhalle aber es gibt keine
> weiteren Löcher oder Dampfsäulen.

Dort dürfte die Wasserstoffexplosion direkt im Dachgeschoss 
stattgefunden haben, vertikal war im Film nur die Druckwelle selbst 
sichtbar, keine Trümmer, kein Rauch, kein Staub. Da sind ohne 
nennenswerte Trümmerwirkung die Wände und Decken sauber davongeflogen, 
der Rest sieht von oben ziemlich intakt aus.

von Uhu U. (uhu)


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http://de.wikipedia.org/wiki/Uran listet in der Tabelle Isotope 
zweimal 235 U und dreimal 236 U auf.

Wie ist das zu verstehen?

von (prx) A. K. (prx)


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Verschiedene Zerfallswege. Beachte auch das kleine "m" für metastabil.
http://www.nucleonica.net/unc.aspx
http://www.nucleonica.net/Explanation/en_de.pdf

von Timo S. (kaffeetas)


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Bei Spekulationen über die Auswirkungen der Wasserstoffexplosionen 
sollte man auch berücksichtigen dass die Blöcke 1 & 2 von GE gebaut 
wurden. Die Blöcke 3 + 4 wurden anscheinend von Toshiba bzw. Hitachi 
gebaut. Ist bekannt ob es hier bauliche Unterschiede (im Bereich des 
2.ten Containments) gibt?

von Unbekannt U. (unbekannter)


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> Das kann sein. Was dagegen spricht ist das der Druck im primären
> Containment von Reaktor 3 nach wie vor deutlich höher als der
> Umgebungsdruck seien soll.

Man muss sich mal die Dimensionen auf dem besagtem Video klar machen:

Die Reaktorgebäude haben, ganz grob, in etwa einen Querschnitt von ca. 
30 auf 50 Meter. Die drei Masten die man sieht, sind (wieder grob 
interpoliert), eine Höhe von etwa 100 Metern.

Auf dem Video sieht man ja noch währen der (vermeintlichen) 
Dampf/Schutt-Säule die anderen Gebäude.

Wenn man das alles etwas in Relation setzt, hat diese Dampf/Schutt-Säule 
etwa eine Höhe von 300 Metern bei einem Durchmesser von 50 Metern.

Wenn wir nun mal das Volumen dieser Säule ausrechnen, kommen wir auf:

  50m  50m  pi / 4 * 300 m = 589.000 m³

Also etwas über 0,5 Millionen Kubikmeter. Wenn das alles Dampf wäre, 
bräuchte man dafür etwa 350 Kubikmeter Wasser.

Das riecht für mich verdammt nach Inhalt des Containments...

von (prx) A. K. (prx)


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A. K. schrieb:

> Verschiedene Zerfallswege. Beachte auch das kleine "m" für metastabil.

Anders ausgedrückt: Die metastabile Form des U235 schickt Gammastrahlung 
auf die Reise und wird zum normalen U235.

http://de.wikipedia.org/wiki/Isomerie-Übergang

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Uhu Uhuhu schrieb:
> http://de.wikipedia.org/wiki/Uran listet in der Tabelle /Isotope/
> zweimal 235 U und dreimal 236 U auf.
>
> Wie ist das zu verstehen?

http://de.wikipedia.org/wiki/Isomer_%28Kernphysik%29

von (prx) A. K. (prx)


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Uhu Uhuhu schrieb im Beitrag #2105992:

> D.h. es ist nur ein Isotop, das auf verschiedene Weise zerfallen kann?

Mit dem "m" dran ein Isomer des gleichen Isotops. In Zerfallsketten ist 
es recht verbreitet, dass ein Alpha- oder Beta-Zerfall nicht gleich im 
stabileren Isomer des entstehenden Isotops landet, sondern in einem 
angeregten (metastabilen) Isomer.

Wie das PDF beschreibt werden die nur dann separat aufgeführt, wenn die 
Halbwertszeit lang genug ist.

von Gerd T. (Gast)


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Also, das Wetwell ist so wie ich das hier verstanden habe deas was hier 
aussieht wie ein Donut.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:BWR_Mark_I_Containment,_cutaway.jpg&filetimestamp=20110315091556

Kann mir jemand sagen wozu das gut ist?
Ist da Wasser drinne - wird das zum auffangen benötigt - oder wie?

Würd mich über eine kurze Erklärung freuen...

Danke ;-)

von Uhu U. (uhu)


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Vorhin brachte der SWR eine interessante Information über das Erdbeben:

Der Boden hätte sich während des Bebens horizontal um ca 25 m bewegt, 
vertikal um 7 m.

von Gerd T. (Gast)


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Thilo M. schrieb:
> Der
>
> G rößte
> A nzunehmende
> U nsympath
>
> ist und bleibt Sigmar Gabriel.
> Der trotz all dem Chaos und Leid seinen Wahlkampf und die
> Schlammschlacht gegen seine politischen Gegner unverhohlen weiter
> betreibt.
> Ich finde so ein Verhalten widerlich!

Wo kann ich unterschreiben?
Allein dieser Typ ist für mich Grund genug die SPD nicht zu wählen!

von Peter F. (toto)


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Läuft bei Youtube schon unter der Rubrik "Comedy"
http://www.youtube.com/watch?v=IALgZz02it4&feature=topvideos

"Ich finde an einem solchem Tag darf man nicht einfach sagen unsere 
Kernkraftwerke sind sicher,(Moment, mit dem Satz stimmt doch was 
nicht....schnell auf Failsafe umschalten) sie sind sicher...."

hahaha köstlich.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Vorhin brachte der SWR eine interessante Information über das Erdbeben:
>
> Der Boden hätte sich während des Bebens horizontal um ca 25 m bewegt,
> vertikal um 7 m.

Da haben sie aber wohl jeweils |Beträge| aufaddiert.

Die Amis sind laut SPON übrigens auch noch vor Ort, müssen oder besser 
gesagt dürfen aber Abstand halten ..

