Logik-Bauteile - Die-Bilder

#6563059
Lesenswert?

Neben den anderen Threads starte ich hier mal einen Thread zu 
Logik-Bauteilen. Die Sammlung findet sich dann hier:

https://www.richis-lab.de/logic.htm


Den Anfang macht der CPLD ispLSI1016 von Lattice:

https://www.richis-lab.de/logic01.htm

Das Bauteil kam von M. K. (matthias_k33).
#6563385
Lesenswert?

Carsten W. schrieb:
> Hi,
> ich könnte ein fabrikneues XC95288XL beisteuern.
> Gruß
> Carsten

Danke für das Angebot. Ich fürchte aber Bernd hat Recht. Da wird man 
nicht mehr viel erkennen können. Nachdem ich zur Zeit sehr viele Teile 
auf Lager habe, lehne ich dankend ab.


Johannes O. schrieb:
> Danke! Die Erklärungen finde ich sehr schön, gibt einen guten Einblick
> was wo im Chip ist!

Das freut mich. Da steckt auch durchaus etwas Arbeit dahinter. :)
#6563434
Lesenswert?

M. K. schrieb:
> Holla. Das Ergebnisse ist besser als ich dachte.
> 1992er Design und 0.8µm ist relativ modern. Ich hatte eher grobere
> Struktur erwartet.
>
Na, ganz dünnes Eis. In Sachen Halbleiterintegration war die DDR bis 
1990 weiter gekommen als die BRD. Die hatte namlich ihre Entwicklung und 
Produktion von Bauteilen zu der Zeit schon größtenteils nach US-Land und 
Japan "ausgegliedert". Die "Zone" musste bis 1990 in Sachen 
Elektronikfertigung und -Entwicklung quasi autark operieren/produzieren 
können. Was Sie bis dahin auch konnte. Werksspionage inbegriffen, aber 
nachbauen bedarf ja auch gewisser Fertigkeiten.
#6563445
Lesenswert?

Roland E. schrieb:
> M. K. schrieb:
>> Holla. Das Ergebnisse ist besser als ich dachte.
>> 1992er Design und 0.8µm ist relativ modern. Ich hatte eher grobere
>> Struktur erwartet.
>>
> Na, ganz dünnes Eis. In Sachen Halbleiterintegration war die DDR bis
> 1990 weiter gekommen als die BRD. Die hatte namlich ihre Entwicklung und
> Produktion von Bauteilen zu der Zeit schon größtenteils nach US-Land und
> Japan "ausgegliedert". Die "Zone" musste bis 1990 in Sachen
> Elektronikfertigung und -Entwicklung quasi autark operieren/produzieren
> können. Was Sie bis dahin auch konnte. Werksspionage inbegriffen, aber
> nachbauen bedarf ja auch gewisser Fertigkeiten.

Ich glaube ihr redet aneinander vorbei. Matt redet von dem CPLD von 
Lattice, der wurde nicht in der DDR gefertigt. :)
Gast #6598167
Lesenswert?

Roland E. schrieb:
> Na, ganz dünnes Eis. In Sachen Halbleiterintegration war die DDR bis
> 1990 weiter gekommen als die BRD. Die hatte namlich ihre Entwicklung und
> Produktion von Bauteilen zu der Zeit schon größtenteils nach US-Land und
> Japan "ausgegliedert". Die "Zone" musste bis 1990 in Sachen
> Elektronikfertigung und -Entwicklung quasi autark operieren/produzieren
> können. Was Sie bis dahin auch konnte. Werksspionage inbegriffen, aber
> nachbauen bedarf ja auch gewisser Fertigkeiten.

Was für ein Unsinn. In der DDR hat man im Wesentlichen westliche ICs 
nachgebaut. Die ganzen Ressourcen hat man in den 1 MBit-Chip gesteckt, 
der aber nie fertig wurde. Siemens hatte damals schon lange 1MBit DRAM 
in der Produktion - allerdings in Kooperation mit Japanischen und 
Amerikanischen Firmen.
#6598289
Lesenswert?

Soul E. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>> Dann hätte ich hier einen D146, einen BCD/7-Segment-Wandler aus dem HFO:
>>
>> https://www.richis-lab.de/logic02.htm
>
> Du vergleichst den D146 mit dem 7446. Von der Symboldarstellung her
> müsse er aber eher dem 74146 entsprechen -- der hat den Querstrich bei
> der "6" und "9".

Interessant, danke für den Hinweis!
Gibt es zum 74146 auch ein Datenblatt? Irgendwie finde ich dazu 
nichts...
Wenn man sich online umschaut wird der D146 "immer" mit dem 7446 gleich 
gesetzt...
Gast #6598344
Lesenswert?

Roland E. schrieb:

> In Sachen Halbleiterintegration war die DDR bis
> 1990 weiter gekommen als die BRD. Die hatte namlich ihre Entwicklung und
> Produktion von Bauteilen zu der Zeit schon größtenteils nach US-Land und
> Japan "ausgegliedert". Die "Zone" musste bis 1990 in Sachen
> Elektronikfertigung und -Entwicklung quasi autark operieren/produzieren
> können. Was Sie bis dahin auch konnte.

Ja, aber mit einem Entwicklungsrückstand von 5-7 Jahren.

http://www.hait.tu-dresden.de/dok/bst/Heft_29_Barkleit.pdf S.26
->
"Mit der  Entwicklung  von  Speicherschaltkreisen  einer  Kapazität  von 
mehr  alseinem  Megabit  erreichte  die  Miniaturisierung  bereits 
Mitte  der  achtziger Jahre einen solchen Grad, dass das „Nacherfinden“ 
einen höheren Aufwanderforderte als die Eigenentwicklung. Es genügte nun 
nicht mehr, die geometrische Struktur eines Chips unter dem Mikroskop zu 
entschlüsseln. Rückschlüsse  auf  die  Funktionsweise,  die 
Herstellungstechnologie  und  die  zur Produktion verwendeten Anlagen 
waren nur noch unter Zuhilfenahme aufwendiger  elektrischer 
Messmethoden  zu  ziehen.  Das  MfS  als  „Hauptbeschaffer“ von 
Embargo-Technik musste resignierend konstatieren, dass „in der DDR nicht 
das Know-how vorhanden ist, um solche komplizierten Mikroprozessoren vom 
Systementwurf her zu beherrschen“."

Auslieferungsstand 10/88 des Megabit-Chips an Anwender 
(Robotron-Konbinat): sagenhafte sieben Stück.

PS:
Das PDF sei allen nahe gelegt, die an frei verfügbaren akademischen 
Analysen der DDR-Halbleiterfertigung interessiert sind. Interessant für 
mich die Rolle der sozialistischen Bruderländer, insbesonders der 
Sowjetunion und die Darstellungen eines anderen Projektes als des 
Megabit Schaltkreises als 'Genickbruch der Mikroelektronik', das Projekt 
152 (Optischer  Zielsuchkopfes  für  eine  Seeziel-Rakete, 
Produktionsstart 1989).

Jetzt aber Schluß mit Offtopic!
Gast #6598392
Lesenswert?