"Auch amerikanische Streitkräfte sind in Japan im Einsatz. Sie müssen 
dabei jedoch eine Order des Pentagon beachten. Die US-Truppen dürfen 
sich ohne eine spezielle Erlaubnis den Reaktoren von Fukushima-1 nicht 
weiter als 80 Kilometer nähern. "

von Uhu U. (uhu)


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Kasler L. schrieb im Beitrag #2106057:
> kann es dann nochmal zu einer Kettenreaktion kommen oder ist das nicht
> möglich

Es ist möglich, wenn die kritische Masse zusammenkommt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kritische_Masse

von Peter F. (toto)


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Noch son Brüller.

“Regierung erhöht maximal zulässige Strahlenbelastung”
http://www.dradio.de/nachrichten/201103161600/1

Der Berg kommt also doch zum Propheten...

von Michael K. (charles_b)


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A. K. schrieb:
> Sebastian B. schrieb:
>
>> Von welchem Film Redet ihr denn da immer ? Welches Video ist gemeint ?
>
> Von Dienstag, wo die Explosion von #3 drauf ist:
> http://www.faz.net/m/{3AA32C91-EAD7-4C3F-9451-44A1A9AB5158}Picture.jpg#


Auch wenn es jetzt blöd klingt, ich krieg mit dem o.a. Link nur 3 
Bilder. Wenn jemand den Link zum Video mit der Nr.3-Explosion noch mal 
nennen könnte, fände ich das sehr hilfreich. Danke schon im voraus.

P.S. Dass die Katastrophe passiert ist schon schlimm genug. Wenn sich 
jetzt rausstellt, dass das ganze eine riesige Fehlkonstruktion war und 
ist (fehlende Ventile, Lektionen von TMI nicht gelernt etc.) dann 
schlägt es dem Fass natürlich den Boden aus.

Das Problem ist wohl nicht nur die Kerntechnik an sich, sondern die 
Leute, die da  drüber die Verantwortung haben.

KKW sind wohl wie PCs: 99% der Probleme liegen VOR der Bedienkonsole.

von Icke ®. (49636b65)


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Laut n-tv Ticker erwarten Experten den Super-GAU innerhalb 48 Stunden. 
Die 50 Helden kämpfen weiter, alles Glück der Welt möge ihnen 
beistehen...

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Peter Funke schrieb:
> Noch son Brüller.
>
> “Regierung erhöht maximal zulässige Strahlenbelastung”
> http://www.dradio.de/nachrichten/201103161600/1
>
> Der Berg kommt also doch zum Propheten...

Und Areva verschiebt eine vorgesehene Lieferung von Mox-Brennelementen 
für den havarierten japanischen Atommeiler Fukushima.

http://www.fr-online.de/wirtschaft/areva-stoppt-atomlieferung/-/1472780/8234926/-/index.html

Zitat

"In den USA läuft wegen der Gefährlichkeit von Mox allerdings seit 
Jahren ein Verbotsverfahren. In Fukushima wurde das hochempfindliche 
Plutoniumgemisch im August 2010 in den dritten Reaktor eingespeist."

von Alexander B. (chasm)


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Unbekannt Unbekannt schrieb:
>> Das kann sein. Was dagegen spricht ist das der Druck im primären
>> Containment von Reaktor 3 nach wie vor deutlich höher als der
>> Umgebungsdruck seien soll.
>
> Man muss sich mal die Dimensionen auf dem besagtem Video klar machen:
>
> Die Reaktorgebäude haben, ganz grob, in etwa einen Querschnitt von ca.
> 30 auf 50 Meter. Die drei Masten die man sieht, sind (wieder grob
> interpoliert), eine Höhe von etwa 100 Metern.

Eher 40x60m, die Schornsteine sollen 120 Meter hoch seien.


> Auf dem Video sieht man ja noch währen der (vermeintlichen)
> Dampf/Schutt-Säule die anderen Gebäude.
>
> Wenn man das alles etwas in Relation setzt, hat diese Dampf/Schutt-Säule
> etwa eine Höhe von 300 Metern bei einem Durchmesser von 50 Metern.
>
> Wenn wir nun mal das Volumen dieser Säule ausrechnen, kommen wir auf:
>
>   50m  50m  pi / 4 * 300 m = 589.000 m³
>
> Also etwas über 0,5 Millionen Kubikmeter. Wenn das alles Dampf wäre,
> bräuchte man dafür etwa 350 Kubikmeter Wasser.
>
> Das riecht für mich verdammt nach Inhalt des Containments...


Das Abklingbecken und weitere Pools liegen außerhalb des Containments. 
Die Chance ist hoch das es sie zerrissen hat ist größer als beim 
Containment. Vor allem wenn man das seitliche Bild nach der Explosion 
anschaut.

Reaktor 3 wurde laut Wikipedia im letzten Jahr mit dem MOX Brennstoff 
befüllt. (kompletter Austausch) Wo der alte Brennstoff wohl lagerte?...


Aber lass uns nicht über das Containment streiten, ohne verlässliche 
Informationen ist es mehr raten als alles andere.
Bei der Menge an Uranbrennstoff die mittlerweile mehr oder weniger offen 
in den Reaktorgebäuden herumliegt kommt es auf das "bisschen" MOX was 
sich zum Glück im Reaktorgefäß von 3 befindet auch nicht mehr wirklich 
an.

von Uhu U. (uhu)


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Icke ®. schrieb:
> Laut n-tv Ticker erwarten Experten den Super-GAU innerhalb 48 Stunden.

Den haben sie doch längst - unter Kontrolle ist dort doch schon lange 
nichts mehr. (Ein GAU ist ein Störfall, der sicher zu bewältigen ist.)

Vermutlich meinen die die totale Kernschmelze und durchbrennen des 
Containments nach unten. Man muß spätestens dann mit wiedereinsetzen der 
Kettenreaktion rechnen und wenn die glühende Suppe mit dem Grundwasser 
in Berührung kommt, dann fliegen die Fetzen, wie sie dort bisher noch 
nicht geflogen sind.

von P. S. (Gast)


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Peter Funke schrieb:
> Noch son Brüller.
>
> “Regierung erhöht maximal zulässige Strahlenbelastung”

Was ist daran so witzig? Waere es dir lieber, die Leute, die dort noch 
versuchen was zu retten, muessten abgezogen werden?

von Alexander B. (chasm)


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Platinenschwenker .. schrieb:

> 
http://www.fr-online.de/wirtschaft/areva-stoppt-atomlieferung/-/1472780/8234926/-/index.html
>
> Zitat
>
> "In den USA läuft wegen der Gefährlichkeit von Mox allerdings seit
> Jahren ein Verbotsverfahren. In Fukushima wurde das hochempfindliche
> Plutoniumgemisch im August 2010 in den dritten Reaktor eingespeist."


Was man bei der Diskussion um die Gefährlichkeit von MOX nicht vergessen 
darf ist das auch normaler Uranbrennstoff definitiv alles andere als ein 
Gesundheitsmittel ist.

von (prx) A. K. (prx)


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Michael K-punkt schrieb:

> Auch wenn es jetzt blöd klingt, ich krieg mit dem o.a. Link nur 3
> Bilder. Wenn jemand den Link zum Video mit der Nr.3-Explosion noch mal
> nennen könnte, fände ich das sehr hilfreich. Danke schon im voraus.

http://www.spiegel.de/video/video-1115189.html

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Alexander B. schrieb:

> Was man bei der Diskussion um die Gefährlichkeit von MOX nicht vergessen
> darf ist das auch normaler Uranbrennstoff definitiv alles andere als ein
> Gesundheitsmittel ist.

Warum führen die USA ein Verbotsverfahren für MOX ein?

von Michael K. (charles_b)


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Danke für den Link. Es heißt dann, "weißer" Rauch sei aufgestiegen, 
daher Wasserstoff...

Vielleicht muss ich  mir bei Fielmann mal wieder die Brille putzen 
lassen, aber das Zeugs sah tiefbraun bis pechschwarz aus. Der senkrechte 
Schuß nach oben lässt mich vermuten, dass das Containment als Kanone für 
den dort befindlichen Inhalt gedient hat...

Und der Kaiser zeigt sich besorgt um das Kernkraftwerk. Welches 
Kernkraftwerk denn? Was man dort sieht WAR mal ein KKW.

von Peter F. (toto)


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Peter Stegemann schrieb:
> Peter Funke schrieb:
>> Noch son Brüller.
>>
>> “Regierung erhöht maximal zulässige Strahlenbelastung”
>
> Was ist daran so witzig? Waere es dir lieber, die Leute, die dort noch
> versuchen was zu retten, muessten abgezogen werden?

Schonmal was von Sarkasmus gehört? Mit Menschen mit soviel Rückgrat 
würde ich gerne unsere gesamte Regierung ersetzen.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Peter Stegemann schrieb:
> Peter Funke schrieb:
>> Noch son Brüller.
>>
>> “Regierung erhöht maximal zulässige Strahlenbelastung”
>
> Was ist daran so witzig? Waere es dir lieber, die Leute, die dort noch
> versuchen was zu retten, muessten abgezogen werden?

Absurde Logik. Werden Schutzvorschriften für Mitarbeiter nur für 
Schönwettertage erstellt? Oder dienen sie nicht gerade auch für 
Krisenzeiten?

Womit wir wieder beim Thema sind, wie lange setzt man (die immer 
gleichen) Menschen schwerwiegenden Gefahren aus?!

Vielleicht sollte man mal eine Abordnung der Konzernspitze in die 
Reaktorzone schicken. Das könnte sich heilsam auf künftige 
Entscheidungen bezüglich der Sicherheit solcher Anlagen auswirken.

Verheizt werden mal wieder die ärmsten Schweine. Wie wäre es mit einer 
Sonderzahlung von 1 Mio. USD für jeden der dort jetzt seinen Dienst 
leistet? Gezahlt von vom Sold der Konzernspitze.

Die Leute werden das Geld vielleicht brauchen, wenn in 15 Jahren der 
Krebs ausbricht ..

von Timo S. (kaffeetas)


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von Alexander B. (chasm)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Alexander B. schrieb:
>
>> Was man bei der Diskussion um die Gefährlichkeit von MOX nicht vergessen
>> darf ist das auch normaler Uranbrennstoff definitiv alles andere als ein
>> Gesundheitsmittel ist.
>
> Warum führen die USA ein Verbotsverfahren für MOX ein?

Meine Meinung: Wirtschaftliche Interessen
"Die wichtigsten Anlagen zur Herstellung von MOX-Brennelementen befinden 
sich in Frankreich (Anlage Melox, Marcoule), Belgien (Dessel) und 
Großbritannien (Anlage SMP, Sellafield). Die Fertigung in Hanau-Wolfgang 
wurde 1991 durch das Hessische Umweltministerium verboten, der Neubau 
einer größeren Anlage 1995 durch Siemens eingestellt."

Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/MOX-Brennelement

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Alexander B. schrieb:

> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Warum führen die USA ein Verbotsverfahren für MOX ein?

> Meine Meinung: Wirtschaftliche Interessen

Du meinst die USA haben keine Reaktoren in denen MOX verwendet wird? 
Dann geht es prinzipiell wohl auch ohne ..

von (prx) A. K. (prx)


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Platinenschwenker .. schrieb:

> Warum führen die USA ein Verbotsverfahren für MOX ein?

Ich bin noch immer auf der Suche nach einer Quelle, die überhaupt nur 
diese Aussage belegt. Bisher fand ich eher das Gegenteil: Den Aufbau 
einer neuen Fabrikation von MOX-Brennelementen.

Ein häufigen Gegenargument läuft übrigens auf gänzlich anderer Schiene: 
MOX Brennelemente setzten eine Plutoniumwirtschaft voraus, die sich auch 
für Herstellung waffenfähigen Plutoniums aus ziviler Nutzung von KKWs 
eigne.

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Absurde Logik. Werden Schutzvorschriften für Mitarbeiter nur für
> Schönwettertage erstellt? Oder dienen sie nicht gerade auch für
> Krisenzeiten?

Ja, gerade in Krisenzeiten ist jeder Arbeitnehmer verpflichtet, 
pünktlich um 17:00 den Griffel fallen zu lassen.

Gehts noch?

Auf dich möchte ich mich im Zweifelsfall nicht verlassen müssen.

von U. B. (pasewalker)


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> Die Leute werden das Geld vielleicht brauchen, wenn in 15 Jahren der
> Krebs ausbricht ..