Fpgakuechle K. schrieb:
> Roland E. schrieb:
>
>> In Sachen Halbleiterintegration war die DDR bis
>> 1990 weiter gekommen als die BRD. Die hatte namlich ihre Entwicklung und
>> Produktion von Bauteilen zu der Zeit schon größtenteils nach US-Land und
>> Japan "ausgegliedert". Die "Zone" musste bis 1990 in Sachen
>> Elektronikfertigung und -Entwicklung quasi autark operieren/produzieren
>> können. Was Sie bis dahin auch konnte.
>
> Ja, aber mit einem Entwicklungsrückstand von 5-7 Jahren.
>
> http://www.hait.tu-dresden.de/dok/bst/Heft_29_Barkleit.pdf S.26
> ->
> "Mit der  Entwicklung  von  Speicherschaltkreisen  einer  Kapazität  von
> mehr  alseinem  Megabit  erreichte  die  Miniaturisierung  bereits
> Mitte  der  achtziger Jahre einen solchen Grad, dass das „Nacherfinden“
> einen höheren Aufwanderforderte als die Eigenentwicklung. Es genügte nun
> nicht mehr, die geometrische Struktur eines Chips unter dem Mikroskop zu
> entschlüsseln. Rückschlüsse  auf  die  Funktionsweise,  die
> Herstellungstechnologie  und  die  zur Produktion verwendeten Anlagen
> waren nur noch unter Zuhilfenahme aufwendiger  elektrischer
> Messmethoden  zu  ziehen.

Ja im Nachhinein kann man verschiedene Sichtweisen zum Besten geben, 
nützlich ist das allerdings nicht. Klar hat die DDR die verschiedensten 
Chips "nachgebaut" ..allerdings eben nicht gecloned..dann da 
funktioniert nicht, wenn man nicht komplett die selbe Technologie wie 
bei der Herstellungs des Originals parat hat.
Das äußert sich eben gerade im 1 Megabit DRAM der angeblich nie fertig 
wurde.
Ich hatte 8 funktionierende zu Hause, Honecker hat nur ein defektes 
Exemplar für die Vitrine bekommen :-)

Der Chip war fertig, wurde vom ZMD in DD fertig entwickelt, aber er 
wurde weder in Erfurt noch in FFO in die Produktion überführt. Das hatte 
auch seinen Grund: Er wäre viel zu teuer gewesen.
Es war aber gar nicht das Entwicklungsziel eine Massenproduktion der 
Dinger anzuleiern, das konnten die Japaner, Koreaner und die Taiwanesen 
viel besser, aber die Dinger standen auf der Embargoliste, wodurch 
schwierig an die ranzukommen war. Die CIA hat über 7 Beete gekotzt als 
sie feststellen mußte das die DDR da wirklich eine Eigenentwicklung am 
Start hatte und nicht die Toshiba-Technologie von Siemens geklaut hatte 
(Siemens hatte mitnichten selbst entwickelt).

Alles was wir in der DDR selber produzieren konnten verschwand sofort 
von den COCOM Listen, man hätte sich ja ins eigene Fleisch geschnitten 
wenn man sich hätte Geschäfte durch die Lappen gehen lassen... DAS war 
der Zweck der Eigenentwicklung. Ab dem Moment gabs keine Probleme beim 
Kauf der Chips im Ausland mehr..

> Das  MfS  als  „Hauptbeschaffer“ von
> Embargo-Technik musste resignierend konstatieren, dass „in der DDR nicht
> das Know-how vorhanden ist, um solche komplizierten Mikroprozessoren vom
> Systementwurf her zu beherrschen“."

Das ist so nicht korrekt und aus einem anderen Grunde gar nicht 
relevant.
Die DDR war mit ihren 17,1 Millionen Leutchen nur ein sehr kleines Land 
und zusätzlich noch ohne nennenswerte Bodenschätze. Ein Teil baute große 
Schiffe, ein anderer Kräne, Präzisionsmaschinen, Kartoffeln, Schweine- 
und Rindfleisch,
Plaste und Eleaste, Fahrbare Pappen und Konservendosen, Mopeds, 
Motorräder u.v.a.m. Das Alles mit riesigen Mengen die in den Export 
gingen.
Es war gar nicht die Manpower da um konkurrenzfähige Computer und dann 
noch die dazu notwendige Software alleine nachzuentwickeln. Was gebaut 
wurde waren deshalb zwangsläufig Kompatible zu irgend Etwas um Software 
"übernehmen" zu können. Nicht zuletzt deshalb gabs im RGW CP/M, DOS, 
IBM360, PDP11- und VAX Kompatible Maschinen. Das RVS K1840 war 1:1 eine 
VAX11/780, jedenfalls der Rechnerkern mit sämtlichen Platinen. Der 
Consolenrechner war keine PDP11/23 mit 8" Floppies wie in der VAX, 
sondern eine K1620 mit 5,25" Floppies (8 Zoll Disks wollte Niemand 
wirklich mehr) Das war wohl die weltweit langsamste PDP11; 
Tschechen,Ungarn,die Russei und selbst die Polen bauten schnellere 
PDP11. Für die Console und zum Laden des Mikrocodes hats aber gereicht. 
(Interessante Mühle übrigens, 8 Bit NMOS Bitslices die eine asynchron 
arbeitende CPU bilden). Der Nachfolger K1820 war eine uVAXII mit selber 
gebasteltem CPU Chip..vollständig kompatibel. IBM360ff hat ESER gemacht, 
also der Zusammenschluß der RGW Staaten zu Rechnerbau..in verschiedenen 
Varianten.
CP/M- und DOSmaschinen hat jedes Land selber gebastelt, wobei A7100 und 
A7150 eigentlich Fehlentwicklungen waren, viel zu kompliziert um einen 
DOS PC zu emulieren. Die hatten einen Multimasterfähigen Multibus und 
ein Steckkartensystem das eigentlich für Maschinensteuerungen gedacht 
war, sehr Ähnlich dem Siemens AMS Bus. Für einen PC war das Perlen vor 
die Säue..

>
> Auslieferungsstand 10/88 des Megabit-Chips an Anwender
> (Robotron-Konbinat): sagenhafte sieben Stück.

Quark.

7 Stück an Anwender, damit bekommt man nicht mal ein Byte zusammen, was 
sollen die "Anwender" Deiner Meinung nach damit gemacht haben? 
Angewendet??
Es gibt Eisbären, Braunbären, Blaubeeren, Himbeeren..
Man muß sich nicht Alles aufbinden lassen.
>
> PS:
> Das PDF sei allen nahe gelegt, die an frei verfügbaren akademischen
> Analysen der DDR-Halbleiterfertigung interessiert sind. Interessant für
> mich die Rolle der sozialistischen Bruderländer, insbesonders der
> Sowjetunion und die Darstellungen eines anderen Projektes als des
> Megabit Schaltkreises als 'Genickbruch der Mikroelektronik', das Projekt
> 152 (Optischer  Zielsuchkopfes  für  eine  Seeziel-Rakete,
> Produktionsstart 1989).

Nuja, zumindest hat eine kleine Manufaktur bei Berlin für die Russen CCD 
Matritzen gebaut, waren wohl Zeiss Jena untergeordnet, die werden wohl 
Por nos damit gedreht haben..

>
> Jetzt aber Schluß mit Offtopic!

April, April: Nein, doch nicht.

Pille
#6598399
Lesenswert?

majo schrieb:
> Danke für Deine Arbeit! Ich sehe das immer wieder gerne.

Gerne! Das freut mich.


Ich habe meine Dokumentation noch etwas ergänzt/korrigiert:
- Ich hatte noch einen kleinen Fehler bei den logischen Verknüpfungen: 
Die 6 und die 9 unterscheiden sich zum 7446. Das Symbol bei der 12 ist 
gleich. Damit passt die Mimik zum 74246.
- Mit den neuen Erkenntnissen habe ich einen Hinweis zum 74246 ergänzt.
- Da der D146 aber "überall" mit dem 7446 verglichen wird, habe ich den 
Satz im ersten Absatz drin gelassen und mit einem Teaser versehen.
Gast #6598419
Lesenswert?

Pille schrieb:

> Es war aber gar nicht das Entwicklungsziel eine Massenproduktion der
> Dinger anzuleiern, das konnten die Japaner, Koreaner und die Taiwanesen
> viel besser, aber die Dinger standen auf der Embargoliste, wodurch
> schwierig an die ranzukommen war.

Nein, die standen nicht auf der Embargoliste, jedenfalls nicht ab 1985. 
Das wurde hier schon mal diskutiert: 
Beitrag "Re: Deutsche Halbleiter/Prozessor-Industrie?"
und Beitrag "War es eigentlich damals möglich einen Heimcomputer in die DDR für die Verwandten zu schmuggeln?"

Auf dem Cocom Listen stand militärisch gesehen "heißer Scheiß", aber 
keine Consumerelektronik, die man in jedem Duty-Free oder Chinesen-bazar 
kaufen konnte. Das hat man den Sozialistischen Bürgern nur erzählt, um 
von der eigenen Mangelwirtschaft abzulenken und einen anderen 
'Schuldigen' für die Misere der angeblich überlegenen sozialistischen 
Produktionsweise zu präsentieren.
#6598438
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Der 74246 würde (auf den ersten Blick) passen...
> Aber warum dann D146?

Der D146 (und D147) entsprechen von der logischen Funktion her schon 
dem 7446 bzw. 7447. Ganz einfach deswegen, weil es den 74246 erst später 
gab. Daß sie in Details (hier der Darstellung der Ziffern) abweichen, 
war wohl nur einer Laune des jeweiligen Entwicklers zuzuschreiben. Die 
werdem den einfach besser gefallen haben.

Im Gegensatz zur hier kolportierten Meinung, wurde Simpelzeug wie 
TTL-Logik durchaus selber entwickelt und nicht abgekupfert.
Gast #6598445
Lesenswert?

Fpgakuechle K. schrieb:
> Pille schrieb:
>
>> Es war aber gar nicht das Entwicklungsziel eine Massenproduktion der
>> Dinger anzuleiern, das konnten die Japaner, Koreaner und die Taiwanesen
>> viel besser, aber die Dinger standen auf der Embargoliste, wodurch
>> schwierig an die ranzukommen war.
>
> Nein, die standen nicht auf der Embargoliste, jedenfalls nicht ab 1985.
> Das wurde hier schon mal diskutiert:
> Beitrag "Re: Deutsche Halbleiter/Prozessor-Industrie?"
> und Beitrag "War es eigentlich damals möglich einen Heimcomputer in die
> DDR für die Verwandten zu schmuggeln?"
> Auf dem Cocom Listen stand militärisch gesehen "heißer Scheiß", aber
> keine Consumerelektronik,

Ich habe keine Lust mich da durchzufräsen, aber 1Mbit DRAMs gehörten 
damals nicht zu Consumer-Technik. (Wir reden hier von Zeiten vor dem 
386SX!)
Nun ist es keine Kunst aus 16Kbit oder 256Kbit  DRAMs 1Mbyte Speicher zu 
basteln, allerdings wirds groß.. logisch. Wen aber stört es wenn es groß 
wird? Genau..das Militär und die Raumfahrt.
Du konntest das Zeug als DDR nicht auf dem Weltmarkt kaufen.

DRAMs werden immer als Technologie-Vorreiter angesehen, die Strukturen 
sind extrem regelmäßig und die Schaltung kann jeder Studienabbrecher des 
Formats Claudia Roth entwickeln. Es war keine ungeheure Leistung sondern 
nur die Frage ob man das unbedingt möchte. Man wollte, aus den von mir 
oben angegebenen Gründen.

> die man in jedem Duty-Free oder Chinesen-bazar
> kaufen konnte. Das hat man den Sozialistischen Bürgern nur erzählt, um
> von der eigenen Mangelwirtschaft abzulenken und einen anderen
> 'Schuldigen' für die Misere der angeblich überlegenen sozialistischen
> Produktionsweise zu präsentieren.

Blah.. Du kannst aufhören Holz in den Wald zu schleppen. Ich bin 
gelernter DDR Bürger und hatte in der Halbleiterbranche zu tun, ich weiß 
was es gab und was ging, sonst hätten sich die 8 Stück U61000C20 auch 
nicht bis in mein Bastelzimmer verirrt.

Pille
#6598470
Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>> Der 74246 würde (auf den ersten Blick) passen...
>> Aber warum dann D146?
>
> Der D146 (und D147) entsprechen von der logischen Funktion her schon
> dem 7446 bzw. 7447. Ganz einfach deswegen, weil es den 74246 erst später
> gab. Daß sie in Details (hier der Darstellung der Ziffern) abweichen,
> war wohl nur einer Laune des jeweiligen Entwicklers zuzuschreiben. Die
> werdem den einfach besser gefallen haben.
>
> Im Gegensatz zur hier kolportierten Meinung, wurde Simpelzeug wie
> TTL-Logik durchaus selber entwickelt und nicht abgekupfert.


Naja, der D146 entspricht eben nicht dem 7446: Zwei Inputgrößen liefern 
nicht die gleichen Outputgrößen.
Klar, ob diese zwei Elemente leuchten oder nicht wirft bei einer 
7-Segment-Anzeige nicht die Nutzbarkeit über den Haufen, aber wer weiß 
was die Leute so bauen. Da nutzt einer einen solchen Baustein um etwas 
anderes anzusteuern und wundert sich dann, dass die Funktion nicht die 
gleiche ist.

Wer hier was entwickelt hat will ich gar nicht beurteilen, ebensowenig 
wer zuerst da war. Aber für den Entwickler (heute wohl eher Bastler) ist 
es vielleicht wichtig, dass der D146 eher dem 74246 gleicht als dem 
7446.
Gast #6598471
Lesenswert?

Pille schrieb:
> Fpgakuechle K. schrieb:

> Ich habe keine Lust mich da durchzufräsen, aber 1Mbit DRAMs gehörten
> damals nicht zu Consumer-Technik. (Wir reden hier von Zeiten vor dem
> 386SX!)

Naja, wenn du keine Lust zum Lesen hast, dann musste halt dumm resp. 
fake-informiert bleiben.
Und nein, das ist nicht die Zeit vor 32bit mit 16 bit Datenbus, sondern 
sekundengenau darin. Beispielsweise Amiga 1000 als Homecomputer, 1985 
veröffentlicht (68000 Prozessor und damit SX-Äquivalent.) Steht alles in 
den verlinkten Threads. Auch der explizite Hinweise das solche 32/16 bit 
Prozessoren zur fraglichen Zeit explizit nach COCOM exportierbar waren.

> Nun ist es keine Kunst aus 16Kbit oder 256Kbit  DRAMs 1Mbyte Speicher zu
> basteln, allerdings wirds groß.. logisch. Wen aber stört es wenn es groß
> wird? Genau..das Militär und die Raumfahrt.
Wie hieß es so schön doppeldeutig: "Russische Mikroelektronik ist nicht 
klein zu kriegen" ;-). Ach ja, die Sojuskapseln zu der Zeit waren noch 
mit Analogrechnern ausgerüstet, auch schon hier diskutiert: 
Beitrag "Re: n-te Wurzel Analog Ziehen"

> Du konntest das Zeug als DDR nicht auf dem Weltmarkt kaufen.
Doch, schau in die verlinkten Threads. Die Stasi hatte ihre eigenen 
Abteilung, die regelmäßig nach Berlin (West) fuhr und dort die 
Elektronikläden abklapperte.

> DRAMs werden immer als Technologie-Vorreiter angesehen, die Strukturen
> sind extrem regelmäßig und die Schaltung kann jeder Studienabbrecher des
> Formats Claudia Roth entwickeln. Es war keine ungeheure Leistung sondern
> nur die Frage ob man das unbedingt möchte. Man wollte, aus den von mir
> oben angegebenen Gründen.