Zu befürchten ist vielmehr, dass sie den Krebs allenfalls nur sehr kurz 
erleben.


> Vielleicht sollte man mal eine Abordnung der Konzernspitze in die
> Reaktorzone schicken.

Und unsere ganzen AKW-Vorstände gleich mit:
"Ich würde jederzeit gerne in unmittelbarer Reichweite
meiner Anlage wohnen".

Wäre doch ein gutes Bild: Siemens-, RWE- u.a. Bosse beweisen gute 
unternehmerische Solidarität und schöpfen eimerkettenweise japanisches 
Meerwasser ...

von U. B. (pasewalker)


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> Ja, gerade in Krisenzeiten ist jeder Arbeitnehmer verpflichtet,
> pünktlich um 17:00 den Griffel fallen zu lassen.

Und, wo sind sie denn jetzt, die Arbeitgeber ?

In Südjapan, oder doch ganz woanders ???

von (prx) A. K. (prx)


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A. K. schrieb:

>> Warum führen die USA ein Verbotsverfahren für MOX ein?

> Bisher fand ich eher das Gegenteil: Den Aufbau
> einer neuen Fabrikation von MOX-Brennelementen.

Konkret: http://nnsa.energy.gov/mediaroom/factsheets/mox
Sinn: Waffenplutonium aus der Welt zu schaffen.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Absurde Logik. Werden Schutzvorschriften für Mitarbeiter nur für
>> Schönwettertage erstellt? Oder dienen sie nicht gerade auch für
>> Krisenzeiten?
>
> Ja, gerade in Krisenzeiten ist jeder Arbeitnehmer verpflichtet,
> pünktlich um 17:00 den Griffel fallen zu lassen.
>
> Gehts noch?

Wofür glaubst du denn eigentlich sind Arbeitsschutzvorschriften gemacht 
worden? Dafür, dass die in Krisenzeiten umgangen werden?

Geht's noch?!!

> Auf dich möchte ich mich im Zweifelsfall nicht verlassen müssen.

Du würdest sicherlich die Leute heldenhaft in ihr Unglück rennen lassen, 
das ist mir schon klar. Anschließend stiftest du ihnen ein Heldendenkmal 
und stellst einfach neue ein.

Kapierst du nicht die perverse Logik die dahinter steckt? Von einem Uhu 
hätte ich mehr erwartet ..

Übrigens Uhu, mit der gleichen Logik verheizen die Militärs ihre 
Halbwüchsigen im Konfliktfall.

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Wofür glaubst du denn eigentlich sind Arbeitsschutzvorschriften gemacht
> worden? Dafür, dass die in Krisenzeiten umgangen werden?

Damit die Feuerwehr um 17:00 den Schlauch fallen läßt und sich vor die 
Glotze setzt?

In welcher Welt lebst du?

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Wofür glaubst du denn eigentlich sind Arbeitsschutzvorschriften gemacht
>> worden? Dafür, dass die in Krisenzeiten umgangen werden?
>
> Damit die Feuerwehr um 17:00 den Schlauch fallen läßt und sich vor die
> Glotze setzt?
>
> In welcher Welt lebst du?

Du lenkst ab!

von Mine Fields (Gast)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Wofür glaubst du denn eigentlich sind Arbeitsschutzvorschriften gemacht
> worden? Dafür, dass die in Krisenzeiten umgangen werden?

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass sich in einer solchen Krise 
irgendwer für Arbeitsschutzvorschriften interessiert? Dann bist du 
wirklich ganz schön naiv. Dafür interessieren sich nämlich viele schon 
zu Normalzeiten gar nicht.

von Uhu U. (uhu)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Du lenkst ab!

Nein, sich mit dem Scheiß auseinanderzusetzen, den du hier abläßt, kann 
man sich sparen.

von (prx) A. K. (prx)


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Uhu & Platinenschwenker: ihr hängt.
Beitrag "Re: Sicherheit von AKWs bei Erdbeben"

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Stefan L. schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Wofür glaubst du denn eigentlich sind Arbeitsschutzvorschriften gemacht
>> worden? Dafür, dass die in Krisenzeiten umgangen werden?
>
> Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass sich in einer solchen Krise
> irgendwer für Arbeitsschutzvorschriften interessiert? Dann bist du
> wirklich ganz schön naiv.

Dafür hat die Einsatzleitung zu sorgen. Willst DU den Mitarbeitern dort 
später eine LEBANSLANGE Rente zahlen, wenn die Gesundheit ruiniert ist? 
Du hast leicht reden vom warmen Wohnzimmer aus ..

> Dafür interessieren sich nämlich viele schon
> zu Normalzeiten gar nicht.

Dummes Zeug!

von Mine Fields (Gast)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Dafür hat die Einsatzleitung zu sorgen. Willst DU den Mitarbeitern dort
> später eine LEBANSLANGE Rente zahlen, wenn die Gesundheit ruiniert ist?
> Du hast leicht reden vom warmen Wohnzimmer aus ..

Wo wir wieder bei der alten Leier wären: Du kannst dir absolut nicht 
vorstellen, wie es da im Moment zugeht.

Platinenschwenker .. schrieb:
> Dummes Zeug!

In Atomkraftwerken wird das vielleicht etwas strenger gehandhabt, aber 
in anderen Bereichen, in denen die Gefahr nicht ganz so real ist, gilt 
das definitiv. Wenn du schon einmal arbeiten warst, müsstest du das 
kennen.

von Peter F. (toto)


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Das wird wohl irgendwelche versicherungstechnischen Gründe haben.
Zwingen wird man die Arbeiter wohl nicht, wenn doch, wäre das in der Tat 
ein Skandal.

Ich fand das nur so "witzig" weil es irgendwie typisch ist.
Haben wir zuviele Schulden, werden die Schuldengrenzen erhöht. Haben wir 
zu viele Arbeitslose, wird die Berechnungsgrundlage geändert.........
Der Berg kommt eben zum Propheten.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Du lenkst ab!
>
> Nein, sich mit dem Scheiß auseinanderzusetzen, den du hier abläßt, kann
> man sich sparen.