Die Gründe die dem Volke erzählt werden, sind nicht unbedingt die 
tatsächlichen Gründe.
Und das Zeichnen eines Layouts mag keine Kunst sein, der Betrieb und die 
Konstruktion der Lithographiemaschinen die das µm schaffen ist es schon. 
Insbesonders für ein Land in dem Schüler und Ingenieure noch mit dem 
Rechenstab ausgebildet worden.

> Blah.. Du kannst aufhören Holz in den Wald zu schleppen. Ich bin
> gelernter DDR Bürger und hatte in der Halbleiterbranche zu tun, ich weiß
> was es gab und was ging, sonst hätten sich die 8 Stück U61000C20 auch
> nicht bis in mein Bastelzimmer verirrt.

Danke, gleichfalls. (Ausnahme die U61000C20, die hatte ich nicht)

PS: Sorry fürs Offtopic, ich bin jetzt wirklich raus, das verlinken auf 
archivierte Diskussionen ist für mich genug, manche bleiben eben 
trotzdem 'beratungsresistent'.
Beitrag #6598496 wurde von einem Moderator gelöscht.
#6598650
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Axel S. schrieb:
>> Richard K. schrieb:
>>> Der 74246 würde (auf den ersten Blick) passen...
>>> Aber warum dann D146?
>>
>> Der D146 (und D147) entsprechen von der logischen Funktion her schon
>> dem 7446 bzw. 7447. Ganz einfach deswegen, weil es den 74246 erst später
>> gab. Daß sie in Details (hier der Darstellung der Ziffern) abweichen,
>> war wohl nur einer Laune des jeweiligen Entwicklers zuzuschreiben. Die
>> werdem den einfach besser gefallen haben.
>
> Naja, der D146 entspricht eben nicht dem 7446: Zwei Inputgrößen liefern
> nicht die gleichen Outputgrößen.

Wie gesagt, das ist hier nicht wesentlich.

> Aber für den Entwickler (heute wohl eher Bastler) ist es vielleicht
> wichtig, dass der D146 eher dem 74246 gleicht als dem 7446.

Ich sehe schon, ich konnte dich nicht überzeugen. Vielleicht ja damit: 
ich habe hier einen (seltenen?) D146 der im NSW-Stil gestempelt ist. Und 
zwar als 7446, nicht 74246.

Ab und zu wurde bei HFO mit der "westlichen" Typbezeichnung galabelt. 
Ich kann mich nur noch an einen anderen Fall erinnern, das war ein als 
"LS20" gestempelter DL020. K.A. ob diese Typen für den Export gedacht 
waren oder warum die so gestempelt sind.

Wenn du magst, kannst du den gern haben, für Vergleichszwecke. Und einen 
ganzen Satz HFO-Schätzchen noch dazu. Auch alte "Russen" habe ich noch. 
TTL, LS-TTL und auch CMOS.
Angehängte Dateien:
Gast #6598729
Lesenswert?

Fpgakuechle K. schrieb:
> Pille schrieb:
>> Fpgakuechle K. schrieb:
>
>> Ich habe keine Lust mich da durchzufräsen, aber 1Mbit DRAMs gehörten
>> damals nicht zu Consumer-Technik. (Wir reden hier von Zeiten vor dem
>> 386SX!)
>
> Naja, wenn du keine Lust zum Lesen hast, dann musste halt dumm resp.
> fake-informiert bleiben.
>
Weißt Du was? Du bist neunmalklug. Du zitierst eine Quelle aus der Du 
Dir was angelesen hast, und das ist garantiert die einzige Quelle die 
Wahrheiten enthält. Zeitzeugen verbreiten bei Dir Fakenews.
Nungut. Du sollst Recht haben, bittesehr, werde glücklich damit.

Pille
Gast #6599134
Lesenswert?

Andre M. schrieb:
> Pille schrieb:
>> sonst hätten sich die 8 Stück U61000C20 auch
>> nicht bis in mein Bastelzimmer verirrt
>
> Könnten wir denn ein schönes Bild von einem diesem (Pracht - Stücken)
> haben? Freu

Die hatte ich schon Anfang der 90er an einen Kumpel verschenkt und der 
lebt indessen nicht mehr. Die Bilder findet man aber im Netz, Lila 
Keramik mit Gold-Deckel.
Ich habe irgendwo noch einen Einzelnen U60998, habe mich lange gefragt 
was das soll...aber dann rausgefunden. Das waren Rams für 
Druckerspeicher mit wenigen defekten Zellen, wenige defekte Zellen 
fallen beim Laserdrucker nicht auf (einzelnes Pixel) und auch andere 
Hersteller haben solchen teildefekten RAM noch
für Drucker verhökert.
Ich bin aber voriges Jahr umgezogen und habe immer noch volle 
Umzugskartons, frag mich nicht wo das Ding ist..

Pille
#6616248
Lesenswert?

Interessant wäre auch mal ein Blick in den D345 bis 48 zu werfen. Das 
waren in I2L gefertigte 7-Segment Dekoder, pinkompartibel zum D146, 
allerdigs mit Konstantstromquellen und spezieller Auswertung der 
Pseudothetraeden. 2 Typen hatten A-F, die anderen beiden sind dem CA3161 
ähnlich.
2 hatten einen festen Ausgangsstrom, die anderen beiden konnte man 
regeln.
#6616258
Lesenswert?

Gerald B. schrieb:
> Interessant wäre auch mal ein Blick in den D345 bis 48 zu werfen. Das
> waren in I2L gefertigte 7-Segment Dekoder, pinkompartibel zum D146,
> allerdigs mit Konstantstromquellen und spezieller Auswertung der
> Pseudothetraeden. 2 Typen hatten A-F, die anderen beiden sind dem CA3161
> ähnlich.
> 2 hatten einen festen Ausgangsstrom, die anderen beiden konnte man
> regeln.


An manchen Stellen meines "Lagers" geht mir langsam der Überblick 
verloren. Vielleicht habe ich sogar schon Kandidaten aus der Reihe. Ich 
vermerke mir die Teile auf jeden Fall mal.
#6676386
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Dann hätte ich hier einen D146, einen BCD/7-Segment-Wandler aus dem HFO:
>
> https://www.richis-lab.de/logic02.htm
>
> Auch nicht uninteressant...


Ich hatte auch noch einen D147, der im Vergleich zum D146 an den 
Ausgängen etwas weniger spannungsfest ist:

https://www.richis-lab.de/logic02.htm
(Bitte entsprechend nach unten scrollen.)

Wie zu erwarten war, handelt es sich um das gleiche Design. Vermutlich 
wurden die Teile nur entsprechend sortiert.
#6691021
Lesenswert?

Hallo Richard,
super Arbeit, tolle Bilder.
kleine Anmerkung:
Neben fünf Kreuzen, die für fünf Masken stehen, befinden sich die 
Zeichen NE7, die Kernbezeichnung des Zählers.

sollte heissen:

Neben fünf Kreuzen, die für fünf Masken stehen, befinden sich die 
Zeichen IE7, die Kernbezeichnung des Zählers.

ist kyrillisch :)

Grüße
Ralf-Peter
(Firma: www.wolfgangrobel.de) #6691319
Lesenswert?

Wie immer tolle Einblicke!

Jetzt hab ich mal eine Frage: kennst du diesen Chip? Er ist aus einem 
Simatic C1-Modul und stammt von Siemens. Beschriftung vermutlich 
74067...

http://www.wolfgangrobel.de/museum/simatic.htm

Ich hab das Teil mal entkleidet und unter das Mikroskop gelegt.
Angehängte Dateien:
#6691974
Lesenswert?

H.Joachim S. schrieb:
> @Richard:
>
> Wäre sowas für dich interessant?
> Beitrag "Re: AD41632 - was ist das?"
>
> Oder macht das ganze nur Sinn wenn man weiss was drin steckt?
> 2 Stk habe ich behalten.
>
> Schöne Arbeiten übrigends, Respekt.

Danke! :)

Bei den Analysen ist es natürlich einfacher, wenn man weiß um was es 
sich grundsätzlich handelt. Andererseits hat das Unbekannte natürlich 
auch seinen Reiz.
Also wenn du mir einen dieser Chips zukommen lässt werfe ich gerne einen 
Blick rein. Dann sind wir vielleicht alle ein bisschen schlauer.
#6805588
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Und passend zum gestrigen V4001

Hallo Richard, ich habe mal alte Literatur gewälzt und kann noch ein 
paar interessante Details beisteuern :)
Im Buch "Mikroelektronik für Praktiker - Daten Schaltungen Anwendungen"
von Schlenzig, Jung
1. Auflage, VEB Verlag Techmik 1985 Seite 289 ist so eine 
Schutzschaltung im Detail abgelichtet.
Ich hielt das in sofern für interessant, da du die Schutzschaltung nicht 
ganz auflösen konntest. Die Unterführung ist dann wohl der 
eingezeichnete Widerstand.
Ich habe die Doppelseite eingescannt und als pdf angehängt, leider 
gelang es mir nicht, die Seite dauerhaft gedreht abzuspeichern.

Auf Seite 290 wird dann auf den Unterscheid zwischen U und V-Serie 
eingegangen. Die V Serie hat einen erweiterten Temperaturbereich von -25 
bis 85°C, wärend die U-Serie nur für 0 - 70°C spezifiziert ist.
Das erklärt das U auf der Fotomaske ;-)

Ich vermute, das das Layout zunächst in Erfurt erstellt wurde und später 
die Fertigung nach Ruhla ausgelagert wurde, um in Erfurt Kapazitäten für 
höher integrierte ICs, wie EPROMs und Microkontroller freizubekommen.
Die Fab in Erfurt existiert immer noch und gehört inzwischen zu X-FAB.
Angehängte Dateien:
#6805656
Lesenswert?

Hallo Gerald,

danke für den Scan und den Hinweis zum Unterschied zwischen U und V. Ich 
habe die Informationen gleich eingearbeitet.

Zur Fertigungstiefe des Uhrenwerks Ruhla: Mir wurde mittlerweile schon 
öfter erklärt, dass in Ruhla nur der "Zyklus 2" umgesetzt wurde, d.h. in 
Ruhla kamen nur fertige Wafer an, die dann vereinzelt und in die Gehäuse 
integriert wurden. Die Fertigung der Wafer erfolgte mit ziemlicher 
Sicherheit in Erfurt.

Viele Grüße,

Richard
#6805678
Lesenswert?

Das ist so richtig, in Ruhla gab's in der Beziehung nichts 
interessantes.

Die Chipdesigner machten ja öfters kleine Spässchen. Beim ZFTM Dresden 
gab es ungefähr 1982/83 ziemliche Aufregung über die 
Metallisierungsmaske des Herzschrittmacherschaltkreises, weiss leider 
nicht mehr wie der hiess. Da war ein Totenkopf drauf. Könnte man 
eigentlich als schwarzen Humor durchgehen lassen, wurde aber ziemlich 
viel interne Propaganda drum gemacht. Wäre ja witzig wenn den noch einer 
auftreiben könnte.
Moderator Persönliche Seite #6805798
Lesenswert?

Gerald B. schrieb:
> Die V Serie hat einen erweiterten Temperaturbereich von -25 bis 85°C,
> wärend die U-Serie nur für 0 - 70°C spezifiziert ist.

M.W. war die 4000er Serie initial als U-Serie gedacht, aber es zeigte 
sich dann, dass die Produktion gut genug war, um schlicht und ergreifend 
alles für den erweiterten Temperaturbereich zu qualifizieren, sodass 
zumindest die reinen Logikgatter real nie als U40xx verkauft worden 
sind.

Allerdings gab es (mindestens) den U40511. Der wäre übrigens auch 
interessant, da er sich vom internationalen Vorbild 4511 unterscheidet. 
Richi, falls du noch keinen hast, da finde ich sicher noch einen.
Moderator Persönliche Seite #6806595
Lesenswert?

Gerald B. schrieb:
> Ich habe gerade mal geguckt, meine sind V40511 :-)

Offenbar gab es sie dann sowohl als U als auch als V – während die 
"08/15-Logik" nur als V verkauft worden ist.

@Richi, wenn du mal wieder Platz hast ;-), ich habe hier noch einen 
Uhren-IC U124D (mit dem roten Punkt wohl eher "S124D", also ein 
"Bastler-Typ", mit altem "AMD"-Logo) und einen U192D mit schönem altem 
FWE-Logo. Das Web meint, das sei ein BCD-7-Segment-Decoder in 
Hochvolt-Technik – in "freier Wildbahn" ist der mir nie untergekommen.
Angehängte Dateien:
#6806797
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Gerald B. schrieb:
>> Ich habe gerade mal geguckt, meine sind V40511 :-)
>
> Offenbar gab es sie dann sowohl als U als auch als V – während die
> "08/15-Logik" nur als V verkauft worden ist.

Von welchem Hersteller ist das Logo auf dem U40511? Teltow?

Ich habe gerade selber mal geschaut. 40511 habe ich als U mit dem 
gleichen Logo wie deiner aber auch als V mit diesem Logo. Und als V vom 
FWE. Ebenfalls als U habe ich den 40098 von ZFTM/ZMD. Und auch da wieder 
als V von Erfurt. Überhaupt sind die meisten 4000er in meiner Sammlung 
vom FWE. Und dann mit dem "Mickimaus" Logo :)
Moderator Persönliche Seite #6807533
Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> Mit der Umbenennung von ZMD in ZFTM?

Andersrum, erst ZFTM, dann ZMD.

Ich glaube, das ZMD hat das auch noch benutzt, erst nach der Wende haben 
sie dann schlicht "ZMD" drauf geschrieben. Vermutlich hat das ZFTM auch 
noch eine Weile das D-Logo (welches m.W. noch von der "Arbeitsstelle für 
Molekularelektronik"-AMD stammte) benutzt. Könnte man vielleicht anhand 
der Datumscodes auf den gezeigten Bauteilen einkreisen, aber da bin ich 
gerade zu faul nachzulesen, wie die strukturiert waren.

In meinem CP/M-Rechner finden sich jedenfalls noch "U264C" mit diesem 
Logo (und welche ganz ohne Aufdruck ;-). Erst vor der offiziellen 
Vermarktung wurden sie dann in "U2164" umbennant (und als billiges 
D-Gehäuse ausgeliefert), um dem internationalen Schlüssel zu 
entsprechen.

Vielleicht ist der Übergang von diesem D-Logo zu diesem "Blitz" auch 
tatsächlich zeitgleich mit der Umbenennung von ZFTM in ZMD erfolgt. Ist 
alles schon lange her, und ich hatte damals nur als Student indirekt mit 
denen zu tun.
Moderator Persönliche Seite #7050226
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> К155ЛA3 / K155LA3, ein sowjetischer Logikbaustein mit vier
> 2-Input-NAND-Gattern:

Die "3 Zeichen" neben dem Bondpad deutete ich übrigens noch vor dem 
Lesen deiner Anmerkung recht eindeutig als "ЛA3" (halt innerhalb der 
Restriktionen, die die Strukturgröße so mit sich bringt).

Ganz unten hast du einen Tippfehler und "PA3" geschrieben.
#7050231
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>> К155ЛA3 / K155LA3, ein sowjetischer Logikbaustein mit vier
>> 2-Input-NAND-Gattern:
>
> Die "3 Zeichen" neben dem Bondpad deutete ich übrigens noch vor dem
> Lesen deiner Anmerkung recht eindeutig als "ЛA3" (halt innerhalb der
> Restriktionen, die die Strukturgröße so mit sich bringt).
>
> Ganz unten hast du einen Tippfehler und "PA3" geschrieben.