Dann lass es. Nur sage ich dir, alle deine Reden hier im Forum über das 
Verheizen von jungen Leuten in Kriegs-Krisensituationen sind damit 
Makulatur. Dahinter steckt nämlich die gleiche Logik die du anscheinen 
nicht kapierst. Heldenmut wird ausgenutzt. Es wird gesagt, zum 
Nachdenken ist jeine Zeit. Jetzt muss gehandelt werde. Ihr müsst jetzt 
da hin. Es gibt hier Verantwortliche in viel höheren Etagen, die den 
Dreck der dort abläuft verzapft haben. Genaueres wird noch rauskommen. 
Genau diese Leute und das System der Profite das dahinter steckt 
verheizt jetzt die Einsatzkräfte vor Ort. Das sich da aufgrund der 
japanischen Mentalität genügend Dumme finden und sich ausnutzen lassen 
spricht für sich. Wie hat es ein ehmaliger Ingenieur der lange jahre in 
einem KKW gearbeitet hat formuliert: Wenn wir in Deutschland ein 
Tschernobyl erlebt hätten, hätten wir nicht gewusst was zu tun ist. Denn 
wir hätten keinen General gehabt der Liquidatoren den Befehl erteilt die 
Trümmer dort wegzuräumen. Wir wären hilflos gewesen.

Nochmal, wie wäre es wenn sich wenigstens die Konzernspitze jetzt 
sofort öffentlich hinstellt und JEDEM der dort seine Gesundheit riskiert 
eine Sonderzahlung von 1 Mio USD zusagt UND ZWAR VON DEN EIGENEN 
GEHÄLTERN? Das wäre doch Mindestens eine fähre Geste, statt dem 
dämlichen Heldengefasel, mit dem jeder Jungsoldat für sein Land sein 
Leben riskieren darf und anschließend die Witwe jahrelang um eine kleine 
Rente prozessieren muss.

von Johannes S. (demofreak)


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Platinenschwenker, kannst du bitte endlich aufhören mit diesem Gefasel? 
Das interessiert jetzt hier überhaupt gar nicht, mach dazu einen anderen 
Thread auf oder was weiß ich, nur hör bitte auf hier.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Stefan L. schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Dafür hat die Einsatzleitung zu sorgen. Willst DU den Mitarbeitern dort
>> später eine LEBANSLANGE Rente zahlen, wenn die Gesundheit ruiniert ist?
>> Du hast leicht reden vom warmen Wohnzimmer aus ..
>
> Wo wir wieder bei der alten Leier wären: Du kannst dir absolut nicht
> vorstellen, wie es da im Moment zugeht.

Du weißt nicht mehr als ich und ich nicht mehr als du. Ende und aus.

> In Atomkraftwerken wird das vielleicht etwas strenger gehandhabt, aber
> in anderen Bereichen, in denen die Gefahr nicht ganz so real ist, gilt
> das definitiv. Wenn du schon einmal arbeiten warst, müsstest du das
> kennen.

Rede keinen Stuss. In jedem EVU gibt es Arbeitsvorschriften die es 
einzuhalten gilt. Wenn du das missachtest bist du kein Profi sondern ein 
Stümper.

von Uhu U. (uhu)


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Sehr schöne Darstellung der Abläufe: 
http://medien.wdr.de/m/1300219200/quarks/wdr_fernsehen_quarks_und_co_20110315.mp4

Peter Funke schrieb:
> Zwingen wird man die Arbeiter wohl nicht, wenn doch, wäre das in der Tat
> ein Skandal.

Ich glaube auch nicht, daß das notwendig ist, denn es folgt allein schon 
aus der inneren Dynamik dieser seit Jahren eingespielten Teams. Mit 
Druck von außen wäre da nicht nur nichts zu machen, sondern er würde die 
Arbeitsfähigkeit der Leute zerstören, die mit den Zuständen dort 
wahrhaftig genug zu tun haben.

Deswegen wäre es auch die dümmstmögliche Idee gewesen, die Amis zu holen 
und denen zu sagen: "Macht mal".

von Mine Fields (Gast)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Du weißt nicht mehr als ich und ich nicht mehr als du. Ende und aus.

Was da drüben abgeht ist wie Krieg. Im Krieg steht auch niemand daneben 
und kontrolliert, ob die Kugeln weich genug sind, damit sich niemand 
verletzt.

Platinenschwenker .. schrieb:
> Rede keinen Stuss. In jedem EVU gibt es Arbeitsvorschriften die es
> einzuhalten gilt. Wenn du das missachtest bist du kein Profi sondern ein
> Stümper.

Ich habe nie gesagt, dass ich mich nicht dafür interessiere.
Wie gesagt, wenn du jemals aus der Schule herausgekommen wärst, wüsstest 
du wovon ich rede.

von U. B. (pasewalker)


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> Zwingen wird man die Arbeiter wohl nicht, wenn doch, wäre das in der Tat
> ein Skandal.

Würde man wohl erst viel später erfahren.
Ich finde es unwahrscheinlich, dass immer die gleichen (? )
50 Arbeiter "freiwillig" die AKW-Blöcke 'retten' wollen.

Lt. verschiedenen Meldungen kassieren sie Dosen in der Gegend von 0,4 Sv 
bei JEDER Stunde Vor-Ort-Einsatz.

Eine Einmaldosis mit 1 Sv ist schon ziemlich (lebens-)gefährlich.

von Falk B. (falk)


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@  Platinenschwenker .. (platinenschwenker)

>> Was ist daran so witzig? Waere es dir lieber, die Leute, die dort noch
>> versuchen was zu retten, muessten abgezogen werden?

>Absurde Logik. Werden Schutzvorschriften für Mitarbeiter nur für
>Schönwettertage erstellt?

So komisch es für dich klingt, JA!

> Oder dienen sie nicht gerade auch für
>Krisenzeiten?

NEIN!
Es gibt im Ernstfall für so ziemlich alle Bereich ein zweites Paar 
Regelwerk und Grenzwerte. Sowohl in der Armee als auch Rettungskräften.
Das man die bei normalen Einsätzen niedriger hält liegt einfach daran, 
dass die DEUTLICH öfter passieren. Extreme Einzelfälle wie diese fordern 
mehr Risiko(bereitschaft) und Belastung. Ist einfach so, hat auch nix 
mit verheizen zu tun.