Hm, besonders klar erkennbar ist das nicht, aber es wäre logisch und wie 
du schon sagst erlaubt der Prozess nicht die schönste Kalligrafie.

Danke für den Hinweis!
#7066713
Lesenswert?

Hallo Richard,

soweit mir bekannt, wurden bei den offiziell aus der UdSSR expotierten 
ICs jeweils die Herstellerlogos weggelassen.
Dein K155LA3 stammt sehr wahrscheinlich von Integral aus Minsk. Das war 
der grösste Produzent von zur 74xx kompatiblen ICs. Der verwendete Font 
war ebenfalls typisch für Integral.
Hier: http://www.155la3.ru/k155.htm ist ein K155ID3 von Integral aus der 
selben Zeit zu sehen, ebenfalls im dunkelbraunen Gehäuse und inkl. Logo.

LG Christoph
#7066883
Lesenswert?

Hallo Richard,

ja, es gab auf den ersten Blick viele Hersteller. Meine (subjektive) 
Erfahrung mit sowjetischer Elektronik hinterliess aber den Eindruck, 
dass sehr viele der  TTL(155) LS- (555) oder ALS-TTL (1533) von Integral 
waren. Mezon aus Chisinau und Azon aus Baku waren auch noch recht 
häufig, wobei ich bei beiden nicht weiss, ob sie eine eigene Fab hatten. 
Geschätzt an vierter Stelle war ev. Svetlana, mit stark abnehmender 
Tendenz gegen Ende der Sowjetunion. Dann gab es noch viele Hersteller, 
die z.T. einzelne Typen exklusiv mit ihrem Logo vertrieben (z.B. Mion 
und Billur aus Georgien und Armenien). Das gegenseitige 
Belieferungssystem dahinter hat wohl nicht mal das Planungsministerium 
in Moskau ganz verstanden. Auf der Seite 155la3.ru gibt es x Beispiele 
von IC-Beschriftungen, welche nicht der Norm entsprechen.

LG Christph
#7066967
Lesenswert?

Ich sag ja, die sowjetischen Halbleiterhersteller sind eine Wissenschaft 
für sich. :) Noch viel mehr, wenn man selbst nur wenig Hintergrundwissen 
bei dem Thema hat.

Dann kommt noch dazu, dass man im Netz meist nicht so viele 
Informationen findet wie bei den "westlichen" Herstellern. Ganz witzig 
wird es dann meist, wenn man Google die russischen Seiten übersetzen 
lässt. :)
Moderator Persönliche Seite #7109013
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Links neben dem Kopf ist eine Beschriftung, die kann ich aber nicht ganz
> entziffern.

Ich denke, die beschreibt nur die beiden power rails. Auf der unteren 
lese ich "V15", was auf HV-PMOS deuten würde (die andere vielleicht 
"V00"?). Die Technologie hat nicht überlebt, insofern wird man auch kaum 
noch Infos zu dem damaligen ICs finden. Der i4004 war in dieser 
Technlogie gefertigt, aber der dürfte komplexer gewesen sein als das auf 
dem Foto.

https://de.wikipedia.org/wiki/PMOS
#7164537
Lesenswert?

H.Joachim S. schrieb:
> Ach je, das waren Zeiten....
> Die Dinger waren wie Goldstaub, immer Mangelware.

Ach echt? In Dresden gab es die oft. Zwar meist als Bastlerqualität 
(P8205? oder S1?) aber dennoch.

> Ziemlich schnell für damalige Verhältnisse.

Ja. Gern als Chip-Select Decoder in U880 Rechnern verbaut. Der Speed 
hatte allerdings seinen Preis - die Dinger heizen wie Sau.
#7190217
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Hier haben wir einen weiteren BCD/7-Segment-Wandler, dieses Mal aber mit
> Konstantstromausgängen. Es handelt sich um den CA3161 von RCA

Das DDR-Analogon D345/347 war in I²L Technologie hergestellt, was eine 
vergleichsweise langsame aber dafür stromsparende Schaltungtechnik war.
Der CA3161 auch? Ein Vergleich wäre interessant.

Cool finde ich die interne Struktur. Geradezu lehrbuchmäßig erst ein 
Decoder von binär zu 1-aus-N und dann ein Coder auf 7-Segment. Damit war 
für den Wechsel zu einer anderen Belegung für die Pseudo-Tetraden 
(D346/348 mit Hexadezimal-Darstellung) einfach nur eine andere 
Metall-Lage erforderlich.

Die DDR-Äquivalenztypen gab es wahlweise mit festem oder mit 
einstellbarem Strom. Deswegen insgesamt 4 Typen D345..348.
#7207239
Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> Das DDR-Analogon D345/347 war in I²L Technologie hergestellt, was eine
> vergleichsweise langsame aber dafür stromsparende Schaltungtechnik war.
> Der CA3161 auch? Ein Vergleich wäre interessant.

Ich habe deinen Beitrag hier irgendwie übersehen. Zur Strafe musste ich 
jetzt tagelang darüber grübeln wie diese Verschaltung funktioniert. Ich 
war mit meiner bisherigen Erklärung noch nicht zufrieden. Mittlerweile 
bin ich darauf gekommen, dass es sich im Integrated Injection Logic, I2L 
handelt!

Ich habe eine entsprechende Erklärung und Analyse eingefügt und den 
ganzen Artikel noch etwas aktualisiert:

https://www.richis-lab.de/logic22.htm
#7354045
Lesenswert?

Ich kenne nur die grundsätzliche Problematik. Es war ein spezielles Problem der DDR-Halbleiterindustrie, die sehr abgeschottet war und alle benötigen Bauteile selbst herstellen wollte/musste. Dafür war die DDR-Halbleiterindustrie aber eigentlich zu klein.

Das war anscheinend auch ein Grund, warum man sowohl im digitalen als auch im analogen Bereich auf universelle Schaltkreise wie zum Beispiel den IA60 gesetzt hat: https://www.richis-lab.de/KA601.htm

Ich weiß allerdings, dass es den DL074 auch mit einem eigenen Design gab. Es wurden also nicht alle DL074 aus DL193 generiert. Vielleicht hat sich das mit der Zeit geändert...

Moderator Persönliche Seite #7354085
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

Ich weiß allerdings, dass es den DL074 auch mit einem eigenen Design gab.

Gerade bei so einfachem Kram wundert mich das auch sehr. Aber vielleicht war der 74LS193 einfach aufgrund irgendeines "Bedarfsträgers" priorisiert und daher schon fertig, sodass man die Gelegeneit genutzt hatte, gleich den 74LS74 mit zu erschlagen.

Beide ICs gab's ja als Standard-TTL schon lange vorher. (Den 7493A selbst dagegen in der DDR nicht, nur aus Tesla-Produktion, aber der 74193 war "schon immer" da.)

#7355024
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

Hm, vielleicht muss ich das doch noch korrigieren. Mir ist gerade erst aufgefallen, dass der PL074 sechszehn Pins hat, wie auch ein DL193. Der DL074 hat aber vierzehn! Ich kann mir nicht vorstellen, dass man damals ein unterschiedliches Pinning in Kauf genommen hat, nicht mal bei einem Bastlertyp. Vielleicht doch nur ein Fehldruck...

Würde ich auch vermuten. Dann war in dem Gehäuse wohl doch ein DL193. Die fehlenden Durchkontaktierungen in der Top-Metalllage wären dann wohl durch die Unterschiede DL192 <=> DL193 zu erklären. Denn die beiden sind so ähnlich, daß man wirklich nur Unterschiede in der Maske erwarten würde.

Der DL074 enthält ja auch zwei D-Flipflops, während der DL192/193 aus JK-Flipflops aufgebaut ist. Ich kann mir nur schwer vorstellen, daß der DL074 als Variante aus dem gleichen Chip darstellbar wäre.

Persönliche Seite #7355144
Lesenswert?

Axel S. schrieb:

Immerhin hat er mit diesem PL074 nicht nur 2 Pins, sondern auch sehr viel Funktionalität mehr bekommen ... :)

Hatte mir als Schüler mal einige R211 gekauft, mich dann zuhause über die nicht vorhandenen Kühlfahnen gewundert. Die Beinchen waren auch nicht miteinander verbunden, wie bei späteren Exemplaren dieses Typs. Nach einigem Experimentieren stellten die sich dann als D195 heraus. Dann wurde aus dem Verstärker eben ein Lauflicht...

#7413565
Lesenswert?

Ich habe die DL-Logik-Bausteine aktualisiert und ergänzt.

Für den DL003 (4*2-IN-NAND) gibt es ein Update: https://www.richis-lab.de/logic13.htm

Den DL008 (4*2-IN-AND) habe ich neu hinzugefügt: https://www.richis-lab.de/logic25.htm

Für den DL020 (2*4-IN-NAND) gibt es ebenfalls ein Update: https://www.richis-lab.de/logic09.htm

Es empfiehlt sich die Texte in dieser Reihenfolge zu lesen.

Alle drei Gatter basieren auf einem Basis-Design, dessen Funktion über die Metalllage variiert wird.

Obwohl die Gatter sehr ähnlich wären, finden sich einige interessante Unterschiede: Dem DL003 fehlt der Highside-Treiber am Ausgang, obwohl die Elemente auf dem Die vorhanden wären. Der DL020 hat einen zusätzlichen Basis-Emitter-Widerstand erhalten. Den Strukturen auf dem Basis-Design nach zu schließen, war dieser nicht von Anfang an eingeplant.

Moderator Persönliche Seite #7413668
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

Den Strukturen auf dem Basis-Design nach zu schließen, war dieser nicht von Anfang an eingeplant.

Eigentlich schade: die 74LS-Serie des HFO kam ja recht spät, insofern müssten die Leute, die das designt haben, noch am Leben sein. Wäre interessant, solche Details mal "aus erster Hand" zu erfahren.

#7564927
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

Mit euch als Publikum

Danke für die tollen Bilder und den interessanten Beitrag. Habe ich mir gestern Abend mit Freude angesehen. Das war schon ein tolle Zeit in den Achtzigern mit dieser Technik. Alles aus dem vollen gefräst, so auch in diesem Chip.

H. H. schrieb:

Früher gabs immer Vierteiler, im ZDF.

Ich finde eher Zweiteiler interessant :-) auch um sie zu verschenken, beispielsweise. :-) In dem Sinne...

#7574258
Lesenswert?

Welche Oberflächenbeschichtung haben eigentlich die Bondbereiche? Ist das ne Art Verzinnung und theoretisch lötbar? Sicher steht es irgendwo innerhalb der 7000 Beiträge all dieser Threads, aber wer will schon zu so ner einfachen Frage 3h suchen... Frage deshalb, weil ich einen Wafer mit recht großen Leistungsbauteilen habe, die man durchaus handhaben, und z.B. reflow verarbeiten könnte. Die dann kaum vorhandene Kühlung müsste man natürlich beachten, klar...

Übrigens sind Richards Veröffentlichungen derart ausgereift und interessant, daß sie oben angeheftet gehören! Habe z.B. den passenderen Thread mit den Leistungstransistoren auf die Schnelle gar nicht gefunden.

#7574271
Lesenswert?

Üblicherweise sind die Bondfläche aus Aluminium. Das Thema hatten wir glaube ich noch nicht. Theoretisch sollte das Löten auf den Bondflächen also möglich sein, praktisch dürfte es schwierig werden die Oxidschicht zu entfernen.

Danke für die lobenden Worte! Keine Ahnung was das Mikrocontroller.net-Forum so hergibt. Eine prominente Platzierung würde mich natürlich freuen. :)

#7574294
Lesenswert?

Vielen Dank!

Alu ist allerdings das letzte Metall, das ich erhofft hatte...schlimmer wäre eigentlich nur noch Titan gewesen, das kann man ohne Galvanik praktisch überhaupt nicht löten. Zwar gibt es inzwischen kapillarwirksames Alulot ohne Reiben, aber das ist schon recht speziell und gibt es bestimmt nicht als Lötpaste. Und vorher die winzigen Flächen händisch benetzen, das würde dann doch zu fummelig... Dazu käme, daß Flussmittel für Alu wirklich ziemlich aggressiv sind, das würde dem Chip sicher kaum gefallen. Also es bleibt dann wohl bei der Idee, schade...

Richard K. schrieb:

Keine Ahnung was das Mikrocontroller.net-Forum so hergibt.

Das macht Andreas mit den "Kunstwerke"-Threads schon immer. Also möglich wäre das auf jeden Fall. Gerade neue Nutzer bzw. Gäste bekämen dann auf MC.net mal was wirklich Interessantes zu sehen, nicht die immergleiche, asoziale Schlammschlacht...

Moderator Persönliche Seite #7574351
Lesenswert?

Uwe S. schrieb:

Alu ist allerdings das letzte Metall, das ich erhofft hatte

Es gibt halt einen Grund, warum man dort bondet und nicht lötet.

Btw., besser lötbare Metalle will man auch nicht haben, denn die würden auch besser überall hin diffundieren. Außerdem wären sie bei deinen Lötversuchen 1-fix-3 im Lot aufgelöst und weg …

#7574451
Lesenswert?

Nun daran soll es nicht scheitern!

Logik-Bauelemente Beitrag "Logik-Bauteile - Die-Bilder"

Operationsverstärker Beitrag "Operationsverstärker - Die-Bilder"

Isolatoren Beitrag "Isolatoren - Die Bilder"

Transistoren Beitrag "Transistoren - Die-Bilder"

Dioden Beitrag "Dioden - Die-Bilder"

Optoelektronische Bauelemente Beitrag "Optoelektronische Bauelemente - Die-Bilder"

Spannungsregler Beitrag "Spannungsregler - Die-Bilder"

Diverse Bauteile https://www.mikrocontroller.net/topic/das-innenleben-von-transistoren-und-opvs?goto=new#new

MEMS Beitrag "MEMS - Die-Bilder"

Referenzspannungsquellen Beitrag "Referenzspannungsquellen - Die-Bilder"

Mikrocontroller, Prozessoren und Chipsätze Beitrag "Mikrocontroller, Prozessoren und Chipsätze - Die-Bilder"

DACs Beitrag "DACs - Die-Bilder"

Speicherbausteine Beitrag "Speicherbausteine - Die Bilder"

Audio-Verstärker Beitrag "Audio-Verstärker - Die-Bilder"

ADCs Beitrag "ADCs - Die-Bilder"

NE555 Beitrag "NE555-Analysen"

Threads, die etwas eingeschlafen sind:

Beschleunigungssensoren Beitrag "Beschleunigungssensor - Die-Analyse"

DLP Beitrag "DLP-Chip - Die-Bilder"

LTZ1000 Beitrag "LTZ1000 - Die-Bilder"

Das sind wahrscheinlich etwas viele Threads zum anheften. Vielleicht sollte man einen neuen Beitrag erstellen, der als Linksammler dient und der dann angeheftet werden kann.

#7784002
Lesenswert?

Wäre es auch interessant Logikbausteine der DDR Produktion der ersten Stunde zu selektieren. Die defekte Bausteine wurden von Frankfurt nach Halsbrücke zum Einschmelzen und Materialrückgewinnung weitergegeben. Das waren damals Zehntausende oder Hunderttausende, aus diesen Sortiment des Ausschusses habe ich damals Hunderte ausgemessen. Die Teile kamen in Halsbrücke Palettenweise an. Wenn ich noch solche finde, könnte es doch interessant sein, diese defekten ICs anzuschauen(Fehlerbild)?