>Verheizt werden mal wieder die ärmsten Schweine.

Das war immer schon so, wird auch immer so sein. Egal wie "unfair" das 
ist.

>Wie wäre es mit einer
>Sonderzahlung von 1 Mio. USD für jeden der dort jetzt seinen Dienst
>leistet? Gezahlt von vom Sold der Konzernspitze.

Jaja, das liebe Geld. KEINE Sau vor Ort denkt im Moment auch nur EINE 
Sekunde an die Kohle, weder die "armen Schweine" mit dem 
Feuerwehrschlauch noch die Manager und Einsatzleiter.

>Die Leute werden das Geld vielleicht brauchen, wenn in 15 Jahren der
>Krebs ausbricht ..

Siehe oben, wenn sie "Glück" haben, geht es schnell in wenigen Wochen 
mit ihnen zu Ende und sie sterben ehrenhaft. Nein, kein Sarkasmus, 
japanische Mentalität.

MFG
Falk

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Die Leute werden das Geld vielleicht brauchen, wenn in 15 Jahren der
> Krebs ausbricht ..

das erleben di eh nicht mehr
ich gebe ihnen noch 14 Tage jeder von den 50 "Freiwilligen" weis 
bereits, dass er den Laden nicht lebend, höchstens noch nicht ganz tot 
verlässt. Oob sie es realisieren ist eine andere Frage.

Namaste

von Peter F. (toto)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Sehr schöne Darstellung der Abläufe:
> 
http://medien.wdr.de/m/1300219200/quarks/wdr_fernsehen_quarks_und_co_20110315.mp4
>
> Peter Funke schrieb:
>> Zwingen wird man die Arbeiter wohl nicht, wenn doch, wäre das in der Tat
>> ein Skandal.
>
> Ich glaube auch nicht, daß das notwendig ist, denn es folgt allein schon
> aus der inneren Dynamik dieser seit Jahren eingespielten Teams. Mit
> Druck von außen wäre da nicht nur nichts zu machen, sondern er würde die
> Arbeitsfähigkeit der Leute zerstören, die mit den Zuständen dort
> wahrhaftig genug zu tun haben.

Solange man den Arbeitern die Wahrheit über die Risiken sagt ist das ok.


>
> Deswegen wäre es auch die dümmstmögliche Idee gewesen, die Amis zu holen
> und denen zu sagen: "Macht mal".

Meistens muss man die Amis garnicht holen, die kommen einfach. (ha ha)

mfG

von (prx) A. K. (prx)


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Sachte - so wie ich diese Meldungen verstanden habe kassiert das 
ungeschützte Messgerät diese Dosis. Die werden da kaum nackt rumlaufen 
und frische Reaktorluft atmen.

Das macht es nicht ungefährlich, die riskieren ihre Gesundheit und evtl. 
ihr Leben. Nur ist die Dosiskalkulation nicht ganz so einfach.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Stefan L. schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Rede keinen Stuss. In jedem EVU gibt es Arbeitsvorschriften die es
>> einzuhalten gilt. Wenn du das missachtest bist du kein Profi sondern ein
>> Stümper.
>
> Ich habe nie gesagt, dass ich mich nicht dafür interessiere.
> Wie gesagt, wenn du jemals aus der Schule herausgekommen wärst, wüsstest
> du wovon ich rede.

Hör' mal zu du Kind. Im gegensatz zu dir habe ich meine Berufsausbildung 
schon lange hinter mir und kenne übrigens die Szenerie im EVU aus 
eigenem Gusto bestens.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Johannes S. schrieb:
> Platinenschwenker, kannst du bitte endlich aufhören mit diesem Gefasel?
> Das interessiert jetzt hier überhaupt gar nicht, mach dazu einen anderen
> Thread auf oder was weiß ich, nur hör bitte auf hier.

Was ich hier schreibe musst du mir überlassen. Ich habe den Thread hier 
schließlich ins Leben gerufen, das vergiss mal nicht. Im übrigen 
reagiere ich nur mit dem gleichen Recht was jeder hier hat. Ich muss 
auch Seitenweise zitiertes Atomphysikzeugs aus Wikipedia hier ertragen. 
Das tut auch nicht viel zur Sache, sondern gehört in die Vorlesung. Hier 
geht es um die Auswirkungen der Sicherheit oder Nichtsicherheit einer 
Havarie auf Menschen. Dazu gehören Strahlenschäden und Sicherheit für 
Mitarbeiter sehr wohl. Ihr müsst nur mal lernen mit Thesen umzugehen die 
nicht sofort eurer Meinung entsprechen. Das ist ein Trauerspiel bei 
technisch versierten Leuten wie man mal wieder sieht.

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Dann lass es. Nur sage ich dir, alle deine Reden hier im Forum über das
> Verheizen von jungen Leuten in Kriegs-Krisensituationen sind damit
> Makulatur. Dahinter steckt nämlich die gleiche Logik die du anscheinen
> nicht kapierst. Heldenmut wird ausgenutzt. Es wird gesagt, zum
> Nachdenken ist jeine Zeit. Jetzt muss gehandelt werde. Ihr müsst jetzt
> da hin. Es gibt hier Verantwortliche in viel höheren Etagen, die den
> Dreck der dort abläuft verzapft haben. Genaueres wird noch rauskommen.
> Genau diese Leute und das System der Profite das dahinter steckt
> verheizt jetzt die Einsatzkräfte vor Ort.

Von der Schuld abgesehen, was meinst du, was passiert wäre, wenn die SU 
damals nicht eine ganze Armee verheizt hätte?
Wer weiß, wieviel Dreck dann noch in die Luft geblasen worden wäre.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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A. K. schrieb:
> Sachte - so wie ich diese Meldungen verstanden habe kassiert das
> ungeschützte Messgerät diese Dosis. Die werden da kaum nackt rumlaufen
> und frische Reaktorluft atmen.
>
> Das macht es nicht ungefährlich, die riskieren ihre Gesundheit und evtl.
> ihr Leben. Nur ist die Dosiskalkulation nicht ganz so einfach.

Ich will nicht rumpieseln, aber ich versichere dir das wenn der punkt 
erreicht ist, dass 800 MA abgezogen werden und nur 50 freiwilligen das 
weiterarbeiten erlaubt wird wärend alle anderen evakuiert werden. dann 
ist das der Point of no Return. und die 50 wissen das sie einem 
Himmelfahrtskommando beitreten.

dafür bedarf es keiner Hellseherei.

Namaste

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Winfried J. schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Die Leute werden das Geld vielleicht brauchen, wenn in 15 Jahren der
>> Krebs ausbricht ..
>
> das erleben di eh nicht mehr
> ich gebe ihnen noch 14 Tage jeder von den 50 "Freiwilligen" weis
> bereits, dass er den Laden nicht lebend, höchstens noch nicht ganz tot
> verlässt. Oob sie es realisieren ist eine andere Frage.
>
> Namaste

So wird's wohl kommen. Das muss aber nicht so sein. Es ist auch nicht 
alternativlos.

arrgh ;)

von Mine Fields (Gast)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Hör' mal zu du Kind. Im gegensatz zu dir habe ich meine Berufsausbildung
> schon lange hinter mir und kenne übrigens die Szenerie im EVU aus
> eigenem Gusto bestens.

Ohje, jetzt sinkt das Niveau aber auf Kindergarten.

von M. n. (mneuer)


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Platinenschwenker .. schrieb:
 Das sich da aufgrund der
> japanischen Mentalität genügend Dumme finden und sich ausnutzen lassen
> spricht für sich. Wie hat es ein ehmaliger Ingenieur der lange jahre in
> einem KKW gearbeitet hat formuliert: Wenn wir in Deutschland ein
> Tschernobyl erlebt hätten, hätten wir nicht gewusst was zu tun ist. Denn
> wir hätten keinen General gehabt der Liquidatoren den Befehl erteilt die
> Trümmer dort wegzuräumen. Wir wären hilflos gewesen.

Ui hast grad Phoenix gesehen? Da war auch einer, jahrelanger KKW- Ing 
und nach Tschernobyl gekündigt, heute baut er Biomasse Kraftwerke. Der 
hat exakt das gleiche gesagt, extrem bedrückend !

> Nochmal, wie wäre es wenn sich wenigstens die Konzernspitze *jetzt*
> sofort öffentlich hinstellt und JEDEM der dort seine Gesundheit riskiert
> eine Sonderzahlung von 1 Mio USD zusagt UND ZWAR VON DEN EIGENEN
> GEHÄLTERN? Das wäre doch Mindestens eine fähre Geste, statt dem
> dämlichen Heldengefasel, mit dem jeder Jungsoldat für sein Land sein
> Leben riskieren darf und anschließend die Witwe jahrelang um eine kleine
> Rente prozessieren muss.

Oder man sucht sich Söldner in der Dritten Welt, deren Familien bekommen 
dann entweder 2 Million in USD oder Staatsangehörigkeit mit lebenslanger 
Rente für alle Familienangehörige vom Baby bis zu den Großeltern.

von (prx) A. K. (prx)


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Winfried J. schrieb:

> ist das der Point of no Return. und die 50 wissen das sie einem
> Himmelfahrtskommando beitreten.

Wollte ich auch nicht bestreiten. Wollte nur drauf raus, dass Rumwedeln 
mit gemeldeten Sieverts etwas in die Irre führt.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Vlad Tepesch schrieb:

> Von der Schuld abgesehen, was meinst du, was passiert wäre, wenn die SU
> damals nicht eine ganze Armee verheizt hätte?
> Wer weiß, wieviel Dreck dann noch in die Luft geblasen worden wäre.

Vlad das ist wie bei den Gesetzen die von oben herab für die kleinen 
Leute gemacht werden. Wenn einer dieser Schergen mal unter dem Gesetz 
selber leiden müsste, würde er auch nicht dafür eintreten. Wenn das 
Bundeskanzleramt damals vom Fallout stärker betroffen gewesen wäre, 
hätte man in Deutschland vielleicht heute schon die komplette 
Energiewende. Erst wenn mans am eigenen Leib spürt wirkt es. Wenn die 
Konzernspitze und die Herren von RWE jetzt sich jetzt in der Havariezone 
aufhalten müssten, was meinst du wie schnell die dann demnächst ein 
neues Energiekonzept erarbeiten würden?!

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Stefan L. schrieb:
> Ohje, jetzt sinkt das Niveau aber auf Kindergarten.

Von deiner Seite mit Sicherheit. Du bist noch grün hinter den Ohren. 
That's all. Diskussion erledigt.

von Thilo M. (Gast)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Absurde Logik. Werden Schutzvorschriften für Mitarbeiter nur für
>> Schönwettertage erstellt? Oder dienen sie nicht gerade auch für
>> Krisenzeiten?

Mann, das geht hier aber schnell mit den Beiträgen! ;-)
Wenn man noch andere Sachen zu tun hat, verliert man komplett den Faden 
...

Zum Thema hochsetzen der Grenzwerte für Strahlenexponiertes Personal:
ich denke, da wusste die Presse nichts mit anzufangen und hat es einfach 
in den Raum gestellt. Meines Erachtens wurde für die restlichen 
japanischen Kraftwerke gemacht, nicht für die btroffenen. Dort dürfte 
sowieso der Ausnahmezustand gelten und das Betreten ist auf freiwilliger 
Basis. In den intakten japanischen KKWs hätte man beim Betreten des 
Kontrollbereiches schon mehr Kontamination, als für das Verlassen 
erlaubt ist. Das war nach Tschernobyl bei uns genauso, da war allerdings 
vor dem Betreten Duschen angesagt, die Grenzwerte blieben gleich.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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@Platinenschwenker .. (platinenschwenker)

naja, Deine Vorstellungen haben schon eine naiven touch, meine 
Erfahrungen in der Hochspannung decken sich mit deiner Meinung, in der 
Mülle hingegen musste ich 1988 ohne ausreichenden Schutz über der 
laufenden Nassentaschung arbeiten und mir wurde mit Disziplinarischen 
Kkonsequenzen gedroht sollte ich mich weigern...

Ich habe damals nachgegeben. Heute würde ich mich umdrehen und gehen, 
wortlos, und ließe es darauf ankommen. In einer solchen Kriese 
allerdings würde ich mein Bestes wahrscheinlich geben und zur Not auch 
Enormes riskieren, was sonst nicht meine Art ist.

Die Friedhöfe liegen voller Mutiger Helden.

Namaste

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Vlad das ist wie bei den Gesetzen die von oben herab für die kleinen
> Leute gemacht werden. Wenn einer dieser Schergen mal unter dem Gesetz
> selber leiden müsste, würde er auch nicht dafür eintreten. Wenn das
> Bundeskanzleramt damals vom Fallout stärker betroffen gewesen wäre,
> hätte man in Deutschland vielleicht heute schon die komplette
> Energiewende. Erst wenn mans am eigenen Leib spürt wirkt es. Wenn die
> Konzernspitze und die Herren von RWE jetzt sich jetzt in der Havariezone
> aufhalten müssten, was meinst du wie schnell die dann demnächst ein
> neues Energiekonzept erarbeiten würden?!

voll deiner Meinung.
Solange andere die Suppe auslöffeln müssen und man selbst dicke Boni 
kassiert, können einen ka die gesellschaftlichen Konsequenzen ja egal 
sein.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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M. neuer schrieb:
> Ui hast grad Phoenix gesehen? Da war auch einer, jahrelanger KKW- Ing
> und nach Tschernobyl gekündigt, heute baut er Biomasse Kraftwerke. Der
> hat exakt das gleiche gesagt, extrem bedrückend !

Ja, ich hab sein Argument hier wiedergegeben. Der Mann hat mir gefallen. 
;)

> Oder man sucht sich Söldner in der Dritten Welt, deren Familien bekommen
> dann entweder 2 Million in USD oder Staatsangehörigkeit mit lebenslanger
> Rente für alle Familienangehörige vom Baby bis zu den Großeltern.

So wäre das angemessen. Wenn sie schon Leute opfern, dann sollen sie 
auch kräftig dafür blechen. Aber nicht mal das werden sie tun. Statt 
dessen gibt es Schulterklopf und vielleicht ein Gehängsel um den Nacken. 
Wenn das gesundheitliche Elend kommt hat man sie vergessen. Im Ostblock 
waren sie wohl dann "Held der Sowjetunion".

von Mine Fields (Gast)


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Platinenschwenker .. schrieb:
> Von deiner Seite mit Sicherheit. Du bist noch grün hinter den Ohren.
> That's all. Diskussion erledigt.

Klar mit Studium und nur ein paar Jahren Berufserfahrung bin ich 
sicherlich noch zu grün... klingt logisch.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Und genau heute protestierten tausende überlebende ukrainische 
Lequidatorui gegen die Kürzung ihrer Eentschädigungsleistung und 
Vergünstigungen durch den Ukrainischen Staat.

Namaste

von Pink S. (pinkshell)


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Gerd T. schrieb:
> Thilo M. schrieb:
>> Der
>>
>> G rößte
>> A nzunehmende
>> U nsympath
>>
>> ist und bleibt Sigmar Gabriel.
>> Der trotz all dem Chaos und Leid seinen Wahlkampf und die
>> Schlammschlacht gegen seine politischen Gegner unverhohlen weiter
>> betreibt.
>> Ich finde so ein Verhalten widerlich!
>
> Wo kann ich unterschreiben?
> Allein dieser Typ ist für mich Grund genug die SPD nicht zu wählen!

ACK 100%. Eine instinktlose und rücksichtlose Wahlkampfmaschine. 
Unsympath hoch drei.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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@ Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)

Auch wenn Uhu mir da anderes unterstellt, ich würde da auch alles 
versuchen, zumindest solange sich der Sinn erkennen lässt. Die 
Fürsorgeplicht hat aber die Führung und nicht (ich), du verstehst? Auch 
beim 11. September haben sich die Firefighter nicht sinnlos geopfert. 
Als der erste Turm kollabierte war klar, auch der zweite wird nicht mehr 
lange stehen. Da ist auch kein Feuerwehrmann mehr hochgeschickt worden 
und hätten sie gewusst das der erste Turm fallen wird wären sie gar 
nicht erst dort aufgestiegen. Die Rettungsversuche waren nämlich in 
Anbetracht der Opfer unter den Feuerwehrmännern recht sinnlos.

Wie sinnhaftig es ist mit dem Feuerwehrschlauch auf die durchgehenden 
Brennstäbe einzuhalten möge jeder selbst entscheiden. Wenn das Ding hier 
aufgrund der Restwärme noch wochenlang geht, müssen sie eine Menge Leute 
verheizen und am Ende wahrscheinlich doch zusehen wie die Pampe 
durchbrennt.

von Platinenschwenker .. (platinenschwenker)


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Stefan L. schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:
>> Von deiner Seite mit Sicherheit. Du bist noch grün hinter den Ohren.
>> That's all. Diskussion erledigt.
>
> Klar mit Studium und nur ein paar Jahren Berufserfahrung bin ich
> sicherlich noch zu grün... klingt logisch.

Dann benimm dich gefälligst auch so. Man muss nicht andere hier so 
angehen.

von Uhu U. (uhu)


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Mensch jetzt hör endlich mit deinen elenden Kindereien auf. Daß du den 
Thread eröffnet hast, ist noch lange kein Freifahrschein, um derart 
unsäglich kindischen Unsinn abzusondern.

von Gerd T. (Gast)


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Soll ich euch einen Bashing-Thread aufmachen?
Dann könnt ihr da weiter machen... Langsam wird es sehr unsachlich ;-(

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Platinenschwenker .. schrieb:

> Was ich hier schreibe musst du mir überlassen.

Nur ganz kurz dazu: nein, so ist das nicht.  Der Thread ist
öffentlich und nicht dein "Privateigentum".  Wenn der mit solchen
Schlammschlachten weitergeht statt mit einer vernünftigen Diskussion
(wie er sechs Seiten lang gelaufen war), dann ist Schluss damit.

von Simon K. (simon) Benutzerseite


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Ich schätze den Thread hier sehr und lese durchgängig mit, weil man hier 
(im Gegensatz zu "den Medien") die ganze Situation etwas sachlicher 
geschildert bekommt.

Also lasst ihn bitte nicht verkommen ;-)

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