Nur zur Inf.

Gruß alterknacker

#7796043
Lesenswert?

Hier habe ich einige alte DDR ICs. Die letzten Bastler Schaltkreise welche ich finden konnte. Die sollte man nicht mehr nutzen.;-)) V40xx habe ich auch noch...

Die ganz alten welche in Halsbrücke eingeschmolzen wurden habe ich nicht mehr. Da habe ich durch ausmessen die Type erkannt und selbst bezeichnet. Schade...

Wenn du die gebrauchen kannst, kann ich die Beine flachbiegen? Sendung wird dann flacher.

und wohin?

MfG alterknacker

Angehängte Dateien:
#7796075
Lesenswert?

H.Joachim S. schrieb:

Du also hast die DS8205 gebunkert... Waren immer ein bisschen wie Goldstaub, schwer zu bekommen.

Hättest du halt 74S138 gekauft, die waren immer wie H8hnerfutter.

Jörg W. schrieb:

Der D347 ist sicher mal ein interessantes Teil, meines Wissens ohne internationales Pendant.

Logisch, die DDR war führend. Im Nachbau eines CA3161.

#7796182
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:

Als PS8205 habe ich sie aber nie gesehen.

In Halsbrücke wurde ja immer aller Ausschuss eingeschmolzen, Edelmetallrückgewinnung. Über die Zeit bestimmt aber Millionen. Anfang ohne Aufdruck, später als der Ausschuss geringer wurde mit Aufdruck. Bastlerware in Massen,mit allen möglichen und unmöglichen Fehlern. Da sind Hunderte oder gar Tausende durch meine Hände gegangen und auch ein Teil hängengeblieben.;-))

Das wären heute die Besten Exemplare ,diese zu skelettieren.

MfG alterknacker

#7796189
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:

Al. K. schrieb:

Das wären heute die Besten Exemplare ,diese zu skelettieren.

Ich habe hier noch 2 Stück U214D "S1" (also Bastlertypen), bei denen mit Bleistift die Bitfehler drauf geschrieben sind. Wenn ich das richtig deute, sind jeweils an einer Adresse zwei Bits fehlerhaft.

Sowas kann sehr interessant sein! ...wobei das natürlich immer eine Ansichtssache ist. :)

#7796194
Lesenswert?

Michael B. schrieb:

Dummkopf.

Gut dass du nicht Schwachkopf gesagt hast, dann würde ich die Büttel ausrücken lassen, so ist es ok.

Aber um mich zu erleuchten: hätte ich statt kaum erhältlicher DS8205 einfach den DS8205 nehmen sollen?

edit: ich kann nichts für die Löschung deines wertvollen Beitrags, nicht gemeldet, nicht gemeckert, nicht beleidigt.

Moderator Persönliche Seite #7796201
Lesenswert?

H.Joachim S. schrieb:

edit: ich kann nichts für die Löschung deines wertvollen Beitrags, nicht gemeldet, nicht gemeckert, nicht beleidigt.

OK, da du nun drauf geantwortet hast, habe ich ihn wieder hergestellt. Eigentlich brauchen wir Kommentare dieser Art nicht hier.

Richard K. schrieb:

Sowas kann sehr interessant sein! ...wobei das natürlich immer eine Ansichtssache ist. :)

Soll ich sie in einen Briefumschlag tüten?

#7796279
Lesenswert?

Andreas M. schrieb:

schreiben, wenn man sie auf den Kopf stellt. :)

ich habe früher die taschenrechner immer so getestet:

229922-20 /6

ich habe mir, anfang der 70er, einen der ersten und kleinsten taschenrechner, mit einer 7 segment LED anzeige, zugelegt.

den sharp el-801 (sharp elsi mini), er kostete 798,- DM + mwst. mein lehrlingslohn betrug 160 DM im monat.

damit ich den, in der berufsschule, benutzen durft, musste extra für mich, ein gesetz geändert werden.

so war ich auch der erste, der einen taschenrechner, in der schule, benutzen durft.

nach mir, durften es dann auch alle andere ;)

gruß helmut

#7796432
Lesenswert?

Andreas M. schrieb:

Mit 7-Segment-Anzeigen kann man:

SEI LEISE oder SIE ESEL

schreiben, wenn man sie auf den Kopf stellt. :)

Mit 7-Segment Anzeigen geht das auch ohne sie auf den Kopf zu stellen. Damit geht auch "dU ArSCH". Nicht persönlich gemeint :)

Um nochmal on Topic zu werden: Das schöne an den D345..348 war, daß man Typem mit variablem und festem Ausgangsstrom hatte und auch Typem mit Hexadezimal-Ausgabe. Letzteres ist am Ende nur eine Frage einer Metallisierungslage auf dem IC, aber nett zu haben.

1
        Strom       Decodierung
2
-------------------------------
3
D345    fest        AbCdEF
4
D346    variabel    AbCdEF
5
D347    fest        -EUdcA
6
D348    variabel    -EUdcA

siehe https://tvsat.com.pl/PDF/D/d345-348_rft.pdf

#7796437
Lesenswert?

H.Joachim S. schrieb:

Michael B. schrieb:

Hättest du halt 74S138 gekauft

Ah, der Schlauberger schon wieder... Wie hiessen die doch gleich mal? DS138? Oder der normale TTL D138? Oder meintest du den DL138?

Um das mal geradezurücken: Meines Wissens gab es in der DDR kein 74S138 als Original zu kaufen. Selbst wurde kein 138-Äquivalent hergestellt außer der DS8205.

Bausteine, die etwas außerhalb der Spezifikation lagen aber funktionierten, wurden als "Bastlerware" verkauft. Die Ausbeute war halt nicht so hoch und das Gelumbe sauteuer aber so konnte man wenigstens was bekommen. Ich weiß nicht, ob es sowas "im Westen" auch gab.

#7796445
Lesenswert?

Korax K. schrieb:

H.Joachim S. schrieb:

Michael B. schrieb:

Hättest du halt 74S138 gekauft

Ah, der Schlauberger schon wieder... Wie hiessen die doch gleich mal? DS138? Oder der normale TTL D138? Oder meintest du den DL138?

Um das mal geradezurücken: Meines Wissens gab es in der DDR kein 74S138 als Original zu kaufen. Selbst wurde kein 138-Äquivalent hergestellt außer der DS8205.

Richtig. Weder in der Standard-TTL Baureihe (D1xx ~= 74xx) noch in der Low Power Schottky Baureihe (DLxxx ~= 74LSxxx) gab es einen 3-auf-8 Decoder. Der DS8205 war als Äquivalent zum i8205 gedacht und wohl weitgehend mit dem 74S138 kompatibel. Aber eine 74S TTL Baureihe hatte die DDR nicht. Die Tschechen hatten einige 74Sxx (sogar richtig gelabelt). Aber ob da ein 74S138 dabei war, entzieht sich meiner Kenntnis.

#7796469
Lesenswert?

Korax K. schrieb:

Um das mal geradezurücken: Meines Wissens gab es in der DDR kein 74S138 als Original zu kaufen. Selbst wurde kein 138-Äquivalent hergestellt außer der DS8205.

Genau das habe ich ja versucht dem Laberkopp beizubiegen, hat er nur nicht verstanden (ich glaub immer noch nicht), ebensowenig wie die Schwachkopf-Büttel-Geschichte (Niehoff) nicht. Naja, man kann hier seine Gegenüber intellektuell eben nur begrenzt einschätzen, und manchmal vertut man sich in die eine oder andere Richtung :-)

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren